Das Übersee-Museum in Bremen ist eines der meistbesuchten Museen der Bundesrepublik Deutschland. Die Geschichte des Museums reicht bis in das ausklingende 18. Jahrhundert zurück. Ich habe diesen Exkursionsort ausgesucht, da ich überzeugt bin, dass man Kindern die Institution Museum näher bringen kann, indem man die Herangehensweise so arrangiert, dass sie bei ihnen Interesse und Neugier weckt und ihnen natürlich Spaß bereitet. Ge-genstand dieses Exkursionsberichts ist die Dauerausstellung „Ozeanien“ (nicht das Museum
Sachanalyse - Beschreibung des Exkursionsortes
Das Museum präsentiert mit „Ozeanien - Lebenswelten in der Südsee“ eine Ausstellung über die Völker der Südsee, die durch eine umfangreiche Sammlung aus der Natur und Lebenswelt Ozeaniens und den individuellen Handelsmethoden einzelner hiesiger Bevölkerungsgruppen abgerundet wird.
Ozeanien ist die Bezeichnung für eine Formation aus Inseln im Pazifischen Ozean, die zwischen den amerikanischen Kontinenten, den Philippinen und Australien liegt. Neuseeland zählt nur im weiteren Sinne zu Ozeanien. Die Region wird nach der ethnischen Zugehörigkeit der Bevölkerung in Mikronesien, Melanesien und Polynesien gegliedert. Alle ozeanischen Inseln haben zusammen eine Landfläche von etwa einer Million Quadratkilometern und sind über eine Meeresfläche von rund 70 Millionen Quadratkilometern verstreut. Somit erstreckt sich das Gebiet Ozeaniens über benahe 10% der gesamten Erdoberfläche. Die Ausstellung in Bremen zeigt Aspekte der vielfältigen Naturräume, der Beziehungen und des Handels der zahlreichen Gesellschaften. Der räumliche Aufbau der Ausstellung orientiert sich an der Geographie Ozeaniens, d. h., dass der Boden der Ausstellungsfläche die verschiedenen Tiefen des Meeresgrundes durch hell- bis tiefblaue Bemalung veranschaulicht. Themen und Inhalte von Ozeanien sind nach Schwerpunkten geordnet auf 13 Themeninseln anzufinden. Die in grün gehaltenen Themeninseln erstrecken sich neben anderen Stationen (wie z.B. Sitzflächen mit Hörgeschichten von Sammlern, Forschern oder dem Kinderalltag aus Ozeanien oder einer interaktiven Wand zur Fischgeräusch-Fisch-Zuordnung) über die gesamte „Meeres-“ bzw. Ausstellungsfläche. Zu entdecken und erleben sind dort z.B. Modelle, Fotos und schriftliche Erklärungen, aber vor allem Originale aus Ozeanien wie echte Holzboote, Möbel, Musikinstrumente und Haushaltsgegenstände, eine Tauchglocke, ein nachgebautes Korallenriff, reale Masken, Schmuck und Schnitzereien, Tierexponate etc.
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Didaktische Analyse - Lernen von und mit der Ausstellung Ozeanien
Eine Ausstellung in einem Museum ist an sich kein Lernort, der in direkter Verbindung zu der Lebenswelt und -wirklichkeit der Kinder steht. Zwar wird beinahe jedes Kind im Grundschulalter einmal ein Museum besucht haben, doch wird dabei mehr erworben als das bloße Sachwissen der Exponate? Die Ausstellung Ozeanien bietet zum einen eben dieses reichhaltige Angebot an Exponaten (wie bereits erwähnt) und damit direkt verbundenes Wissen. Des Weiteren bietet die Auseinandersetzung mit der fremden Kultur, ihrer spezifischen Lebensweise, ihrer Weltanschauung und ihrer Lebenswelt, also der Natur in Ozeanien, für die Kinder die Möglichkeit des Perspektivwechsels. Durch das Hineinversetzen in die Kultur der Menschen in Ozeanien mit all ihren illustrierten Facetten, die sich von der eigenen und den bekannten Lebensweisen unterscheidet, können die Kinder Rückschlüsse auf ihre individuelle Kultur, auf ihre persönliche Lebensweise ziehen (Bsp. „Die Kinder dort gehen nicht zur Schule, ich schon“, „Für manche Menschen in Ozeanien befindet sich die Welt auf dem Rücken eines Krokodils, wie sehe ich das?“). Aus den entdeckten Unterschieden können die Kinder sich über ihre eigene Kultur, ihre Art zu Leben, ihre Weltsicht und die sie umgebende Tier- und Pflanzenwelt bewusst werden. Dieses Bewusstsein um die eigene Person unterstützt die Identitätsfindung und fördert somit die Ich-Kompetenz. Ein allgemeines und grundlegendes Lernziel für ältere Grundschulkinder (die z.B. an keiner Führung teilnehmen) ist es, sich in der Museumsausstellung zu Recht zu finden. Was beinhaltet die Ausstellung? Wie verschaffe ich mir einen Überblick? Wo finde ich etwas Bestimmtes? Was gibt es dabei für Hilfsmittel (Infostand, Broschüren, Übersichtspläne)? Was interessiert mich, was nicht?
Konkrete Lernziele leiten sich im Folgenden von dem o. g. Leitziel, also der Auseinandersetzung mit der fremden Kultur und deren Vergleich mit der eigenen Kultur, ab. So können z.B. ausgestellte Musikinstrumente aus Ozeanien untersucht und mit denen, die den Kindern bekannt sind, verglichen werden (Aus welchem Material sind sie? Werden sie maschinell oder von Hand gefertigt? Welchen Zweck erfüllen sie?). Anhand solcher Fragestellungen können die Kinder ebenfalls Bereiche wie Verkehrsmittel (Auto, Bahn, Flugzeug vs. Holzboot), Haushaltsgegenstände (Tupperware vs. Tonkrug), Möbel, Schmuck, Werkzeuge (Aluspaten vs. Steindolch) untersuchen und so kulturelle Unterschiede und ggf. Ähnlichkeiten ergründen. Andere Bereiche wie religiöse Bräuche (Gottesdienst vs. rituelles Narben zufügen), Arten der Selbstdarstellung (Fotografien vs. Holzfiguren), und die Tier- (Schäfer-
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Arbeit zitieren:
M.Ed. Georg Rabe, 2006, Exkursionsort: Dauerausstellung „Ozeanien“ im Überseemuseum Bremen, München, GRIN Verlag GmbH
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