Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung: Kleine Entwicklungsgeschichte. 1
2 Theoretische Grundlagen des Neuro-Enhancements. 2
2.1 Neurotransmitter. 3
2.1.1 Serotonin. 3
2.1.2 Dopamin. 3
2.1.3 Noradrenalin. 4
2.1.4 GABA. 4
2.2 Künstliche Gehirnoptimierung. 4
2.2.1 Ritalin. 5
2.2.2 Vigil. 5
2.3 Konventionelle Gehirnoptimierung. 6
3 Neuro-Enhancement in der Praxis. 8
3.1 Vorteile. 8
3.1.1 Individuelle Vorteile. 8
3.1.2 Systemische Vorteile. 8
3.1.3 Gesellschaftliche Vorteile. 9
3.2 Nachteile. 9
3.2.1 Individuelle Nachteile. 9
3.2.2 Systemische Nachteile. 10
3.2.3 Gesellschaftliche Nachteile. 10
4 Diskussion. 11
5 Literaturverzeichnis 13
Abstract
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Fragen, wie Neuro-Enhancement funktioniert, welche Vor- und Nachteile es gibt und wie mit konventionellen Methoden die geistige Leistungsfähigkeit und das emotionale Befinden gesteigert werden könnte. Zur Beantwortung wird zunächst auf die theoretischen Grundlagen der Informationsweitergabe im Gehirn eingegangen, um dann die künstliche und die konventionelle Gehirnoptimierung zu erläutern und in letzten Teil die Vor- und Nachteile des Neuro-Enhancement abzuwägen. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, das aufgrund der Beschaffenheit des Gehirns ein künstlicher Eingriff möglich ist, die positive Wirkung jedoch von Person zu Person verschieden und daher stets mit großen Risiken verbunden ist, sodass bis weitere Forschungsergebnisse vorliegen auf konventionelle Methoden zurückgegriffen werden sollte.
1 Einleitung: Kleine Entwicklungsgeschichte
„Wenn das Gehirn so einfach wäre, dass wir es verstehen könnten, dann wären wir so einfach strukturiert, dass wir es nicht verstehen könnten.“ Lyall Watson
Wie dieses Zitat bereits andeutet, ist unser Gehirn ein komplexes System aus undurchsichtigen Strukturen und Verbindungen, welches uns hilft, verschiedenste Prozesse zu bewältigen, von unterbewussten Vorgängen wie das Augenzwinkern bis hin zu hochkomplexen geistigen Arbeiten wie die Relativitätstheorie. Schon früh begann der Mensch sein Gehirn auch dazu zu nutzen, ebendieses zu erforschen. Bereits 1700 vor Christus wurden auf einem ägyptischen Papyrus erste Überlegungen zu Aussehen und Funktionsweise des menschlichen Gehirns niedergeschrieben (vgl. Westendorf, 1992). Im Laufe der Geschichte machte die Wissenschaft immer mehr Fortschritte und verstand so auch immer mehr über die Funktionsweise des Gehirns. Besonders in den letzten Jahrzehnten wuchs der Wissenschaftszweig der Hirnforschung zu einem der wichtigsten überhaupt heran, was uns in der Zukunft immer mehr Detail des Gehirns ergründen lassen wird (vgl. Kraft, 2004). Dadurch entstehen neue Möglichkeiten in der Medizin und der Psychologie, wie beispielsweise die Möglichkeit zu einem künstlichen chemischen Eingriff in die Hirnstrukturen, mit dem Ziel die geistige Leistungsfähigkeit zu steigern und die Gemütslage bei klinisch gesunden Menschen aufzubessern. Diese künstliche Verbesserung des Gehirns durch Psychopharmaka nennen Wissenschaftler Neuro-Enhancement (Normann & Berger, 2008). In der vorliegenden Arbeit wird die Frage untersucht, wie Neuro-Enhancement funktioniert, welche Vor- und Nachteile es hat und welche konventionellen Gehirnverbesserungsmethoden es gibt. Dazu zeigt der Autor vereinfacht die zugrunde liegenden wissenschaftlich aktuellen Funktionsmechanismen auf und legt die Wirkung ausgewählter Psychopharmaka dar. Um eine weitere Möglichkeit aufzuzeigen, wie man seine geistige Leistungsfähigkeit steigern kann, stellt der Autor auch einige konventionelle Gehirnoptimierungsmethoden vor. In einem eher soziologischen Teil untersucht der Autor die Vor- und Nachteile der Neuro-Enhancer in der Praxis und unterscheidet dabei, die individuelle, die systemische und die gesellschaftliche Sichtweise.
1
2 Theoretische Grundlagen des Neuro-Enhancements
Die folgenden Erklärungen stellen die Zusammenhänge im menschlichen Gehirn sehr vereinfacht dar, sodass ein Grundverständnis der Funktionsweise und der Thematik erlangt werden kann. Dem Autor ist bewusst, dass die Prozesse in der Realität sehr viel komplizierter als hier beschrieben ablaufen.
Das Gehirn besteht aus Sicht der Neurobiologie grob aus der oberen Ebene, die sich mit den Funktionen größerer Hirnareale auseinandersetzt, der mittleren Ebene, die das Zusammenwirken größerer Zellverbünde (hundert bis tausend Zellen) beschreibt und der untersten Ebene, die sich mit den Vorgängen auf Zellebene beschäftigt (Domning et al., 2009, S. 22). Neuro-Enhancer wirken auf der untersten Ebene im Gehirn, das aus Milliarden von Neuronen, also Nervenzellen besteht, die miteinander vernetzt sind. Jedes Neuron besteht aus einem Körper (Soma), der die Versorgungs- und Schaltzentrale des Neurons darstellt, aus Dendriten, die Signale von anderen Zellen erhalten und aus Axonen, die Signale an andere Neuronen weitergeben. Ein solches Signal wird allerdings nicht direkt von Axon zu Dendrit weitergegeben, sondern es muss einen kleinen Spalt, der nur wenige Nanometer breit ist überwinden. Sir Charles Sherrington, der Entdecker dieses Spalts, nannte ihn den synaptischen Spalt. Innerhalb des Neurons wird die Information über einen elektrischen Impuls (das Aktionspotential) weitergegeben, welches bei Erreichen einer Endigung des Axons in chemische Energie umgewandelt wird, also eine Ausschüttung von Botenstoffen, sogenannten Neurotransmittern, in Gang setzt. Die Neurotransmitter werden aus ihren Vesikeln gelassen, durchqueren den synaptischen Spalt und docken am Rezeptor des postsynaptischen Neurons (Dendrit des Zielneurons) an und bewirken dort eine kurzzeitige Öffnung kleiner Kanäle, in welche neue Ionen eindringen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Reiz bzw. ein neues Aktionspotential auslösen, welches in der Nervenzelle wiederum weitergegeben wird. Viele Reize wirken exzitatorisch also erregend, einige allerdings auch inhibitorisch, also hemmend. Je nach dem welche und wie viele Reize zur selben Zeit eintreffen, wird das Aktionspotential weitergegeben oder es löst sich auf. Während die Signale verarbeitet werden, nimmt entweder das präsynaptische Neuron die Neurotransmitter wieder auf, also das Axon, das die Neurotransmitter abgegeben hat oder sie werden von Enzymen (Monoaminooxidase) abgebaut (vgl. Myers, 2009, S. 61-69).
2
Arbeit zitieren:
Tobias Blum, 2010, Neuro Enhancement, München, GRIN Verlag GmbH
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