Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. 1
1. Einleitung 2
2. Hauptteil 3
2.1 Definitorische Grundlage Nachqualifizierung 3
2.2 Vorstellung des Projekts QPass-Systems für Brandenburg. 3
2.2.1 Ablauf 4
2.2.2 Akteure. 7
2.2.3 Finanzierung 8
2.3 Kompetenzfeststellung. 10
2.4 Stellenwert / Beurteilung 11
3. Schluss. 12
Literatur 14
1
1. Einleitung
Im Bundesland Brandenburg stellt sich im Jahr 2009 folgende Situation dar: 23 Prozent der Geringqualifizierten 1 sind unter 25 Jahre alt und tragen zu einer Arbeitslosenquote von ungefähr 12 Prozent in Brandenburg bei (vgl. Ministerium für Wirtschaft Brandenburg 2010). Damit einhergehend herrscht zudem ein hoher Bedarf an Fachkräften mit einem Bildungsabschluss unterhalb der Fach- bzw. Hochschulebene in diesem Bundesland. Mit Unterstützung des
Beratungsunternehmens BBJ Servis, welches sich auf Dienstleistungen zur Umsetzung europäischer Förderprogramme unter anderem in dem Bereich des Arbeitsmarkts, der Beschäftigung und der beruflichen Aus- und Weiterbildung spezialisiert hat, soll jungen Menschen in der acht Landkreise und zwei kreisfreie Städte umfassenden Region Westbrandenburg die Chance ermöglicht werden, einen anerkannten Berufsabschluss nachzuholen. Dabei wirkt BBJ Servis mit den lokalen Akteuren des Landes, der Landkreise bzw. Städte, der Bundesagentur für Arbeit und den Kammern zusammen.
Die Wichtigkeit dieses Vorhabens wird noch deutlicher bei der Feststellung, dass bundesweit im Bereich der jungen Erwachsenen ein Anteil von zehn Prozent ungelernt ist. Es bedarf folglich einer Fokussierung des Übergangs bzw. der Durchlässigkeit in den Facharbeiterstatus. Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit einem Programm, welches auf die Forderung nach der Schaffung von Möglichkeiten des Nachholens von Schul- und Berufsabschlüssen zu antworten versucht. Am Beispiel des Projekts QPass-System für Brandenburg soll der Frage nachgegangen werden, wie abschlussorientierte Nachqualifizierung als Regelangebot im Rahmen des lebenslangen Lernens im Land Brandenburg etabliert werden kann. Beginnend mit einem Definitionsversuch des Begriffs der Nachqualifizierung, soll das Projekt Q-Pass-System für Brandenburg vorgestellt werden. Dabei wird sowohl auf den Ablauf, die beteiligten Akteure als auch auf die Finanzierung dieses Vorhabens eingegangen. Anschließend soll die Feststellung von Kompetenzen in diesem Zusammenhang beleuchtet werden. Zudem wird das Projekt auf seinen Stellenwert für die abschlussorientierte Nachqualifizierung von jungen Ungelernten untersucht. Abschließend sollen die Ergebnisse dieser Hausarbeit zusammengefasst
1 Formal nicht qualifizierte Menschen (Galiläer 2007, S. 2)
2
und einer kritischen Bewertung unterzogen werden. Dabei wird geprüft, ob die eingangs formulierte These im Hauptteil bestätigt wurde.
2. Hauptteil
2.1 Definitorische Grundlage Nachqualifizierung
Ehe das Brandenburger Projekt zur Bereitstellung von nachträglichen Schul- bzw. Berufsabschlüssen eingehend untersucht wird, soll der Begriff der
abschlussorientierten Nachqualifizierung definiert werden. Die abschlussorientierte Nachqualifizierung dient dazu, Personen, welche der dualen Erstausbildung entwachsen sind, auf eine „Externenprüfung 2 “ (Servicestelle Nachqualifizierung Westbrandenburg 2010, S. 1) vor den Kammern, wie beispielsweise der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder der Handwerkskammer (HWK), vorzubereiten. Dies verläuft in Form eines schrittweisen bzw. modularen Aufbaus unter einer Kooperation zwischen Betrieb und Bildungsdienstleistern. Der gesamte Prozess wird koordiniert durch eine „institutionell verankerte[n] Lern- und Qualifizierungsbegleitung“ (ebenda, S. 1). Zudem kann die Nachqualifizierung auch sozialpädagogisch begleitet werden. Die Eckpunkte solcher Maßnahmen werden durch Bildungscoaching, Kompetenzfeststellung, Finanzierung des Lebensunterhalts und Freistellung nach dem Sozialgesetzbuch II sowie der Qualifizierung gebildet. (Vgl. Servicestelle Nachqualifizierung Westbrandenburg 2010) Für den Inhalt dieser Arbeit soll diese Definition als Grundlage dienen.
2.2 Vorstellung des Projekts QPass-Systems für Brandenburg
Die Einführung des Projekts QPass-System für Brandenburg verfolgt die Zielstellung im Rahmen des lebenslangen Lernens im Land Brandenburg eine abschlussorientierte Nachqualifizierung als Regelangebot zu etablieren. Die Zielgruppe wird dabei von langzeitarbeitslosen Menschen gebildet, die länger als ein Jahr Arbeitslosengeld II 3 beziehen oder Personen im Alter zwischen 25 und 35
2 § 45 Abs. 2 BBiG bzw. § 37 Abs. 2 HwO
3 Arbeitslosengeld II können alle erwerbsfähigen leistungsberechtigten Personen im Alter von 15
Jahren bis zur gesetzlich festgelegten Altersgrenze zwischen 65 und 67 Jahren erhalten. Der
Regelbedarf deckt pauschal die Kosten für Ernährung, Kleidung, Haushaltsenergie (ohne Heizung
3
Jahren, die über mindestens ein Jahr Arbeitserfahrung verfügen bzw. an einer beruflichen Qualifizierungsmaßnahme erfolgreich teilgenommen haben. (Perspektive Berufsabschluss / BBJ Servis GmbH 2010, S. 2) Zentrale Bedeutung wird bei diesem Vorhaben einem regionalen Netzwerk beigemessen, das die Einbindung vorhandener Netzwerke und Akteure koordiniert. Die eingerichtete Servicestelle Nachqualifizierung Westbrandenburg, gebildet durch die BBJ Servis GmbH, tritt selbst nicht als Träger in Erscheinung, sondern agiert als Bindeglied zwischen den Akteuren und versteht sich als Moderator des angesprochenen Netzwerks. Ihre Arbeit wird durch einen Projektbeirat unterstützt, der sich unter anderem aus Vertretern des Arbeits- und Bildungsministerium des Bundesland Brandenburgs, der IHK und HWK sowie der Agenturen für Arbeit zusammensetzt. Als Instrumente zur Erreichung der genannten Ziele werden Bedarfsanalysen angefertigt, fachspezifische Workshops angeboten, Fachtagungen abgehalten, neue Entwicklungslinien zu Handlungsfeldern der Nachqualifizierung sowie Handreichungen und Leitfäden herausgegeben und ein Webportal für das Projekt betrieben. (Vgl. Schubert 2009)
Im Folgenden soll das QPass-System für Brandenburg anhand seines Ablauf bzw. Aufbaus, seiner partizipierenden Akteure und seiner Finanzierung vorgestellt werden.
2.2.1 Ablauf
Um die abschlussorientierte Nachqualifizierung nachvollziehen zu können, muss man sich den Ablauf des Projekts vor Augen führen.
Zentrales Element bildet der Betrieb als Lernort. Dieser kann jedoch in der Regel nicht alle Inhalte des Ausbildungsberufs mit seinen zur Verfügung stehenden Ressourcen vermitteln. Daher kooperieren im Rahmen des QPass-Systems Betriebe mit Bildungsdienstleistern und Oberstufenzentren 4 bzw. Berufsschulen. Aus dieser Tatsache ergibt sich ein weiterer möglicher Qualifizierungsweg. So kann auch der
und Warmwassererzeugung), Körperpflege, Hausrat, Bedürfnisse des täglichen Lebens sowie in
vertretbarem Umfang auch Beziehungen zur Umwelt und die Teilnahme am kulturellen Leben ab.
Einen Anspruch auf den vollen Regelbedarf haben Alleinstehende, Alleinerziehende sowie Volljährige,
deren Partner minderjährig ist. Er beträgt seit dem 1. Januar 2011 bundeseinheitlich 364 €.
(Bundesagentur für Arbeit 2011)
4 Berufsbildende Schule, in der unter einem gemeinsamen Dach verschiedene Bildungsgänge eines
Berufsfeldes zusammengefasst sind. (Vgl. Keller 2010)
4
Arbeit zitieren:
Daniel Zäck, 2011, Wie kann abschlussorientierte Nachqualifizierung als Regelangebot im Rahmen des lebenslangen Lernens im Land Brandenburg etabliert werden?, München, GRIN Verlag GmbH
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