Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 2
2. Hauptteil 3
2.1 Begriffsdefinition informelles Lernen 3
2.2 Begriffsdefinition betriebliche Lernformen 4
2.3 Begriffsdefinition berufliche Handlungskompetenz 5
2.4 Integration von informellem Lernen in betriebliche Lernformen 5
2.5 Integration informellen Lernens in betriebliche Lernformen am Beispiel von
kleinen und mittelständischen Unternehmen der IT-Branche 7
2.6 Kritik an der Umsetzung der Integration informellen Lernens in betriebliche Lernformen. 9
3. Schluss 10
Literaturverzeichnis 12
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1. Einleitung
Die Forderung des amerikanischen Ökonoms Peter Drucker nach der „Transformation relevanten Wissens in angemessene Handlungen“(Drucker, zit. n. Cross, 2006) ist sinnbildlich für den Anspruch, den Unternehmen an die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter haben. Das Zitat beschreibt die Umwandlung von Wissen, welches in unterschiedlicher Art und Weise aufgenommen und angeeignet werden kann, in menschliche Arbeitsleistung. Mit dem Übergang von der Industriegesellschaft zu einer Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft gehen zudem neue Anforderungen an die Qualifikationen von Mitarbeitern einher. Das im Rahmen der Berufsausbildung angeeignete Wissen kann sehr schnell veralten und muss ständig erweitert bzw. an neue Technologien angepasst werden, um mit der dynamischen Weiter- und Neuentwicklung von Technik und Dienstleistungen Schritt zu halten. Doch welcher Zugänge kann sich der Mitarbeiter bedienen, um Wissen zu erlangen? Wie kann man die Berufsausbildung so gestalten, dass man eine bestmögliche Vorbereitung auf die Anforderungen, die der Beruf stellt, garantieren kann und wie kann der Transformationsprozess von Wissen in Arbeitsleistung möglichst effektiv umgesetzt werden? Antworten auf diese Fragen versucht das Fachgebiet der betrieblichen Bildungsarbeit zu finden. Unter betrieblicher Bildungsarbeit sind „prinzipiell alle Trainings-, Qualifizierungs- und Berufsbildungsmaßnahmen zu verstehen, die unmittelbar im Unternehmen stattfinden oder von diesem durchgeführt, veranlasst oder verantwortet werden.“ (Dehnbostel 2010, S. 4). Zentral ist dabei die Verbindung des Lernens mit dem Arbeiten, im Zuge dessen unter anderem versucht wird neue Lernformen in die Arbeit zu integrieren (vgl. Dehnbostel 2010, S. 4). Eine zentrale Wichtigkeit wird dabei der Lernart des informellen Lernens beigemessen. Diese Hausarbeit setzt sich mit dem informellen Lernen auseinander und untersucht Ansätze, wie diese Lernart in betriebliche Lernformen integriert werden kann. Es soll die These verfolgt werden, dass mit Hilfe von betrieblichen Lernformen, die informelles Lernen beinhalten, berufliche Handungskompetenz erlangt werden kann. Neben den Ansatzmöglichkeiten der Integration informellen Lernens in betriebliche Bildungsformen sollen Forschungsergebnisse einer Untersuchung in Klein- und Mittelbetrieben der Informationstechnologiebranche (IT-Branche) als zentraler Indikator dienen. Anhand derer soll gezeigt werden, welchen Stellenwert informelles Lernen innerhalb der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter eines Betriebes einnimmt. Außerdem sollen Kritikpunkte und Verbesserungsansätze aufgezeigt werden, die unter anderem im Rahmen der Untersuchung aufgeworfen wurden.
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Beginnend mit der Definition der Begriffe informelles Lernen, betriebliche Lernformen und berufliche Handlungskompetenz soll in einem weiteren Schritt gezeigt werden, welche Möglichkeiten sich bieten informelles Lernen in betriebliche Lernformen zu integrieren. Anschließend wird dargestellt, wie informelles Lernen in Klein- und Mittelbetrieben der IT-Branche zur Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern genutzt wird. Daraufhin soll die Umsetzung der Integration informellen Lernens in betriebliche Lernformen eine kritische Würdigung finden und Kritikpunkte sowie Verbesserungsvorschläge aufgeführt werden. Abschließend wird im Schlussteil die Leitfrage nach dem Erlangen beruflicher Handlungskompetenz mit Hilfe informellen Lernens nochmals aufgegriffen und geprüft, ob sie im Hauptteil beantwortet wurde. Zudem werden die Forschungsergebnisse zusammengefasst und eine Bewertung dieser vorgenommen.
2. Hauptteil
2.1 Begriffsdefinition informelles Lernen
Bevor man sich mit dem informellen Lernen in der Arbeit beschäftigt, muss man den Begriff differenziert erklären und von anderen Begriffen abgrenzen. Der Begriff des informellen Lernens wird in unterschiedlichen Disziplinen und Fachrichtungen unterschiedlich definiert, sodass es eine Fülle an Auffassungen und Erklärungen dieser Lernart gibt. Für diese Hausarbeit soll informelles Lernen als ein Lernen in der Arbeit verstanden werden, welches sich durch „Erfahrungen, die in und über Arbeitshandlungen gemacht werden“ (Dehnbostel 2010, S. 37) auszeichnet. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass es nicht institutionell organisiert ist. Außerdem bewirkt es ein Lernergebnis, welches aus „Situationsbewältigungen und Problemlösungen in der Arbeit hervorgeht“ (Dehnbostel 2010, S. 37) und bedient sich normalerweise keiner pädagogischen Begleitung.
Zusätzlich muss man den Begriff in Erfahrungslernen bzw. reflexives Lernen und implizites Lernen unterteilen. Häufig wird informelles Lernen gleichgesetzt mit dem Begriff Erfahrungslernen. Dabei handelt es sich wiederum um eine unterschiedlich definierte Lernart, die man als „eine persönliche, biographisch und sozial-kulturell bedingte Umwelterfassung des Menschen“ betrachten kann (Dohmen 2001, S.30), bei der sinnliche Eindrücke, die in der Auseinandersetzung mit der Umwelt entstehen, vergleichend zugeordnet werden und sich durch die Verknüpfung mit Vorstellungszusammenhängen verdichten (vgl. Dohmen 2001, S. 30). Dem Erfahrungslernen wird meistens das reflexive Lernen gleichgesetzt. Hierbei werden unter der Voraussetzung, dass Handlungen z. B. mit Problemen verbunden sind, „Erfahrungen in Reflexionen eingebunden und führen zur
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Erkenntnis“ (Dehnbostel 2010, S. 40). Den Gegensatz zu Erfahrungslernen bzw. reflexivem Lernen bildet das implizite Lernen, welches allgemein als nichtintendiert, unbewusst und nicht zu verbalisierendes Lernen definiert wird und auf einer unwillkürlichen Aufmerksamkeit beruht, am Ende aber meistens zu einem erfolgreichen Handeln und dem Erlangen einer praktischen Handlungskompetenz führt (vgl. Dohmen 2001, S. 36). Der Lernende richtet seine Aufmerksamkeit weniger auf das Lernen an sich, als auf das angestrebte Handlungsziel und die Bewältigung der Situation (vgl. Dohmen 2001, S.37). Um das informelle Lernen genauer zu erfassen, muss man es vom formellen Lernen, also dem „künstlich arrangierten, didaktisch präparierten, erfahrungsfern-abstrakten, theoretischverbalen Nachlernen dessen, was es schon an fertigem Wissen gibt“ (Dohmen 2001, S.29), abgrenzen. Im Folgenden soll formelles Lernen als „auf die Vermittlung festgelegter Lerninhalte und Lernziele in organisierter Form gerichtet“, verstanden werden (Dehnbostel 2010, S. 37), welches sich durch einen organisierten Rahmen, einer Orientierung an didaktisch-methodischen Kriterien, einer Überprüfbarkeit der Lernergebnisse und der Anwesenheit einer lernbegleitenden Person auszeichnet (vgl. Dehnbostel 2010, S. 37).
2.2 Begriffsdefinition betriebliche Lernformen
Definitorisch herrscht wenig Einigkeit darüber wie sich der allgemeine Begriff Lernform einheitlich beschreiben lässt. Im weiteren Verlauf soll der Definitionsansatz der betrieblichen Bildungsarbeit gelten, die Lernformen, präzisierter gesagt betriebliche Lernformen als „Lernorganisationsformen“ versteht, die sich vorrangig „auf die organisatorisch-strukturelle Seite des Lernens“ beziehen (Dehnbostel 2010, S. 69). Sie vereinigen Elemente der betrieblichen Arbeitsorganisation mit denen einer gezielten, professionell pädagogischen Lern- und Weiterbildungsgestaltung (vgl. Molzberger 2007, S. 232). Hinzu kommen betriebliche Lernformen, die nicht fest in die Betriebsorganisation integriert sind, sondern „temporär und fluide in die Arbeitsorganisation einfließen“ (Molzberger 2007, S. 232). Betriebliche Lernformen haben den Anspruch neben den qualifikatorischen Erfordernissen der Arbeit, auch die individuelle Kompetenzentwicklung zu berücksichtigen (Vgl. Dehnbostel 2010, S. 70). Neuere Lernformen, in der Literatur auch als arbeitsbezogene Lernformen bezeichnet (vgl. Molzberger 2007, S. 232), zeigen, dass man Lernen und Arbeiten im Arbeitsprozess selbst verbinden kann. Als Beispiel hierfür soll die Lerninsel dienen. Diese zeichnet sich als ein „mit Lernausstattungen angereicherte[r]“ Arbeitsplatz aus, an dem „reale Arbeitsaufträge bearbeitet werden und eine Qualifizierung stattfindet“ (Dehnbostel 2010, S. 73). Die zu bearbeitenden Aufträge „bieten durch Komplexität, Problemhaltigkeit und Variantenreichtum Möglichkeiten und Anreiz zum Lernen“ (Dehnbostel 2010, S. 74).
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Arbeit zitieren:
Daniel Zäck, 2010, Kann mit Hilfe der Integration von informellem Lernen in betriebliche Lernformen berufliche Handlungskompetenz erlangt werden?, München, GRIN Verlag GmbH
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