Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 1
1. 1
2. Hauptteil 3
2. 3
2.1 Definition Benachteiligung und Formen von Beeinträchtigung. 3
2.2 Definition Übergangssystem 6
2.3 Darstellung der aktuellen Problemstellung in der beruflichen 7
Benachteiligtenforschung 7
2.4 Qualifizierung des pädagogischen Personals 9
2.5 Vorstellung eines Konzepts zur individuellen Benachteiligtenförderung 11
2.5 11
3. Schluss 13
3. 13
Literaturverzeichnis 15
Literaturverzeichnis 15
Literaturverzeichnis 15
1
1
1. Einleitung
„Wer keinen Ausbildungsplatz findet, kann entweder den Kopf in den Sand stecken. Oder man kann zusätzliche Qualifikationen erwerben und dann im nächsten Jahr allen anderen die Nase lang machen, indem man seine Traumausbildung ergattert.“ 1 Dieses Zitat entstammt der Internetpräsenz der Arbeitsgemeinschaft Bildung für Deutschland, die eine Kooperation zwischen Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und Politik forciert und ein Informationsangebot bereitstellt, um auf die Bildungsbedürfnisse in der Bundesrepublik Deutschland einzugehen. Die Aussage enthält mehrere wichtige Nachrichten. Es wird den Menschen ohne Berufsausbildung in Aussicht gestellt ihren favorisierten Beruf erlernen zu können, wenn sie sich in der Zwischenzeit zusätzliche Qualifikationen aneignen. Gleichzeitig wird sich aber auch an diejenigen gewendet, die Bildungsangebote nicht annehmen und resignieren. Das Zitat soll einerseits junge Menschen dazu motivieren sich zu qualifizieren, um eine bessere Ausgangslage bei der Bewerbung für einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Andererseits beschönigt es aber auch die Situation der Menschen ohne berufliche Ausbildung und stellt ihre Lage sehr vereinfacht dar. Die Klientel, an die sich die Arbeitsgemeinschaft Bildung für Deutschland mit dieser Aussage richtet, unterscheidet sich in ihren Kompetenzen, Stärken, Schwächen und persönlichen Problemen. Zum einen ist diese Klientel in sich heterogen, zum anderen ist sie äußerst differenziert von einem etwaigen Durchschnitt zu betrachten. Es bedarf folglich eines speziellen Umgangs mit der Zielsetzung gesellschaftliche Benachteiligung durch eine fundierte Berufsausbildung zu sichern. Die Berufs- und Wirtschaftspädagogik forciert die Arbeit an diesem Problemfeld nicht erst seit der aufkommenden Integrationsdebatte in der Bundespolitik. Diese Ausarbeitung soll den aktuellen Forschungsstand hinsichtlich einer Reform des sogenannten Übergangsystems, insbesondere im Bereich der Berufs-und
Wirtschaftspädagogik skizzieren. Dabei soll die These verfolgt werden, dass mit Hilfe einer grundlegenden Professionalisierung des pädagogischen Personals und moderner Konzeptionen zur Benachteiligtenförderung, Menschen mit einer Beeinträchtigung ein selbstbestimmtes Leben innerhalb einer Gesellschaft ermöglicht werden kann. Neben der Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstands, welcher die angesprochene Thematik behandelt, sollen Problemstellungen und Forschungsfragen herausgestellt werden. Dies soll durch aktuelles Zahlenmaterial unterstrichen werden. Außerdem wird ein Förderkonzept zur Umsetzung von individueller Förderung exemplarisch vorgestellt. Beginnend mit der Schaffung einer definitorischen Grundlage für den Begriff der Benachteiligung und den verschiedenen Formen von Beeinträchtigung, soll in einem weiteren Schritt das bildungspolitische Konstrukt des Übergangssystems vorgestellt werden.
1 Arbeitsgemeinschaft Bildung für Deutschland 2009.
2
Anschließend wird die Problematik, die das Übergangssystem für die
Berufsbildungsforschung darstellt anhand von Zahlenmaterial aus dem Berufsbildungsbericht genauer beleuchtet. Daraufhin sollen die wissenschaftlichen Erkenntnisse bezüglich einer Reformierung der Qualifizierung des pädagogischen Personals, welches an der Betreuung, Unterrichtung und Förderung der Klientel im Übergangssystem beteiligt ist, beleuchtet werden. Im Anschluss wird ein Konzept, welches für die individuelle Förderung Benachteiligter entwickelt wurde, exemplarisch für viele moderne Bemühungen einer Reform des Übergangssystems, dargestellt. Gleichzeitig sollen die untersuchten Ansätze, die alle das Ziel verfolgen Menschen eine berufliche Ausbildung zu ermöglichen, einer kritischen Bewertung unterzogen werden. Abschließend wird im Schlussteil die Leitfrage nach dem Beitrag, den eine Professionalisierung des pädagogischen Personals und moderne Konzepte zur Benachteiligtenförderung leisten können, um Menschen ein ökonomisch gesichertes gesellschaftliches Leben zu ermöglichen, nochmals aufgegriffen und geprüft, ob sie im Hauptteil beantwortet wurde. Zudem werden die Forschungsergebnisse zusammengefasst und eine Bewertung dieser vorgenommen.
2. Hauptteil
2.1 Definition Benachteiligung und Formen von Beeinträchtigung
Ehe man sich mit dem Ermöglichen einer gesellschaftlichen Teilhabe benachteiligter Menschen durch gezielte Förderung beschäftigt, muss eine Definitionsbasis für den Begriff Benachteiligung geschaffen werden. Zusätzlich sollen einige der untergeordneten Formen von Beeinträchtigung kurz angerissen und vorgestellt werden, um einen Einblick in das weite Feld der Herausforderungen im Bereich der Benachteiligtenförderung in der Berufsbildung zu gewähren. Im Folgenden soll ein einheitliches Verständnis von Benachteiligung und den eingeschlossenen Formen geschaffen werden, welches als Grundlage für die Beschreibung der untersuchten Klientel in dieser Ausarbeitung dienen soll. Der Begriff Benachteiligung wurde erstmals wissenschaftlich, als auch politisch durch das Benachteiligtenprogramm des damals bestehenden Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft diskutiert. 2 Der Begriff gilt heute als fester gesetzlich verwendeter Begriff. So definiert das Sozialgesetzbuch „individuell beeinträchtigte und sozial benachteiligte junge Menschen“ 3 als Zielgruppe der Jugendsozialarbeit. Benachteiligung kann jedoch nicht den Anspruch erfüllen das eigentlich „gemeinte Gegenstandsfeld“ 4 vollends zu erfassen. Die Berufspädagogik sieht sie als ein offenes Forschungsfeld an, welches weit gefasst
2 Vgl. dazu BIBB 2005, S. 5.
3 Fühlbier 2001, S.1.
4 Bojanowski, et. al. 2005, S. 11.
3
Jugendliche ohne Berufsausbildung beschreibt. Der Begriff kann sich einer differenzierten als auch kritischen Einschätzung nicht entziehen, da er diskriminierend wirken könnte. Für diese Ausarbeitung soll Benachteiligung und deren Förderung als die Gesamtheit, der auf den Beruf bezogenen schulischen, betrieblichen und außerschulischen Fördermaßnahmen und deren Träger, Akteure und Institutionen gelten. Auch wenn die Wissenschaft unterschiedliche Termini benutzt, so gilt als allgemein anerkannt, dass sich Fördermaßnahmen den Schwierigkeiten einer Gruppe von Jugendlichen annehmen, die aufgrund individueller Probleme oder ungünstigen sozialen Lebensverhältnissen existent sind. 5 Die Benachteiligtenforschung fasst sämtliche „wissenschaftliche und gedankliche Forschungsaktivitäten“ 6 innerhalb und zu diesem Feld zusammen. Die Benachteiligung umschließt auch das Begriffsfeld der Beeinträchtigung. Als beeinträchtigt werden Jugendliche bezeichnet, in deren Leben äußere Rahmenbedingungen und individuelle Voraussetzungen negativ zusammenwirken. 7 Beeinträchtigungen, die durch äußere Einflüsse hervorgerufen werden, sollen an dieser Stelle nicht fokussiert werden und daher nur exemplarisch vorgestellt werden. So stellt beispielsweise ein Mangel an Ausbildungsplätzen einen Einfluss durch den Arbeitsmarkt dar, ein unterdurchschnittlicher Hauptschulabschluss zählt zu den Einflüssen des Schulsystems oder das Auswahlverfahren eines Ausbildungsbetriebs zu den betrieblichen Einflüssen. Vielmehr sollen die individuellen Voraussetzungen behandelt werden, die zu einer fehlenden „Bindungsstabilität“ 8 führen, die wiederum „negative Gefühle“ 9 hervorrufen, welche in ein Misstrauen gegenüber den eigenen Fähigkeiten und dem arbeitsbezogenen Umfeld münden. Diese Faktoren können dann zu lernbezogenen, personenbezogenen und motivationsbezogenen Beeinträchtigungen führen, welche wiederum einem ökonomisch gesicherten und in einer Gesellschaft partizipierenden Leben im Wege stehen können. Die drei angesprochenen Formen von Beeinträchtigung dürfen dabei nicht getrennt voneinander betrachten werden, sondern in einem reflexiven Verhältnis. Die Ursachen für eine Beeinträchtigung als auch die Form ihrer Ausprägung sind so verschieden, wie die Individuen selbst.
Unter dem Überbegriff „Beeinträchtigung im Lernbereich“ 10 , der alle durch Lernschwierigkeiten benachteiligte Jugendliche betrifft, lassen sich die Begriffe Lernbehinderung, Lernschwäche, Teilleistungsschwäche und schließlich die lernbezogene Beeinträchtigung bzw. Lernbeeinträchtigung zusammenfassen. Die Lernschwäche kann als eine „qualitative Stufe einer Lernstörung“ 11 angesehen werden, bei der die Störung weder
5 Vgl. dazu Bojanowski, et. al. 2005, S. 11.
6 Ebenda
7 Vgl. dazu BMBF 2002
8 Küfner, et. al. 2010, S. 11.
9 Ebenda
10 BMBF 2005, S. 17.
11 Ebenda
4
Arbeit zitieren:
Daniel Zäck, 2010, Benachteiligtenförderung in der beruflichen Bildung – Beitrag der Wissenschaft an der Forderung nach Berufsausbildung für alle, München, GRIN Verlag GmbH
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