Gliederung
1. Einleitung 3
2. Mädchengangs in den USA 3
2.1. Soziales Umfeld 4
2.2 Entstehung und Aufbau 5
2.3 Leben in der Gang 6
2.3.1 Kriminalität 7
2.3.2 Ausstieg aus der Gang 8
3. Mädchengangs in Deutschland 9
3.1 Soziales Umfeld 9
3.2 Entstehung und Aufbau 10
3.3 Leben in der Gang 11
3.3.1 Kriminalität 13
4. Struktureller Vergleich beider Mädchengangs 13
4.1 Soziales Umfeld 13
4.2 Entstehung und Aufbau 14
4.3 Leben in einer Gang 15
5. Abschließende Schlussbetrachtung 16
Literaturverzeichnis 18
2
1. Einleitung
In den USA gehören Gangs in bestimmten Stadtteilen bereits seit einiger Zeit zum alltäglichen Leben dazu und auch in Deutschland gibt es unterschiedliche Gruppierungen, die mehr und mehr den Charakter einer Gang annehmen. Für Außenstehende spielen Mädchen dabei oftmals nur eine untergeordnete Rolle und agieren im Hintergrund. Doch gerade in Deutschland sind Gangs, die nur aus Mädchen bestehen in den letzten Jahren, auch durch die Medien populärer und beliebter geworden. Die USA verfügen dabei schon seit einiger Zeit über bekannte und länger bestehende Mädchengangs, wie zum Beispiel die ‘8 Ball Chicks’. Hier sind Untersuchungen und Darstellungen bereits weiter fortgeschritten als dies in Deutschland der Fall ist. In dieser schriftlichen Ausarbeitung soll es darum gehen, einen strukturellen Vergleich zwischen Mädchengangs in den USA, sowie Mädchengangs in Deutschland herzustellen. Dabei sollen verschiedene zentrale Punkte, wie zum Beispiel das soziale Umfeld der Gangmitglieder, die Entstehungsgeschichte und der konkrete Aufbau, sowie das Leben in einer Gang berücksichtigt werden. In einer abschließenden Betrachtung werden die Ergebnisse des Vergleichs und somit der gesamten Arbeit zusammenfassend dargestellt.
2. Mädchengangs in den USA
Bandenforschung wird in den USA schon seit einiger Zeit betrieben, jedoch betrifft das überwiegend männliche Gangmitglieder, was sicherlich auch daran liegen könnte, das wesentlich mehr Jungen in Gangs aktiv sind als Mädchen. 1 Dennoch gibt es Anhaltspunkte und Erkenntnisse an denen man sich orientieren kann, um Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten von Mädchengangs in beiden Ländern herzustellen.
1 Vgl. Campbell, Anne, The Girls in the Gang, S.9
3
2.1. Soziales Umfeld
Um sich konkret mit der Entstehung und der Motivation von Mädchen, die in Gangs eintreten, zu beschäftigen, sollte zunächst das soziale Umfeld dieser Mädchen genauer betrachtet werden. Hier finden sich bereits wichtige Gemeinsamkeiten in Biografie und Umfeld, welche dazu führen, dass sich Mädchen in Gruppen zusammen finden.
So ist zum einen die soziale Struktur bestimmter Viertel eine wichtige Information für Gangbildungen. Gangmitglieder kommen meist aus sozial schwachen, wenn nicht sogar armen Stadtteilen mit geringen Möglichkeiten für Freizeitgestaltung und sportliche Aktivitäten. Man spricht hier auch von „sozialer Desorganisation“ 2 . Konkret heißt das vor allen Dingen, dass Perspektiven fehlen und Jugendliche Tag für Tag mit Armut, Arbeitslosigkeit und Langeweile konfrontiert werden. Sie wissen wenig mit sich anzufangen, sind allein und sehen keine attraktive Möglichkeit ihre Situation zu ändern. 3 Dabei finden sie jedoch Gleichgesinnte, die sich in derselben Situation befinden, dieselben Probleme haben und aus gleichen Verhältnissen kommen. Man schließt sich zusammen und verbringt die Freizeit gemeinsam. Man teilt die gleichen Probleme und kennt die selben Sorgen. Außerdem erfährt man hier Verständnis für die eigene Situation und natürlich Annahme. Man wird nicht an seinem schulischen Erfolg gemessen, sondern nach Gewaltbereitschaft und Brutalität. Um in sozialen Brennpunkten nicht unter zu gehen oder gar in eine Opferrolle zu geraten, ist es teilweise sogar notwendig Teil einer Gang zu werden, die einen beschützt und die einem die Möglichkeit „of survival in a threatening environment“ 4 bietet.
Schule wird oftmals abgebrochen, da man wenige Chancen auf eine Erfolg versprechende Zukunft sieht. Durch häufiges Schwänzen, das von den Eltern nicht genügend geahndet wird, fällt es den (zukünftigen) Gangmitgliedern schwer die Schule abzuschließen. Sie schätzen in ihrem jungen Alter eher das Leben auf der Straße mit ihren Freunden und anderen Mitgliedern, dass ihnen in gewissem
2 Grebing, Katrin und Grebing, Melanie, Mädchengangs in Deutschland und den USA, S.4.
3 Vgl. Campbell, Anne, The girls in the gang, S.34.
4 Girls, Gang and Crime, Profile of the young female offender, aus: Persistently Sve Schools 2005: The
National Conference of the Hamilton Fish Institute on School and Community Violence
4
Maße eine Perspektive, einen Sinn und Annahme bietet. Eigene Eltern sind dabei oftmals schlechte Vorbilder, da sie selbst arbeitslos sind oder früh eine Familie gegründet haben.
Dazu kommt häufig auch das Angehören einer ethnischen Minderheit. Diese Tatsache nimmt ihnen noch mehr Chancen zum sozialen Aufstieg, schürt aber das Gemeinschaftsgefühl in einer Gang. So schließen sich zum Beispiel Mädchen schwarzer Herkunft zusammen aber auch solche spanischer Herkunft. Hier können sie ihre Kultur frei entfalten und fühlen sich ihren Gangmitgliedern verbunden. Sie teilen aufgrund ihrer Herkunft gleiche Interessen und teilweise auch die gleiche Sprache. Das gibt ihnen ein besonderes Erkennungszeichen und fördert die Zusammengehörigkeit der Gruppe.
Darüber hinaus kommen viele der Gangmitglieder aus zerrütteten Familien, in denen Gewalt und Missbrauch das alltägliche Leben prägen. Sie erhalten wenig Zuneigung und bekommen selten das Gefühl geliebt und gewollt zu sein. In der Gang jedoch finden sie einen Platz und eine Position, in der sie anerkannt und geschätzt werden. 5
2.2 Entstehung und Aufbau
Wie bereits weiter oben angeklungen ist, ist es für Mädchen aus bestimmten Bezirken nahezu überlebenswichtig sich einer Gang anzuschließen, da sie Schutz, Gemeinschaft und auch ein alltägliches Leben mit gewissen Ritualen bietet. Sie finden hier ihre ‚peer-group’, in der sie ihre meiste Zeit verbringen und in der der Großteil ihres Lebens stattfindet. 6 Die Gang kann durchaus auch Schutz vor der eigenen Familie bieten, denn die Mädchen haben oft schon Erfahrungen mit sexuellen Missbrauch und häuslicher Gewalt gemacht. Natürlich bietet eine Gang auch gewisse finanzielle Möglichkeiten, da durch Diebstähle und Überfälle das Überleben finanziell abgesichert wird. Die Gang finanziert auf diesem Wege zum Beispiel Partys, aber auch Waffen und ähnliches.
Gangs entstehen teilweise bereits in der Schulzeit, in der sich Mädchen
5 Vgl. Grebing, Katrin und Grebing, Melanie, Mädchengangs in Deutschland und den USA, S.4f.
6 Vgl. Klein, Malcom, In The Modern Gang Reader, S. 73.
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Arbeit zitieren:
Esther Kaiser, 2010, Ein struktureller Vergleich zwischen Mädchengangs in den USA und in Deutschland , München, GRIN Verlag GmbH
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