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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Definitionen. 4
2.1. Internationale Beziehungen 4
2.2. Der Kriegsbegriff 4
2.3. Bewaffneter Konflikt. 6
2.4. Terrorismus 6
3. Die „neuen Kriege“ 7
4. Empirische Befunde 8
4.1. Kriege und bewaffnete Konflikte seit 1945. 9
4.2. Aktuelle Kriege und bewaffnete Konflikte 10
4.3. Zusammenfassung 13
5. Fazit 14
6. Literaturverzeichnis. 16
6. 16
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Aktuelle Kriege und Konflikte in Afrika südlich der Sahara 11
Abbildung 2: Aktuelle Kriege und Konflikte in Asien. 11
Abbildung 3: Aktuelle Kriege und Konflikte im vorderen- und Mittleren Orient. 12
Abbildung 4: Aktuelle Kriege und Konflikte in Lateinamerika 12
Abbildung 5: Inner- und zwischenstaatliche Kriege 13
Abbildung 6: Konflikte und Kriege seit 1945 14
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1. Einleitung
Gewalt und somit Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Konfliktparteien hat es schon immer gegeben. Als Gipfel dieser gewaltsamen Auseinandersetzungen ist sicherlich der Zweite Weltkrieg zu sehen. Seitdem ist ein allgemeiner Wandel in der weltweiten Gewaltstruktur zu beobachten. Neben dem Krieg sind neue Formen und Akteure der Gewaltausübung auf der internationalen Ebene aufgetreten.
Aus diesem Grund werde ich mich in dieser Ausarbeitung, parallel zum spiegelbildlichen Referat, mit dem eben genannten Wandel in der Gewaltstruktur der internationalen Beziehungen beschäftigen.
Spätestens nach dem Zerfall der bipolaren Weltordnung, mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 ist eine verstärkte Entwicklung vom Krieg hin zu neuen Gewaltformen zu beobachten. Der Terrorismus und die durch ihn hervorgerufenen Veränderungen im internationalen Staatensystem sind hier nur ein Beispiel aus vielen. In der Wissenschaft wird deshalb immer häufiger der umstrittene Begriff „neue Kriege“ verwendet, der von Herfried Münckler in seinem Werk, mit gleichnamigen Titel, 2002 das erste Mal in den wissenschaftlichen Diskurs eingebracht wurde.
Zunächst werde ich einige Definitionen zu für diese Arbeit wichtigen Begriffen geben, um ein grundlegendes Verständnis für die im Verlaufe der Arbeit verwendeten Begriffe und Zusammenhänge zu schaffen.
In Folgenden wird dann der entsprechende Wandel des Kriegsbegriffs hin zu den „neuen Kriegen“ dargestellt und es werden mögliche Gründe für diesen Wandel herausgearbeitet. In einem nächsten Schritt erfolgt eine empirische Bestandsaufnahme der Kriege und Konflikte seit 1945. Hier sollen vor allem die zuvor gewonnenen Erkenntnisse über die „neuen Kriege“ mit den tatsächlichen Entwicklungen im internationalen System verglichen und Rückschlüsse auf den Wahrheitsgehalt der These von den „neuen Kriegen“ gezogen werden. In einem letzten Schritt werde ich ein kurzes Fazit ziehen, welches die wesentlichen Erkenntnisse aus der Untersuchung der Thematik zusammenfassen wird.
4
2. Definitionen
2.1. Internationale Beziehungen
Dem Begriff „internationale Beziehungen“ liegen im heutigen wissenschaftlichen Diskurs, der im Wesentlichen ein politikwissenschaftliches ist, drei verschiedene Verständnisse zugrunde.
Im klassischen Sinne bezeichnet der Begriff alle Beziehungen zwischen souveränen Nationalstaaten. 1 Dieser „enge“ Begriff trifft heute sicherlich nur noch auf einen kleinen Teil der Gesamtheit der internationalen Beziehungen zu. Durch den Wandel im Staatensystem seit 1945 und eine sich immer mehr globalisierende und vernetzende Welt hat sich heute ein neueres Begriffsverständnis der internationalen Beziehungen herausgebildet. Es bezeichnet das Geflecht grenzüberschreitender, militärischer, politischer, kultureller, wirtschaftlicher Interaktionen zwischen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren, einschließlich internationalen Organisationen wie die Vereinten Nationen und supranationalen Organisationen wie der Europäischen Union. Dieses Verständnis wird allgemein auch als „weiter“ Begriff bezeichnet. 2
Darüber hinaus stellen die internationalen Beziehungen auch ein Teilgebiet der Politikwissenschaft dar. Wissenschaftler dieser Fachrichtung versuchen normativ und empirisch Handlungsmuster und Handlungsvoraussagen für die Beziehungen zwischen internationalen Akteuren zu entwickeln. 3
2.2. Der Kriegsbegriff
Bis in die heutige Zeit hat sich keine allgemeingültige Definition für den Begriff „Krieg“ herausgebildet. Ursachen, Formen der Gewalt und Akteure sind aufgrund ihrer Verteilung auf der ganzen Welt oft so unterschiedlich, dass man keine einheitlichen Parameter für ihr Verhalten identifizieren kann.
Jedoch entwickelte die Hamburger Arbeitsgemeinschaft für Kriegsursachenforschung (AKUF) in Anlehnung an den ungarischen Friedenswissenschaftler Istvan Kende einen Kriegsbegriff, der heute weithin akzeptiert wird und auch bei der Ausarbeitung des
1 Vgl. Krell, 2004: 27-‐28.
2 Ebd.
3 Ebd.
5
Kriegsvölkerrechts verwendet wurde. Dieser Begriff beschreibt den Krieg als gewaltsamen Massenkonflikt mit folgenden Merkmalen:
1. An den Kämpfen sind zwei oder mehr bewaffnete Streitkräfte beteiligt, bei denen es sich mindestens auf einer Seite um reguläre Streitkräfte wie Militär, paramilitärische Verbände oder Polizeieinheiten der Regierung handelt. 4
2. Die bewaffneten Operationen ereignen sich mit einer gewissen Kontinuität und nicht nur als gelegentliche, spontane Zusammenstöße, d.h. beide Seiten operieren nach einer planmäßigen Strategie, gleichgültig ob die Kämpfe auf dem Gebiet einer oder mehrerer Gesellschaften stattfinden und wie lange sie dauern. 5
3. Auf beiden Seiten muss ein Mindestmaß an zentral gelenkter Organisation der Kriegsführenden und des Kampfes gegeben sein, selbst wenn dies nicht mehr bedeutet als organisierte bewaffnete Verteidigung oder planmäßige Überfälle wie Guerilla-Operationen, Partisanenkrieg und andere Formen der gewaltsamen Auseinandersetzung. 6
Konflikte, die diese Merkmale erfüllen, sind im Völkerrecht (Kriegsvölkerecht) als solche festgeschrieben und somit mit einer Fülle von Regeln versehen, an die sich die Konfliktparteien halten müssen, wenn sie von der internationalen Staatengemeinschaft nicht sanktioniert werden wollen.
Darüber hinaus gelten Kriege als beendet, wenn die Kampfhandlungen dauerhaft, d.h. für den Zeitraum von mindestens einem Jahr, eingestellt bzw. nur unterhalb der AKUF-Kriegsdefinition fortgesetzt werden. 7
Um eine Typologie des Krieges aufstellen zu können, unterteilte die AKUF die Kriege seit 1945 in fünf verschiedene Kriegstypen:
1. Antiregime-Kriege:
Kriege, in denen um den Sturz der Regierenden oder um die Veränderung oder den Erhalt des politischen Systems oder gar der Gesellschaftsordnung gekämpft wird. 8
4 Vgl. http://www.sozialwiss.uni-‐hamburg.de/publish/Ipw/Akuf/kriege_aktuell.htm#Def
5 Ebd.
6 Ebd.
7 Ebd.
8 Ebd.
Arbeit zitieren:
Tim Bohle, 2010, Gewalt in den Internationalen Beziehungen, München, GRIN Verlag GmbH
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