Schon am Anfang der Szene kann man Mephistos Verärgerung erkennen, denn er benutzt keine einfachen Aussagen, sondern unvollständige Sätze, Ellipsen, die eine gewisse Spontanität der Aussagen beweist, denn die Neuigkeiten kommen unerwartet, wie z.B.: „Bei aller veschmähten Liebe“ (Z.2805). Seine Erzürntheit kann man auch daran erkennen, dass das Satzzeichen hier ein Ausrufezeichen ist, was auch asudrückt, dass er seine Aussprüche sehr energisch vorträgt. Für dieses Verärgerung findet er keine Worte mehr, denn er sagt: „Ich wollt' ich wüsste was Ärgers, dass ich's fluchen könnte!“ (Z.2806), dies zeigt, dass er für solchen Ärger nichtmal Wörter kennt, um diesen richtig fluchen zu können. Auch durch Fausts folgende Aussagen kann man erkennen, dass Mephisto in einem Zustand größter Verärgerung steht, denn er behauptet: „So kein Gesicht sah ich in meinem Leben“ (Z.2808), hierbei benutzt er ein Litotes, d.h. die Satzgliederreihenfolge ist unüblich verändert und somit stellt er die Verwunderung Fausts: „So kein Gesicht...“ noch weiter in den Vordergrund. Dabei ist Faust allerdings natürlich auch interessiert, warum Mephisto denn solche Wut ausstrahlt und stellt Nachfragen nach seinem Befinden, wie: „Was hast?“ (Z.2807) Mephisto behauptet, er würde sich so gleich dem Teufel übergeben, wenn er nicht selber der Teufel wäre (Z.2809f.) Dies zeigt, dass Mephisto höchst unzufrieden ist mit den irdischen Zuständen und nicht zögern würde diesen zu entkommen auch, wenn er dabei zum Teufel gehen müsste. Daraufhin erscheint Faust immer noch erstaunt, gar perplex über die Wut Mephistos, denn er stellt die Frage: „Hat sich dir was verschoben im Kopf?“ (Z.2811) Somit zeigt sich das Unverständnis Fausts gegenüber Mephisto für seinen plötzlichen Sinneswandel, denn in der Szene zuvor ist noch kein Anschein für diese Reaktion Mephistos zu erkennen. Daraufhin erzählt Mephisto endlich, wieso es zu diesem Sinneswandel kommt. Nochmals drückt er sein Unverständnis für die Tat aus, indem er mit dem Ausspruch: „Denkt nur...“ (Z.2813) beginnt, was verdeutlicht, dass Faust und Mephisto die Tat gar nicht vorhergesehen haben und deswegen so ungläubig sind. Er behauptet, ein „Pfaff“ hätte den Schmuck weggeschafft, eine abwertende Bezeichnung für einen Priester, es ist also eine Ablehnung gegenüber der Kirche zu erkennen. Mephisto erzählt, dass die Mutter den Schmuck gefunden hat und ihn gleich als profan erkannt hat, dabei ist auffällig, dass Mephisto sagt: „Schnuffelt immer im Gebetbuch“ (Z.2818), dies verdeutlicht, dass die Familie Gretchens sehr gläubig ist, dabei wird durch das Wort: „schnuffeln“ auch wieder ein negativ gemeinter Eindruck erweckt, denn es verdeutlicht einen übertreibenden Charakter dieser Gläubigkeit. Weiterhin ruft die Mutter Gretchen und sagt: „...ungerechtes
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Felix Wiebrecht, 2011, Szenenanalyse "Spaziergang" aus Faust, München, GRIN Verlag GmbH
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