Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Definition und geschichtliche Entwicklung des Qualitätszirkels 1
2.1 Japanische Etappe 3
2.2 Entwicklung in den USA 4
2.3 Verbreitung in Deutschland 4
3. Grundlagen des QZ-Konzepts 6
3.1 Ziele von Qualitätszirkeln 6
3.2 Organisatorischer Aufbau und wesentliche Bestandteile 7
3.3 Anwendungsfelder des Konzepts 10
4. Vorteile der Qualitätszirkel 10
4.1 Vorteile für Mitarbeiter 10
4.2 Vorteile für das höhere Management 11
4.3 Vorteile für das Unternehmen 12
5. Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung des QZ-Konzepts 12
5.1 Inhaltliche Probleme 12
5.2 Zeitliche Probleme 13
5.3 Personelle Probleme 14
6. Zusammenfassung 15
1. Einleitung
Die Frage der Qualitätssicherung im Unternehmen gewinnt seit fast 100 Jahren an Bedeutung. Besonders mit der Entwicklung der Technik und der damit verbundenen fortschreitenden Technisierung der Arbeitswelt wurden unterschiedliche Konzepte entwickelt, die dazu beitragen sollten, die Qualitätssicherung zu gewährleisten. Dem Konzept der wissenschaftlichen Betriebsführung von Taylor mit der Grundidee der Arbeitsteilung folgten verschiedene psychotechnische Ansätze, später auch das Human-Relations-Konzept mit der bekannten Hawthorne-Studie. Die Entwicklung ging also vom „Technischen“ zum „Sozialen“ mit der entscheidenden Konsequenz, dass die Taylorschen Dogmen mehr und mehr in die Kritik gerieten. Die Entwicklung der Gruppenarbeit war somit eine logische Fortsetzung dieses Prozesses mit eigenen Modellen der Qualitätssicherung und Motivationsförderung. Qualitätszirkel (QZ) gehören zu diesen Modellen.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung, Entwicklung und Wirkung von Qualitätszirkeln. Dabei wird die Rolle des Mitarbeiters als „Experten“ bei der Lösung von Problemen dargestellt.
Zunächst wird die Definition und geschichtliche Entwicklung des Qualitätszirkels erläutert (Kapitel 2). Dabei wird auf die Entwicklung von Qualitätszirkeln in Japan, USA und Deutschland eingegangen (Abschnitt 2.1, 2.2, 2.3). Im weiteren werden die Grundlagen des Modells dargestellt (Kapitel 3), mit den Zielen von Qualitätszirkeln (Abschnitt 3.1), dem organisatorischen Aufbau und möglichen Anwendungsgebieten (Abschnitt 3.2, 3.3). Das Kapitel 4 behandelt die Vorteile, die sich für Unternehmen durch Qualitätszirkel ergeben können. Im Kapitel 5 werden die Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung des QZ-Konzepts erläutert. Abschließend werden die Ergebnisse zusammenfassend dargestellt (Kapitel 6).
2. Definition und geschichtliche Entwicklung des Qualitätszirkels
Die Grundidee des Qualitätszirkels ist, dass betriebliche Probleme nicht nur von Experten gelöst werden können, sondern dass die betroffenen Mitarbeiter einen entscheidenden Beitrag zur Lösung leisten können. In der Literatur gibt es eine Vielzahl an Definitionen von Qualitätszirkeln. Die kürzeste Definition umfasst drei Kriterien:
-1-
„Qualitätszirkel sind (1) Gesprächsgruppen (2) mit weniger als 10 Teilnehmern, (3) die arbeitsbezogene Themen untersuchen“. 1
Eine ausführlichere Definition des Qualitätszirkels mit 16 Kriterien findet man bei Deppe 2 : „(1) Auf Dauer angelegte (2) Gesprächsgruppen,
(3) in denen sich eine begrenzte Zahl an Mitarbeitern (4) eines Arbeitsbereichs (5) der unteren Hierarchieebene (6) in regelmäßigen Abständen (7) während oder außerhalb der regulären Arbeitszeit (8) auf freiwilliger Basis treffen, (9) um selbstgewählte
(10) Probleme des eigenen Arbeitsbereiches zu diskutieren und (11) unter Anleitung eines geschulten Moderators (12) mit Hilfe spezieller Problemlösungstechniken (13) Lösungsvorschläge zu erarbeiten und
(14) die Umsetzung der Verbesserungsvorschläge (selbständig oder im Instanzenweg) zu initiieren und kontrollieren, (15) wobei die Verbesserungsvorschläge im Rahmen der gesetzlichen oder betrieblichen Bestimmungen vergütet werden und
(16) der Gruppenarbeitsprozess für die Teilnehmer Lerneffekte beinhaltet.“ An diesem Beispiel sieht man, dass es keine einheitliche Definition bei vielen Autoren 3 , die sich mit diesem Thema beschäftigt haben, zu finden ist. Sehr oft werden Qualitätszirkel mit anderen Konzepten der Gruppenarbeit, wie z. B. „Lernstatt“ oder „Werkstatt“ verglichen. Die Abgrenzungskriterien variieren hier analog der Vielfältigkeit der Definition des Begriffs Qualitätszirkel. Vereinfachend wird in dieser Arbeit von einer weit gefassten Definition des Qualitätszirkels ausgegangen: „Unter Qualitätszirkeln werden kleine Gruppen von Mitarbeitern der unteren Hierarchieebenen
1 vgl. Antoni, C. H., (1990) S. 20
2 vgl. Deppe, J. (1986), S. 15f
3 vgl. Bungard & Wiendieck (1986), Zink & Schinck (1994), u.a.
-2-
verstanden, die sich regelmäßig auf freiwilliger Grundlage treffen, um Probleme aus ihrem Arbeitsbereich zu bearbeiten.“ 4 Das QZ-Konzept wird dabei als ganzheitliche Maßnahme der Organisationsentwicklung verstanden. 5
Für ein besseres Verständnis des QZ-Konzepts wird im folgenden die Herkunft und Entwicklung von Qualitätszirkeln beschrieben.
2.1 Japanische Etappe
Qualitätszirkel kommen ursprünglich aus Japan. Nach dem zweiten Weltkrieg begannen japanische Unternehmen mit der Suche nach Programmen zur Qualitätssicherung ihrer Produkte. Ausgelöst wurde dieses Verhalten der Japaner zum einen durch das schlechte Produkt-Image „Made in Japan“ und zum anderen durch die Anregung der amerikanischen Qualitätskontrollexperten W.E. Deming und J.M. Juran. Im Jahr 1946 wurde die „Union of Japanese Scientists and Engineers (JUSE)“ gegründet, die sich mit statistischer Qualitätskontrolle beschäftigte. Anfang der 50er Jahre hielten W.E. Deming und später auch J.M. Juran im Auftrag von JUSE Vorträge über Qualitätskontrolle und leisteten damit einen großen Beitrag zur japanischen Qualitäts-Offensive. Juran stellte Qualitätskontrolle als Managementaufgabe dar, die auf allen Ebenen und in allen Bereichen des Unternehmens als Aufgabe anerkannt und geleistet werden muss. 6 Ab 1956 ist der Übergang von der reinen statistischen Qualitätssicherung zum Qualitätsmanagement festzustellen. Um den erhöhten Informationsbedarf auf breiter Basis zu befriedigen wurde dazu sogar eine spezielle Fernsehserie ausgestrahlt. Später (1962) wurde die an ausführende Arbeiter gerichtete Zeitschrift „Genba-To-QC“ herausgegeben.
Schon seit Mitte 50er Jahre bildeten sich spontane Mitarbeitergruppen, die sich mit Qualitätszirkeln beschäftigten. Jedoch gilt das Jahr 1962 als offizielles Gründungsjahr des Quality Control Circles (QCC), weil zu diesem Zeitpunkt die kleinen Gruppen institutionalisiert und von JUSE systematisch gefördert wurden. Als Gründer des QCC-Konzepts und der Qualitätszirkel-Bewegung im Rahmen der Qualitätssicherung wird der japanische Professor Ishikawa angesehen. 7
4 vgl. Antoni, C. H., (1990) S. 26
5 vgl. Neuberger, O. (1985), S. 117
6 vgl. Deppe, J., (1992) S. 29f
7 ebd. S. 32f
-3-
Die Qualitäts-Offensive in Japan verbreitete sich dank der starken und erfolgreichen Propaganda rasant und drang in alle Bereiche und auf alle hierarchische Ebenen der Unternehmen ein. Es fanden zahlreiche Quality-Circle Konferenzen statt, auch viele Publikationen wurden herausgegeben. Anhand von Zahlen lässt sich die beeindruckende Entwicklung besonders deutlich zeigen: Bis Januar 1980 waren bereits 900 Konferenzen von der JUSE registriert, bis Juni 1983 waren es 1330 mit fast 630.000 Teilnehmern. Die Anzahl der QZ-Gruppen bzw. -Mitglieder schwankt und ist kaum überprüfbar. Jedoch ist ein Anstieg im Zeitverlauf festzustellen. 8
2.2 Entwicklung in den USA
Nachdem Qualitätszirkel sehr große Popularität in Japan erlangten und sich dort besonders effektiv zeigten, wurde die Idee und deren Umsetzung in den USA und in Europa aufgegriffen. Zu diesem Zeitpunkt waren in den USA bereits diverse Formen der Kleingruppenarbeit bekannt, sie wurden aber eher als Versuch angesehen und fanden keine Verbreitung. Obwohl schon im Mai 1965 auf dem 19. Konvent der American Society for Quality Control (ASQC) erstmalig über die japanischen QCC und deren Erfolg berichtet wurde, liefen Qualitätszirkel-Programme erst Anfang der 70er Jahre langsam an. Die führenden Qualitätszirkel-Experten (Rieker, Dewar und Beardsley) verbreiteten die Idee des Qualitätszirkels als selbständige Unternehmensberater. Die Ende 1977 gegründete International Association of Quality Circles (IAQC) organisierte Konferenzen und gab das Fachmagazin „The Quality Circles Journal“ heraus. Nach den ersten Anlaufschwierigkeiten führten die Bemühungen des IAQC (die im Jahr 1988 in Association for Quality and Partitipation umbenannt wurde) letztendlich zu einem Qualitätszirkel-Boom. 9
2.3 Verbreitung in Deutschland
In Europa wurde das Qualitätszirkel-Konzept zur gleichen Zeit wie in den USA bekannt, bekam aber erst viel später ähnliche Resonanz und Beachtung wie in den Vereinigten Staaten. Erst 1978 die ersten Unternehmen in England (Rolls Royce) und in Schweden (Volvo) das Konzept ein.
8 vgl. Deppe, J., (1992) S. 33
9 ebd. S. 34ff
-4-
Arbeit zitieren:
Irene Turezkiy, 2002, Die Nutzung des Expertenwissens der Beschäftigten durch Qualitätszirkel, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Qualitätszirkel als Form der Arbeitsorganisation: Planung und Gestaltu...
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 18 Seiten
Qualitätszirkel im Kontext des Total Quality Management
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 11 Seiten
Entwicklung eines Leitfadens zum Erstellen einer Fallstudie auf der Gr...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Diplomarbeit, 133 Seiten
Das Phänomen der Pädosexualität - Möglichkeiten im sozialpädagogischen...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 99 Seiten
Projektmanagement im Lean Management
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 23 Seiten
Adipositas im Kindes- und Jugendalter - Auswirkungen auf den Schulspor...
Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung
Examensarbeit, 117 Seiten
Projektbegleitende Qualitätssicherung im Überblick
Wissenschaftlicher Aufsatz, 15 Seiten
Analyse geschlechtsspezifischer Umgangsweisen von Jugendlichen mit de...
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Diplomarbeit, 192 Seiten
Implementierungsmanagement: Eine Bewertung der Change-Management-Werkz...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Studienarbeit, 60 Seiten
Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung als Präventionsfelder im Akt...
Ernährungswissenschaft / Ökotrophologie
Masterarbeit, 108 Seiten
Die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen - Wirkung von Medical Savings...
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Instrumente der strategischen Situationsanalyse zur Bestimmung der unt...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 20 Seiten
Prävention und Gesundheitssport
Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung
Hausarbeit, 26 Seiten
Soziales Lernen - ein kurzer Überblick
Hausarbeit (Hauptseminar), 11 Seiten
Irene Turezkiy's Text Die Nutzung des Expertenwissens der Beschäftigten durch Qualitätszirkel ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Irene Turezkiy hat den Text Die Nutzung des Expertenwissens der Beschäftigten durch Qualitätszirkel veröffentlicht
Irene Turezkiy hat einen neuen Text hochgeladen
Private Nutzung von Internet-Anschlüssen durch Arbeitnehmer
Die arbeits- und betriebsverfa...
Dirk Andres, Peter Hanau, Thomas Hoeren
Qualitätszirkel erfolgreich gestalten
So nutzen Sie die Kreativität ...
Christian Loffing, Marcus Splietker
0 Kommentare