Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis 4
Abbildungsverzeichnis 6
Tabellenverzeichnis 7
Anhangsverzeichnis 8
Symbolverzeichnis 10
1. Einführung in die Arbeit 11
1.1 Ausgangslage der Arbeit 11
1.2 Zielsetzung der Arbeit 11
1.3 Vorgehensweise der Arbeit 12
2 Die Entwicklung der Offshore Windenergie 13
2.1 Der Ursprung der Offshore Windkraft in der Europäischen Union 13
2.2 Die kommerzielle Nutzung der Offshore Windenergie 14
3 Ökologische Transformation des europäischen Energieversorgungssystems 18
3.1 Klimapolitische Ziele der Europäischen Union 18
3.2 Beitrag der Offshore Windenergie zur Erreichung der europäischen
Klimaschutzziele 20
4 Politische Rahmenbedingungen zur Förderung der Offshore Windenergie 23
4.1 Vergütungssysteme in den europäischen Mitgliedsstaaten 23
4.2 Regelungen zur Netzanbindung in den europäischen Mitgliedsstaaten 27
5 Strategie der deutschen Energieversorger zur Nutzung der Offshore Windenergie 28
5.1 Neuausrichtung der Erzeugungsstrategie. 28
5.2 Rahmenbedingungen der Offshore Windenergie. 30
5.3 Offshore Windparkprojekte der deutschen Energieversorgungsunternehmen 32
5.3.1 Offshore Windparkprojekte der E.ON AG 32
5.3.2 Offshore Windparkprojekte der RWE AG 34
5.3.3 Offshore Windparkprojekte der EnBW AG 37
5.3.4 Offshore Windparkprojekte der EWE AG und der Stadtwerke München 39
2
5.3.5 Offshore Windparkprojekte von Gemeinschaftsunternehmen 40
6 Betriebswirtschaftliche Analyse der geplanten Offshore Windparkprojekte 42
6.1 Analyse der Investitionskosten der geplanten Offshore Windparkprojekte. 42
6.1.1 Abhängigkeit der spezifischen Investitionskosten von der Küstenentfernung 44
6.1.2 Abhängigkeit der spezifischen Investitionskosten von der Wassertiefe 45
6.1.3 Abhängigkeit der spezifischen Investitionskosten von der Turbinengröße 47
6.2 Erwartete Betriebskosten der geplanten Offshore Windparkprojekte 48
6.3 Erwartete Winderträge der geplanten Offshore Windparkprojekte 49
6.4 Bewertung der Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsberechnung 52
7 Schlussbetrachtung und Ausblick 56
8 Literaturverzeichnis 58
9 Verzeichnis der Gesetze 67
10 Anhang 68
3
Abkürzungsverzeichnis
AG Aktiengesellschaft
Art. Artikel
AWZ Ausschließliche Wirtschaftszone
BE Belgien
BMU Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
BSH Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
Kohlendioxid CO 2
D Deutschland
DK Dänemark
DOTI Deutsche Offshore-Testfeld und Infrastruktur GmbH & Co. KG
EBITDA Earnings before interest, tax, depreciation and amortization
EEA European Environment Agency
EEG Erneuerbare Energien Gesetz
EEX European Energie Exchange
EG Europäische Gemeinschaft
EnWG Energiewirtschaftsgesetz
EU Europäische Union
EWEA European Wind Energy Association
Fino Forschungsplattform in Nord- und Ostsee
GB Großbritannien
IEA International Energy Agency
IRR Internal Rate of Return
i.V.m in Verbindung mit
IWES Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik
kW Kilowatt
kWh Kilowattstunde
LECs Levy Exemption Certificates
m/s Meter pro Sekunde
4
MW Megawatt
MW el Megawatt elektrisch
NL Niederlande
ROCs Renewable Obligation Certificates
S Schweden
SEA Swedish Energy Agency
SSE Scottish & Southern Energy
t Tonne
TWh Terawattstunde
WEA Windenergieanlagen
5
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Realisierung von Offshore Windparks in Abhängigkeit von
Standortfaktoren
Abbildung 2: Installierte Offshore Windparkleistungen
Abbildung 3: Nationale Ziele für den Anteil der erneuerbaren Energien am
Bruttoendenergieverbrauch bis zum Jahr 2020
Abbildung 4: Nationale Ausbauziele Offshore Windenergie
Abbildung 5: Vergütungssysteme für regenerative Erzeugungstechnologien innerhalb
Europas
Abbildung 6: Vergleich der Volllaststunden in Europa
Abbildung 7: Entwicklung der Wassertiefe zur Küstenentfernung in der deutschen
Nord - und Ostsee
Abbildung 8: Offshore Windenergieportfolio der E.ON AG
Abbildung 9: Offshore Windparkstandorte RWE AG
Abbildung 10: Offshore Windenergieportfolio der RWE AG.
Abbildung 11: Erschließung der Offshore Windparkprojekte der EnBW AG
Abbildung 12: Zusammensetzung der Investitionskosten eines Offshore Windparks
Abbildung 13: Spezifische Investitionskosten in Abhängigkeit zur Küstenentfernung
Abbildung 14: Spezifische Investitionskosten in Abhängigkeit zur Wassertiefe
Abbildung 15: Gründungsstrukturen der Offshore Windenergieanlagen
Abbildung 16: Verwendete Gründungskonzepte der untersuchten Offshore
Windparks
Abbildung 17: Spezifische Investitionskosten in Abhängigkeit zur Turbinengröße
Abbildung 18: Häufigkeitsverteilung der Windgeschwindigkeiten (Fino 1 und Fino 2)
Abbildung 19: Leistungskennlinie der Areva Wind M5000 Windenergieanlage
Abbildung 20: Auswirkung des Stauchungsmodells auf die Rentabilität deutscher
Offshore Windparks
6
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Offshore Demonstrationsprojekte von 1990 bis 1998 14
Tabelle 2: Realisierte Offshore Windparkprojekte in Großbritannien 15
Tabelle 3: Offshore Windenergievergütung in Frankreich 25
Tabelle 4: Vergleich der Kosten und Potenziale regenerativer Erzeugungstechnologien 29
Tabelle 5: Realisierte Offshore Windparkprojekte (2001-2007) 43
Tabelle 6: Offshore Windparkprojekte der deutschen Energieversorger (2008 - 2014) 44
Tabelle 7: Ertragskennzahlen der geplanten Offshore Windparkprojekte 51
Tabelle 8: Rentabilität der untersuchten Offshore Windparks 53
7
Anhangsverzeichnis
Anhang 1: Karte Offshore Windparks Nordsee 68
Anhang 2: Karte Offshore Windparks Ostsee 68
Anhang 3: Korrelationsberechnung 69
Anhang 4: Wirtschaftlichkeitsberechnung Robin Rigg 70
Anhang 5: Wirtschaftlichkeitsberechnung Rhyl Flats 70
Anhang 6: Wirtschaftlichkeitsberechnung Rødsand II 71
Anhang 7: Wirtschaftlichkeitsberechnung Greater Gabbard 71
Anhang 8: Wirtschaftlichkeitsberechnung Thornton Bank Phase 1 72
Anhang 9: Wirtschaftlichkeitsberechnung Thornton Bank Phase 2 72
Anhang 10: Wirtschaftlichkeitsberechnung Thornton Bank Phase 3 73
Anhang 11: Wirtschaftlichkeitsberechnung Thornton Bank gesamt 73
Anhang 12: Wirtschaftlichkeitsberechnung London Array 74
Anhang 13: Wirtschaftlichkeitsberechnung Gwynt y Môr 74
Anhang 14: Wirtschaftlichkeitsberechnung Alpha Ventus 75
Anhang 15: Wirtschaftlichkeitsberechnung Baltic 1 76
Anhang 16: Wirtschaftlichkeitsberechnung Bard Offshore 1 77
Anhang 17: Wirtschaftlichkeitsberechnung Borkum West II 78
Anhang 18: Wirtschaftlichkeitsberechnung Nordsee Ost 79
Anhang 19: Wirtschaftlichkeitsberechnung Baltic 2 80
Anhang 20: Wirtschaftlichkeitsberechnung Global Tech 1 81
Anhang 21: Wirtschaftlichkeitsberechnung Dan Tysk. 82
Anhang 22: Wirtschaftlichkeitsberechnung Alpha Ventus EEG 2012 Stauchungsmodell 83
Anhang 23: Wirtschaftlichkeitsberechnung Baltic 1 EEG 2012 Stauchungsmodell 84
Anhang 24: Wirtschaftlichkeitsberechnung Bard Offshore 1 EEG 2012 Stauchungsmodell 85
Anhang 25: Wirtschaftlichkeitsberechnung Borkum West II EEG 2012 Stauchungsmodell 86
Anhang 26: Wirtschaftlichkeitsberechnung Nordsee Ost EEG 2012 Stauchungsmodell 87
Anhang 27: Wirtschaftlichkeitsberechnung Baltic 2 EEG 2012 Stauchungsmodell 88
8
Anhang 28: Wirtschaftlichkeitsberechnung Global Tech 1 EEG 2012 Stauchungsmodell 89
Anhang 29: Wirtschaftlichkeitsberechnung Dan Tysk EEG 2012 Stauchungsmodell 90
9
Symbolverzeichnis
C Cashflow
E Bruttowindenergieertrag
h Stunde
i interner Zinsfuß
N Summe der Zahlungsströme
P(v) elektrische Leistung
t Jahr
v Windgeschwindigkeit
10
1. Einführung in die Arbeit
1.1 Ausgangslage der Arbeit
In der Geschichte der Menschheit dominierte die Nutzung der erneuerbaren Energien die Energieversorgung der Bevölkerung über Hunderte von Jahren. Bis in das 18. Jahrhundert wurde die Wärmeerzeugung vor allem durch die Verbrennung von Holz und die benötigte mechanische Arbeit durch die Nutzung von Wasser- und Windkraft sowie mit Hilfe von Arbeitstieren gedeckt.
Der Beginn der industriellen Revolution leitete gleichzeitig auch das Zeitalter der fossilen Energieversorgung ein, das von der Substitution der bisher genutzten regenerativen Energiequellen durch die verstärkte Förderung und Verbrennung von Kohle geprägt war. Die Verwertung von weiteren fossilen Energieträgern wie Erdöl und Erdgas sowie die friedliche Nutzung der Kernenergie führten zu einer dauerhaften Wandlung der Energieversorgung der Industriestaaten, die bis heute vor allem durch die beherrschende Stellung der fossilen Energieträger am Primärenergieverbrauch gekennzeichnet ist. 1
Jedoch neigt sich das Zeitalter der billigen konventionellen Energieversorgung aufgrund der negativen Auswirkungen auf das Weltklima und der Endlichkeit der fossilen Energieträger dem Ende zu, sodass ein erneuter Wandel des Energiesystems durch die Renaissance der erneuerbaren Energien notwendig ist, um auch in Zukunft eine bezahlbare, sichere und klimaverträgliche Energieversorgung gewährleisten zu können. 2
Neben bereits etablierten erneuerbaren Energietechnologien wie der Wasserkraft und der Windkraft an Land soll insbesondere die Offshore Windenergie eine entscheidende Rolle bei der Neuausrichtung des Energieversorgungssystems einnehmen. Dem großen Potenzial der relativ jungen Erzeugungstechnologie und dem wachsenden Interesse der Energieversorger stehen jedoch lediglich geringe Erfahrungswerte bezüglich der zu erwartenden Rendite und dem damit verbundenen Risiko gegenüber.
1.2 Zielsetzung der Arbeit
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es aufzuzeigen, warum deutsche Energieversorgungsunternehmen bei der Neuausrichtung ihrer Erzeugungsstrategie verstärkt in die Offshore Windenergietechnologie investieren und welche Faktoren die wirtschaftliche Attraktivität der Offshore Windparkprojekte beeinflussen.
1 Vgl. Quaschning (2010), S. 14 ff.
2 Vgl. Zerta et al. (2011), S. 7.
11
1.3 Vorgehensweise der Arbeit
Vor diesem Hintergrund erfolgt zu Beginn eine Einführung über den bisherigen Verlauf des Ausbaus der Offshore Windenergie innerhalb Europas, wobei der Schwerpunkt sowohl auf der technischen Entwicklung der Windkraftanlagen als auch auf dem derzeitigen Stand der kommerziellen Nutzung der Offshore Windenergie in den Meeresanrainerstaaten der Nord- und Ostsee liegt.
Dem folgt im 3. Kapitel eine Darstellung der klimapolitischen Ziele der Europäischen Union und der daraus resultierenden Notwendigkeit, den ökologischen
Transformationsprozess des Energieversorgungssystems fortzusetzen. Besonders hervorgehoben wird dabei die Nutzung des Offshore Windenergiepotenzials, das einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der nationalen und europäischen Klimaschutzziele leisten soll.
Das 4. Kapitel setzt sich anschließend mit den unterschiedlichen politischen Rahmenbedingungen der europäischen Mitgliedsstaaten zur Förderung der Offshore Windenergie auseinander, wobei zwischen den staatlichen Vergütungssystemen und Regelungen zur Übernahme der Netzanbindungskosten differenziert wird.
Innerhalb des 5. Kapitels erfolgt eine Untersuchung der Neuausrichtung der Erzeugungsstrategie der deutschen Energieversorgungsunternehmen. Dabei wird das Potenzial der Offshore Windenergie im Vergleich zu diversen erneuerbaren Energietechnologien aufgezeigt. Im Anschluss erfolgt auf Basis von öffentlich zugänglichen Quellen eine ausführliche Übersicht über die bereits realisierten und geplanten Offshore Windparkprojekte der deutschen Energieversorgungsunternehmen.
Im 6. Kapitel liegt der Fokus auf der Darstellung der wirtschaftlichen Attraktivität der Offshore Windparkprojekte der deutschen Energieversorgungsunternehmen. Im Zuge einer Regressionsanalyse wird dabei die Abhängigkeit der spezifischen Investitionskosten eines Offshore Windparks von den Faktoren der Küstenentfernung, der Wassertiefe und der Turbinengröße analysiert. Daneben bildet die Bestimmung der zu erwartenden Betriebskosten und der Erträge die Grundlage für die Bewertung der Rentabilität der Offshore Windparkprojekte.
Im letzten Kapitel der Arbeit werden sämtliche gewonnenen Erkenntnisse in einer Schlussbetrachtung nochmals explizit hervorgehoben.
12
2 Die Entwicklung der Offshore Windenergie
2.1 Der Ursprung der Offshore Windkraft in der Europäischen Union
Die Nutzung der Windenergie hat in den letzten 20 Jahren eine rasante Wachstumsdynamik erfahren und kann in zahlreichen europäischen Staaten durchaus als Erfolgsgeschichte angesehen werden. Seit der Errichtung erster kommerzieller Windkraftanlagen Anfang der 90er Jahre hat sich diese Erzeugungstechnologie zu einem festen Bestandteil, sowohl der deutschen als auch der europäischen Energieversorgung, entwickelt. So waren nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) bis zum Ende des Jahres 2009 mit 25.777 Megawatt über ein Drittel der gesamten europäischen Windkraftleistung innerhalb der Bundesrepublik Deutschland installiert. Durch die Erzeugung von insgesamt 38,6 Terawattstunden Strom konnten die 21.164 deutschen Windenergieanlagen mit einem Anteil von 6,6 Prozent am Bruttostromverbrauch 3 maßgeblich zu einem umweltfreundlicheren Energiemix beitragen. 4 Außerhalb von Deutschland leistete die Windenergie aber auch in Dänemark und Portugal, mit einem Anteil von 24 beziehungsweise 14,8 Prozent am gesamten Stromverbrauch, einen wichtigen Beitrag zur nationalen Energieversorgung. 5
Nach der erfolgreichen Entwicklung der Windenergie an Land ist in den letzten Jahren auch die Möglichkeit der Windenergienutzung auf dem Meer bereits Realität geworden. Die Ursprünge der Offshore Windenergie gehen dabei bis Anfang der 70er Jahre zurück, als erste Studien in Dänemark die Möglichkeit der Nutzung des Windenergiepotenzials auf dem offenen Meer untersuchten. 6 Die praktische Umsetzung der erzielten Erkenntnisse erfolgte schließlich Anfang der 90er Jahre mit der Errichtung der ersten 220 Kilowatt Demonstrationsanlage Nogersund mit 250 Metern Entfernung von der schwedischen Küste und der Realisierung des weltweit ersten, aus elf Windenergieanlagen bestehenden, Offshore Windparks Vindeby (4,95 MW) vor der Küste Dänemarks. 7 Die gewonnenen Betriebserfahrungen von weiteren Pilotprojekten in Dänemark, Schweden und den Niederlanden (siehe Tabelle 1) zeigten jedoch, dass die Wirtschaftlichkeit für die kommerzielle Nutzung von Offshore Windparks in größerer Entfernung zur Küste und in höheren Wassertiefen aufgrund der hohen Baukosten noch nicht gegeben war. Erst die Entwicklung der Windkraftanlagen der Megawattklasse
3 Der Bruttostromverbrauch in der Bundesrepublik Deutschland betrug im Jahr 2009 580 Terawattstunden.
4 Vgl. BMU (2010), S. 21 ff.
5 Vgl. EWEA (2011), S. 11.
6 Vgl. Kruppa (2007), S. 106.
7 Vgl. Kühn (2002), S. 77.
13
Anfang des 21. Jahrhunderts leitete den Beginn der kommerziellen Nutzung der Offshore Windenergie ein. 8
Tabelle 1: Offshore Demonstrationsprojekte von 1990 bis 1998
Quelle: Hau (2008), S. 710
2.2 Die kommerzielle Nutzung der Offshore Windenergie
Insbesondere in Dänemark löste die technische Weiterentwicklung der Windkraftanlagen einen ersten Boom im Ausbau der Offshore Windenergie aus. So wurden allein im Zeitraum von 2001 bis 2004, nach Angaben des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (Fraunhofer IWES), 182 Windenergieanlagen mit einer Gesamtkapazität von 388,6 Megawatt in einer Entfernung von bis zu 17 Kilometern vor dem dänischen Festland errichtet. 9 Jedoch zeigten im Jahre 2004 die technischen Probleme am Offshore Windpark Horns Rev (160 MW), die den Austausch sämtlicher 80 Gondeln aufgrund von defekten Transformatoren und Generatoren verursachten, mit welchen Herausforderungen und Risiken der Offshore Einsatz verbunden ist. 10
Trotz der negativen Erfahrungen in Dänemark wurde der Ausbau der Offshore Windenergie weiter vorangetrieben. Die folgende Entwicklung vollzog sich jedoch zunehmend in Großbritannien, da die vorherrschenden Standortbedingungen ähnlich wie in Dänemark eine Projektrealisierung in geringer Entfernung zum Festland und in geringer Wassertiefe ermöglichten. 11 Daneben waren die in Großbritannien tätigen
8 Vgl. Hau (2008), S. 710.
9 Vgl. Fraunhofer IWES (2009), S. 11.
10 Vgl. Lönker (2004), S. 22.
11 Vgl. Richter (2009), S. 11.
14
Energieversorger, aufgrund staatlich verordneter Quoten zur Einspeisung von Ökostrom, verpflichtet in regenerative Erzeugungstechnologien zu investieren.
In Kombination mit einer attraktiven Vergütung des durch Offshore Windenergieanlagen erzeugten Stroms und einem Zuschuss von 10 Millionen Pfund für die Fertigstellung der ersten Offshore Windparks erwiesen sich die Projekte der 1. Ausschreibungsrunde der Britischen Krone für die Energieversorger als besonders interessant. Genau wie in Dänemark erfolgte der Einstieg Großbritanniens in die Offshore Technologie durch die Inbetriebnahme des Pilotprojektes Blyth (4 MW) im Jahre 2001. Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen der Pilotanlage konnte der erste kommerzielle Windpark North Hoyle (60 MW) bereits im Jahr 2004 den Betrieb vor der Küste von Wales aufnehmen. 12 Bis Ende 2010 konnten somit bis auf das Projekt Teesside (90 MW) alle ausgeschriebenen Vorhaben der 1. Vergaberunde erfolgreich umgesetzt werden (siehe Tabelle 2).
Durch die zusätzliche Inbetriebnahme der ersten Offshore Windparkprojekte der 2. Ausschreibungsrunde - Gunfleet Sands II (64,8 MW) und Thanet (300 MW) 13 - ist Großbritannien mit einer Gesamtkapazität von 1.341,2 Megawatt bis heute führend im Betrieb von Offshore Windenergieanlagen. 14
Tabelle 2: Realisierte Offshore Windparkprojekte in Großbritannien
Quelle: eigene grafische Darstellung basierend auf Daten von EWEA (2010), S. 4 und The Crown Estate
(2010)
Abgesehen von Großbritannien und Dänemark ist auch weiteren europäischen Staaten der kommerzielle Einstieg in die Offshore Windenergieerzeugung durch die Realisierung
12 Vgl. Lönker & May (2005).
13 Thanet ist mit einer Leistungskapazität von 300 MW derzeit der größte Offshore Windpark der Welt.
14 Vgl. EWEA (2010), S. 4.
15
erster Projekte gelungen. Der Anfang wurde dabei im Jahre 2003 in Irland unter dem erstmaligen Einsatz von sieben Windturbinen der 3-Megawattklasse im Windpark Arklow Bank 1 (25 MW) gemacht. 15 Ab 2007 setzten auch zunehmend die skandinavischen Staaten Schweden und Finnland die positiven Betriebserfahrungen anderer europäischer Länder mit Offshore Windparks in die ersten kommerziellen Projekte Lillgrund (110,4 MW), Kemi Ajos 1+2 (24 MW) und Gässlingegrund (30 MW) um. 16 Aufgrund der rasanten Weiterentwicklung der Offshore Technologie wurden ab 2007 aber auch zunehmend Projekte unter ungünstigeren Standortbedingungen zuerst in den Niederlanden, anschließend in Belgien und letztendlich in Deutschland realisiert (siehe Abbildung 1). 17
Abbildung 1: Realisierung von Offshore Windparks in Abhängigkeit von Standortfaktoren
Quelle: eigene grafische Darstellung basierend auf Daten des Fraunhofer IWES (2010)
Herauszuheben sind dabei die 2010 fertiggestellten Offshore Windparkprojekte Belwind Phase 1 (165 MW) und der erste Offshore Windpark innerhalb der deutschen Hoheitsgewässer Alpha Ventus (60 MW), die jeweils in einer Entfernung von mehr als 40 Kilometern vor der Küste in einer Wassertiefe von über 30 Metern errichtet wurden. Während im belgischen Windpark auf bewährte Windenergieanlagen der 3-Megawattklasse zurückgegriffen wurde, kamen beim deutschen Pionierprojekt zwölf Windenergieanlagen der 5-Megawattklasse zum Einsatz, mit denen bisher nur im Testfeld
15 Vgl. General Electric (2003).
16 Vgl. EWEA (2010), S. 2 ff.
17 Vgl. Fraunhofer IWES (2009), S. 26.
16
Beatrice (10 MW) in Großbritannien und im Offshore Windpark Thornton Bank (30 MW) in Belgien Betriebserfahrungen gesammelt wurden. 18
Insgesamt befanden sich somit nach Angaben der European Wind Energy Association (EWEA) bis Ende 2010 1.136 Offshore Windenergieturbinen mit einer kumulierten Leistung von 2.946 Megawatt im Betrieb, wodurch unter normalen Windbedingungen rund 11,5 Terawattstunden produziert werden könnten. Regional ist die Entwicklung innerhalb der neun europäischen Staaten jedoch unterschiedlich weit vorangeschritten. Während die Pionierstaaten Dänemark und Großbritannien zusammen rund 75 Prozent der installierten Offshore Windenergieleistung unter sich vereinen, befindet sich die Entwicklung in den restlichen europäischen Küstenstaaten noch am Anfang (siehe Abbildung 2). 19
Abbildung 2: Installierte Offshore Windparkleistungen
Quelle: eigene grafische Darstellung basierend auf Daten der EWEA (2010), S. 1 ff.
Inwieweit der Ausbau der Offshore Windenergie in den einzelnen Staaten auch in der Zukunft weiter voranschreiten wird, ist dabei sowohl von der weiteren technischen Entwicklung als auch von den politischen Rahmenbedingungen auf europäischer und nationaler Ebene abhängig, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Projekte haben.
18 Vgl. Weinhold (2009).
19 Vgl. EWEA (2011a).
17
3 Ökologische Transformation des europäischen Energieversorgungssystems
3.1 Klimapolitische Ziele der Europäischen Union
Mit der Mitteilung der Kommission vom 10.01.2007 an den Europäischen Rat und das Europäische Parlament hat sich die Europäische Union auf eine gemeinsame Energiepolitik verständigt. Ziel ist es, die steigenden Herausforderungen der Energieversorgung - die hohe Importabhängigkeit von Energierohstoffen, steigende Energiepreise und den Klimawandel - durch eine gemeinsame Energiestrategie zu bewältigen. Um auch in Zukunft eine bezahlbare und sichere Energieversorgung zu gewährleisten, sieht der gemeinsame Aktionsplan vor, die Energiewirtschaft in einen hocheffizienten und emissionsarmen Wirtschaftszweig umzugestalten. 20 Die Europäische Union strebt dabei eine signifikante Reduzierung des Verbrauchs von fossilen Energieträgern an, der als eine direkte Ursache für den von der Menschheit verursachten Klimawandel angesehen werden. 21
Als erster Schritt zur Eindämmung des Klimawandels wird das 1997 unterzeichnete Kyoto-Protokoll angesehen, indem sich alle damaligen 15 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um insgesamt 8 Prozent im Vergleich zum Niveau von 1990 verpflichteten. Die Lastenverteilung der übernommenen Verpflichtungen erfolgte hierbei in Abhängigkeit der volkswirtschaftlichen Entwicklungen der einzelnen Mitgliedsstaaten. Deutschland stimmte demnach einer Verringerung der Emissionen um 21 Prozent zu und leistet somit zusammen mit Luxemburg (28 Prozent) und Dänemark (21 Prozent) den größten Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase innerhalb der Europäischen Union. 22
Die im Kyoto-Protokoll festgelegte einheitliche europäische Klimapolitik wurde durch die Formulierung der gemeinsamen europäischen Strategie zur Begrenzung des globalen Klimawandels auf zwei Grad Celsius mit konkreten Maßnahmen zur Eindämmung der Erderwärmung weiter vorangetrieben. In diesem gemeinsamen Klima- und Energiepaket („20-20-20“-Strategie) verpflichteten sich alle 27 EU-Mitgliedsstaaten bis zum Jahr 2020 die Treibhausemissionen um mindestens 20 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu verringern. Daneben erklärt sich die Europäische Union dazu bereit, ihr Emissionsreduktionsziel auf insgesamt 30 Prozent zu erhöhen, sofern andere Industrieländer und die Entwicklungsländer sich ebenfalls zu einem angemessenen Beitrag zur Verminderung der Treibhausgase verpflichten würden. Die Verringerung der Treibhausgase soll vor allem durch die Ausweitung des seit 2005 bestehenden
20 Vgl. Kommission der Europäischen Gemeinschaften (2007), S. 3 ff.
21 Vgl. Lars, Heun-Rehn & Dratwa (2010), S. 106 ff.
22 Vgl. Oberthür & Ott (2000), S. 200 ff.
18
Arbeit zitieren:
Georg Kral, 2011, Eine betriebswirtschaftliche Analyse der Attraktivität von Investitionen in Offshore Windenergie aus der Sicht deutscher Energieversorgungsunternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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