Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
1.1. Ziel- und Aufgabenstellung 4
1.2. Vorgehensweise 5
2. Bedingungsebene 8
2.1. gesetzliche Vorgaben 8
2.2. Bedingungen der Lernenden 8
2.2.1. Kompetenzen, die bereits ausgebildet sind 9
3. Entscheidungsebene 14
3.1. 360 - Analyse 14
3.2. Übergeordnete Handlungsstruktur 45
3.3. Handlungsstruktur 46
4. Didaktische Reduktion 69
4.1. Quantitative Reduktion 69
4.2. Qualitative Reduktion 70
5. Einbettung der Unterrichtsstunden in die Lernsituation. 71
6. Durchzuführende Unterrichtsstunde 72
6.1. Handlungsstruktur der Unterrichtsstunde 72
6.2. Begründung und Erläuterungen. 72
6.3. Didaktischer Ansatz 73
2
6.4. Zu fördernde Kompetenzen .................................................................................. 76
6.5. Methoden, Medien und Sozialformen .................................................................. 76
6.6. Artikulationsschema .............................................................................................. 77
Literaturverzeichnis ........................................................................... 80
Anhang .............................................................................................. 87
Tabellenverzeichnis
Tabelle 3.1.-1. 360°Analyse 14
Tabelle 1.1.-1. Handlungsstruktur 46
Tabelle 6.6.1.-1. Artikulationsschema 77
Tabelle 1 Wichtigste Komplikationen postoperativ 87
3
1. Einleitung
1.1. Ziel- und Aufgabenstellung
Die Pflegeberufe sind im Umbruch. Nicht nur neue Prüfungs- und
Ausbildungsverordnungen in der Kranken- und Kinderkrankenpflege
sowie in der Altenpflege zeigen dies an, sondern auch die
Veränderungen und Verständnisse der jeweiligen Berufsprofile deuten
darauf hin.
Diese Veränderungen lassen sich auf der inhaltlichen Basis der
Ausbildungen sichtbar machen. So gewinnen nicht nur die Prävention,
Rehabilitation und Beratung einen größeren Stellenwert. (vgl. Schewior-
Popp, 2005, S.1-2)
Vielmehr werden die neuen Ausbildungsinhalte meiner Auffassung nach
dem demographischen Wandel in Deutschland mehr und mehr gerecht.
Aber auch auf der organisatorischen Ebene sind Veränderungen für alle
Beteiligten spürbar. Dazu zählt nicht nur die Anhebung der schulischen
Ausbildungszeit sondern auch die Umsetzung des Lernfeldkonzeptes.
(vgl. Schewior-Popp, 2005, S.1-2)
„Darüberhinaus entstehen dem Gesundheitswesen durch
schmerzbedingte Komplikationen und einer daraus oft erforderlichen
Verweildauerverlängerung im Krankenhaus sowie durch die
Chronifizierung von Schmerzen beträchtliche Kosten, die durch ein
frühzeitiges Schmerzmanagement in den meisten Fällen erheblich
verringert werden könnten.“ (DNQP, 2005, S. 22)
4
Um diesen inhaltlichen und auch organisatorischen Veränderungen
gerecht werden zu können, setzte ich mich im Rahmen dieser
Modulabschlussprüfung in der Fachdidaktik mit dem Lernfeldkonzept
und der Thematik Schmerz und Schmerzmanagement, hier vertiefend
die postoperativ entstandenen Schmerzen, auseinander.
1.2. Vorgehensweise
Die Grundsteinlegung durch die Erstellung der 360° Analyse zum
Thema „Postoperative Schmerzen eines Patienten wahrnehmen und
einschätzen, Fach- und sozialkompetente Maßnahmen auswählen,
durchführen und bewerten“ erfolgte bereits im August/September 2009.
Dabei habe ich mit einer übergeordneten Literaturrecherche zum Thema
Schmerz und Schmerzmanagement begonnen. Bei den Recherchen
selbst stelle ich schnell fest, dass über chronische Schmerzen sehr viel
veröffentlicht und publiziert wird. In meiner bisherigen beruflichen
Tätigkeit habe ich mich aber mehr mit postoperativ entstandenen
Schmerzen sowie deren Behandlung auseinandergesetzt. Daher habe
ich mich dazu entschieden, auf dem Gebiet der postoperativen
Schmerzen weiter zu recherchieren und postoperative entstandene
Schmerzen in der Konstruktion meiner fächerintegrativen Lernsituation
weiter zu bearbeiten.
Bei der Literaturrecherche habe ich mich auf Veröffentlichungen ab den
Jahre 2000 konzentriert. Der Aktualität der Thematik in der Pflege aber
auch in der Medizin sollte damit Rechenschaft getragen werden.
5
Die umfassende Recherche und die daraus erarbeitete 360° Analyse
ermöglichen einen umfassenden und vertieften Einblick in die Thematik.
Ich habe bei der Erstellung der 360° Analyse die Orientierung an der
Berufspraxis, am Lehrenden, am Lernenden, an der
Berufswissenschaft, an den Bezugswissenschaften und die Orientierung
an der Zukunft in meinen Arbeitsfokus gestellt.
In weiteren Schritten habe ich nun die Ausbildungsrichtlinien für die
staatlich anerkannten Kranken- und Kinderkrankenpflegeschulen in
Nordrhein Westfalen zur Hilfe genommen. Draus ergab sich die
gesetzliche Legitimation der von mir erarbeiteten Lernsituation. Ein
gestuftes oder spiralförmiges Curriculum stand mir nicht zur Verfügung,
daher habe ich die Lernsituation keinem zugeordnet. Die Planung der
Stunden erfolgte durch die Ausbildungsrichtlinie für die staatlich
anerkannten Kranken- und Kinderkrankenpflegeschulen in Nordrhein-
Westfalen.
Ich habe mich für den Wahrnehmungszyklus nach Vogel entschieden
(vgl. Kuckeland(a),2009, S. 34-40). Er beinhaltet die Aspekte:
Wahrnehmen/ beobachten, Einschätzen, Entscheiden, Handeln und
Bewerten. Den Wahrnehmungszyklus habe ich nicht verändert oder
modifiziert, da er mir in seiner ursprünglichen Form genau passend für
meine Lernsituation erschien.
6
Auch den Titel meiner Lernsituation habe ich nach der ersten Prüfung
der 360°Analyse durch die Lehrenden Frau Schneider und Frau
Kuckeland sowie durch ihre Anregungen noch einmal von „Menschen
mit postoperativen Schmerzen pflegen und begleiten“ hin zu,
„Postoperative Schmerzen eines Patienten wahrnehmen und
einschätzen, Fach- und sozialkompetente Maßnahmen auswählen,
durchführen und bewerten“, verändert.
Er gibt einen der zentralen Aspekte dieser Lernsituation und des
zukünftigen Handlungsfeldes der Krankenpflege wider: die Lernenden
sollen Schmerzen bei einem Patienten wahrnehmen und auch adäquat
handeln. Insbesondere die Aspekte Wahrnehmen und Handeln
schienen mir passgenau für die Berufswissenschaften. Schwierig
empfand ich die Zuordnung beziehungsweise die Differenzierung der
Einschätzung und Bewertung. Den Aspekt Bewertung hätte ich auch in
Evaluation verändern können, habe mich aber hier dagegen
entschieden.
Die Inhalte der 360° Analyse habe ich in einem weiteren Schritt der
ausgewählten Handlungsstruktur zugeordnet.
Nach dieser Zuordnung legte ich die Reihenplanung fest. Daraus habe
ich mir eine Unterrichtsstunde ausgesucht, die ich in der
Modulabschlussprüfung vorstellen möchte. Für diese Stunde habe ich
mir einen didaktischen Ansatz ausgesucht, der unter Punkt 6.3. genauer
erläutert wird. Der von mir geplante Unterrichtsablauf wird in meinem
Artikulationsschema aufgeführt.
7
2. Bedingungsebene
2.1. gesetzliche Vorgaben
Die gesetzlichen Vorgaben für die Konstruktion meiner Lernsituation
habe ich der Ausbildungsrichtlinie für die staatlich anerkannten Kranken-und Kinderkrankenpflegeschulen in Nordrhein-Westfalen entnommen.
„Schmerzbelastete Menschen pflegen“ wird in den Richtlinien im
„Lernbereich I: Pflegerische Kernaufgaben“ in der Lerneinheit I.33
behandelt. Für die gesamte Lerneinheit sind nach der Richtlinie 22
Stunden vorgesehen. Diese Stundenzahl habe ich für meine geplante
Lernsituation so übernommen. Zwar sollen chronische Schmerzen laut
der Richtlinie auch bearbeitet werden, aber meine Lernsituation enthält
auch das Grundlagenwissen zu Schmerz sowie unter anderem die
Auffrischung der Inhalte aus den Bereichen „Vitalzeichen kontrollieren“,
„Injizieren“ und viele mehr (vgl. Ausbildungsrichtlinie, 2003, S. 21-117).
2.2. Bedingungen der Lernenden
Die von mir fiktiv festgelegte Lerngruppe befindet sich in der Mitte des
zweiten Ausbildungsjahres zum/zur Gesundheits- und Krankenpfleger/-
in. Ausbildungsbeginn war am 01. August 2008 und endet am 31. Juli
2011. Für die Lernenden ist im Moment der sechste Unterrichtsblock.
Bisher waren die praktischen Einsätze auf chirurgischen, internistischen
und orthopädischen Stationen.
Der Kurs besteht aus 24 Lernenden, die Anzahl der weiblichen
Lernenden überwiegt.
8
Insgesamt ist der Kurs als sehr homogen einzuschätzen. Alle
Teilnehmer haben entweder die Hochschul-oder die
Fachhochschulreife vor Beginn der Ausbildung erworben. Bis auf
wenige „Ausreißer“ haben die Lernenden insgesamt sehr gute bis
befriedigende Leistungen in ihrer bisherigen theoretischen Ausbildungen
gezeigt. In der praktischen Ausbildung sowie deren Beurteilung spiegeln
sich die theoretisch erworbenen Leistungen meist wider. Sehr gute
theoretische Leistungen erbringen sechs Lernende, zwölf Lernende
zeigen gute Leistungen und sechs Lernende zeigen befriedigende
Leistungen.
Im Verlauf der Ausbildung haben sich zwar Untergruppen gebildet,
diese haben aber wenig bis keinen Einfluss auf das Lern- und
Arbeitsverhalten der Lernenden im Unterricht.
2.2.1. Kompetenzen, die bereits ausgebildet sind
Personalkompetenz
Die Lernenden haben sich im Laufe der Ausbildung als sehr zuverlässig
erwiesen. Ihre Arbeitsaufträge im Unterricht sowie die selbständig zu
erarbeitenden Aufträge, werden stets sorgfältig von ihnen durchgeführt.
Eine Einführung in die Fremd- und Selbstreflexion zu Beginn der
Ausbildung, haben die Lernenden gut angenommen und bereits
erfolgreich umsetzten können. Wobei einige wenige, vor allem weibliche
Lernende eher dazu neigen ihre Leistungen schlechter einzuschätzen
als diese tatsächlich sind. Meistens sind auch sie es, die sich in
Reflexionsgesprächen, sei es im theoretischen oder praktischen
Rahmen, eher zurückhaltender äußern.
9
Sozialkompetenz
Die Zusammenarbeit in Gruppen bereitet den Lernenden viel Freunde
und sie sind immer mit vollem Engagement dabei. Die
Zusammensetzung der Gruppen findet immer abwechselnd statt. Die
eine Gruppenzusammensetzung darf frei gewählt werden, wobei die
nächste Zusammensetzung für einen neuen Gruppenauftrag im
Losverfahren entschieden wird. Die unterschiedlichen Lernniveaus
wurden in den Gruppenarbeiten nicht nach außen getragen und waren
für Außenstehende nur selten sichtbar. Die Gruppen haben
aufkommende Schwierigkeiten immer intern gelöst.
Fachkompetenz
Wie bereits erwähnt, haben die Lernenden unterschiedliche Leistungen
in der bisherigen theoretischen Ausbildung erbracht. Dies spiegelt sich
auch in der Aneignung und Verarbeitung der vermittelten
Fachkompetenz wider. Die Motivation, sich Fachwissen anzueignen, ist
bei einigen Lernenden stärker ausgeprägt
Die hier ausgearbeitete Lernsituation beinhaltet folgende
Fachkompetenzen:
• Grundregeln im Umgang mit Schmerzkranken erfahren
• Schmerzentstehung und anatomische Gegebenheiten
beschreiben
• Klassifikationen, Verarbeitung und anatomische Gegebenheiten
von Schmerz benennen
• pflegerische Planungsmöglichkeiten durchführen
• mögliche Nebenwirkungen von Opiaten kennen
10
• organisationsbedingte Gegebenheiten beobachten und
reflektieren
• Monitoring während einer Opiatgabe kennen und umsetzten
• Skalen zur Schmerzeinschätzung kennen und mit den
Einschätzungsskalen umgehen können
• Unterschiede zwischen diesen erkennen, Anwendungsgebiete
und Anwendungszeitpunkte kennen und dieses Wissen
umsetzten
• Bedeutung der zeitnahen Dokumentation kennen und diese
Erkenntnisse umsetzten
• Schmerzlinderungs-Score kennen und diesen anwenden
• Bedeutung der Schmerzfreiheit für die Institution, für die Pflege
und v.a. für den Patienten erkennen und reflektieren
• Nicht-medikamentöse Interventionsmöglichkeiten kennen und
anwenden können
• vier Eckpfeiler der postoperativen Schmerztherapie kennenlernen
• Möglichkeiten der Schmerztherapie kennen
• WHO Stufenplan kennen
• Prinzipien der medikamentösen Schmerztherapie bei akuten
Schmerzen kennen
• Systematisch applizierte Analgetika kennen
• Nebenwirkungen erkennen und weiterleiten
11
• Bedeutung von Freiheit und Unabhängigkeit von der
Schmerztherapie für den Patienten erkennen und reflektieren
• Schmerztherapie mittels (regionaler) Schmerzkatheter kennen
• Besonderheiten für die Pflege dabei beachten
• Zentrale Aussagen des Betäubungsmittelgesetztes kennen und
diese gesetzlichen Bestimmungen im pflegerischen Alltag
umsetzten und überwachen
• Bedeutung der vulnerablen Patientengruppe bei der
Schmerztherapie erkennen
• Diese Erkenntnisse sollten nach Möglichkeit im pflegerischen
Handeln umgesetzt werden
• Besonderheiten bei der Schmerzerfassung / Schmerzanamnese
herausarbeiten
Methodenkompetenz
Die Ergebnisse der Gruppen-, Einzel-, oder Partnerarbeiten werden von
den Lernenden unter zur Hilfenahme von Overheadprojektorfolien,
Wandzeitungen, Flipchart oder Powerpoint präsentiert. Diese Medien
haben die Lernenden bereits zu Beginn des ersten Ausbildungsjahres
im Themenbereich „Lernen und Lerntechniken“ der Lerneinheit II.2.
kennengelernt. Seit dem arbeiten Lehrende sowie die Lernenden mit
diesen Medien(vgl. Ausbildungsrichtlinie, 2003, S. 55-56).
12
Verschiedene Unterrichtsmethoden wie „Einpunktabfrage“, „Kugellager“,
„Gruppenpuzzle“, „Kartenabfrage“, „Brainstorming“ und viele mehr,
haben die Lernenden bereits in den unterschiedlichsten
Unterrichtssituationen kennengelernt.
13
3.1. 360° - Analyse zum Thema „Postoperative Schmerzen eines Patienten wahrnehmen und einschätzen,
Fach- und sozialkompetente Maßnahmen auswählen, durchführen und bewerten.“
3. Entscheidungsebene
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Bachelor Bettina Schmidt, 2010, Konstruktion von fächerintegrativen Lernsituationen, München, GRIN Verlag GmbH
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