Inhaltsverzeichnis
1. Einstieg in das Thema 3
2. Entwicklungsphasen einer Gruppe 4
2.1. Ankommen - Sich orientieren - Auftauen -
Kontakt aufnehmen 4
2.2. Gährung und Klärung 8
2.3. Arbeitslust und Produktivität 11
2.4. Transfer, Abschluss und Abschied 14
3. Krisen in Gruppenarbeiten. 15
Literaturverzeichnis 21
Anhang 23
1. Einstieg in das Thema (gemeinsam)
„Jede Gruppe hat gewisse dynamische ‚Gesetzmäßigkeiten‘, die sich im Prinzip unabhängig vom Thema und auch unabhängig von den Vorerfahrungen der Teilnehmer einstellen.“ (Langmaack & Braune-Krickau, 2000, S. 145)
Die noch hier im weiteren Verlauf dargestellten Entwicklungsphasen können nicht immer deutlich voneinander getrennt werden, da sich hier meist ein fließender Übergang vollzieht oder sie sogar in Schleifen verlaufen können. Verfügt die Lehrkraft jedoch über Wissen, welche Phasen, Prozesse und gar kritische Ereignisse sich in einer Gruppe ereignen können, so kann sie diese Erkenntnisse für sich nutzen, um den Prozess der Gruppe erfolgreich mitzugestalten. Gestaltet sie diese Phasen und Prozesse nicht, so läuft die Gruppenarbeit an sich Gefahr, dass die Arbeitslust und Arbeitsfähigkeit verloren geht. All diese Erkenntnisse sollen dazu dienen, dass die Lehrkraft notwendiges
Handlungswissen erwirbt, damit sie Synergieeffekte für die Gruppe nutzt, um eine hochproduktive Arbeitssituation zu erzeugen. (vgl. Muster-Wäbs, 2005, S. 434)
Auch sollte die Lehrkraft sich immer bewusst sein, dass das Ergebnis der (Sach-)Arbeit immer erheblich von der Beziehung zur Lehrkraft und den Beziehungen der Personen innerhalb der Gruppe abhängig ist. (vgl. Muster-Wäbs, 2005, S. 425)
„Eine Gruppe arbeitet also immer an zwei Themen: der Beziehung und der Sache.“ (Muster-Wäbs, 2005, S. 434) Das Gruppenverständnis von dem hier ausgegangen werden soll betrifft jedoch eher Gruppen, die längere Zeit (mehrere Tage, Wochen, Monate bis hin zu Jahren) miteinander arbeiten. Gruppen, die nur bis zu einem Tag zusammenarbeiten sollen, durchlaufen die
Entwicklungsphasen wenn überhaupt nur in kaum merklichen Ansätzen (vgl. Muster-Wäbs, 2003, S. 150).
2. Entwicklungsphasen einer Gruppe
2.1. Ankommen - Sich orientieren - Auftauen -Kontakt aufnehmen (Schöttke)
Diese Phase ist im Wesentlichen die Grundlage für das Klima der Zusammenarbeit der zukünftigen Gruppe. Die Lernenden nehmen miteinander Kontakt auf, Strukturen und die Organisationsformen der zukünftigen Zusammenarbeit werden festgelegt. Ebenso werden Inhalte, Zeiten, Abläufe und Ziele der gemeinsamen Arbeit festgelegt. (vgl. Muster-Wäbs, 2003, S. 157)
Diese Phase ist deutlich geprägt von abwartendem Verhalten. Damit der Einzelne sich diese neue Situation in der Gruppe erleichtern kann, werden so genannte „Etiketten“ verteilt. Die Etiketten dienen dazu die anderen fremden Personen
zunächst einzuschätzen, um diese dann in das eigene persönliche Schema einzubetten.
Es gibt jedoch hier schon einen gemeinsamen Nenner in der Gruppe: Unsicherheit und der Wunsch nach Orientierung.
Dazu stellen die einzelnen Gruppenmitglieder folgende Fragen:
• Wer sind die, was wollen die hier? • Was gilt hier? • Wer darf hier was? • Was darf ich hier?
• Wer gibt die Ziele vor, werden diese befolgt? • Werde ich auf meine Kosten kommen? Werden diese Fragen innerlich nicht ausreichend beantwortet, fühlen die einzelnen Gruppenmitglieder sich nicht als akzeptiert und dazugehörig. Sie werden nicht ihr eigentliches Verhalten an den Tag legen können. (vgl. Langmaack & Braune-Krickau, 2000, S. 147) Herausgebildete Normen und Rollenzuschreibungen finden ebenfalls in dieser Phase statt, die auch wieder die Bedeutung der zukünftigen Beziehung untereinander festlegen. (vgl. Muster-Wäbs, 2005, S. 435)
Die Lehrkraft könnte die Gruppe(n) auch dazu anhalten, die Normen und Regeln formal auf einem Plakat auszudrücken, somit würden „heimliche“ Normen und Werte zum Ausdruck gebracht werden, die dann wiederum jedem Gruppenmitglied
jederzeit sichtbar wären. Solch ein erstelltes Plakat, könnte ein erster präventiver Schritt weg von drohenden Krisen sein. Um den Einstieg in die Gruppenarbeit zu erleichtern hat die Lehrkraft mehrere Möglichkeiten diese Phase für die Gruppe(n) und jedes einzelne Gruppenmitglied zu gestalten. „Mit klaren, eindeutigen Strukturen wird hier mehr noch als in den anderen Phasen den Themen ein Rahmen zu geben sein. Die Teilnehmer sind für jede Unterstützung dankbar, die Unsicherheit und Zweifel klärt und Selbstvertrauen gewinnen lässt.“ (Langmaack & Braune-Krickau, 2000, S. 148) Ziel der Lehrkraft ist es, die Gruppe weg von Autorität hin zu mehr Selbststeuerung zu führen. (vgl. Langmaack & Braune-Krickau, 2000, S. 148)
Transparenz, Zielklarheit über Inhalte und Organisation schaffen sichere Rahmenbedingungen für alle Teilnehmer. Dazu gehört auch, dass die Lehrkraft sich kurz vorstellt, sie klar und offen darstellt, welche Rolle sie einnimmt. Ebenso sollte sie Bezug zu ihrer Ausbildung, zu Ihren Kompetenzen und Fähigkeiten im Kontext der aktuellen Gruppensituation nehmen, um allen deutlich zu machen, was sie befähigt die Gruppe(n) zum Ziel zu begleiten. Lernende hängen häufig noch privaten oder beruflichen Problemen nach, daher hat es sich als sinnvoll erwiesen, allen die Möglichkeit einzuräumen in der neuen Situation anzukommen. Viele haben auch das Bedürfnis die neuen Gruppenmitglieder näher kennenzulernen, daher sollte die Lehrkraft auch hier aktiv werden. Zum Schluss kommt dann
Arbeit zitieren:
Bachelor Bettina Schmidt, Jennifer Schöttke, 2009, Gruppenphasen - Kritische Ereignisse in Gruppen, München, GRIN Verlag GmbH
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