INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS II
1. EINLEITUNG 1
2. THEORETISCHE ASPEKTE DES LERNENS. 3
2.1. Lernen. 3
2.2. Bildungssystem in Lettland 6
2.3. Bildungssystem in Deutschland 8
2.4. Lebenslanges Lernen 10
2.5. Lernen in der Wende. 12
3. THEORETISCHE ASPEKTE DES ONLINE-LERNENS 15
3.1. Geschichte des Online-Lernens 15
3.2. Synonyme für Online-Lernen. 24
3.3. Definition von Online-Lernen 25
3.4. Techniken zur Erstellung der Lernumgebungen. 27
3.5. Medien im Online-Lernen 29
3.6. Vorteile von Online-Lernen 33
3.7. Nachteile von Online-Lernen 34
4. ANALYSE DER AKTUELLEN SITUATION 36
4.1. Vorschläge zur Online-Arbeit mit verschiedenen Altersgruppen 43
5. ZUSAMMENFASSUNG 46
LITERATURVERZEICHNIS 48
ANHANG 1. BEISPIEL DES FRAGEBOGENS III
II
1. EINLEITUNG
Heutzutage ist unser Alltag kaum ohne die Verwendung verschiedener Technologien vorstellbar. Es betrifft nicht nur private Haushalte, wo Computer bereits schon lange unbemerkt benutzt werden (in Mikrowellen, Kaffeeautomaten, Klimaanlagen, Autos, GPRS-Systemen usw.). Die Technologie ist auch stark in unsere Arbeitswelt eingedrungen. Jeden Tag versenden wir E-Mails, unterhalten uns mit Kollegen per E-Mail und auch per Chat, erhalten und versenden Informationen oder wechseln Daten mit anderen Abteilungen des Betriebs oder Kunden aus. Auch das Bildungssystem ist stark durch die Benutzung verschiedener Technologien geprägt. Ein Sprachunterricht nur mit Audiokassetten und Videomaterialien ist kaum mehr vorstellbar. Whiteboards werden als Ersatz herkömmlicher Tafeln im Unterricht eingesetzt: Sie erlauben es, den Lernstoff einfacher zu präsentieren, und können im Vergleich zu Kreidetafeln viel effektiver benutzt werden. An Schulen werden „Schatten-Tage“ und Projektwochen organisiert, die den Schülern Einsicht ins Arbeitsleben verschaffen und zu selbständiger Problemlösung beitragen sollen. Anders formuliert: Das Lernen wird aus den Bildungsstätten herausgebracht. Man spricht von der nicht-formellen Ausbildung, womit beispielsweise ein Museumsbesuch gemeint ist, was eine aktive Teilnahme der Besucher an verschiedenen Aktivitäten in Zusammenhang mit der Ausstellung voraussetzt: Zum Beispiel können Besucher im Museum Turaida (Lettland) die Geschichte der Ortschaft und des Schlosses auf Computerbildschirmen lesen, die daneben auch begrenzte Navigationsmöglichkeiten anbieten und die Informationen kurz gefasst darstellen.
In gewisser Weise gilt dies auch für virtuelle Welten und Umgebungen, die nicht nur für Spielzwecke entwickelt worden sind, sondern auch didaktische Ziele verfolgen. Eine der ersten weit verbreiteten Simulationen war möglicherweise der Fahrsimulator: Ein interaktives Fahrtraining am PC.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit sollen gewonnene Erkenntnisse zum Thema Altersgemäßes Online-Lernen dargestellt werden. Das Ziel der Arbeit ist es, die Interessen verschiedener Altersgruppen zu bestimmen und Überblick über die entsprechenden Methoden des Online-Lernens zu geben.
Die Arbeit gliedert sich in 3 Teile. Im ersten Kapitel wird eine Übersicht über die
1
Theorie des Lernens und Bildungswesen gegeben. Im zweiten Kapitel werden die Geschichte und die theoretischen Aspekte des Online-Lernens diskutiert. Das dritte Kapitel enthält die Analyse der Fragebogen und verschiedene Vorschläge zur praktischen Online-Arbeit mit verschiedenen Altersgruppen. Im Rahmen dieser Master-Arbeit wurde eine Umfrage innerhalb verschiedener Altersgruppen zu Fragen des Online-Lernens (Bedarf, Zeitbedarf, Methoden, usw.) durchgeführt. Die Analyse der aktuellen Situation basiert auf den Ergebnisse der Umfrage; es wurden Antworten von 220 befragten Personen (110 in Lettland und 110 in Deutschland) ausgewertet.
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2. THEORETISCHE ASPEKTE DES LERNENS
2.1. Lernen
Die Gegenwart ist so dynamisch von andauernden Entwicklungen und Weiterentwicklungen geprägt, dass man der Aussage, die einzige Beständigkeit dieser Zeit seien die Veränderungen, durchaus zustimmen kann. Dementsprechend sind auch alle Mitglieder der Gesellschaft gezwungen, sich an diese Veränderungen anzupassen. Entweder findet man einen Weg, sich an die neue Situation zu gewöhnen, oder man lernt, sich an die neue Situation anzupassen, wobei die Situation analysiert und verstanden wird und man zugleich lernt, die Situation im eigenen Sinne zu beeinflussen. Das Lernen wird als gradueller Aufbau und Veränderung psychischer Dispositionen des Verarbeitens von Informationen sowie Veränderung motorischer Verhaltensdispositionen und Wertorientierung definiert. 1 In den Studienmaterialien des Themas „Lernen und Behalten“ (vgl. Seel, Hanke, S. 4) findet man das Gesamtspektrum verschiedener Arten von Lernen, die von Roth wie folgt umrissen sind:
1. Lernen, bei dem das Können das Hauptziel ist, das Automatisieren von Fähigkeiten zu motorischen und geistigen Fertigkeiten. 2. Lernen, bei dem das Problemlösen (Denken, Verstehen, Einsicht) die Hauptsache ist.
3. Lernen, bei dem das Behalten und Präsenthalten von Wissen das Ziel ist. 4. Lernen, bei dem das Lernen der Verfahren das Hauptziel ist (Lernen lernen, Arbeiten lernen, Forschen lernen, Nachschlagen lernen usw.). 5. Lernen, bei dem die Übertragung auf andere Gebiete die Hauptsache ist, also die Steigerung der Fähigkeiten und Kräfte (Latein lernen, um einen besseren Einstieg in die romanischen Sprachen zu haben).
6. Lernen, bei dem der Aufbau einer Gesinnung, Werthaltung, Einstellung das Hauptziel ist.
7. Lernen, bei dem der Gewinn eines vertieften Interesses an einem Gegenstand das
1 Seel N. M., Hanke U. (2010). Lernen und Behalten, Studienbrief PE0710. Technische Universität
Kaiserslautern, Distance and International Studies Center. Glossar VII.
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Hauptziel ist (Differenzierung der Bedürfnisse und Interessen). 8. Lernen, bei dem ein verändertes Verhalten das Ziel ist. Hieraus folgt, dass das Lernen ein langfristiger Prozess ist, bei dem gedankliches Operieren mit Symbolen verbunden ist und durch Erfahrung erreicht wird. Es beinhaltet die Wahrnehmung und Bewertung der Umwelt, die Verknüpfung mit Bekanntem (Erfahrung) und das Erkennen von Regelmäßigkeiten (Mustererkennung). Der Erwerb von Wissen und Fertigkeiten ist in hohem Masse von der Umgebung abhängig; es ist wichtig, die Faktoren zu kennen und zu begreifen, die das Lernen beeinflussen, und welche Prozesse ihnen zugrunde liegen.
Das Lehren wird dementsprechend als eine Unterstützung für das Lernen verstanden. Laut der Definition zielt „das Lehren […] auf die Vermittlung von Fertigkeiten vermittels geeigneter semiotischer Handlungen, durch deren Vollzug oder Ergebnis der
Lernende bei der Aneignung der Fertigkeiten angeleitet wird“ (vgl. Seel, Hanke). 2 Um den Lernprozess von psychologischer Sicht aus zu verstehen und zu begreifen, warum es eine leitende Rolle im Lernprozess einnimmt, kann man von Lerntheorien Gebrauch machen. Im Folgenden werden daher eine Zusammenfassung der wichtigsten Lerntheorien und eine kurze Erklärung der jeweiligen Hauptideen gegeben (siehe Tabelle 1).
Tabelle 1. Zusammenfassung der wichtigsten Lerntheorien
2 Seel N. M., Hanke U. (2010). Lernen und Behalten, Studienbrief PE0710. Distance and International
Studies Center, Technische Universität Kaiserslautern. Glossar VII.
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Wie man sehen kann, konzentriert sich jede der drei oben angeführten Lerntheorien auf besondere Einzelmerkmale des Lernens. Meistens werden bei der Entwicklung der Lehrpläne die Grundsätze aller Ansätze kombiniert: Außerdem werden sie auf der Basis der spezifischen Lehrmethoden und Lernstrategien gestaltet. Eine Lehrmethode ist das Verfahren des Lernen, der Unterweisung und der Anleitung, die während des Bildungsprozesses angewendet werden. Eine Lernstrategie ist der Handlungsplan zur Steuerung des eigenen Lernens. Allgemein bekannte Lehrmethoden sind (vgl. Seel, Hanke, S. 168): − das Lehrer-Schüler-Gespräch; − der Vortrag/die Vorlesung;
− Gruppenarbeiten (inkl. Projektarbeiten und Planspiele); − Brainstorming; − Lernen durch Lehren.
Wie man sich vielleicht schon denken kann, wird mit Lernen meistens die Bildung in der Schule und anderen Kursen sowie an der Universität verstanden. Allerdings ist auch klar, dass, unabhängig von der Ausbildung und den gewählten Methoden, die Lehrenden an staatlich anerkannten Bildungsstätten durch höhere Professionalität und Qualifikation charakterisiert sind. In den folgenden Abschnitten möchte ich einen Überblick der Bildungssysteme in Lettland und Deutschland geben, wodurch ein besserer Einblick in die Grundprinzipien des Bildungswesens in beiden Staaten gewonnen wird.
2.2. Bildungssystem in Lettland
Gemäß dem Bildungsgesetz Lettlands wird das Bildungssystem durch die Schulbildung und das nicht-institutionalisierte Lernen geformt.
Unter der Schulbildung (Englisch formal education) wird ein institutionalisiertes, folgerichtiges und strukturiertes Bildungssystem verstanden, das die
Elementarschulbildung, die Mittelschulbildung und die Hochschulbildung umfasst. Die Erarbeitung der Programme des entsprechenden Bildungsniveaus wird mit einem staatlich anerkannten Ausbildungs- und/oder Qualifikations-Zeugnis des jeweiligen Niveaus anerkannt (vgl. Lettisches Bildungsgesetz (Izglītības likums), §1, 2 1 ).
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Abbildung 1. Bildungssystem der Republik Lettland
Quelle: Ministerium des Bildungswesens und der Wissenschaft der Republik Lettland 3
Unter dem nicht-institutionalisierten Lernen hingegen wird eine Ausbildung verstanden, die außerhalb der Schulbildung organisiert wird und den Interessen und den Anforderungen der Gesellschaft entspricht (vgl. Lettisches Bildungsgesetz, §1, 14 1 ). Für dieses Lernen gibt es keine so strengen, formellen Voraussetzungen wie bei der
3 Ministerium des Bildungswesens und der Wissenschaft der Republik Lettland,
http://izm.izm.gov.lv/upload_file/izglitibas-sistema.png
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Schulbildung, d.h. geringe oder keine Altersbegrenzungen und minimale oder keine Beschränkungen vorher erworbener Ausbildungen. Die Programme des nichtinstitutionalisierten Lernens werden auf die professionellen und auch die persönlichen Anforderungen der Gesellschaft abgestimmt. Der Abschluss eines nichtinstitutionalisierten Bildungsprogramms wird mit einem Dokument bestätigt, das zwar die Teilnahme an einem solchen Kurs bescheinigt, nicht aber den Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten. Eine Ausstellung eines solchen Dokuments ist jedoch keine obligatorische Verpflichtung (vgl. Anerkennung der Fertigkeiten und der Kenntnisse, die außerhalb des Schulbildungssystem erworben sind (Ārpus formālās izglītības sistēmas iegūto zināšanu un prasmju atzīšana)). Weiterhin muss man erwähnen, dass nicht-institutionalisiertes Lernen eine freiwillig ausgewählte Weiterbildung ist, die den Interessen der Gesellschaft entspricht, weswegen es nicht immer als eine Ausbildung gesehen wird. Andererseits aber kann es auch eine Weiterbildung am Arbeitsplatz oder ein internes Training der Beschäftigten eines Unternehmens sein, womit es als eine Steigerung der Qualifikation gesehen wird: Meistens aber hat man kein Zertifikat, das diesen Erwerb von Kenntnissen bestätigt. Zu dieser Ausbildung gehört auch die Teilnahme an Veranstaltungen politischer oder Jugend-Organisationen, an Gewerkschaften oder ein Volontariat (zum Beispiel Rotes Kreuz), die zur Vervollkommnung der Persönlichkeit und Stärkung der Werte beitragen. Das nicht-institutionalisierte Lernen hilft den Personen eine aktive soziale und professionelle Stellung in der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt einzunehmen und sich den Anforderungen der schnell wechselnden Situationen der Gegenwart anzupassen.
2.3. Bildungssystem in Deutschland
In Deutschland wird das Bildungswesen stark durch die Schulbildung geprägt. Das Bildungssystem ist in vier Stufen gegliedert: Elementar- und Primarbereich (Kindergarten, Vorschule, Grundschule); Sekundarbereich (I und II; Haupt-, Realschule und Gymnasium, gefolgt von gymnasialer Oberstufe oder beruflichem Schulwesen); tertiärer Bereich (Hochschulen, Fachhochschulen und Berufsakademien) und quartärer Bereich (private und berufliche Weiterbildung).
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Arbeit zitieren:
Laura Ritenberga, 2011, Altersgemäßes Online-Lernen, München, GRIN Verlag GmbH
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