Gliederung:
1. Einführung S.2
2. Der Calvinismus S.2
3. Max Weber und der Calvinismus S.5
4. Fazit S.6
5. Literaturverzeichnis S.9
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1. Einführung:
Diese schriftliche Ausarbeitung bezieht sich auf den Calvinismus, welcher im Seminar „Persönlichkeitsentwicklung unter den Bedingungen der Moderne“ aufgrund der Auseinandersetzung mit Max Webers „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ behandelt worden ist. In dieser Arbeit möchte ich als erstes auf den Calvinismus eingehen, deutlich machen, was man darunter versteht und die Hauptmerkmale des Calvinismus hervor heben. Da es den Umfang dieser Arbeit sprengen würde, gehe ich ausschließlich auf den Calvinismus und die Grundidee dessen ein und werde nicht die Lebensgeschichte des Begründers erläutern. Anschließend beziehe ich mich auf Max Weber, der in seiner Arbeit „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ den Calvinismus nennt und speziell auf ihn eingeht. Abschließend werde ich in meinem Fazit den Calvinismus, wie ihn Weber verstanden hat, mit meiner Definition vergleichen und eventuelle Unterschiede, wie aber auch Gemeinsamkeiten aufzeigen.
2. Der Calvinismus
Der Calvinismus ist auf den aus Frankreich stammenden Reformisten Jean Calvin zurückzuführen (vgl. Rublack U. 2003, S. 145). Er gilt als Begründer des Calvinismus und als wichtigster Reformist neben Martin Luther in der Reformationszeit (vgl. Rublack U. 2003, S. 144). „Er entwickelte eine an der Lebenspraxis orientierte christliche Ethik des guten Maßes und gesellschaftlich zivilen Verhaltens, während Luther die Dramatik und Unausweichlichkeit des trotz aller Bemühungen immer wieder in Sünden zurückfallenden menschlichen Daseins betonte“ (Rublack U. 2003, S. 146). Desweiteren galt Calvin als sehr tugendhaft, hatte ein hohes Maß an Integrität, Verlässlichkeit und Aufrichtigkeit (vgl. Rublack U. 2003, S. 149). Ohne Calvins Aufenthalt in Genf hätte sich der Calvinismus nie so entfaltet, wie er es letztlich doch getan hat (vgl. Rublack U. 2003, S. 153). In Genf konnte er die Legitimationskraft und die Ressourcen lokaler Institutionen zur Durchsetzung seiner Überzeugungen nutzen und seine Ideen verbreiten (vgl. Rublack U. 2003, S. 153). Doch was waren nun seine Überzeugungen? Der Calvinismus galt weniger als eine spezifisch neue protestantische Lehre, als eine erneuerte Glaubensrichtung (vgl. Rublack U. 2003, S. 143). Der Calvinismus stützte sich zwar auf das Luthertum, doch ging er darüber hinaus, indem er noch drastischer die katholischen Traditionen brach, als es das Luthertum tat (vgl. Rublack U. 2003, S. 143). So lehnte Calvin Bildobjekte im Kirchenraum ab und verbannte die Musik außer dem unbegleiteten Psalmengesang (vgl. Rublack U. 2003, S. 143). Darüber hinaus verstand er das Abendmahl anders, als es Luther getan hatte. Das Abendmahl war nach Ansicht Calvins
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das Zeichen der Gegenwärtigkeit Christi, welche nicht bestimmbar ist und sich deswegen auch nicht in Brot und Wein wiederfinden lässt (vgl. Rublack U. 2003, S. 143). Der Calvinismus enthält nach heutiger Forschung kein eigenständiges theologisches Grundprinzip, denn meist wählten die Vertreter des Calvinismus und Calvin selber aus bestehenden evangelischen Lehren aus, fassten diese zusammen, radikalisierten Aussagen und versahen sie mit eigenen Akzentuierungen (vgl. Rublack U. 2003, S. 144). Die aber wohl interessanteste und vom Luthertum, aber vor allem von der katholischen Kirche in dieser Hinsicht gänzlich abweichende Einstellung Calvins, bezog sich auf die göttliche Prädestination (vgl. Rublack U. 2003, S. 143). Calvin verstand darunter, dass schon „vor Beginn der Zeit“ durch Gott entschieden wurde, welcher Mensch erwählt ist und welcher nicht. Somit gehörte nur ein gewisser Teil der Menschen zu den Erwählten und zu den Kindern Gottes, die nach ihrem Tod in das „ewige Paradies“ aufsteigen konnten. Entweder war der einzelne Mensch ein erwählter Christ oder ein verdammter Sünder (vgl. Rublack U. 2003, S. 143). Damit entstand bei den Menschen immer wieder aufkommende Angst und die Frage, ob sie nun erwählt seien oder nicht. Im Gegensatz zum Calvinismus konnte im Katholismus dem Mensch verziehen werden. Er hatte Freiheit in seinem Handeln und konnte durch die erhoffte Gnadengabe Gottes im Nachhinein wieder von den Sünden befreit werden, solang er Buße tat. Calvin stürzte die Menschen mit seiner Theorie und Glaubensrichtung in eine Art Unwissen, doch sollten sich diese nicht in die Abgründe des unbegreiflichen Ratschlusses Gottes stürzen (vgl. Rublack U. 2003, S. 144). Denn wer im Glauben mit Jesus Christus wahrhaft verbunden ist, darf sich ganz sicher sein, dass er zu den Erwählten gehört (vgl. Rublack U. 2003, S. 144). „Eine individuelle Selbstbefragung war nur als traditionelle Rechenschaft über die fromme Aufrichtigkeit wichtig“ (Rublack U. 2003, S. 144). Calvin meint hier, dass der Mensch als Individuum aufgrund des ständigen Selbstzweifelns, ob er nun erwählt sei oder nicht, sich ängstlich und verlassen fühlte. Doch gerade dieser Selbstzweifel, Selbstbefragung und die Angst, welche aus der Unwissenheit resultiert, gilt nach Calvin als Epiphänomen, entscheidend waren die gemeinschaftlichen Gottesdienste, Gebete und Abendmahle, die den Glauben stärken sollten. So war das Individuum auf der einen Seite auf sich alleine gestellt, auf der anderen Seite schweißte diese Angst, die Frage, ob man nun „dazu gehört“, die Glaubensgemeinschaft zusammen (vgl. Rublack U. 2003, S. 144).
Für Calvin war eine Glaubensgemeinschaft oder eher eine allgemeine Gemeinschaft sehr wichtig. So wurde das Elend der Menschen untereinander geteilt. Doch nicht jeder konnte in dieser Gruppengemeinschaft Mitglied werden. Der Calvinismus entwickelte eine christliche Lebenspraxis, in der die Leidenschaft gezügelt, Vernunft und Gefühl angemessen balanciert und zur Ehre Gottes ausgerichtet waren (vgl. Rublack U. 2003, S. 146). Wer sich nicht
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Arbeit zitieren:
Johannes Keller, 2008, Der Calvinismus - ein Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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