Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Allgemeine Definition 2
3. Geschichte der Karikatur 3
4. Analyse 4
4.1. Formale Strukturen 4
4.2. Inhaltliche Strukturen 5
4.3. Stilmittel. 7
5. Politische Karikatur als meinungsbildende Textsorte. 9
5.1. Wirkung der Karikatur 10
Quellen 11
Anhang 12
Laura Scheriau Die Karikatur als Medium zur politischen Bildung SoSe2008
1. Einleitung
Die Verbreitung politischer Inhalte erfolgt heutzutage auf vielfältigen Wegen. Zum einen durch die Massenmedien, hier als Begriff für das Internet, private Fernsehprogramme, BILD-Zeitung, etc. verwendet, und zum anderen über seriöse Fernsehprogramme, Zeitungen und Zeitschriften. Die Vermittlung der politischen Inhalte geschieht dabei auch durch unterschiedliche Textsorten. Berichte, Reportagen, Dokumentationen, Diskussionen und Interviews behandeln explizit subjektiv oder objektiv z.B. aktuelle politische Themen, während Comics, Karikaturen, Portraits und Fotografien den Einblick in konkrete Ereignisse vertiefen, in dem sie sie bildlich darstellen. Fotografien verdeutlichen die situative Einbettung, in dem sie Personen des öffentlichen Lebens oder Situationen darstellen, die das aktuelle politische Geschehen betreffen. Comics sind gezeichnete Geschichten, die meist in einer humoristischen Pointe enden. Den Darstellungsformen sind hierbei keine Grenzen gesetzt, wenn der Inhalt verständlich ist. Portraits stellen meist die aktiven Politiker bzw. Personen des öffentlichen Lebens dar, die an aktuellen Ereignissen beteiligt sind. Karikaturen sollen durch gezeichnete, meist humoristische Kommentare zu Personen oder Handlungsorten den Einstieg in das politische Geschehen erleichtern. Sie werden in vielen Ländern als Mittel zur politischen Bildung genutzt und anerkannt, wenn auch manchmal zweckentfremdet zur Festigung einer Regierung, deren Legitimität angezweifelt werden kann, oder zur Begründung eines politischen Vorgehens, das von großen Teilen der Bevölkerung nicht gut geheißen werden könnte 1 . In der folgenden Arbeit soll dargestellt werden, mit welchen Mitteln Karikaturisten arbeiten, so dass die Karikatur verzerrt aber dennoch verständlich dargestellt wird. Dazu wird zuerst auf die Geschichte der Karikatur eingegangen und anschließend anhand der möglichen Stilmittel und Strukturen erörtert, wie Karikaturen analysiert und verstanden werden können. Hauptaugenmerk der Arbeit ist es, die Karikatur als meinungsbildende Textsorte verständlich zu machen und die politisierende Wirkung der Karikatur zu erklären.
1 s. Abbildung 1
1
Laura Scheriau Die Karikatur als Medium zur politischen Bildung SoSe2008
2. Allgemeine Definition
Eine einheitliche Definition der Karikatur ist schwer zu finden. Das liegt unter Anderem daran, dass die Karikatur interdisziplinär ist - mit ihr beschäftigen sich Kommunikationswisenschaft, Journalistik, Kulturwissenschaft, Kunstpädagogik, Kunstwissenschaft, Politikwissenschaft, Medienwissenschaft, Psychologie, Publizistik, Rechtswissenschaften, Sprach- und Literaturwissenschaften. Die Karikatur gibt eine andere Sicht auf einen gesellschaftlich bekannten Sachverhalt, indem sie ihn grotesk und überzeichnet darstellt und die Diskussion über gesellschaftliche oder politische Missstände widerspiegelt. Sie ist immer das Produkt eines kreativen Aktes, der in verschiedensten Formen seine Erfüllung findet. Die Karikaturisten arbeiten mit verschiedensten Stilmitteln und Strukturen, so dass der Begriff „Karikatur“ eher als grob gefasstes Hyperonym gelten kann 2 . Deshalb erweist sich auch die einheitliche Definition der Karikatur als unmöglich. Man kann nur einzelne Stilrichtungen berücksichtigen, was aber nie vollständig sein kann.
2 s. S. 4, unter 4. Analyse
2
Laura Scheriau Die Karikatur als Medium zur politischen Bildung SoSe2008
3. Geschichte der Karikatur
Um die Schwierigkeit der Bildung einer einheitlichen Definition zu erklären, muss die Geschichte des Begriffs „Karikatur“ erörtert werden.
Das Wort „Karikatur“ stammt vom italienischen Wort „caricare“, was soviel bedeutet wie „beladen, überladen“, und dessen Substantivierung „caricatura“ taucht im 17. Jhd. neben den ähnlichen italienischen Bezeichnung für Spottbilder, „ritrattini carichi“, (ital.: überladenes Bild), auf. Der Begriff „caricatura“ kann sich durchsetzen und wird auch im Ausland verbreitet. So bezeichnet man politische Karikaturen in Frankreich als caricature politique oder als dessin politique, in Italien bezeichnet man die Karikatur auch weiterhin als caricatura. Die englische Sprache differenziert stärker. Caricature im Englischen bezeichnet ein allgemeines gezeichnetes Bild bzw. eine bildliche Darstellungsform. Die politische Karikatur allerdings bezeichnet man im englischen Sprachraum als political cartoon, übersetzt hieße das in etwa „politische Bildsatire“, nicht zu verwechseln mit dem deutschen Gebrauch des Wortes „Cartoon“. Im Deutschen wird der Ausdruck cartoon allgemein für den gezeichneten Witz verwendet, meist jedoch für die im Fernsehen übertragenen Trickfilme.
Schon im Mittelalter können erste Vorformen der heutigen Karikatur gefunden werden 3 . Im 17. / 18. Jahrhundert waren Karikaturen ein gängiges Mittel zur komischen Portraitierung politischer und anderer Personen des öffentlichen Lebens. Der Begriff der Karikatur wird in dieser Zeit auch über Frankreich nach Deutschland getragen und dort verwendet. Die gesellschaftskritische Darstellung in England, „cartoon“ genannt, entwickelt sich ebenfalls im Laufe des 18. Jahrhunderts. Ein erster Vertreter der heutigen Karikaturisten war William Hogart. Er zeichnete satirisch-groteske „moderne Lebensbilder“ seiner Zeitgenossen - sozusagen die ersten richtigen Karikaturen. In Frankreich blüht die Darstellungsform der Karikatur im 19. Jahrhundert auf. Sie bezieht sich in ihrer gesellschaftlichen Kritik hauptsächlich auf das „Spießbürgertum“. Im 20. Jahrhundert ist die Karikatur verbreiteter als je zuvor. Politische Ereignisse und gesellschaftliche Missstände werden in unzähligen Karikaturen aufgegriffen, kommentiert und verbildlicht.
3 vgl. Knieper, Thomas: Die politische Karikatur. Köln, Herbert von Halem Verlag, 2002
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Arbeit zitieren:
Laura Scheriau, 2008, Die Karikatur als Medium zur politischen Bildung, München, GRIN Verlag GmbH
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