Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das Bild vom Kind 3
S. 3
2.1 Das Kind als Mensch
S. 4
2.2 „Hilf mir, es selbst zu tun"
3. Die Umgebung 5
S. 5-6
3.1 Das Material
S. 6-7
3.1.1 Zweck und Funktionsweise
S. 7-8
3.1.3 Montessori-Phänomen
4. Material-Kategorien 8
S. 8-10
4.1 Das Sinnesmaterial
S. 10-11
4.2 Das Sprachmaterial
S. 11-12
4.3 Das Mathematikmaterial
S.12-13
4.4 Das Material für die Übungen des praktischen Lebens
5. Resümee 13
6. Literatur- und Quellenverzeichnis 14
2
1. Einleitung
Jeder Mensch hat in seiner Kindheit mit Spielzeugen gespielt. Ob nun aus reichen oder armen Verhältnissen, ob geschenkt oder auch selbst gebastelt: Jedes Kind wächst spielerisch auf. Diese Tatsache besitzt einen großen Stellenwert innerhalb der Pädagogik. Das Kind soll nämlich „spielerisch" die Welt kennen lernen. So sieht es auch die Montessori-Pädagogik und so hat sie ihre eigenen Spielzeuge entworfen, mit denen bis heute gespielt und gelernt wird. In der vorliegenden Hausarbeit soll genau dies Gegenstand sein. Zu Beginn soll einführend verdeutlicht werden, wie die Sicht auf das Kind innerhalb der Montessori- Pädagogik ist. Daraufhin wird die Rolle der Umgebung näher beleuchtet. Anschließend wird der Zweck und die Funktionsweisen der Materialien erläutert und abschließend folgt, anhand von konkreten Beispielen aus der Praxis, die Beschreibung der unterschiedlichen Materialien.
2. Das Bild vom Kind
2.1 Das Kind als Mensch
In der Montessori-Pädagogik wird das Kind nicht als eine Blume betrachtet, sondern als ein Mensch, „dessen Aufgabe als Kind in den Anstrengungen körperlicher und geistigen Wachstums besteht" (Holstiege, H. 1986, S.58). Folglich soll das Kind in den Augen des Erwachsenen als vollwertiger Mensch wahrgenommen werden, welches sich in einer Entwicklung befindet. Diese Entwicklung des Kindes wird von innen gesteuert, da nach Maria Montessori das Kind von Geburt an Potenzialität besitzt. Mit der Potenzialität ist die „Fähigkeit des Denkens, Fühlens, Wollens und freien Handelns erwerben zu können" gemeint (Holstiege, H. 1986, S.59). Montessori wählt die Bezeichnung „absorbierender Geist“ um den ererbten Lebensdrang, der unbewusst geschieht, zu beschreiben (Helming, H. 1977, S.17). Es wird deutlich, dass die Montessori-Pädagogik auf die eigenen Kräfte des Kindes vertraut und somit das Kind im Mittelpunkt und der Erzieher im Hintergrund der Erziehung stehen. Allerdings ist die Rolle des Erziehers in der Montessori-Pädagogik nicht zu unterschätzen. Der Erzieher agiert während des ganzen Entwicklungsprozesses des Kindes nicht als Lehrer, sondern als Helfer und so lautet für ihn der wichtigste Grundsatz „Hilf mir, es selbst zu tun".
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2.2 „Hilf mir, es selbst zu tun"
Diese Forderung des Kindes aus der Sicht der Montessori-Pädagogik macht sehr stark deutlich, dass das Kind selbstbestimmt handelt und einen freien Willen besitzt. Schließlich ist das Kind Baumeister seiner Selbst und benötigt den Erzieher/Helfer nur als Unterstützung. Wodurch zeichnet sich diese Unterstützung nun aus? Sie besteht zum einen aus der Einsicht des Erziehers in jeder seiner Handlungen den Erziehungsleitsatz „Hilf mir, es selbst zu tun" zu vergegenwärtigen und zum anderen aus der Fähigkeit seinen „getarnten Egoismus" zurückzuhalten (Schwegman, M. 2000, S. 31). Die Erziehung selbst, wie wir sie herkömmlich kennen, ist für Maria Montessori "als würde man das Neugeborene von der Mutterbrust reißen." (Schwegman, M. 2000, S. 17). Demzufolge soll der Erzieher das Kind nicht als „leeres" Wesen betrachten, das „gefüllt" werden muss. Es kann folglich von einer indirekten Erziehung gesprochen werden, in der die Achtung vor dem Kind und dessen Würde eine wichtigere Rolle spielen als der Wille des Erwachsenen (Montessori, M. 1932, S.41). Die Passivität des Erziehers räumt dem Kind die Aktivität ein, die es in seiner Entwicklung benötigt. Das umgekehrte Rollenspiel würde nämlich die Persönlichkeit des Kindes gefährden und zum einen inneren Zusammenbruch führen. Das Vorgehen des Erziehers ist demnach stets abhängig vom Kind und nicht umgekehrt. Des Weiteren nimmt die Umgebung bzw. der Raum für ein freies, selbstständiges Denken und Handeln eine weitere wichtige Rolle ein, um die schon erwähnte wichtige und sensible Entwicklung des Kindes zu fördern und nicht zu hemmen.
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3. Die Umgebung
Die vorbereitete Umgebung ist ein wichtiger Bestandteil in der Montessori-Pädagogik und ohne sie funktionsunfähig. Sie ermöglicht dem Kind unabhängig vom Erwachsenen zu sein und sich frei zu bewegen. Ferner gibt es gewisse Kriterien nach Maria Montessori, die eine angemessene Umgebung ausmachen. So befinden sich zum einen in Montessori- Kinderhäusernbzw. Schulen „leichte“ Möbel, die auch abwaschbar sein sollten. Den Kindern wird so die Möglichkeit gegeben die tragbaren Möbel überallhin zu verlagern, wo sie arbeiten möchten. Zum anderen wird auf die Schönheit des Raumes wert gelegt, welche durch Farben und „Harmonie der Linien“ (Montessori, M. 1976, S.137). erreicht wird. Allerdings werden hierbei Schönheit und Luxus voneinander getrennt, indem die Schönheit nicht als Sache der Materie, sondern als Sache der Inspiration betrachtet wird (Montessori, M. 1976, S.138). Außerdem werden neben dem mobilen Möbel, auch bewusst Keramikteller, Glasbecher und zerbrechliche Ziergegenstände verwendet, um die Motorik des Kindes zu fördern und Wertschätzung der Dinge zu vermitteln. Auch wenn es dazukommen sollte, dass das Kind Fehler begeht, wird immer das Lernen aus Fehlern als Fortschritt angesehen, denn „wenn ein Kind (…) hundertmal hart gegen eine eisenbeschlagene Bank stößt, (…); wenn es tausend und abertausend unsichtbare Tintenflecke auf eine schwarze Bank macht; wenn es hundertmal einen Metallteller zu Boden fallen lässt, ohne daß dieser zerspringt, verbleibt es in seinem Meer von Fehlern, ohne es zu merken, während die Umgebung so beschaffen ist, daß sie die Fehler auch noch „verdeckt“ und die Kinder dadurch mit teuflischen Heuchlerei ermutigt“ (Montessori, M. 1976, S.140). Während die Verantwortung der vorbereiteten Umgebung der Erzieher trägt, soll das Kind einen verantwortlichen Umgang mit den Montessori-Materialien haben. Da das „Didaktische Material“, wie es auch genannt wird, einen sehr großen Wert in der Montessori- Pädagogik hat, besitzt es folglich eine bestimme Funktion und ein Ziel, die nach Maria Montessori für die Entwicklung des Kindes nicht wegzudenken sind.
3.1 Das Material
Sobald die Rede von Montessori-Pädagogik ist, sind die von Maria Montessori entwickelten Materialen das erste, an was man denkt. Maria Montessori stützte sich bei der Anfertigung des Lehrmaterials auf Èdourd Sèguin (1818-1880), der dieses in der Praxis mit geistesbehinderten Kindern verwendete.
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Arbeit zitieren:
2010, Montessori-Pädagogik: Womit spielen Montessori-Kinder? , München, GRIN Verlag GmbH
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