Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Systemtheoretisch orientierte Kommunikationsmodelle 4
2.1. Psychologische Perspektive nach Watzlawick,
Beavin Jackson (1969) 4
2.2. Biologische Perspektive nach Maturana Varela (1984) 8
2.3. Soziologische Perspektive nach Luhmann (1984) 10
3. Zusammenfassung und Implikationen für die Praxis 14
Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung
Wir leben im sogenannten Kommunikationszeitalter, das vor rund 120 Jahren mit dem Aufkommen der Übermittlung von Nachrichten über größere Entfernungen, zunächst drahtgebunden, dann drahtlos, begann. Zu Beginn bestand die große Herausforderung darin, Nachrichten möglichst störungsfrei zu übermitteln, was aufgrund der primitiven technischen Möglichkeiten und mangels physikalischer Erkenntnisse in der damaligen Zeit eine große Herausforderung darstellte. Gute Kommunikation bedeutete im damaligen Kontext bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts hinein, wenn Nachrichten, die noch im Morsecode codiert wurden, von einem Sender fehlerfrei codiert, störungsarm bzw. störungsfrei übermittelt, und dann von einem Empfänger fehlerfrei decodiert wurden (Shannon & Weaver, 1949), was auf ein Gespräch zwischen zwei Menschen übertragen bedeuten würde: Der Sprecher erzeugt deutlich artikuliert, in einer gemeinsamen Sprache Schallwellen, die ohne akustische Barrieren und ohne weitere Störgeräusche von einem gesunden Empfängerohr empfangen werden. Aus der damaligen Sichtweise betrachtet, müsste heute Kommunikation perfekt sein, da die Kommunikationstechnologie es mittlerweile erlaubt, Texte, Sprache, Bilder, auch in gleichzeitiger Kombination, jederzeit, an jeden Ort der Erde fehlerfrei zu übermitteln. Trotz dieser infrastrukturellen Voraussetzungen, die nie zuvor besser waren, scheint erfolgreiche Kommunikation heute in unserer komplexen und dynamischen Arbeitswelt eher eine Ausnahme zu sein, und viele Menschen erleben am Arbeitsplatz eine Kommunikationsflut, die in Ihrer Wirkung negative Folgen wie Stress, Konflikte, Ressourcenverschwendung, ungesunde Verhaltensweisen und Krankheiten erzeugt (Mai, 2010 und Schlesinger & Matthes, 2008). Diese Auswirkungen sind Folgen eines linear-kausalen Weltbildes, dessen Hoffnung es ist, mit mehr und genaueren Kommunikationswegen bessere Kommunikationsergebnisse zu erzielen, was in der Theorie möglich ist, aber in der Praxis zu scheitern scheint (Vester 2002, S.15). Mit dem Aufkommen eines qualitativen wissenschaftlichen Paradigmas, das sich von der klassischen, determinierten
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linear-kausalen Ordnung distanziert, entwickelten sich breiter gefächerte interdisziplinäre Ansätze, die letztendlich in Systemtheorien mündeten. Diese haben anstelle eines linearen Ursache-Wirkungs-Denkens, eher einen zirkulär-vernetzten Charakter. Systemtheoretischen Ansätze scheinen schon in Klein-Systemen wie z.B. Paartherapien oder Gruppenarbeiten erfolgreich zu funktionieren, aber können ihre volle Reichweite erst im großen, wirklich komplexen System entfalten (Malik 2009 S.12). Ausgehend von dem geschichtlich gesehen ältesten Ansatz von Watzlawick, Beavin & Jackson, mit den fünf Axiomen der Kommunikation (1969), sollen im Folgenden weitere systemische Ansätze hinsichtlich des Beziehungsaspekts im Zusammenhang mit Kommunikation betrachtet werden, um daraus Fragestellungen für die Praxis ableiten zu können, deren Beantwortung einen Beitrag dazu leisten, dass Kommunikation am Arbeitsplatz erfolgreich gelingen kann.
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2. Systemtheoretische orientierte Kommunikationsansätze Der Systembegriff wird in dieser Arbeit sowohl für die Darstellung der Kommunikation selbst, als auch für die Kommunikationsteilnehmer selbst verwendet. Nach Bertalanffy (1968) kann man allgemein unter einem System eine Anzahl von Elementen, die in wechselseitigen Beziehungen zueinander stehen, verstehen. Im Folgenden soll Kommunikation aus drei Perspektiven betrachtet werden, aus der biologischen, der psychologische und der sozialen Perspektive. Alle folgend betrachteten Ansätze gehen über die obige Definition hinaus, von offenen, mit Ihrer Umwelt im Austausch stehenden komplexen Systemen (also mehrere Elemente in einem Beziehungsgeflecht) aus, die ein eigenes selbstbestimmtes, zielgerichtetes Entwicklungsverhalten (Dynamik) haben und sich über Systemgrenze von der Umwelt abgrenzen (Simon 2004). Darüber hinaus bezeichnen Maturana & Varela und Luhmann ihre System als autopoietisch, d.h. sie sind so organisiert, dass sie die Elemente aus denen sie bestehen, und somit sich selbst, selber herstellen können (Maturana & Varela 1987 und Luhmann 1995), wobei Maturana & Varela die Autopoiesis ausschließlich auf biologische Systeme bezogen haben möchten, und Soziologen die luhmannsche Übertragbarkeit auf andere Systeme anzweifeln (Baecker 2009).
2.1. Psychologische Perspektive nach Watzlawick, Beavin & Jackson fffffffff(1969)
Kommunikation wird als System gesehen, der Kommunikationsablauf als kreisförmig. (Watzlawick et. al. 1969) Die fünf Axiome können als Versuch der Darstellung der einfachsten Eigenschaften der Kommunikation, die im Zwischenmenschlichen wirksam sind, (ebd. S.50) gesehen werden. Sprachlich sind die Axiome sehr verständlich beschrieben, was ihre Verbreitung und Rezeption auch in anderen Ansätzen wie z.B. dem von Schulz von Thun, begünstig(t)en. Im Folgenden sollen sie daher nur kurz beschrieben werden:
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1.) Man kann nicht nicht kommunizieren: Geht man davon aus, dass Kommunikation nicht ausschließlich aus Worten bestehet, sondern auch aus Verhalten (paralinguistische Phänomene, Körpersprache,), so hat alles Mitteilungsfunktion, beeinflusst unsere Umwelt und ist somit Kommunikation, da man sich ja nicht nicht verhalten kann (ebd. S.51)
2.) Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist: (ebd. S.56) Jede Mitteilung enthält neben der sachlichen Information einen Hinweis, wie der Sender die Mitteilung vom Empfänger verstanden haben möchte, und definiert somit die Beziehung zwischen den beiden aus Sicht des Senders. Dies geschieht selten bewusst und ausdrücklich, und tritt eher in gestörten Beziehungen in den Vordergrund, die u.a. durch wechselseitiges Ringen um Ihre [Beziehungs]Definition gekennzeichnet sind, wobei der Inhaltsaspekt fast völlig an Bedeutung verliert. (ebd. S.55) Verglichen mit Rechenmaschinen kann man den Inhaltsaspekt als Daten (z.B.) Zahlen auffassen, den Beziehungsaspekt als Recheninstruktion. Somit kann das Ergebnis von 3 und 5 8, -2, 2, 15, 0.6, oder 1.66 betragen, je nach dem ob die Instruktion Addition, Subtraktion, Multiplikation, oder Division lautet. 3.) Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt. (ebd. S.61) Die Kommunikationspartner setzen jeweils individuelle Anfangspunkte für den Kommunikationsablauf, und interpretieren ihre eigene Kommunikation (Sprechen, Handeln) als Antwort auf eine Kommunikation Ihres Partners. Dies kann in gestörten Beziehungen zu Aussagen wie Du hast angefangen! oder Immer Du fängst an! führen. Wie bereits jedoch angeführt, verläuft Kommunikation kreisförmig, womit sie keinen Anfang und kein Ende hat (Simon 2004).
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Arbeit zitieren:
Guido Brandone, 2010, Die Bedeutung des Beziehungsaspektes in systemtheoretisch orientierten Kommunikationsmodellen, München, GRIN Verlag GmbH
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