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Inhalt
1 Einleitung. 3
2 Selbstgesteuertes Lernen 4
2.1 Definition „Selbstgesteuertes Lernen“ 4
2.2 Selbstgesteuertes Lernen im Coachingprozess 6
2.3 Selbstgesteuertes Lernen im Moderationsprozess. 7
3 Emotionale Intelligenz. 10
3.1 Definition „Emotionale Intelligenz“ 10
3.2 Emotionale Intelligenz im Coachingprozess. 11
3.3 Emotionale Intelligenz im Moderationsprozess 13
4 Praxisbeispiel. 15
4.1 Beschreibung des Szenarios 15
4.2 Aspekte des selbstgesteuerten Lernens 15
4.3 Aspekte der emotionalen Intelligenz. 17
4.4 Fazit des Praxisbeispiels. 18
5 Schlussbetrachtung 20
Literaturverzeichnis 22
3
1 Einleitung
Die Bedeutung von selbstgesteuertem Lernen und emotionaler Intelligenz für den Coaching- und Moderationsprozess wird im Folgenden hergeleitet durch das Herausstellen spezifischer Merkmale des selbstgesteuerten Lernens und der emotionalen Intelligenz. An dieser Stelle werden von der Autorin die Merkmale bewusst selektiert. Die umfangreiche wissenschaftliche Literatur zu diesen Elementen gäbe das Fundament für viele weitere Merkmale. Eine Fokussierung ist aufgrund des angestrebten Umfanges der Arbeit unerlässlich.
In einem nächsten Schritt werden Coaching- und Moderationsprozesse im Allgemeinen unter der Perspektive der herausgestellten Merkmale analysiert.
Das selbstgesteuerte Lernen wird betrachtet als Lernprozess des Coachees und der Teilnehmer einer Moderation. Die emotionale Intelligenz wird angenommen als Kompetenz-Grundlage des Coachs und des Mode-rators.
Im letzten Kapitel wird als praktisches Beispiel eine real durchgeführte Moderation analysiert mit dem Fokus auf die Umsetzung von selbstgesteuertem Lernen und den Anforderungen an die emotionale Kompetenz des Moderators in dieser Situation.
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2 Selbstgesteuertes Lernen
2.1 Definition „Selbstgesteuertes Lernen“
Das Thema „Selbstgesteuertes Lernen“ (im englischen Sprachraum selfdirected learning oder self-planed learning), wird seit den 1980er Jahren in der Literatur der Bildungswissenschaften stärker behandelt. Die Ursprünge werden in der kognitionstheoretischen Orientierung in der Psychologie um 1970 gesehen, wobei der Lerner hier als aktiv, selbstreflexiv und dem eigenen Lernen gegenüber verantwortungsbewusst gesehen wird (vgl. Kilius, 2007, S. 3). Dass die Forderung nach Selbststeuerung und Selbstverantwortung in der klassischen Pädagogik allerdings nicht neu ist, zeigt ein Zitat Hugo Gaudigs (1860-1923), der in seinem Werk „Freie geistige Schularbeit in Theorie u. Praxis, 1922“ Selbsttätigkeit u.a. in der Zielsetzung, in der Ordnung des Arbeitsvorganges, bei Entscheidungen an kritischen Punkten und bei der Kontrolle des Arbeitsganges für den freitätigen Schüler fordert (vgl. Kilius, 2007, S. 3). Die heutige Bedeutung des selbstgesteuerten Lernens - vor allem in der Erwachsenenbildung - ist zu sehen vor dem Hintergrund der Technologieentwicklung, der ansteigenden Geschwindigkeit von Veränderungszyklen in der Wirtschaft und der daraus resultierenden Anforderung an den Menschen. Vor allem besteht die Anforderung an den berufstätigen Menschen, sein Wissen aktuell zu halten und somit einen lebenslangen Lernprozess aktiv zu gestalten. Eine einheitliche Definition von selbstgesteuertem Lernen gibt es nicht, im Grundsatz sind sich die Definitionen allerdings sehr ähnlich. Nach Weinert beeinflusst der Lernende die wesentlichen Entscheidungen „ob, was, wann, wie und woraufhin er lernt“ (Weinert, 1982, S. 102). Für Deitering ist der Mensch beim selbstgesteuerten Lernen der „Initiator und Organisator seines eigenen Lernprozesses“ (Deitering, 1995, S. 11). (Kilius, 2007). Konrad und Traub definieren selbstgesteuertes Lernen als „eine Lernform, bei der der Lernende abhängig von der Art der Lernmo-
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tivation selbstbestimmt Steuerungsmaßnahmen (meta-)kognitiver, volitionaler oder verhaltensmäßiger Art ergreift und den Fortgang des Lernprozesses selbst (metakognitiv) überwacht, reguliert und bewertet“ (Konrad & Traub, 1999, S. 13). Im Gegensatz zur Selbststeuerung ist die Fremdsteuerung • der Lehrer (Dozent, Trainer, Moderator, Coach), • die eingesetzten Medien (z.B. Webinar, Buch), die einen Lernprozess oder die Lerninhalte anbieten sowie • Anweisungen.
Fremdsteuerung sind „diejenigen Einflüsse, die von außen auf den Lerner und die Gestaltung seines Lernens einwirken“ (Konrad & Traub, 1999, S. 11). Der selbststeuernde Lerner entscheidet allerdings, inwieweit er diese Angebote und Einflüsse für seine Wissenserweiterung nutzt. Aus dieser Überlegung heraus ergibt sich, dass es weder eine Reinform der vollkommenen Fremdsteuerung, noch eine Reinform der vollkommenen Selbststeuerung gibt. Der Lernprozess ist als Kombination aus Selbststeuerung (freie Wahl der Methode) und Fremdsteuerung (Angebot bzw. Aufbereitung des Lerninhaltes) in variablen Anteilen zu sehen. Verbreitet in der Literatur ist die Unterteilung von selbstgesteuertem Lernen in drei Komponenten 1 : • motivationale Komponente, • kognitive Komponente, • metakognitive Komponente.
Die motivationale Komponente steuert durch die persönlichen Bedürfnisse und Interessen des Lerners die Lerninhalte, allerdings auch durch negative oder positive Emotionen den Lernprozess und Lernerfolg. „So
1 Nachzulesen lt. Tümer, 2007 in
Brunstein und Spörer (2006): Selbstgesteuertes Lernen.
Artelt (2000): Strategisches Lernen.
Friedrich und Mandl (1997): Analyse und Förderung selbstgesteuerten Lernens.
Konrad und Traub (1999): Selbstgesteuertes Lernen in Theorie und Praxis.
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konnte bestätigt werden, dass insbesondere sorgenvolle Gedanken, wie die Angst vor drohenden Konsequenzen bei Misserfolg (…), die Aufmerksamkeit vom Lerngegenstand ablenken und so den Lernprozess beeinträchtigen“ (Tümer, 2007, S. 13).
Die kognitive Komponente berücksichtigt das individuelle inhaltliche Vorwissen sowie die vom Lerner gewählte Lernstrategie. Die metakognitive Komponente verantwortet das Planen, Überwachen und Evaluieren des Lernprozesses durch den Lerner (vgl. Tümer, 2007, S. 14).
2.2 Selbstgesteuertes Lernen im Coachingprozess
Im Coaching (hier wird konkret das Business-Coaching betrachtet) kann von folgender Ausgangssituation ausgegangen werden: Der Coachee wählt Coaching als Weiterbildungsmaßnahme (kognitive Komponente). Dies geschieht entweder komplett eigeninitiativ oder aktiv, dadurch dass ihm Coaching z.B. vom Vorgesetzten oder Arbeitgeber angeboten oder empfohlen wurde. Das heißt im Sinne des selbstgesteuerten Lernens ist der Lerner hier der Initiator 2 . Für das Coaching bringt der Coachee seine Themen, Fragestellungen bzw. Problemstellungen mit (motivationale Komponente). Er bestimmt folglich den Inhalt des Coachings und somit den Inhalt der Lerneinheit. Im Coachingprozess nimmt der Coachee eine aktive Rolle ein. Der Coach als Fremdsteuerer macht dem Coachee Prozess- und Methodenangebote. Welche dieser Methoden der Coachee für seine Lösungsfindung annimmt und in welcher Geschwindigkeit eine Lösung erarbeitet wird, liegt wieder in der Steuerung des Coachees. In dieser Phase ist es beson- 2 Anmerkung:Die Situation, dass ein Mitarbeiter gegen seine Überzeugung zu einem
Coaching geschickt wird, soll an dieser Stelle nicht betrachtet werden, da es sich um
eine unvorteilhafte Situation für Coach und Coachee handelt und ein Coachingprozess
im eigentlichen Sinne, sollte der Coachee diese ablehnende Haltung beibehalten, nicht
stattfinden kann.
Arbeit zitieren:
Melanie Harps-Pötter, 2011, Selbstgesteuertes Lernen und emotionale Intelligenz, München, GRIN Verlag GmbH
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