S t r a f t a t b e s t ä n d e d e s W e r t p a p i e r h a n d e l s g e s e t z e s S e i t e II
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung 1
I. Zweck der Strafvorschriften dieses Gesetzes. 1
II. Notwendigkeit des Regelungsbedarfs 1
III. Gesetzessystematik des Wertpapierhandelsgesetzes. 3
B. Verbot des Insiderhandels. 4
I. Begriffsdefinitionen 4
1. Insiderpapier § 12 Satz 1 Nr. 1-3 WpHG. 4
a) Finanzinstrumente nach § 2 Abs. 2b WpHG. 4
aa) Wertpapier § 2 Abs. 1 Satz 1 WpHG 4
bb) Geldmarktinstrument § 2 Abs. 1a WpHG 4
cc) Derivate § 2 Abs. 2 WpHG 5
b) Am inländischen Markt gehandelte Finanzinstrumente
§ 12 Satz 1 Nr. 1 WpHG 5
aa) Zulassung an einer inländischen Börse. 5
bb) Einbeziehung in den regulierten Markt 5
cc) Einbeziehung in den Freiverkehr 6
c) Am ausländischen Markt gehandelte Finanzinstrumente
§ 12 Satz 1 Nr. 2 WpHG 6
2. Insiderinformation § 13 Abs. 1 WpHG 6
a) konkrete Information über Umstände, die nicht öffentlich bekannt sind. 7
b) Emittenten- oder Insiderpapierbezogenheit 7
c) Eignung zur erhebliche Beeinflussung des Börsen- oder Marktpreises. 7
d) Regelbeispiele 8
3. Primär- und Sekundärinsider 8
a) Primärinsider 8
aa) Organmitglieder oder persönlich haftende Gesellschafter des Emittenten oder
eines mit dem Emittenten verbundenen Unternehmen. 8
bb) Beteiligungsmitglieder. 9
cc) Tätigkeitsbezogener Primärinsider 9
b) Sekundärinsider. 9
II. Erwerbs- und Veräußerungsverbot. 10
1. Tatbestand. 10
a) Täter 10
b) Tatobjekt. 10
c) Tathandlung. 10
2. Rechtswidrigkeit 11
S t r a f t a t b e s t ä n d e d e s W e r t p a p i e r h a n d e l s g e s e t z e s S e i t e III
3. Schuld 11
III. Verbot der Weitergabe 12
1. Tatbestand. 12
a) Täter 12
b) Tatobjekt. 12
c) Tathandlung. 12
aa) Mitteilung oder Zugänglichmachen einer Insiderinformation 12
bb) Dritter beziehungsweise Vielzahl von Personen. 13
cc) unbefugt 13
2. Rechtswidrigkeit. 13
3. Schuld 13
IV. Empfehlungs- und Verleitungsverbot 14
1. Tatbestand. 14
a) Täter 14
b) Tatobjekt. 14
c) Tathandlung. 14
aa) Empfehlung oder Verleitung. 14
bb) Dritter beziehungsweise Vielzahl von Personen. 15
cc) Verwendung einer Insiderinformation. 15
2. Rechtswidrigkeit. 15
3. Schuld 15
V. Strafbarkeit des Versuchs. 16
VI. Rechtsfolgen. 16
1. Strafrechtliche Folgen. 16
a) Erwerbs- und Veräußerungsverbot. 16
b) Weitergabeverbot 17
c) Empfehlungs- und Verleitungverbot. 18
d) Versuch. 18
2. Verfall 18
3. Berufsverbot. 19
VII. Konkurrenzen 19
VIII. Verjährung. 20
IX. Fallbeispiel: BGH Beschluss vom 27.1.2010 - 5 StR 224/09 21
C. Verbot der Marktmanipulation 25
I. Definition Marktmanipulation. 25
1. Definition aus dem Sprachgebrauch. 25
2. Erfolg einer Markmanipulation. 25
II. Machen oder Verschweigen von Angaben (§ 20a Abs 1 Nr 1 WpHG) 26
S t r a f t a t b e s t ä n d e d e s W e r t p a p i e r h a n d e l s g e s e t z e s S e i t e IV
1. Tatbestand. 26
a) Täter 26
b) Tatobjekt. 26
aa) Finanzinstrumente 26
bb) Waren und ausländische Zahlungsmittel. 27
c) Tathandlung. 27
aa) 1. Alternative: Machen unrichtiger oder irreführender Angaben über
bewertungserhebliche Umstände. 27
aaa )Angaben über Umstände. 27
bbb )unrichtig 28
ccc )irreführend. 28
ddd )Machen einer Angabe 28
eee )Bewertungserhebliche Umstände 29
fff )Eignung zur Preiseinwirkung 29
bb) 2. Alternative: Verschweigen von Umständen entgegen bestehender
Rechtsvorschriften 29
aaa )Verschweigen 29
bbb )Bewertungserhebliche Umstände. 30
ccc )Entgegen einer bestehenden Rechtspflicht zur Offenlegung 30
ddd )Eignung zur Preiseinwirkung. 30
2. Rechtswidrigkeit. 30
3. Schuld 31
III. Geschäfte oder Aufträge (§20a Abs. 1 Nr. 2 WpHG) 31
1. Tatbestand. 31
a) Täter 31
b) Tatobjekt. 31
c) Tathandlung. 31
aa) 1. Alternative: Vornahme von Geschäften. 31
aaa )Geschäfte. 31
bbb )Vornahme 32
bb) 2. Alternative: Erteilen von Kauf- oder Verkaufsaufträgen 32
aaa )Kauf- oder Verkaufsaufträge 32
bbb )Erteilung. 32
2. Rechtswidrigkeit. 32
3. Schuld 32
IV Sonstige Täuschungshandlungen (§20a Abs. 1 Nr. 3 WpHG) 33
1. Tatbestand. 33
a) Täter 33
S t r a f t a t b e s t ä n d e d e s W e r t p a p i e r h a n d e l s g e s e t z e s S e i t e V
b) Tatobjekt. 33
c) Tathandlung. 33
aa) Vornahme einer sonstigen Täuschungshandlung 33
bb) Erfolg der Täuschungshandlung. 34
cc) Regelbeispiele 34
2. Rechtswidrigkeit. 34
3. Schuld 34
V. Rechtsfolgen. 35
1. Strafrechtliche Folgen. 35
2. Verfall 35
3. Berufsverbot. 35
VI. Konkurrenzen 35
VII. Verjährung. 36
IX. Fallbeispiel: BGH Urteil vom 6.11.2003 - 1 StR 24/03 37
D Zusammenfassung 42
S t r a f t a t b e s t ä n d e d e s W e r t p a p i e r h a n d e l s g e s e t z e s S e i t e | VI
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz a.F. alter Fassung Art. Artikel BaFin Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BGH Bundesgerichtshof BörsG Börsengesetz Ebd. Ebenda EDV Elektronische Datenverarbeitung i.V.m. in Verbindung mit KWG Kreditwesengesetz MaKonV Verordnung zur Konkretisierung des Verbotes der Marktmanipulation Mio. Millionen Rz. Randziffer S. Seite StGB Strafgesetzbuch WpHG Wertpapierhandelsgesetz
S t r a f t a t b e s t ä n d e d e s W e r t p a p i e r h a n d e l s g e s e t z e s S e i t e
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Insideranalysen nach Sachverhalten
Abbildung 2: Marktmanipulationsanalysen nach Sachverhalten
Abbildung 3: strafrechtliche Folgen des Erwerbs- und Veräußerungsverbots
Abbildung 4: strafrechtliche Folgen des Weitergabeverbots
Abbildung 5: strafrechtliche Folgen des Empfehlungs- und Verleitungsverbots
S t r a f t a t b e s t ä n d e d e s W e r t p a p i e r h a n d e l s g e s e t z e s S e i t e | 1
A. Einleitung
I. Zweck der Strafvorschriften dieses Gesetzes
Das Ziel des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) ist die Herstellung, Verbesserung und Sicherung der Funktionsfähigkeit der organisierten Kapitalmärkte. Ein Kapitalmarkt ist „ein institutionalisierter Markt für mittel- und langfristige Finanzierungstitel.“ 1 Er besteht aus dem Aktienmarkt, Rentenmark und dem Markt für Derivate. Auf einem Kapitalmarkt agieren die Unternehmen als Nachfrager und die Anleger als Anbieter von Kapital. Er dient somit der Kapitalaufnahme durch die Unternehmen zu einem Marktpreis. Damit ist der Kapitalmarkt eine wesentliche Quelle für private Unternehmen als auch für die öffentliche Hand zur Deckung des Finanzbedarfs. Ohne ihn wäre eine funktionierende Volkswirtschaft mit Wachstum und Investitionen nicht möglich. Neben dieser primären Aufgabe gibt der Kapitalmarkt den privaten Anlegern die Möglichkeit, Vermögen zu bilden und zu mehren beispielsweise zur Altersvorsorge.
Sowohl der Insiderhandel als auch Marktmanipulationen sind Handlungsalternativen, um die Chancengleichheit der agierenden Personen auf einem funktionieren Kapitalmarkt zu zerstören. Geschieht dies, verlieren die Anleger nachhaltig ihr Vertrauen in Kapitalmärkte, was zu katastrophalen Auswirkungen auf die Wirtschaft und Gesellschaf, national als auch international, führen kann.
Strafverfahren und die daraus resultierenden Freiheitsstrafen sind ein wirksames Mittel, welches die Täter persönlich trifft, denn ihre (Handlungs-) Freiheit wird dadurch eingeschränkt. Außerdem erregt ein Strafverfahren öffentliche Aufmerksamkeit und zieht ein negatives Image nach sich.
II. Notwendigkeit des Regelungsbedarfs
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erhielt in 2009 insgesamt 992 Mio. Meldungen über Wertpapiergeschäfte von Wertpapierdienstleistungsunternehmen sowie Zweigniederlassungen im Sinne des § 53b KWG. Diese sind gemäß § 19 WpHG zur Meldung verpflichtet. Die eingegangenen Meldungen werden systematisch ausgewertet und bei bestehendem Verdacht hinsichtlich des Vorliegens von Marktmanipulationen und dem Insiderhandel untersucht. Dabei kam die BaFin zu dem Ergebnis, dass 28 Fälle des
1 Eichelberger 2006, Das Verbot der Marktmanipulation (§ 20a WpHG) S.51
S t r a f t a t b e s t ä n d e d e s W e r t p a p i e r h a n d e l s g e s e t z e s S e i t e | 2
Insiderhandels und 150 Fälle der Marktmanipulation einer weitergehenden Prüfung bedürfen und zu diesem Zwecke an die Staatsanwaltschaft abgegeben werden. Ein Insiderhandel liegt in 39% aller Fälle im Zusammenhang mit Übernahmen oder Fusionen vor. Das Auftreten anderer Sachverhalte ist in Abbildung 1 verdeutlicht.
Abbildung 1: Insideranalysen nach Sachverhalten 2
Im Jahr 2009 wurden insgesamt elf Personen wegen Insiderhandels verurteilt, wobei sieben Personen davon ein Urteil im Strafbefehlsverfahren erhielten. 3 Der in den Medien wohl bekannteste Fall war die Verurteilung eines Investor Relation-Managers der Deutschen Telekom AG zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 15 Monaten auf Bewährung und 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Durch die Weitergabe von Insiderinformationen konnte allein in diesem Fall ein Kursgewinn von mehr als 2,4 Mio. Euro erzielt werden.
Währenddessen ist der Analyseschwerpunkt einer Marktmanipulation in 57 % das Vortäuschen einer Aktivität. Hierunter sind vor allem abgesprochene Geschäfte zu verstehen. In Abbildung 2 ist die Aufteilung von Sachverhalten bei der Marktmanipulationsanalyse zu sehen.
Abbildung 2: Marktmanipulationsanalysen nach Sachverhalten 4
2 BaFin 2010, Jahresbericht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ´09 S.181
3 Es handelte sich dabei auch um Fälle, die in den Vorjahren an die Staatsanwaltschaft abgegeben wurden.
4 BaFin 2010, Jahresbericht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ´09 S.179
S t r a f t a t b e s t ä n d e d e s W e r t p a p i e r h a n d e l s g e s e t z e s S e i t e | 3
In 60 von insgesamt 150 untersuchten Fällen fand die BaFin Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Marktmanipulation. Aus diesem Grunde zeigte sie 120 verdächtige Personen bei den dafür zuständigen Staatsanwaltschaften an.
Im Jahr 2009 wurden 14 Personen wegen einer Marktmanipulation verurteilt, davon neun nach der öffentlichen Hauptverhandlung und fünf im Strafbefehlsverfahren. Mit drei Jahren und neun Monaten Haft verhängte das Gericht die bislang höchste Strafe für eine Marktmanipulation.
III. Gesetzessystematik des Wertpapierhandelsgesetzes
Der erste Abschnitt des WpHG enthält Vorschriften über den Anwendungsbereich und erklärt relevante Begriffe. Im folgenden Abschnitt ist die Überwachung der Einhaltung von Geboten und Verboten dieses Gesetzes durch die BaFin geregelt.In dem dritten Abschnitt sind Ausführungen über die Insiderüberwachung zu finden, gefolgt vom vierten Abschnitt der Überwachung des Verbots der Marktmanipulation. Straf- und Bußgeldvorschriften des Gesetzes befinden sich im zwölften Abschnitt. Die Verbotsmaterie der Straf- und Bußgeldvorschriften weist einen sogenannten Blankettcharakter auf. Dementsprechend sind die Verbotstatbestände für den Insiderhandel und das Verbot der Marktmanipulation in den eigentlichen Ge- und Verbotsnormen und nicht in den eigentlichen Strafvorschriften geregelt.
Arbeit zitieren:
LL.B. Jacqueline Stoj, 2011, Banken- und Kapitalmarktstrafrecht, München, GRIN Verlag GmbH
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