Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Problem der unterschiedlichen Begrifflichkeiten 3
2.1. Kompetenz 3
2.2. Führung 6
2.3. Führungserfolg 8
3. Untersuchung von Kompetenzmodellen 8
3.1. Auswahl der Unternehmen 8
3.2. Modell-Matching 9
3.3. Untersuchungsergebnis 11
4. Wissenschaftliche Fundierung der „Top-5“ Kompetenzen 12
4.1. Ergebnisorientiertes Handeln 12
4.2. Mitarbeiterentwicklung 13
4.3. Kommunikationsstärke 14
4.4. Kundenorientierung 15
4.5. Integrität 15
5. Zusammenfassung 17
Literaturverzeichnis 19
Anhang 23
Erkl ärung 24
1
1. Einleitung
Wir leben und arbeiten in einer komplexen und dynamischen Wirtschaftswelt, die hohe Anforderungen an Unternehmen und Mitarbeiter stellt, um die, sich ändernden Heraus-forderungen erfolgreich bewältigen zu können (Hess, 2010). Um dies sicherzustellen, wird spätestens seit dem Erscheinen des Artikels „Testing for Competence Rather Than for Intelligence“ von David C. McClelland (1973) das Thema „Kompetenzen“, im Sinne von Anforderungen, in der Arbeitswelt weitverbreitet diskutiert (Sarges, 2006). Der Kompetenzbegriff wird an späterer Stelle noch näher beleuchtet. Der Leser möge die unsauber definierte Begriffsverwendung verzeihen, der Begriff wird einleitend so, wie er im alltäglichen, nicht akademischen Wirtschaftsbetrieb begegnet, verwendet. Besonders im Zusammenhang von Führung und Management scheint jeder Beitrag, laut Fredmund Malik (2006b, S.33), automatisch in die Frage nach der idealen Führungskraft und ihren Kompetenzen münden. Insbesondere das Scheitern und Ausbrennen vieler Führungskräfte in Folge der Wirtschaftskrise 2008/2009 lässt die Diskussion nach klaren Führungskompetenzen und dem Schließen eventueller Kompetenzlücken aufleben (Kitzki, 2011; Hess, 2010). So fordert zum Beispiel der Berater Peter Kitzki (ebd., S.46): „Die Geschäftsleitung sollte für die einzelne Führungsposition einen Kompetenzkatalog definieren, in dem die Schlüsselkompetenzen definiert sind, die eine Führungskraft notwendigerweise benötigt, um einen optimalen Beitrag zur Erreichung der Abteilungs-und Unternehmensziele zu leisten.“ Hinter den Kompetenzmodellen steht die Idee, dass Kompetenz zu Leistung und somit zu Erfolg führt (Rastetter 2006, S.166). Der Kompetenzansatz scheint so andere Erklärungskonzepte wie z.B. Eigenschaftstheorie, Verhaltenstheorie oder situationistische Ansätze ergänzen und integrieren (ebd.). Stark vereinfacht ließe sich daraus folgern: Wenn man die richtigen Kompetenzen an Bord hat ist man erfolgreich. Und über Kompetenzmanagement haben wir die Kompetenzen, und somit die Situation im Griff.
Viele Unternehmen verfügen bereits über diese Kataloge oder sogenannte „Führungskompetenzmodelle“, die als Grundlage herangezogen werden, um erfolgsversprechende Führungskräfte aus dem Arbeitsmarkt zu rekrutieren, oder aus der eigenen Belegschaft zu entwickeln. Diese Modelle sind mehr oder weniger detaillierte Auflistungen mit Anforderungen und/oder Beschreibungen von Eigenschaften, Verhaltensweisen oder sonstigen Merkmalen, woran Unter-nehmen erkennen und definieren, wer eine Führungskraft ist und wer nicht, bzw. welche Mitarbeiter über Führungspotential verfügen. Da Unternehmen, wie Menschen sehr unterschiedlich sind, ist es nicht verwunderlich,
2
dass diese Kompetenzmodelle, oder -listen sehr unterschiedlich sind. Dies scheint berechtigt, da unterschiedliche wirtschaftliche und organisationale Kontexte unterschiedliche Kompetenzen erfordern. Dennoch scheint es einige Kompetenzen zu geben, die auffallend häufig genannt werden. Diese Arbeit beschäftigt sich mit diesen, am weitesten verbreiteten, Kompetenzen und versucht der Frage nachzugehen, in wie weit es eine wissenschaftliche Fundierung dafür gibt, warum gerade diese Kompetenzen für eine erfolgreiche Führung relevant sein sollen.
Hierzu werden, nicht repräsentativ, 21 Kompetenzmodelle aus der Wirtschaft aufgegriffen und auf Gemeinsamkeiten und Entsprechungen hin untersucht. Aufgrund des unterschiedlichen, organisationsspezifischen Wordings der Kompetenzen wurde versucht diese in eine standardisierte Kompetenzen zu über-setzen. Hierfür diente als Grundlage die Kompetenzbibliothek des von der US-amerikanischen Beratungsfirma Bigby, Havis & Associates entwickelten Tools ASSESS® deren deutscher Lizenzträger die Scheelen AG ist. Die Kompetenzen aus den untersuchten Modellen und Listen werden auf den Kompetenzen der ASSESS® Bibliothek transkribiert. Kompetenzen, die in der bestehenden Bibliothek nicht enthalten sind, werden als neue Kompetenz erfasst. Die mit Abstand am häufigsten genannten Kompetenzen werden dann auf einen wissenschaftlichen Hintergrund hin untersucht.
2. Problem der unterschiedlichen Begrifflichkeiten
In der Untersuchung zeigte sich, wie bereits einleitend erwähnt, dass die Definitionen und Umschreibungen der Begriffe Kompetenz, Führung und Führungserfolg sehr heterogen sind. Die uneinheitlich gewillkürte Verwendung derselben führt bisweilen zur Verwirrung und Fehlentwicklungen, was insbesondere Fredmund Malik in seinen Publikationen immer wieder anprangert (Malik, 2006a; Malik, 2006b; Malik, 2007). Im Folgenden sollen daher kurz die unterschiedlichen Begriffsdefinitionen näher betrachtet werden.
2.1. Kompetenz
Das Wort „Kompetenz“ entstammt dem lateinischen Verb „competere“ ab, das für „zusammentreffen“, „zusammenkommen“ und „zustehen“ steht (Erpenbeck & Rosenstiel, 2007), darüberhinaus erfuhr das Nomen „competetia“ das ursprünglich für das „Zusammentreffen“ (z.B. von Gestirnen, Konstellationen) stand, wobei die
3
Verwendung des Begriffes im Sinne von „Eignung“ bereits in der mittellateinischen Zeit, d.h. zwischen 6. und 15. Jahrhundert nach Christus, auftrat (Pertsch, 1983). Auf dem Weg zur modernen, arbeitsteiligen, gewaltengeteilten und funktionalen Gesellschaft, hat der Kompetenzbegriff in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Systemen (Wirtschaft, Politik, Bildung, …), verschiedene Prägungen erfahren wie Erpenbeck und Rosenstiel (2007) in ihrer Einführung sehr schön darstellen. So steht z.B. Kompetenz im Staatsrecht für „Zuständigkeit“, „Befugnis“ oder „Rechtmäßigkeit“ (ebd. S.XVIII).
In der Betriebswirtschaftslehre stehen die „Kernkompetenzen“ eines Unternehmens für die Fähigkeiten (im engl. Original: skills), die ein Unternehmen in die Lage versetzen, wesentlichen Kundennutzen zu liefern (Prahalad, C.K. & Hamel, G., 1990). Der Linguist Noam Chomsky (1981), auf den sehr oft in der pädagogischen Literatur verwiesen wird, betrachtet als Kompetenz als „… das System von Regeln und Prinzipien, von denen wir annehmen, dass sie auf gewisse Weise in einer Person , die eine Sprache kennt, mental repräsentiert sind und dass sie dem Sprecher im Prinzip ermöglichen, einen beliebigen Satz, der seinen Gedanken ausdrückt hervorzubringen.“ (S.203 zit. nach Reichertz, J.2010 S.259). Diese Regeln besitzen einen generativen Charakter, d.h. mit einer begrenzten Anzahl von Regeln eine unbegrenzte Zahl von Sätzen selbstorganisiert gebildet werden (Erpenbeck & Rosenstiel 2007). Weinert (2002) versteht im (Aus-) Bildungskontext unter Kompetenzen „…die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können“ (Weinert, 2002, S.27-28). Entwicklungspsychologisch ist Kompetenz nach Leontjew (1979) „… das System innerpsychischer Voraussetzungen, das sich in der Qualität sichtbarer Handlungen niederschlägt“ (S.42 zit. nach Kirchhöfer 2004, S.63). Dietrich Dörner (2005) umschreibt Kompetenz als „…das Ausmaß, in dem ich in der Lage bin, mit dem Problem in einem Realitätsbereich fertig zu werden“ (Dörner 2005, S. 346), was schon eine starke kulturelle Färbung trägt, im Sinne Käsers (1997) von Kultur als Strategie zur Daseinsbewältigung. In dieselbe Richtung weißt auch ein soziologische Beitrag aus jüngerer Zeit, so versteht Vonken unter kompetentem Handeln, das autonome, kreative, selbstorganisierende, flexible Treffen von Entscheidungen zur Reduktion von Komplexität (Vonken, M. 2010).
4
Nach Pfadenhauer (2010) setzt sich Kompetenz, ebenfalls im soziologischen Sinne, aus den Komponenten Befähigung, Bereitschaft und Befugnis zusammen. In der Unternehmenspraxis und der Management-Ratgeber Literatur wird unter dem Kompetenzbegriff meistens eine wilde Mischung aus Persönlichkeitsmerkmalen, Motiven, Werten, Verhaltensweisen, Einstellungen, Leistungsvariablen, Fertigkeiten, Wissensbeständen usw. subsumiert (Sarges 2006), was sowohl die untersuchten Modelle widerspiegeln, als auch schon Boyatzis (1982) in seiner Kompetenzdefinition gewürdigt hat (vgl. ebd. S.22). Die praktischen Vorteile dieser weiten Definition sieht Sarges (2006) in einer größeren Nähe zur Alltagssprache, die wiederum der Verständlichkeit und Anwendbarkeit im nichtakademischen Unternehmensumfeld gereicht. So lassen sich leicht Verbindungen zum Unternehmensleitbild, den strategischen Zielstellungen und der eigenen Position herstellen (ebd., vgl. auch Abb. 1 auf der nächste Seite), die dem Mitarbeiter sinnhaft erscheinen, und somit eine motivierende Wirkung darstellen (Böckmann 2009).
Abb. 1: Das Lufthansa Kompetenzmodell im Einklang mit Unternehmenswerten (Lufthansa 2007)
Als weiteren Vorteil erhält die Personalabteilung (überhaupt) ein Instrument zur Bewertung der Führungskräfte und als Entscheidungshilfe für Personalmaßnahmen, das einerseits eine allgemein verständliche Sprache verwendet und somit eine hohe Akzeptanz genießt, andererseits dennoch (oder beabsichtigter weise) gewisse Interpretations-
5
Arbeit zitieren:
Guido Brandone, 2011, Theoretische Fundierung in der Praxis verbreiteter Begriffe von Führungskompetenz, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft: Theoretische Fundierung in der Praxis verbreiteter Begriffe von Führungskompetenz ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft: neuer Titel erschienen: Theoretische Fundierung in der Praxis verbreiteter Begriffe von Führungskompetenz
Guido Brandone hat einen neuen Text hochgeladen
Soft Skills für IT-Führungskräfte und Projektleiter
Softwareentwickler führen und ...
Uwe Vigenschow, Björn Schneider, Ines Meyrose
How NASA Builds Teams: Mission Critical Soft Skills for Scientists, En...
Mission Critical Soft Skills f...
Charles J. Pellerin
0 Kommentare