Gliederung
Problem :
Durch welche Motive lassen sich Ältere für den Sport begeistern bzw. welche
Umst ände bringen sie zur Sportabstinenz ?
1. Einführung
2. Motive zur Sportausübung
3. Geschlechtsspezifik bei sportbezogenen Motiven
4. Aspekte zur Sportabstinenz
5. Typen von Sportkarrieren
6. Ausblick
7. Literatur
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1. Einführung
Die Beschäftigung mit dem Thema Sport im Alter läßt sich historisch weit zurückverfolgen. Im `Sokrates´ des Xenophon (430-354 v.Chr.) heißt es beispielsweise „Es ist doch auch schimpflich aus Nachlässigkeit alt zu werden“ (III, 12,8) oder im `Cato major de senectute´ meint Cicero „Es kann also Übung und Mäßigung auch im hohen Alter etwas von der früheren Kraft bewahren“ (X, 34).
Im Alltagsleben befinden sich körperliche und psychische Belastungen im umgekehrten, eigentlich vernünftigen Verhältnis. Ansteigende psychische Belastungen durch das soziale Umfeld wie Zeitdruck usw. stehen sinkenden Aktivitäten im Berufs-und Alltagsleben gegenüber. Dafür verantwortlich sind die zunehmende Technisierung und die damit gegebene Erleichterung der lebensgestaltenden Prozesse. Eine hinzukommende falsche Ernährung führt dann im Zusammenspiel mit den genannten Faktoren oft zu Beschwerden bzw. Krankheiten.
Viele der heutigen Senioren beendeten nach der Schulzeit ihre Sportaktivitäten. Einige betrieben Leistungssport, der aber ebenfalls im beginnenden Erwachsenenalter sein Ende fand. Alternativen aus dem Bereich des Breitensports existierten damals nur wenige. Eine hohe Anzahl der Älteren bildet also die Gruppe der „frühen Sportaussteiger“.
Von einer Pauschalisierung - vom unsportlichen Jugendlichen zum sportabstinenten Erwachsenen sowie jugendlicher Leistungssportler zu erwachsenen Breitensportler - ist jedoch abzusehen.
Wenn Sport als eine wichtige Lebensangelegenheit betrachtet wird, erfolgt eine Verankerung in der Lebensführung. Diese meint die Konstruktion aus sozialen und individuellen Aspekten - die Lebensorganisation. Sie steht in Wechselbeziehung zu der Lebenslage, welche soziale Ungleichheiten wie Bildungsqualifikation, Berufsposition, Einkommensverhältnisse u.a. beinhaltet (siehe auch BAUR). Größtenteils messen Menschen mit zunehmendem Alter dem Sport eine immer geringere Bedeutung bei, obwohl sie die Gesunderhaltung als essentiell ansehen.
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Sport und Gesundheit werden also oft nicht im Kontext gesehen. Anderen Freizeitaktivitäten wird meist der Vorzug gegeben.
Zu den am häufigsten ausgeübten Freizeittätigkeiten der Älteren gehören Lesen, Radiohören, Fernsehen und Spazierengehen (vgl. BAUR 1996, 73). Innerhalb der Woche finden die Freizeitaktivitäten also vorwiegend zu Hause oder in der unmittelbaren Wohnumgebung statt (WINKLER 1995, 172; zit. n. BAUR 1996, 74). Zwischen den Berufsgruppen, beispielsweise Arbeiter und andere, existieren z.T. Disparitäten. „Ihr Ruhestand steht unter dem Motto: Ausruhen und Erholen nach einem harten Arbeitsleben. Sie haben ein starkes körperliches Ruhe- und Erholungsbedürfnis und bekennen sich auch dazu ...“ Mittlere und höhere Angestellte tendieren eher zu außerhäuslichen Aktivitäten (OPASCHOWSKI/ NEUBAUER 1984, 30; zit. n. BAUR 1996, 82).
Lediglich 27 % (ASuG 1993d) der Älteren betrachten Sport als unverzichtbaren Lebensbestandteil. Ältere Frauen sind dabei durchschnittlich inaktiver als ältere Männer (vgl. BAUR 1996, 120-123).
Wird Sportaktivitäten nachgegeangen, erfolgt dies von mehr als der Hälfte ein- bis zweimal pro Woche. Es liegt also eine Regelmäßigkeit vor, die sich physisch und mental vorteilhaft auf Aktivierung und Zufriedenheit auswirken. Ebenfalls die Mehrzahl treibt Sport mit „flotter und zügiger“ Intensität, ca. 1/3 der Älteren bezeichnet sie als „locker und leicht“.
Es ist selbstverständlich, daß sowohl Intensität als auch Häufigkeit mit zunehmendem Alter abnehmen (vgl. BAUR 1996, 128).
Die Ausübung des Sports erfolgt größtenteils im breitensportlichen Rahmen, wobei ein geringer Anteil Älterer konsequent Leistungssport betreibt (CONZELMANN 1993; 1994; 1995; WINTER/ BAUR 1994).
Als beliebteste Sportarten gelten Wandern, Schwimmen, Gymnastik, Radfahren und Kegeln, also Aktivitäten, die eine leistungs- und intensitätsvariable Ausführung gestatten.
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Arbeit zitieren:
Oliver Hartelt, 1998, Sportbezogene Motive von Älteren, München, GRIN Verlag GmbH
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