Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 2
2. Hauptteil 3
2.1 Kompetenzerwerb 3
2.2 Informelles Lernen. 5
2.3 Validierung von Lernergebnissen 6
2.4 Rolle der informell erworbener Kompetenzen in der europäischen Berufsbildung 7
2.5 Vorstellung eines gemeinschaftlichen Instruments zur Förderung der Transparenz bei
Qualifikationen und Kompetenzen in der Europäischen Union - Europass. 8
2.6 Validierung der Ergebnisse informellen Lernens in den Europass Dokumenten 10
3. Schluss 13
Literaturverzeichnis 14
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1. Einleitung
„Europa [soll] bis zum Jahr 2010 der wettbewerbsfähigste und dynamischste Wirtschaftsraum der Welt werden - der Hauptmotor dieser Entwicklung: die wissensbasierte Gesellschaft“ (Europäischer Rat 2000). Der Europäische Rat formulierte im Jahr 2000 im Rahmen seiner Lissabon-Agenda 1 dieses Ziel für die Zukunft der Europäischen Union. Dabei wird der Gesellschaft und ihrer Funktion als Wissensträger eine zentrale Rolle beigemessen. Nur durch einen hohen Wissensstand und daraus entstehenden ständigen Fortschritt kann die Europäische Union in der Zukunft mit anderen Nationen wie den USA oder China wirtschaftlich Schritt halten. Die berufliche Bildung spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, da sie für die Wissensvermittlung und den Kompetenzerwerb im Prozess der Arbeit verantwortlich zeichnet. Neben der inhaltlichen Arbeit Menschen hochwertige Qualifikationen und Kompetenzen zugänglich zu machen, ist es auch eine Aufgabe der Berufsbildung Instrumente zu entwickeln, um das Angeeignete anzuerkennen, einzustufen und somit vergleichbar zu machen. Die Europäische Union als Wirtschafts- bzw. Bildungsraum muss zukünftig noch stärker von einer Mobilität und Durchlässigkeit zwischen ihren Ländern profitieren, um homogener und somit konkurrenzfähig agieren zu können. Dazu ist eine wachsende Internationalisierung der berufsbezogenen Kompetenzen und Qualifikationen notwendig. Während Abschlüsse und Zertifikate, die in nationalen Kontexten erworben werden immer stärker abnehmen, wächst der Bedarf an Instrumenten, die in Bezug auf die Kompetenzen innerhalb Europas Transparenz schaffen. Wenn man sich mit einer Internationalisierung von Lebensläufen und der internationalen Vergleichbarkeit von Qualifikationen bzw. Kompetenzen beschäftigt, müssen auch die Kompetenzen selbst beleuchtet werden. Denn die aufgrund gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und auch politischer Prozesse veränderten Rahmenbedingungen sorgen nicht nur für die angesprochene Internationalisierung, sondern auch zu einer Abkehr von standardisierten Erwerbsbiographien und Lernformen innerhalb der beruflichen Bildungsarbeit. Die berufliche Erstausbildung dient zunehmend als Einstiegsqualifizierung, der es einer ständigen Aktualisierung durch berufsbezogene Weiterbildung bedarf. Im Zuge dieser Veränderung rückt besonders das lebenslange bzw. -begleitende Lernen in den Fokus. Als ein wichtiger Baustein des lebenslangen Lernens muss sich dabei mit dem informellen Lernen, einer Lernform außerhalb des institutionalisierten Rahmens beschäftigt werden.
1 Die Lissabon-Agenda war ein Programm der Regierungschefs der EU-Staaten, welches 2000 in Lissabon verabschiedet wurde. Sie beinhaltet die Zielsetzung die EU bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. (Vgl. Europäisches Parlament 2000) 2
Diese Hausarbeit setzt sich mit den informell erworbenen Kompetenzen innerhalb der Berufsbildung auseinander und untersucht, inwiefern diese Kompetenzen im europäischen Rahmen validiert werden. Dabei soll ein Instrument zur Förderung der Transparenz bei Qualifikationen und Kompetenzen in der Europäischen Union genauer vorgestellt werdender Europass. Die Teildokumente Europass-Lebenslauf bzw. Europass-Curriculum Vitae (CV), Europass-Sprachenpass und Europass Mobilität sollen auf die Frage hin beleuchtet werden, ob die Ergebnisse informellen Lernens bzw. informell erworbene Kompetenzen validiert werden.
Beginnend mit einer Definition des Kompetenzerwerbs, des informellen Lernens und der Validierung von Lernergebnissen soll in einem weiteren Schritt die Wichtigkeit informell erworbener Kompetenzen für die berufliche Bildung in Europa überprüft werden. Daraufhin wird das Rahmenkonzept des Europass vorgestellt, wobei sich zentral auf die Teildokumente Europass-CV, Europass-Sprachenpass und Europass-Mobilität konzentriert wird. Im Anschluss sollen die angesprochenen Teildokumente auf etwaige Validierungsmöglichkeiten informell erworbener Kompetenzen untersucht werden und innovatives
Unterstützungsmaterial der aktuellen Forschung für dieses Instrument vorgestellt werden. Abschließend wird im Schlussteil die Leitfrage nach der Rolle informell erworbener Kompetenzen in der Berufsbildung und der möglichen Validierung dieser mit Hilfe des Europasses nochmals aufgegriffen und geprüft, ob sie im Hauptteil beantwortet wurde. Zudem werden die Forschungsergebnisse zusammengefasst und eine Bewertung dieser vorgenommen.
2. Hauptteil
2.1 Kompetenzerwerb
Ehe sich mit der Rolle informell erworbener Kompetenzen für die europäische Berufsbildung beschäftigt wird, müssen die Begriffe des Kompetenzerwerbs, des informellen Lernens und der Validierung von Lernergebnissen genauer erläutert werden, um eine definitorische Grundlage für diese Hausarbeit zu schaffen.
Ein Mensch erwirbt im Laufe seines Lebens Kompetenzen, die es ihm persönlich ermöglichen in den verschiedensten Situationen handlungsfähig zu sein. Die Summe aller Kompetenzen rundet das Bild eines Menschen ab und charakterisiert seine Handlungskompetenz. Im Berufsleben ist es eine umfassende berufliche
Handlungskompetenz, die Handlungsfähigkeit bezogen auf Aufgaben- und Problemstellung ermöglicht. Sie setzt sich aus drei Untertypen zusammen. Fachkompetent handelt ein Mensch, der fähig und bereit ist mit Hilfe von Wissen und Können Aufgaben „zielorientiert,
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sachgerecht, methodengeleitet und selbstständig zu lösen und das Ergebnis zu beurteilen“ (Dehnbostel 2010, S. 19). Personalkompetenz beinhaltet das Verhältnis zur eigenen Entwicklung und die „Fähigkeit und Bereitschaft [diese] zu reflektieren und in Bindung an individuelle und gesellschaftliche Wertvorstellungen weiter zu entfalten“ (ebenda). Sie umfasst Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Kritikfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Als Sozialkompetenz gilt die Erfassung und das Verstehen sozialer Beziehungen und Interessen sowie die verantwortungsbewusste Auseinandersetzung und Verständigung. Merkmale wie Kompromissfähigkeit, Standfestigkeit aber auch Einfühlungsvermögen kennzeichnen diese Kompetenzausprägung.
Wie und vor allem wo ein Mensch Kompetenzen erwirbt, ist sehr unterschiedlich. Außerdem ist es wichtig, ob man sich seiner Kompetenzen bewusst ist und wie man damit umgeht. Kompetenzen, die an anderer Stelle ausgebildet worden, können ebenso in einem Arbeitszusammenhang eingesetzt werden wie solche, die im Prozess der Arbeit erlangt wurden. Die Kompetenzen resultieren aus Erfahrungen und können dem Menschen unterschiedlich bewusst werden. Es gibt Erfahrungen, „derer sich der Arbeitende […] selbstverständlich bedient, die ihm aber nicht wirklich bewusst sind“ (Büchele 2002, S. 1). Diese sind nicht reflektiert und der Mensch kann diese Kompetenzen selbst nicht zu seinem „Handlungsrepertoire“ (ebenda, S. 1) zählen. Andere Erfahrungen können sich im Verlauf der Arbeit zu Regelmäßigkeiten verdichten, wenn sie aus einem wiederholten Erleben entstehen. Der Mensch handelt in Folge von „Wenn - dann - Gesetzmäßigkeit[en]“ (ebenda, S.2) und kann Anweisungen zu Arbeitshandlungen sowohl delegieren als auch begründen, solange sie einem Muster aus bekannten Abläufen folgen. Die Kompetenzen, die in unvorhersehbaren Ereignissen abgerufen werden, erfolgen auf die Berücksichtigung von Sinneswahrnehmungen und Werten bei der Beurteilung der jeweiligen Situation. Der Mensch ist sich dabei bewusst, dass sein Urteil situationsbezogen und damit vorläufig ist. Durch die Reflexion über seine Erfahrungen kann er sie kommunizieren und daraus entwachsende Kompetenzen bei sich als auch bei anderen erkennen. Gerade bei Gestaltungsaufgaben, die die Interaktion mit anderen Menschen bedürfen, wie beispielsweise bei Neuentwicklungen oder Experimenten, werden solche Kompetenzen abgerufen. (Vgl. ebenda, S.2) Ausgehend von dieser Beschreibung des Kompetenzerwerbs soll in einem weiteren Schritt das informelle Lernen als eine Lernart näher erläutert und von anderen Begriffen abgegrenzt werden.
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Arbeit zitieren:
Daniel Zäck, 2011, Informell erworbene Kompetenzen in der Berufsbildung , München, GRIN Verlag GmbH
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