Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung. 3
2 Theoretische Grundlagen 5
2.1 Definition Dekubitus. 5
2.2 Die Notwendigkeit einer adäquaten Kausaltherapie bei
einem Dekubitus 7
3 Hydrokolloide 8
3.1 Hydrokolloide- ein historischer Rückblick 8
3.2 Vor- und Nachteile von Hydrokolloiden 9
3.3 Wirkungsweise und Indikationen von Hydrokolloiden 9
3.4 Studien zu dem Nutzen von Hydrokolloiden. 10
3.5 Evaluationen der bisherigen Studienlage 16
4 Fazit 17
5 Literaturverzeichnis 20
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1 Einleitung
„Viele ältere Menschen sind laut einer Studie von Hamburger Rechtsmedizinern in einem teils alarmierenden Pflege- und Gesundheitszustand. So hatten 3,3 Prozent der mehr als 8518 untersuchten Toten aus Norddeutschland schwere Druckliegestellen.“ (Zeit Online, 8. Juli 2009)
Dieses Zitat macht die Brisanz des Themas „Druckgeschwüre“ deutlich. Durch die demographische Entwicklung gibt es immer mehr ältere Menschen, leider gibt es im Gegenzug dazu keine ausreichenden finanziellen Mittel, um diese Menschen adäquat zu betreuen und zu pflegen. An einem so genannten Dekubitus erkranken vor allem immobile, ältere, multimorbide Patienten in Krankenhäusern, sowie Bewohner in Pflegeeinrichtungen, als auch zu Hause betreute Personen. Nach Schätzungen des Robert Koch -Institutes liegt die jährliche Dekubitusinzidenz in Deutschland bei ca. 400.000 Personen pro Jahr. Da dem Dekubitus meist eine Primärerkrankung zu Grunde liegt, ist die Datenlage unklar und undurchsichtig. Häufig ist dieses nur ein untergeordneter Nebenbefund, weshalb auch lediglich Schätzungen über die entstandenen Kosten, sowie die Mortalität durch ein Druckgeschwür möglich sind. Sicher ist jedoch, dass trotz Wundmanagement und evidenz- basierter Medizin kein Rückgang der Prävalenz zu erkennen ist. (vgl. RKI-Heft 12)
Jedoch sei an dieser Stelle festgehalten, dass jeder Patient das Recht auf eine angemessene, qualitätsgesicherte und dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechende Wundversorgung hat. (vgl. SGB V § 135a) Eine Flut von neusten pharmakologischen Wundversorgungsmaterialien, sowie den neusten Stand der Wissenschaft, durchblickt aber wohl nur noch ein Wundmanager, der sich durch bestimmte Fortbildungen auf dieses Gebiet spezialisiert hat und somit aus einem/einer Gesundheits- und Krankenpfleger/in ein Experten/Expertin auf dem Gebiet der Wundbehandlung wird. Neu auftretende Druckgeschwüre werden in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen nach einer druckentlastenden Therapie häufig mit einem „altbewährten Pflaster“ versorgt. Hier wird der geschädigten Hautstelle meist keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, dann dafür ist ja „gar keine Zeit“, trotzdem wäre das Problem mit einem Hydrokolloidverband schnell behoben, nicht mehr sichtbar und der Verbandswechsel ist auch erst wieder nach sieben Tagen nötig. Hydrokolloidverbände sind bereits seit den 80er Jahren etabliert
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und ein recht unkomplizierter Verband zur Behandlung eines Druckgeschwürs beziehungsweise Dekubitus.
Wenn eine Therapie keine Wirkung zeigt wird bei einer schlecht heilenden, chronischen Wunde der Wundmanager eingeschaltet und somit die Verantwortung an ihn abgegeben. Mit dem neusten Stand des Wissens setzen sich nur wenige Pflegekräfte auseinander. Meistens bleiben diese bei einer „altbewährten Methode.“ Hydrokolloidverbände waren die ersten „modernen Wundversorgungsmaterialien“ auf dem Markt, infolgedessen kommen sie auch heute noch sehr oft zum Einsatz. Gerade in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ist dieser Verband meist das „Mittel der Wahl“, doch wie evidenz-basiert ist diese Therapie? Haben Hydrokolloide in der Wundbehandlung einen Vorteil im Vergleich zu einer konventionellen Therapie? Gibt es überhaupt Studien, die den Nutzen dieser Therapie nachweisen? Ist diese Behandlung zeitgemäß oder gibt es bereits bessere
Wundversorgungsmaterialien? Wann sind Hydrokolloidverbande indiziert und werden sie adäquat verwendet?
Zu Beginn dieser Arbeit werden die theoretischen Grundlagen und Hintergründe zum Thema Dekubitus aufgezeigt, um dann auf die notwendigen Therapien einzugehen. Im zweiten Teil werden dann die Hintergründe und Fakten zu Hydrokolloidverbänden erläutert, um dann im Anschluss basierend auf diesen Grundlagen, anhand von Studien, den Nutzen eines Hydrokolloidverbandes bei einem Druckgeschwür festzustellen.
Bei der Recherche nach relevanten Studien wurde in Folgenden Datenbanken recherchiert: Cochrane, Medline, Medpilot, MeSH und PubMed mit den Schlüsselwörtern: „decubitus“, „pressure ulcers“, „hydrocolloid treatment“, „hydrocolloid dressing“, „gauze treatment“, „wound care“ und „wound treatment”. Auf den ersten Blick ließen sich viele Studien zu diesem Thema finden. Bei genauerer Sichtung wurde jedoch deutlich, dass die meisten Studien kein statistisch signifikantes Ergebnis hervorbringen, diese Studien wurden ausgeschlossen. Ebenso ausgeschlossen wurden Studien, die ausschließlich die Effizienz der Hydrokolloide beleuchten und sich lediglich mit dem Kostenfaktor auseinandergesetzt haben. Ferner wurden Studien von Pharmafirmen gefunden, die alleinig die eigenen Produkte miteinander vergleichen, auch diese Studien wurden ausgeschlossen.
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Abschließend werden diese Ergebnisse diskutiert und ausgewertet, um dann zu einem Fazit und eventuell einer Handlungsrichtung in Bezug auf die Fragestellung der Arbeit zu gelangen.
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definition Dekubitus
Im Volksmund wird hierbei auch von einem „Druckgeschwür“ oder vom „Wundliegen“ gesprochen, Panfil (2009) definiert dieses jedoch so:
„Ein Dekubitus ist ein durch langanhaltenden Druck ausgelöste Minderdurchblutung der Hautschichten mit anschließender Schädigung des Gewebes bis zum Knochen. Er entsteht vor allem über Knochenvorsprüngen und ist eine Sekundärerkrankung, die in Folge von Immobilität bei gleichzeitig prädisponierenden Faktoren entsteht.“ Anhand dieser Definition wird deutlich, dass nicht der Druck allein, sondern auch die Dauer des Druckes ausschlaggebend ist. Außerdem hervorzuheben ist, dass bei einem Dekubitus eine Gewebsschädigung und kein Hautdefekt vorliegt. So genannte Prädillektionsstellen für einen Dekubitus sind: Sitzbein, Kreuzbein, Trochanter major, Fersenbein und die äußeren Knöchel. (vgl. Bienstein 1993, 58) Patienten, die sehr viel und auch lange liegen, beanspruchen diese Regionen sehr, da der Druck hier am höchsten ist. Hinzukommen weitere Risikofaktoren, die die Entstehung eines Dekubitus besonders begünstigen, wobei wir diese in primäre und sekundäre Faktoren unterteilen. Primäre Faktoren haben direkten Einfluss auf die Mobilität bzw. Bewegung eines Menschen, dieses sind zum Beispiel Lähmungen. Sekundäre Faktoren sind „situationsbedingte Faktoren, die das Dekubitusrisiko des Patienten erhöhen, z.B. Durchblutungsstörungen (…).“ (Panfil, Schröder 2009, 174) Ein Dekubitus entsteht meistens durch mangelnde Pflege bei Patienten, die bereits immungeschwächt sind. Dieses Druckgeschwür kann auch zum Tode führen, da es zwar häufig die Folge einer Primärerkrankung ist, jedoch hiermit eine ideale Eintrittspforte für Keime, Viren und Bakterien bietet.
Ein Dekubitus wird in unterschiedliche Stadien eingeteilt. Dabei ist die bekannteste Einteilung von der EPUAP (1998), dieses ist eine international anerkannte Einteilung. Grad und Stadium wird hier synonym verwendet. Diese Einteilung beschreibt die Tiefenausdehnung eines Druckgeschwürs.
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Das Stadium eins wird definiert als nicht wegdrückbare Rötung intakter Haut auch Hautverfärbungen, Überwärmung, Ödem oder Verhärtung.
Beim Stadium zwei liegt bereits eine Schädigung von Epidermis, Dermis oder beiden Hautschichten vor. Der Dekubitus ist hier oberflächlich und manifestiert sich klinisch als Hautabschürfung oder Blase.
Stadium drei ist beschrieben als Verlust aller Hautschichten einschließlich Schädigung oder Nekrose des subkutanen Gewebes, die bis auf, aber nicht unter die darunter liegende Faszie reichen kann.
Im Folgenden wird sich vordergründig auf das Stadium zwei und drei bezogen, was im weiteren Verlauf noch näher erläutert wird.
Stadium vier ist festgelegt durch eine ausgedehnte Zerstörung, Gewebsnekrose oder Schädigung von Muskeln, Knochen oder stützenden Strukturen. (vgl. European Pressure Ulcer Advisory Panel 2009) Diese Klassifikation liegt dieser Arbeit zu Grunde. Die Einteilung einer Wunde in unterschiedliche Stadien oder Grade ist häufig schwierig. Einerseits kann man Übergänge schlecht erfassen und in der Pflege treffen viele unterschiedliche Ansichten und Interpretationen aufeinander, andererseits sind es immer neue Wunden und verschiedenste Wundverhältnisse. Gerade auch aus diesem Grund ist es umso wichtiger sich an einer einheitlichen Einteilung zu orientieren.
Im Folgenden wird häufig auch von einem „traditionellen/konventionellen Wundverband“ gesprochen, worunter lediglich die Abdeckung einer Wunde mit einer (sterilen) Kompresse verstanden wird. Bei einem solchen Verbandswechsel wird erstmal die Wunde mit einer speziellen Spüllösung oder einem
Wunddesinfektionsmittel gespült. Anschließend wird die Wunde eventuell mit einer speziellen Salbe versorgt und es wird Gaze aufgelegt, um einer Verklebung mit der Kompresse vorzubeugen. Dann wird die Kompresse mit einem Verband fixiert. Problematisch bei dieser Wundversorgung ist, dass die Kompresse direkt auf der Wunde aufliegt, sich mit Blut und Sekret vollsaugt und somit schnell unsterile Wundverhältnisse schafft. Durch das Eintrocknen wird die Auflage außerdem sehr hart. Bei einem Verbandwechsel, der bei dieser Wundversorgung meist sehr schmerzhaft ist, kommt es dann zu einer Verletzung neugebildeten Gewebes. Außerdem können Teile der Kompresse in der Wunde haften, die dann sehr schwer zu lösen sind. Die Wunde trocknet aus und die Wundheilung wird häufig nachhaltig
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Arbeit zitieren:
Ilka-Verena Granz, 2009, Hydrokolloide zur Wundbehandlung, München, GRIN Verlag GmbH
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