Inhalt
1. Einleitung 2
2. Theoretische Grundlage: Der Neue Liberalismus nach Andrew Moravcsik 5
2.1. Der kommerzielle Liberalismus 8
2.2. Der republikanische Liberalismus. 9
2.3. Überblick zum theoretischen Basiswissen 10
3. Die japanisch-chinesischen Beziehungen im historischen Rückblick 11
4. Japans Haltung gegenüber China seit 1978 - eine neoliberale Betrachtung 13
4.1. Wirtschaftsbeziehungen 14
4.1.1. Identifikation der präferenzbestimmenden Akteure, sowie Ihre Machtquelle und
Motivation 14
4.1.2. Japans Wirtschaftsbeziehungen gegenüber China - das neoliberale Ideal 18
4.1.3. Wirtschaftsbeziehungen: Verknüpfung der Theorie und Empirie 20
4.2. Entwicklungszusammenarbeit 24
4.2.1. Identifikation der präferenzbestimmenden Akteure, sowie Ihre Machtquelle und
Motivation 24
4.2.2. Japans Entwicklungszusammenarbeit mit China - das neoliberale Ideal 26
4.2.3. Entwicklungszusammenarbeit: Verknüpfung der Theorie und Empirie 27
4.3. Vergangenheitsbewältigung 30
4.3.1. Identifikation der präferenzbestimmenden Akteure, sowie Ihre Machtquelle und
Motivation 31
4.3.2. Japans Vergangenheitsbewältigung - das neoliberale Ideal. 33
4.3.3. Vergangenheitsbewältigung: Verknüpfung der Theorie und Empirie 34
5. Schlussbetrachtung 38
6. Anhang 41
7. Literaturverzeichnis 42
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1. Einleitung
Die Historie in den japanisch-chinesischen Beziehungen ist geprägt von kriegerischen Phasen, Phasen der fast völligen Kontaktlosigkeit und Phasen enger, vorwiegend wirtschaftlicher Kooperation. Angesichts dieser exzentrischen Vergangenheit und der Tatsache, dass beide Staaten die größten und einflussreichsten wirtschaftlichen Akteure der östlichen Hemisphäre sind, machen die japanisch-chinesischen Beziehungen zu einem hoch interessanten Untersuchungsgegenstand für die Theorien der Internationalen Beziehungen (IB). So wurde sich den japanisch-chinesischen Beziehungenin den 90er Jahren,vorwiegend aus der Perspektive des Neorealismus genähert (Vgl. Waltz 1993; Layne 1993). Die „neorealistischen Prophezeiungen“, wonach Japan eine militärische Supermacht mit Atomwaffen wird und sich als klare Gegenmacht zu China und den USA positioniert, erweisen sich jedoch als Trugschluss. Der Neorealismus scheint im Bezug auf die japanisch-chinesischen Beziehungen folglich an seine theoretischen Grenzen gestoßen zu sein (vgl. Nabers 2008). Ziel dieser Arbeit ist es daher, den IB-theoretischen Fokus neu zu setzen und zu überprüfen, ob eine zweite Großtheorie der IB, nämlich der Neue Liberalismus nach Andrew Moravcsik, mehr Erklärungspotenzial besitzt, als der Neorealismus. Infolgedessen lautet die zentrale Fragestellung dieser Arbeit: Was leistet der Neue Liberalismus zur Erklärung der Haltung Japans in den japanisch-chinesischen Beziehungen seit 1978? Diese Fragestellung bedarf zunächst einer Begründung, hinsichtlich der Fokussierung auf die Haltung Japans und den gewählten Zeitrahmen ab dem Jahr 1978:Die japanische Außenpolitik gegenüber China wurde in den Mittelpunkt gestellt, da Japan einerseits einen komplexen Wandel durchlebt -von der einstigen asiatischen Wirtschaftsmacht zu einem durch China zusehends bedrängten und abgelösten Akteur in Ostasien. In Folge dieser Entwicklung steht Japan im Zentrum des Interesses dieser Arbeit. Andererseits hat man es bei Japan mit einer liberalen Demokratie nach westlichem Vorbild zu tun. Dies ermöglicht es, gesellschaftlichen und politischen Gruppen und Akteuren überhaupt erst realen Einfluss auf die politischen Entscheidungsprozesse und somit auch auf die Außenpolitik des Landes auszuüben. In Japan hat man es also mit einer
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Gesellschaftsstruktur zu tun, die einen guten Zugriff mithilfe des Neuen Liberalismus erwarten lässt.
Für den Betrachtungszeitraum abdem Jahr 1978 wurde sich entschieden, da es vor der „Gemeinsamen Erklärung zwischen den Regierungen Japans und der Volksrepublik China“ im Jahr 1972 eine Periode der fast völligen Kontaktlosigkeit zwischen den beiden asiatischen Staaten gab. In den 70er Jahren kam es dann zu einer Phase der Normalisierung und Annäherung zwischen Japan und China, die in dem Friedens- und Freundschaftsvertrag am 12. August1978 ihren Höhepunkt fand. Seit den 70er Jahren hat man es demnach mit einer zunehmenden Intensivierung der diplomatischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehung zwischen Japan und China zu tun. Dieses, aus der neorealistischen Perspektive, unerklärliche Kooperationsmuster in den bilateralen Beziehungen der asiatischen Nachbarstaaten, soll genauso einer Neubetrachtung durch den Neuen Liberalismus unterzogen werden, wie ausgewählteKonfliktfelder. In diesem Zusammenhang gilt es zu klären, welches Verständnis von Kooperation und Konflikt dieser Arbeit zugrunde liegt.
Die Kooperationsdefinition ist in diesem Fall relativ weit gefasst, ist aber für den Kontext dieser Arbeit ausreichend. So wird unter Kooperation „die Menge von Beziehungen zwischen Akteuren, die weder auf Zwang noch auf Nötigung beruhen [verstanden]“ (Woyke 2008: 276).
Politische Konfliktfelder dagegen „sind alle Politikfelder, in denen es eine Auseinandersetzung um begehrte, materielle oder immaterielle Güter gibt, in denen die Streitparteien gegensätzliche Ziele anstreben oder gegensätzliche Mittel wählen und entschlossen sind, den Konflikt zu ihren Gunsten zu entscheiden“ (Schmidt2004: 371).
Um eine Antwort auf die Fragestellung dieser Arbeit zu erarbeiten, wird wie folgt vorgegangen:
Im nächsten Kapitel wird die theoretische Grundlage erarbeitet. Hierzu werden die essentiellen Prämissen des Neuen Liberalismus nach Andrew Moravcsik präsentiert. Besonderes Augenmerk wird auf zwei der drei Theorievarianten des Neuen Liberalismus liegen, die Moravcsik aus dem Kern seiner Liberalismustheorie ableitet: dem republikanischen Liberalismus und dem kommerziellen Liberalismus. Wie sich im Verlauf dieser Arbeit noch zeigen wird, erweisen sich diese beiden Varianten des Neuen Liberalismus als am
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aussagekräftigsten, betrachtet man die Beziehungen zwischen Japan und China seit 1978.
Nach dieser theoretischen Einführung werden die relevanten historischen Stationen inden Beziehungen zwischen Japan und China in aller Kürze dargestellt, be-vor man sich im Hauptteil der Haltung Japans gegenüber China seit 1978 in drei ausgewählten Bereichen widmet. Hierbei handelt es sich um die Wirtschaftspolitik, dieEntwicklungshilfepolitik und um die Vergangenheitsbewältigung. Alle drei Untersuchungsfelder werden nach dem gleichen Schema analysiert: Zu Beginn wird jeweils für jedes der drei Untersuchungsfelder ermittelt, wer die präferenzbestimmenden Akteure in Japan sind und was deren Machtquelle und Motivation ausmacht. Anschließend wird ermittelt werden, was gemäß den Annahmen des Neuen Liberalismus in den japanisch-chinesischen Beziehungen in dem jeweiligen Untersuchungsfeld zu erwarten wäre. Schließlich werden diese theoretischen Annahmen einer empirischen Untersuchung unterzogen, indem man das erstellte Theorieideal der Empirie gegenübergestellt. Am Ende soll so klar erkennbar sein, was der Neue Liberalismus zur Erklärung der Haltung Japans in den japanisch-chinesischen Beziehungen leistet. Die Wahl der drei Untersuchungsfelder (Wirtschaftsbeziehungen, Entwicklungshilfe, Vergangenheitsbewältigung) ist gezielt gefallen, da diese die dominierenden Politikfelder in den bilateralen Beziehungen sind(vgl. Kevenhörster/ Nabers 2003: 29-36; Nabers 2002).
Diese Arbeit wird der eingangs gestellten Fragestellung folgende These gegenübergestellt:Der Neue Liberalismus ermöglicht eine klare Identifikation der spezifisch, gesellschaftlichen und politischen Gruppen, die präferenzbestimmend für die bilateralen Beziehungen zwischen China und Japan sind.Dies ist vor allem der Fall in den Wirtschaftsbeziehungen, der Entwicklungszusammenarbeit und der Vergangenheitsbewältigung. Die ersten beiden Politikfelder erweisen sich dabei als Kooperationsfelder, letzteres als Konfliktfeld (vgl. Kapitel 4; Glaubitz 2003; Keidanren 2001).Inwieweit diese These zutreffend ist, wird ebenfalls im Verlauf dieser Arbeit ermittelt.
Abschließend werden die zentralen Ergebnisse dieser Abreit nochmals zusammengefasst dargestellt und es soll zu einer Beantwortung der Fragestellung kommen.
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Als Grundlage dieser Arbeit dienten zahlreiche Artikel des „German Institute of Global an Area Studies“. Besonders hervorzuheben sind die Werke von Kevenhörster und Nabers, die sich intensiv mit Japan auseinandersetzen (Kevenhörster 1973/ 2003; Kevenhörster/ Pascha 2010; Nabers 2002/ 2005/ 2008; Kevenhörster/ Nabers 2003).
2. Theoretische Grundlage: Der Neue Liberalismus nach Andrew Moravcsik
Einhergehend mit dem Ende des Kalten Krieges kam es zu einer „Renaissance des Liberalismus“ in den Theorien der Internationalen Beziehungen (Schieder2003: 169) 1 . Eine besondere Rolle in der Entwicklung der liberalen IB-Theorie spielt Andrew Moravcsik, der als Begründer und wichtigster Vertreter des Neuen Liberalismus gilt (Vgl. Schieder 2003; Krell 2004; Knapp/ Krell 2004). Da der Neue Liberalismus dieser Arbeit als theoretisches Gerüst dient, soll im Folgenden auf die für den weiteren Verlauf relevanten Prämissen eingegangen werden. Ziel dieses Kapitels ist es, eine theoretische Basis zu schaffen, auf die der Hauptteil aufbauen kann.
In seinem zentralen Werk zum Neuen Liberalismus aus dem Jahr 1997 (vgl. Moravcsik 1997), konstruiert Moravcsik drei zentrale Kernannahmen, die auf dem Grundkonsens jedweder liberalen Theorien gründen, wonach „staatliches Verhalten wesentlich durch die Beziehungen zwischen Staaten und ihrem innerstaatlichen und transnationalen gesellschaftlichen Umfeld geprägt werden“ (Schieder 2003: 175). Moravcsiks drei Kernannahmen lauten hierbei wie folgt:
1. „The fundamental actors in international politics are individuals and private groups, who are on the average rational and risk-averse and who organize exchange and collective action to promote differentiated interests under constraints imposed by material scarcity, conflicting values, and variations in social influence.” (Moravcsik 1997: 516)
1 Zur Historie des Liberalismus in den IB siehe: Krell 2004.
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2. „States […] represent some subset of domestic society, on the basis of whose interests state officials define state preferences and act purposively in world politics.” (Moravcsik 1997: 518)
3. „The configuration of interdependent state preferences determines state behavior.” (Moravcsik 1997: 520)
Die erste Kernannahme ist zugleich verantwortlich für die fundamentale Differenz zu den zwei anderen Großtheorien der IB - dem Realismus und dem Institutionalismus. Moravcsik stellt nämlich Individuen und private Gruppen in den Mittelpunkt des theoretischen Interesses und nicht, wie noch der Realismus oder Institutionalismus, die Machtverteilung zwischen Staaten und/ oder internationalen Institutionen.
Dieser ersten Kernannahmeliegt das Menschenbild des „homo oeconomicus“ zugrunde. Hierunter ist zu verstehen, dass das Individuum sich „im Rahmen der ihm bekannten Handlungsoptionen und Beschränkungen rational [verhält]“ (Schieder 2003: 174; vgl. Moravcsik 1997: 517). Um ihre materiellen und ideellen Ziele zu erreichen, schließen sich Individuen daher auch zu sozialen und politischen Gruppen zusammen - dies ermöglicht eine Maximierung der Durchsetzungsfähigkeit des eigenen Interesses. Innerhalb eines Staates stehen diesem Verständnis nach die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen in einem Wettbewerb darum, wessen Präferenz durch den Staat übernommen und nach Außen repräsentiert wird. Welche Gruppe sich schließlich durchsetzen kann, hängt vorrangig vom politischen System und nicht zuletzt auch den finanziellen Mitteln und dem Organisations- und Mobilisierungsgrad der gesellschaftlichen und politischen Interessensgruppen ab (Moravcsik 1997: 516 f.). Folgt man dem Verständnis der zweiten zentralen Kernannahme Moravcsiks, so fungiert der Staat als bloßer „Transmissionsriemen für Interessengruppen“ (Auth 2008: 111; vgl. Moravcsik 1997: 518-520). Der Staat ist somit auch kein einheitlicher Akteur mehr, wie noch beim Realismus und Institutionalismus, wird als „a sondern er
representativeinstitutionconstantlysubjecttocaptureandrecapture, constructionandreconstructionbycoalitionsofsocialactors“ (Moravcsik 1997: 518)im Neuen Liberalismus gesehen.
Nach den ersten beiden Kernannahmen des Neuen Liberalismus, kann man folgendes Zwischenresümee ziehen: Im Zentrum des Neuen Liberalismus stehen
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Individuen und noch mehr gesellschaftliche und politische Gruppen. Diese stehen untereinander in einem innerstaatlichen Präferenzwettbewerb. Die stärksten Interessengruppen setzen sich schließlich durch und werden durch den Staat, der als Transmissionsriemen fungiert, im internationalen System repräsentiert. Die dritte Kernannahme setzt sich mit der Interdependenz und dem Internationalen System auseinander (Moravcsik 1997: 520 f.). Ihre Grundaussage lässt sich auf die von Moravcsik selbst geschaffene Formel herunter brechen: „What states want is the primary determinant of what they do” (Moravcsik 1997: 521).
Hinter dieser Aussage verbirgt sich nichts anderes, als dass die internationale Politik bzw. das nach außen gerichtete Verhalten eines Staates durch seine staat- lichePräferenzbildung geprägt wird. „Internationale Politik entsteht [in diesem Fall] dort, wo die von den Staaten gebündelten Präferenzen, ihrer gesellschaftlichen Mitglieder aufeinander stoßen“ (Krell 2004: 191). Hier stellt sich die Frage, welche möglichen Konstellationen und Präferenzordnungen es zwischen zwei oder mehreren Staaten geben kann?Nach Moravcsik kommen drei Konstellationen in Frage:
1. Haben wir es mit kompatiblen oder homogenen Präferenzen zwischen zwei Staaten zu tun, so existiert ein starker Anreiz für zwischenstaatliche Kooperation (Moravcsik 1997: 520 f.).
2. Haben wir es mit nicht kompatiblen und somit divergierenden staatlichen Präferenzen zu tun, so haben wir es mit einem „high potential forinterstatetensionandconflict“ zu tun (Moravcsik 1997: 521). 3. Haben wir es mit komplementären staatlichen Präferenzen zu tun, so besteht ausreichend Anreiz „tonegotiatepolicycoordination“ (Moravcsik 1997: 521). Aufbauend auf diesen drei Kernannahmen und mit dem Wissen um den „paradigmatischen Kern des pluralistischen Liberalismus, leitet Moravcsik drei liberale Theorievarianten ab, die er ideational, commercialund republicanliberalism nennt und die jeweils unterschiedlichen Einflussfaktoren und kausalen Mechanismen außenpolitischer Präferenzbildung betonen“ (Schieder 2003: 178; vgl. Moravcsik 1997: 524-533). Da, wie sich im Hauptteil dieser Arbeit noch zeigen wird, der kommerzielle Liberalismus und der republikanische Liberalismus das größte Erklärungspotenzial für die Fragstellung dieser Arbeit aufweisen, wird im Folgenden auf diese beiden Varianten detaillierter eingegangen.
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2.1. Der kommerzielle Liberalismus
Der kommerzielle Liberalismus setzt bei seiner Erklärung staatlichen Verhaltens bei den Anreizen an, die der Markt für verschiedenste Akteure generiert. Die außenpolitische Präferenzbildung unterliegt hier also vor allem einer entscheidenden, ökonomischen Frage:
Profitieren oder verlieren gesellschaftliche Akteure (hier vor allem wirtschaftliche Akteure) durch transnationale Beziehungen? Vom Gewinn oder Verlust hängt auch das Handeln dieser Akteure gegenüber der Regierung ab: „The greater the economic benefits for powerful private actors, the greater their incentive, other things being equal, to press governments to facilitate such transactions; the more costly the adjustment imposed by economic interchange, the more opposition is likely to arise.” (Moravcsik 1997: 528) Neben diesen Kosten-Nutzen-Überlegungen,arbeitet Moravcsik auch klare Implikationen des kommerziellen Liberalismus im Bezug auf die Sicherheitspolitik eines Staates heraus. Hierlautet die einfache,
abergenausoeindringlicheneoliberaleErkenntnis:
„Trade is generally a less costly means of accumulating wealth than war, sanctions, or other coercive means, not least due to the minimization of collateral damage.” (Moravcsik 1997: 530)
Die innerstaatlichen Akteure, wie auch die Regierungen sind sich also bewusst, dass Krieg, im Vergleich zu Handel, nahezu immer die kostenintensivere Alternative ist. „Folglich ist der ökonomische Anreiz in der Gesellschaft groß, dass Staaten sich nach außen kooperativ verhalten und auf aggressive Selbsthilfestrategien verzichten“ (Schieder 2003: 180). In den Beziehungen zweier Staaten, setzen sich also vor allem wirtschaftliche Akteure für kooperative wirtschaftliche Beziehungen mit einem anderen Staat ein, sollten sie einen wirtschaftlich-kommerziellen Gewinn aus diesem
Austauschprozess erwarten. Bei Verlusterwartungen dagegen, werden wirtschaftliche Akteure eine protektionistische und mitunter konfliktorientierte Präferenz vertreten. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Gewinnorientierung des Neuen Liberalismus. So orientieren sich im Neuen Liberalismus die Akteure ausschließlich an absoluten Gewinnen. Für einen Akteur ist es also irrelevant, wie hoch der Profit des Gegenübers ist, solange er nur selbst Gewinne einfährt. Diesem Verständnis steht die relative Gewinnorientierung gegenüber, wonach die
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Patrick Straub, 2010, Japans Haltung in den japanisch-chinesischen Beziehungen seit 1978, München, GRIN Verlag GmbH
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