Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung. 1
2. Theoretischer Teil. 2
2.1 Begriffsabgrenzungen 2
2.1.1 Das Schulleitbild 2
2.1.2 Das Schulprogramm 2
2.1.3 Das Schulprofil. 3
2.1.4 Das Schulkonzept 3
2.2 Funktionen von schulischen Leitbildern 4
2.3 Anforderungen an das Leitbild 5
2.4 Entwicklung eines Leitbildes 6
3. Praktischer Teil. 7
3.1 Zwischen Pflicht und Empfehlung 7
3.2 Das Untersuchungsdesign 8
3.3 Die Untersuchungskriterien 9
3.4 Das Untersuchungsergebnis. 11
4. Leitbilder im schulischen Alltag 13
5. Fazit. 17
6. Literaturverzeichnis 19
7. Anhang 21
1. Einleitung
In der heutigen Zeit erinnern viele Schulen in unserem nicht zuletzt vom PISA-Schock arg in Frage gestellten Bildungssystem, an ein in Seenot geratenes Schiff, das ziellos und auf turbulentem Gewässer einer unsicheren Zukunft entgegen treibt. Die Mannschaft ist desorientiert und mürrisch und der Kapitän bemüht, die Kontrolle zu bewahren. Eine solche Erfahrung haben zahlreiche angeschlagene Unternehmen in älterer und jüngerer Vergangenheit immer wieder machen müssen. Oft haben in diesen Situationen Berater unter anderem empfohlen, eine glaubhafte und vereinbare Firmenphilosophie zu erarbeiten und diese in einem Firmenprofil darzustellen und zu transportieren. Das Ziel ist klar, das eigene Unternehmen sowohl intern als auch extern neu und besser zu positionieren und zu versuchen, die Mitarbeiter aller Etagen für den Betrieb zu einer Gemeinschaft einzuschwören. Nicht selten hat sich diese Maßnahme als probates Mittel erwiesen, das Unternehmen auf seinem Weg zurück in die Erfolgsspur zu unterstützen.
Wenn auch der Vergleich nicht hundertprozentig sauber sein mag, so zeigt sich doch deutlich eine Tendenz, im Bereich der schulischen Bildung ebenfalls vermehrt solche Philosophien und Leitbilder zu entwickeln und zu implementieren. Studenten der Universität Erfurt haben sich dementsprechend in einer Pretest-Studie mit dem praktischen Umgang von „Schule und Leitbild“ beschäftigt. Sie beschreiben darin zum einen die gesetzlichen Grundlagen der einzelnen Bundesländer, aber auch die Erfahrungen und die Einstellungen gegenüber Leitbildern in der Praxis. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff „Leitbild“ und welche Kriterien werden von Schulen herangezogen, um sich und ihre Ansprüche und Ziele zu präsentieren?
Auf diese Fragen werden wir im theoretischen Teil unserer Seminararbeit ebenso eingehen, wie auf die Funktionen und Anforderungen, die ein Leitbild erfüllen soll. Der praktische Teil besteht aus der Darstellung und Interpretation unserer eigenen Untersuchungen und deren Ergebnisse. Abschließend verweisen wir in Auszügen auf die erwähnte Pretest-Studie der Universität
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Erfurt, um den Bogen zur Praxis wieder zu schließen und einen Ausblick auf weiterführende, potenzielle Aktivitäten auf diesem Forschungsfeld zu geben.
2. Theoretischer Teil
2.1 Begriffsabgrenzungen
Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Schulleitbild tauchen in der Literatur immer wieder die Begriffe Schulprogramm, Schulkonzept und Schulprofil auf. Eine analoge Abgrenzung dieser Ausdrucksweisen nimmt auch Mohr in ihrer Dissertation vor (MOHR 2006, 51). Da es keine einheitliche Definition für die jeweiligen Begriffe gibt, soll im Folgenden nun versucht werden, die verschiedenen Bezeichnungen voneinander abzugrenzen. Die Übergänge sind allerdings fließend zu betrachten.
2.1.1 Das Schulleitbild
Das Leitbild, wie wir es heute in den Schulen vorfinden, basiert auf Erfahrungen aus der Wirtschaft. Hier wurde es aufgegriffen und in die Schulen transferiert. Federführend dabei zeichnen sich Schulen in der Schweiz und berufliche Schulen in Deutschland (PHILIPP & ROLFF 1998, 14). Bei einem Leitbild handelt es sich um Ziel- und Wertvorstellungen einer Schule. Vergleicht man die Schule mit einem Unternehmen, so wird das Leitbild der normativen Ebene zugeordnet (SEITZ & CAPAUL 2005, 119). Auf ein Bildungsinstitut bezogen soll es das gemeinsame pädagogische Grundverständnis ausdrücken (ROLFF 2005, 135). Dabei soll es kurz und prägnant, allerdings auch konkreter konzipiert sein, als die für alle Schulen geltenden Gesetze und Normen (ACKERMANN & RAHM 2004, 68). Ergänzend wird das Leitbild gegebenenfalls auch mit einem Logo versehen oder pittoresk aufbereitet (SCHRATZ & STEINER-LÖFFLER 1999, 214). Nach Rolff ist Voraussetzung für ein erfolgreiches, handlungsorientiertes Leitbild, dass alle Schulmitglieder, Schulleitung und Kollegium ebenso wie die Schüler selbst, bei der Entstehung und Formulierung mitwirken können (ROLFF 2005, 135).
2.1.2 Das Schulprogramm
Das Schulprogramm basiert auf Daten aus Jahresberichten oder Jubiläumsschriften. Es präsentiert Interessierten einen Einblick in die
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Grunddaten, also das allgemeine Schulleben und die kulturellen Aktivitäten einer Schule (HOLTAPPELS 2004, 12). Das Schulprogramm baut auf das im Leitbild entwickelte Idealbild einer Schule auf, mit Prioritäten und Schwerpunkten im Bereich der Schulentwicklung (SEITZ & CAPAUL 2005, 119). Innerhalb eines Schulprogramms werden Ziele festgelegt und daraus Handlungsmöglichkeiten formuliert. Die entwickelten Programme sind kurz- bis mittelfristig angelegt und von daher zeitlich begrenzt zu sehen (DUBS 2005, 60). Die einzelnen Programmteile liefern somit Zwischenergebnisse, die aufeinander aufbauen und sich nach und nach weiterentwickeln (ROLFF 2005, 134). Während das Leitbild hauptsächlich im normativen Bereich der Schulführung angesiedelt ist, lässt sich das Schulprogramm dem strategischen Bereich zuordnen (SEITZ & CAPAUL 2005, 119).
2.1.3 Das Schulprofil
Jede Schule hat ihr eigenes Profil, das sich meist aus unbewussten Aktivitäten oder bestimmten Eigenschaften entwickelt (PHILIPP & ROLFF 1998, 17). Rolff beschreibt den Begriff Schulprofil auch als das „Gesicht“ einer Schule (ROLFF 2005, 133). Das Profil einer Schule drückt meist aus, wie sie von außen wahrgenommen wird, beziehungsweise wie sich eine Schule selbst einschätzt (SCHRATZ & STEINER-LÖFFLER 1999, 208).
2.1.4 Das Schulkonzept
„Ein Schulkonzept beinhaltet schulpädagogisch begründete Arbeitsformen und Organisationsstrukturen, die die einzelnen Lern- und Erziehungsansätze sowie die innere Organisationsstruktur einer Schule ausmachen und verschiedene pädagogische Ansätze in einem abgestimmten Gesamtkonzept auf Schulebene integrieren und aufeinander beziehen“ (HOLTAPPELS 2004, 15). Damit ist gemeint, dass sich das Konzept am Anspruch der Schule orientiert. Sind an einer Schule beispielsweise sehr viele Schüler mit Migrationshintergrund, so sollte das bei der Gestaltung des Schulalltags und des Unterrichts berücksichtigt werden.
Da ausschließlich Schulleitbilder Gegenstand unserer Untersuchung sind, beschränkt sich der weitere Verlauf dieser Arbeit auf diesen Teilbereich.
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2.2 Funktionen von schulischen Leitbildern
Welche Funktionen Schulleitbilder erfüllen, wird anhand von Seitz/Capaul und Philipp/Rolff deutlich.
Schulinterne Funktionen:
Durch die Orientierungsfunktion können sich interne Anspruchsgruppen einen ersten Überblick über eine Schule verschaffen. Insbesondere für neue Mitarbeiter oder Lehrkräfte ist diese Eigenschaft von enormer Bedeutung. Bei der Kohäsion (lat. cohaerere: zusammenhängen) geht es darum, gerade bei großen Schulen einen möglichst großen Zusammenhalt durch gemeinsam formulierte Werte und Ziele zu verwirklichen. Mit der Koordinationsfunktion soll ein harmonisches und zielgerichtetes Zusammenleben - auch aufgrund guter interner Kommunikation - gewährleistet werden. Die reflexive Aufgabe des Leitbildes dient der Unterstützung bei der Prioritätensetzung. So kann durch Reflexion immer wieder überprüft werden, ob das aktuelle Schulprogramm die im Leitbild verankerten Werte anstrebt oder ob eines von beiden überarbeitet werden muss.
Personalbezogene Funktionen:
Die Stakeholder einer Schule sollen sich mit dem Leitbild identifizieren können. Dies schafft bei einer erfolgreichen Implementierung einen imageträchtigen Mehrwert für eine Bildungseinrichtung. Eng damit verbunden ist natürlich auch die Motivationsfunktion, denn eine hohe Identifikation führt auch zu einer hohen Motivation, besonders bei denjenigen, die das Leitbild mitentwickelt haben. Darüber hinaus kann das Leitbild auch eine Orientierungshilfe darstellen, wenn beispielsweise kritische personelle Entscheidungen getroffen werden müssen.
Schulbezogene Funktionen:
Die beiden letztgenannten Funktionen aus dem folgenden Schaubild -Legitimation und Information - sind eng miteinander verbunden. Sie verdeutlichen die Aufgabe von Leitbildern, den Zweck und den Auftrag einer Schule in der Öffentlichkeit nach außen zu tragen und sie innerhalb der Bildungslandschaft zu positionieren. Die Informationsfunktion hilft der Schule
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Arbeit zitieren:
Master of Science, Dipl. Betriebswirt (FH) Daniel Friedrich, M. Sc. Thomas Reinlein, 2009, Leitbilder in Schulen, München, GRIN Verlag GmbH
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