Generation - Mediennutzung Jugendlicher - Onlinespiele 1
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
1.1 Begriffskl arung 2
1.2 Die Bedeutung des Internet (f ur Jugendliche) 2
2 Formen der Interaktion im Internet 4
2.1 Asynchrone Kommunikation im Internet 4
2.1.1 Unidirektionale (asynchrone) Kommunikation 5
2.1.2 Bidirektionale (asynchrone) Kommunikation 6
2.2 Synchrone Kommunikation im Internet 8
2.3 Onlinespiele und Kommunikation 10
3 Browserbasierte Spiele 12
4 Ego-Shooter 14
4.1 Die Entstehung des Ego-Shooters 14
4.2 Shooter im sozialen Blickfeld 18
5 Massively Multiplayer Online Games 21
6 Weniger verbreitete Onlinespielarten 24
6.1 MUDs 25
6.2 Onlinecasinos und Pokerr aume 26
6.3 Rundenbasierte Spiele per E-Mail 27
Abbildungsverzeichnis 28
Quellenverzeichnis 29
Generation @ - Mediennutzung Jugendlicher - Onlinespiele 2
1 Einleitung
1.1 Begriffskl¨ arung
Kommunikation im Internet
Der Begriff der Kommunikation im Internet, der in ¨ ahnlichen Studien g¨ angig ist und auch in dieser Arbeit wiederholt auftreten wird, ist nicht besonders g¨ unstig gew¨ ahlt, da er nicht eindeutig ist. Das Internet als solches besteht weitestgehend aus Computern, die durch Netzwerke miteinander in Kontakt stehen. Aus diesem Grund kann der o.g. Terminus die Kommunikation zwischen den einzelnen Computern meinen. In computerwissenschaftlichem Zusammenhang ist dies sogar eine ¨ ubliche Ausdrucksweise. In den Geisteswissenschaften und ¨ uberall dort, wo es vorrangig um den
Menschen anstatt Computersysteme geht (ebenso in der vorliegenden Arbeit), ist damit etwas anderes gemeint, n¨ amlich die Kommunikation zwischen verschiedenen Menschen, die mit Hilfe des Internet, bzw. den Computern, die per Internet miteinander verbunden sind, stattfindet: computervermittelte Kom-
munikation 1 .
1.2 Die Bedeutung des Internet (f¨ ur Jugendliche)
Seit etwa 1993 hat das Internet sowohl schnell, als auch bedeutend an kultu-
reller Bedeutung gewonnen 2 .
Ein Werbespot ohne www-Adresse zum Weiterinformieren ist kaum noch denkbar. Ebenso bieten alle grossen Zeitungen auf ihrer Webseite die Schlag-zeilen zum online 3 Lesen an. Politische Parteien benutzen ihre Webseiten als eines der gr¨ ossten Medien, um ¨ uber sich zu informieren. Gerade junge Leute
sollen hiermit angesprochen werden, da diese oft zum Nichtw¨ ahlen tendieren. Es ist mittlerweile m¨ oglich, ¨ uber das Internet fernzusehen, sogar einzukaufen. Vom t¨ aglichen Bedarf an Lebensmitteln ¨ uber Antiquit¨ aten bis hin zu Einfa- 1 Batinic, Bernad:Internet f¨ ur Psychologen, S. 268 (entsprechendes Kapitel geschrieben
von D¨ oring, Nicola)
2 D¨ oring, Nicola: Sozialpsychologie des Internet, S. 27 ff
3 englisch: online = verbunden, analog dazu: offline = nicht verbunden; Diese beiden
Begriffe werden allgemein verwendet, um eine Verbindung zum Internet zu spezifizieren.
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milienh¨ ausern sind dem Handel im Internet keine Grenzen gesetzt. Auch das
Verkaufen ist z.B. bei Ebay 4 oder Amazon 5 an der Tagesordnung. Ebenso bietet das Internet ein breites Spektrum an Spielm¨ oglichkeiten, die Nachbildung bzw. Verlegung traditioneller Brettspiele auf Internetplattformen ist dabei nur ein sehr kleiner Teil.
Nicht besonders kompliziert ist es auch, sich als Privatperson eine eigene Internetpr¨ asenz zu schaffen. Wie diese aussieht, liegt allein beim Inhaber der entsprechenden Seite, wodurch es nicht immer einfach ist, am Schein einer Seite das Sein richtig zu erkennen.
Inzwischen ist es sogar m¨ oglich, ein zweites, virtuelles Leben in fiktiver
Umgebung zu leben 6 . Der Traumberuf kann hier ergriffen werden, vermasselte Chancen k¨ onnen hier erneut angegangen werden, einer experimentellen Lebensplanung steht nichts mehr im Wege. Alles, was es im wirklichen Leben gibt, gibt es dort auch, eine W¨ ahrung, Berufe, Freunde, St¨ adte- und Land-Strukturen, Firmen und ironischerweise sogar virtuelle online-Aktivit¨ aten. Da die virtuelle W¨ ahrung in US-Dollar konvertiert werden kann, erfordert die Mitgliedschaft die Vollj¨ ahrigkeit. Da Simulation eines zweiten Lebens eine starke Anziehungskraft auf junge Menschen aus¨ ubt, gibt es eine Variante f¨ ur Min-derj¨ ahrige 7 , in der ein Basisaccount kostenlos ist. Nur f¨ ur erweiterte Funktionen wie Landeigentum und darauf wirtschaftliche Aufbaum¨ oglichkeiten muss ein monatlicher Beitrag gezahlt werden.
Neben der scheinbar endlosen Menge an Informationen, auf die mit Hilfe des Internet zugegriffen werden kann, ist die Kontaktaufnahme zu anderen Menschen ¨ uber das Internet ein wesentlicher Punkt. Hierbei ist es zwar etwas gew¨ ohnungsbed¨ urftig, aber dennoch naheliegend, dass beide Gespr¨ achspartner sich nicht unbedingt kennen m¨ ussen, um Smalltalk, wissenschaftliche oder auch intime Gespr¨ ache zu f¨ uhren. Da 62% der deutschen Haushalte einen In-
ternetzugang haben 8 , werden diese M¨ oglichkeiten auch viel genutzt. Auf diese Weise hat sich das Internet zu einem wichtigen Kommunikationsmedium eta- 4 www.ebay.de, Internetplattformum (fast) alle denkbaren Artikel zu kaufen und zu
verkaufen
5 www.amazon.de, Online-Versandhandel, bei der auch private Leute Artikel verkaufen
k¨ onnen
6 www.secondlife.com
7 teen.secondlife.com
8 ARD/ZDF Onlinestudie Mai 2007
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bliert und steht dem Brief oder dem Telefon in nichts nach. Ein Teil dieser traditionellen Medien l¨ asst sich sogar komplett durch das Internet ersetzen, das ist oft nur eine Geschmacksfrage.
Das Internet unterliegt schnellem Wandel und ist sehr technikgebunden, zus¨ atzlich liefert es eine Unmenge an Kommunikationsm¨ oglichkeiten, M¨ oglichkeiten zur Selbstdarstellung und nicht zu vergessen mannigfaltige M¨ oglichkeiten, seine Freizeit auf interessante Weise zu f¨ ullen. Diese Aspekte machen das
Internet oft zum Medium Nummer 1 bei Jugendlichen. Keinen ICQ-Account 9 zu haben, nicht zu wissen, was ein Chat-Room 10 ist oder youtube 11 nicht zu kennen geh¨ ort bei jungen Menschen der Vergangenheit an.
2 Formen der Interaktion im Internet
Da es in dieser Arbeit vorrangig um das Internet als Unterhaltungsmedium (in Form von Spielen) geht, muss zuerst erl¨ autert werden, dass es verschiedene Ka-tegorien der Interaktion im Internet gibt, da diese bei Spielen verschiedenster Art Anwendung finden.
Grob werden zwei Kommunikationsarten im Internet unterschieden, die asynchrone (zeitversetzte) und die synchrone (zeitgleiche) Kommunikation.
2.1 Asynchrone Kommunikation im Internet
Asynchrone Kommunikation bedeutet, dass eine Nachricht nicht unbedingt so-fort beim Adressaten ankommt, sondern in einer Art Sammelstelle zwischengelagert wird. Der Empf¨ anger ist selbst daf¨ ur verantwortlich, regelm¨ assig diese Sammelstelle zu ¨ uberpr¨ ufen, ob es neue Nachrichten f¨ ur ihn gibt. Ein Beispiel f¨ ur asynchrone Kommunikation, losgel¨ ost vom Internet, ist z.B. der Brief. Der Briefkasten an der T¨ ur ist hier die Sammelstelle, die regelm¨ assig geleert werden muss.
Es ist jedoch nicht immer m¨ oglich auf dem gleichen Kommunikationsweg zu antworten, deshalb ist es erforderlich, die asynchrone Kommunikation im
9 Programm zum chatten, zum online unterhalten; www.icq.com ist nur eine von vielen
Chat-Protokollen.
10 virtueller online-Raum, in dem die Personen miteinander Gespr¨ ache f¨ uhren
11 www.youtube.com, Internetplattform um Videoclips aller Art zu tauschen
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Internet erneut zu unterteilen.
2.1.1 Unidirektionale (asynchrone) Kommunikation
Man spricht von unidirektionaler Kommunikation, wenn der Empf¨ anger einer Nachricht f¨ ur eine Antwort auf ein anderes Medium ausweichen muss, oder aber ihm die M¨ oglichkeit zur Antwort g¨ anzlich verwehrt bleibt. Das Ver¨ offentlichen einer Zeitung ist z.B. unidirektional, da es, um eine Antwort zu schreiben, erforderlich ist, auf den Brief umzusteigen, was ein anderes Kommunikationsmedium darstellt.
Im Internet gibt es die folgenden asynchronen, unidirektionalen Kommunikationsmittel:
• E-Mail 12 ohne Absender
Eine E-Mail ist das Kommunikationsmittel im Internet, welches dem herk¨ ommlichen Brief am ¨ ahnlichsten ist. Analog wird eine Adresse ben¨ otigt, in diesem Fall eine E-Mail-Adresse. Diese setzt sich aus einem frei w¨ ahlbaren Bereich, einem festgelegten Sonderzeichen, dem
@-Symbol, und einer Serverbezeichnung, bei welchem sein Postfach 13 liegt, zusammen. Im Allgemeinen haben E-Mails einen Bereich, in den Empf¨ angeradressen eingetragen werden, eine Absenderadresse und mehrere hier nicht n¨ aher betrachtete Zusatzinformationen. Unter bestimmten Umst¨ anden ist es m¨ oglich eine E-Mail zu versenden, ohne dass der Absender seine Adresse in der E-Mail hinterl¨ asst. Mit etwas Engagement ist es sogar m¨ oglich, die in der E-Mail angezeigte Absenderadresse zu ¨ andern, also zu f¨ alschen.
Wenn eine E-Mail ohne Absender versendet wird, gibt es im Allgemeinen f¨ ur den Empf¨ anger keine Antwortm¨ oglichkeit.
• Das WWW 14
Der Begriff des WWW ist so dominierend, dass viele Menschen immer wieder f¨ alschlicherweise das WWW mit dem Internet gleichsetzen.
12 englisch: electronic mail = elektronischer Brief
13 h¨ aufig Inbox genannt, der eigene Briefkasten f¨ ur E-Mails
= weltweites Netz
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Das WWW ist das Netzwerk, welches aus den unz¨ ahligen Web-Seiten und deren Verlinkung miteinander, entsteht. Es ist aus diesem Grund so umfangreich, dass die Gr¨ osse schwer abzusch¨ atzen ist, aber mit Hilfe der Links ist es dem Benutzer m¨ oglich, mit wenig Schwierigkeiten durch diesen Raum zu man¨ ovrieren. Diese Links bilden sozusagen die Intelligenz des Internet, eine Struktur, die der des menschlichen Gehirns tats¨ achlich recht ¨ ahnlich ist. So organisiert sich dieses Netz an Informa-
tionen selbst 15 .
• FTP 16
FTP wird oft verwendet, wenn beliebige Dateien ¨ uber das Internet kopiert werden sollen. Auf der Gegenseite ist kein Mensch, sondern ein FTP-Server, der entweder Dateien annimmt oder bereit stellt zum Kopieren. Es ist ein einfaches Protokoll, mit wenig Komfort, aber universell einsetzbar.
2.1.2 Bidirektionale (asynchrone) Kommunikation
Bei bidirektionaler Kommunikation ist der Sender und der Empf¨ anger einer Nachricht vertauschbar, d.h. sie haben beide Rollen gleichzeitig inne. Hier ist es m¨ oglich auf dem gleichen Medium, ¨ uber welches eine Information empfangen
wurde, auch zu antworten. Der normale Briefwechsel ist ein Beispiel daf¨ ur, da das Medium das gleiche ist, auch wenn es zeitlich versetzt ist. Folgende bidirektionale (und asynchrone) Kommunikationswege gibt es im Internet:
Eine normale E-Mail hat einen Sender und einen Empf¨ anger, und beides wird in der E-Mail auch angezeigt. Es ist also kein Problem, auf eine E-Mail ebenso mit einer E-Mail zu antworten. Der Kommunikationspartner muss nicht mit dem Internet verbunden sein, lediglich beim Abschicken der E-Mail und beim Abrufen seines Postfaches muss eine Internetver-
15 EinBeispiel hierf¨ ur ist die Suchmaschine www.google.de, die weniger auf Inhalte, viel-
mehr aber auf die gegenseitige Verlinkung von Webseiten schaut. Diese ist oft aussagekr¨ afti-ger.
16 englisch: file transfer protocol = Datei-Transfer-Protokoll
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bindung vorhanden sein. Das Schreiben der E-Mail kann auch offline 17 stattfinden. Das Postfach allerdings liegt in der Regel auf einem Server im Internet. Ohne eine entsprechende, wenigstens kurzzeitige, Internetverbindung ist es nicht m¨ oglich, an seine E-Mails zu kommen.
• E-Mail Verteiler
Ein E-Mail Verteiler funktioniert analog zur normalen E-Mail mit dem Unterschied, dass es hier nicht nur einen, sondern mehrere Empf¨ anger geben kann. Die Adresse des Absenders ist ebenfalls ersichtlich, was eine Antwort auch hier im Normalfall m¨ oglich macht.
• Das Usenet 18
Im Usenet kann ¨ uber jedes erdenkliche Thema diskutiert werden. Die Beitr¨ age der einzelnen Teilnehmer werden in Form von E-Mails formuliert, die alle ¨ offentlich lesbar sind. Hier gibt es bestimmte Verhaltensrichtlinien. Durch die Vielfalt der Inhalte findet man zu fast jedem Thema mehrere Diskussionsbeitr¨ age. Das wohl bekannteste Beispiel f¨ ur eine solche Organisation im Usenet ist www.groups.google.de. Manche Webseiten stellen solche Diskussionsforen ebenfalls zur Verf¨ ugung. Teilweise frei f¨ ur alle Internetnutzer, teilweise aber auch nur f¨ ur Mitglieder der Webseite. Eine solche Diskussionsgruppe wird auch Webboard genannt. Eine andere Bezeichnung f¨ ur das Usenet ist Newsnet, da h¨ aufig auch aktuelle Themen diskutiert oder an Interessierte verteilt werden.
• Mailinglisten
Mailinglisten sind eine etwas ver¨ anderte Form von E-Mail-Verteilern. Der Unterschied besteht darin, dass hier jedes Mitglied, also jeder der Empf¨ anger einer E-Mail, auch an die gesamte Gruppe eine E-Mail schreiben kann. So entsteht hier ebenfalls eine Unterhaltung, an der jeder teilnehmen kann und s¨ amtliche Beitr¨ age per E-Mail bekommt. Die zustandekommende Diskussion ist hierbei nicht ¨ offentlich.
18 englisch: usenet = Benutzernetz
Arbeit zitieren:
Bertram Becker, 2007, Onlinespiele als eine Form moderner Mediennutzung bei Jugendlichen, München, GRIN Verlag GmbH
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