2
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
Abbildungsverzeichnis VII
Abstract 8
1 Einleitung 9
1.1 Qualität als Begriff 10
1.2 Bedeutung der Qualität und des Qualitätsmanagements im
Hotelgewerbe 10
2 Bewertung bzw. Messung der Dienstleistungsqualität aus
verschiedenen Perspektiven 12
2.1 Kundenorientierte Ansätze 14
2.1.1 Objektive Messungsmethoden 14
2.1.1.1 Mystery Guesting (Silent Shopper) 15
2.1.2 Subjektive Messungsmethoden 16
2.2 Unternehmensorientierte Ansätze 17
2.2.1 Managementorientierte Messung 17
2.2.2 Mitarbeiterorientierte Messung 18
2.3 Vorteile und Nachteile der ausgewählten bekannten
Messungsmethoden der Dienstleistungsqualität 19
3 Das EFQ-MModell als Methode zur kompletten Qualitätsbewertung
22
3.1 Befähiger 23
3.1.1 Führung 24
3.1.2 Politik und Strategie 25
3.1.3 Mitarbeiter 25
3.1.4 Partnerschaften und Ressourcen 26
3.1.5 Prozesse 26
3.2 Ergebnisse 27
3.2.1 Kundenbezogene Ergebnisse 27
3.2.2 Mitarbeiterbezogene Ergebnisse 28
3.2.3 Gesellschaftsbezogene Ergebnisse 28
3.2.4 Schlüsselergebnisse 29
3.3 EFQ-MBewertung nach dem RADAR-Konzept 29
4 Praktische Problembearbeitung am Beispiel vom Hotel Globus
in Prag 35
4.1 Ausgangslage des Hotels Globus 36
4.1.1 Standort 36
4.1.2 Bisherige Entwicklung 36
4.1.3 Derzeitige Eigentums- und Führungsverhältnisse 37
4.1.4 Angebotsstruktuir 37
4.1.5 Wichtigste Kennziffern 39
4.1.6 Marktübersicht 40
4.1.7 Eigene Einschätzung 40
4.1.8 Konkurrenten 41
3
4.1.9 Geplante Entwicklung (Veränderungen) 41
4.2 Managementbefragung nach EFQM 41
4.2.1 Bewertung der Fragen 42
4.2.2 Resultat Seite Befähiger 42
4.2.2.1 Resultat Kriterium Führung 43
4.2.2.2 Resultat Kriterium Politik und Strategie 44
4.2.2.3 Resultat Kriterium Mitarbeiter 44
4.2.2.4 Resultat Kriterium Partnerschaften und Ressourcen 45
4.2.2.5 Resultat Kriterium Prozesse 45
4.2.3 Resultat Seite Ergebnisse 46
4.2.3.1 Resultat Kriterium kundenbezogene Ergebnisse 46
4.2.3.2 Resultat Kriterium mitarbeiterbezogene Ergebnisse 47
4.2.3.3 Resultat Kriterium gesellschaftsbezogene Ergebnisse 47
4.2.3.4 Resultat Kriterium Schlüsselergebnisse 48
4.2.4 Zusammenfassung der Befragung nach EFQM 49
4.3 Mitarbeiterbefragung nach EFQM im Vergleich mit
Managementbefragung 51
4.3.1 Resultat Kriterium Führung 52
4.3.2 Resultat Kriterium Mitarbeiter 53
4.3.3 Resultat Kriterium Prozesse 54
4.4 Mystery Guesting zur objektiven Qualitätsbewertung des
Hotels Globus 55
4.4.1 Resultate Mystery Guesting. 56
4.4.1.1 Bewertung Internetauftritt 56
4.4.1.2 Bewertung E-Mail- und Postverkehr 56
4.4.1.3 Bewertung telefonische Anfrage und Reservierung 57
4.4.1.4 Bewertung äußeres Erscheinungsbild, Eingangsbereich
57
4.4.1.5 Bewertung Empfang, Check in 58
4.4.1.6 Bewertung Hotelhalle, Lift, Treppenhaus, Gänge 58
4.4.1.7 Bewertung Gästezimmer, Bad und WC 60
4.4.1.8 Bewertung Hotelausstattung 61
4.4.1.9 Bewertung Kinderangebot 61
4.4.1.10 Bewertung Seminarräume 61
4.4.1.11 Bewertung Gastlokal, Speiseräume 61
4.4.1.12 Bewertung Tischkultur 62
4.4.1.13 Bewertung Speisekarte und Prospekte 62
4.4.1.14 Bewertung Lobby bar 63
4.4.1.15 Bewertung Sommergarten 63
4.4.1.16 Bewertung Frühstück 63
4.4.1.17 Bewertung Speisequalität 63
4.4.1.18 Bewertung Getränkequalität 64
4.4.1.19 Bewertung WC Anlagen 64
4.4.1.20 Bewertung Sozialkompetenz der Mitarbeiter 65
4.4.1.21 Bewertung Gastgeber, Hotelpersonal 65
4.4.1.22 Bewertung Housekeeping 66
4
4.4.1.23 Bewertung Fachkompetenz der Servicemitarbeiter 67
4.4.1.24 Bewertung Führungskräfte 68
4.4.1.25 Bewertung Reklamationsbehandlungen 68
4.4.1.26 Bewertung Sauberkeit 69
4.4.1.27 Bewertung Schnelligkeit 70
4.4.1.28 Bewertung Sicherheit 70
4.4.1.29 Bewertung Rechnung 70
4.4.1.30 Bewertung Verabschiedung und Check out 70
4.4.1.31 Bewertung Preis- Leistungsverhältnis 70
4.4.1.32 Bewertung Weiterempfehlung, Wiederbesuchabsicht71
4.4.1.33 Zusammenfassung mangelhafte Befunde (Checkliste)
71
5 Mögliche Maßnahmen 73
5.1 Verbesserungsmaßnahmen zu den Kriterien des EFQM-
Modells 74
5.1.1 Kriterium Führung 74
5.1.2 Kriterium Politik und Strategie 74
5.1.3 Kriterium Mitarbeiter 75
5.1.4 Kriterium Partnerschaften und Ressourcen 75
5.1.5 Kriterium Prozesse 75
5.1.6 Kriterium kundenbezogene Ergebnisse 75
5.1.7 Kriterium mitarbeiterbezogene Ergebnisse 76
5.1.8 Kriterium gesellschaftsbezogene Ergebnisse 76
5.1.9 Kriterium Schlüsselergebnisse 76
5.2 Verbesserungsmaßnahmen für die Geschäftsleitung 76
5.2.1 Weiterbildung fördern 77
5.2.2 Einführung von Arbeitsplatz- und Stellenbeschreibungen 78
6 Fazit 79
Literaturverzeichnis 81
Anhangsverzeichnis 85
Anhang 86
5
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung Aufl. Auflage bearb. bearbeitet CZK tschechische Krone d.h. das heißt EFQM European Foundation for Quality Management EQA European Quality Award Erg. Ergebnisse erw. erweitert etc. et cetera EUR Euro - Wechselkurs zu 10.2.2010-1 EUR = 25,72 CZK FMEA Fehlermöglichkeits- und einflussanalyse FRAP Frequenz-Relevanz-Analyse für Probleme hrsg. herausgegeben MA Mitarbeiter Part. Partnerschaften QM Qualitätsmanagement RADAR Results, Approach, Deployment, Assessment, Review Ress. Ressourcen SERVQUAL Service, Qualität (Methode der Qualitätsmessung) Schlüsselerg. Schlüsselergebnisse Str. Strategie TQM Total Quality Management überarb. überarbeitet
6
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Vorteile und Nachteile der verschiedenen bekannten Verfahren
zur Messung bzw. Bewertung der Dienstleistungsqualität 21
Tabelle 2: Bewertungsmaßstab auf der Seite der Befähiger 31
Tabelle 3: Bewertungsmaßstab auf der Seite der Ergebnisse 32
Tabelle 4: Resultate Kriterium Führung 43
Tabelle 5: Resultate Kriterium Politik und Strategie 44
Tabelle 6: Resultate Kriterium Mitarbeiter 44
Tabelle 7: Resultate Kriterium Partnerschaften und Ressourcen 45
Tabelle 8: Resultate Kriterium Prozesse 45
Tabelle 9: Resultate Kriterium kundenbezogene Ergebnisse 47
Tabelle 10: Resultate Kriterium mitarbeiterbezogene Ergebnisse 47
Tabelle 11: Resultate Kriterium gesellschaftsbezogene Ergebnisse, 48
Tabelle 12: Resultate Kriterium Schlüsselergebnisse 48
Tabelle 13: Resultate Mystery Guesting 73
7
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Systematisierung der Ansätze zur Messung der
Dienstleistungsqualit ät
Abb. 2: Das EFQM Modell
Abb. 3: RADAR-Bewertungssystematik
Abb. 4: Resultate Befähiger.
Abb. 5: Resultate Ergebnisse
Abb. 6: Auswertung - Resultate nach EFQ-MModell
Abb. 7: Vergleich Management / Mitarbeiter nach EFQM, Kriterium
F ührung
Abb. 8: Vergleich Management / Mitarbeiter nach EFQM, Kriterium
Mitarbeiter
Abb. 9: Vergleich Management / Mitarbeiter nach EFQM, Kriterium
Prozesse
Abb. 10: Farbbeschädigungen im Gang
Abb. 11: Defekte Lampe im Treppenhaus
Abb. 12: Schmutzige Türe zum Solarium
Abb. 13: Farbschäden an den Zimmerwänden
Abb. 14: Flecken an Nachttischlampe
Abb. 15: Schäden in den Schränken
Abb. 16: Schmutziges Herren WC, Restaurant
Abb 17: Defekte Beleuchtung in WC
8
Abstract
Weltweit steigt das Angebot im Tourismusbereich zusehends. Damit vergrößert sich auch die Konkurrenz und die Unternehmen sind gezwungen, sich durch besondere Leistungen auszuzeichnen. Ein besonderes Angebot alleine genügt jedoch nicht. Die Qualität muss ebenso stimmen und für den Gast erlebbar sein. Zudem muss der Gast schon beim Aussuchen seiner Unterkunftsdestination auf ein Unternehmen aufmerksam gemacht werden. Mit schönen Bildern und wohlklingenden Namen werben alle. Die Qualität des Angebots und der Dienstleistungen muss also durch eine neutrale Stelle beteuert werden. Dies wird durch eine Qualitätsauszeichnung z.B. „EFQM Excellence“ erreicht. Ein international anerkannter Qualitätspreis ist für einen potentiellen Kunden ein Zeichen von gutem Service und gibt ihm die Sicherheit, dass er die versprochenen Leistungen auch tatsächlich erhält.
Die vorliegende Arbeit soll einem Unternehmen die verschieden Methoden der Qualitätsbewertung bzw. -messung vorstellen und am Beispiel des Hotels Globus*** in Prag aufzeigen, wie der Weg zum erlangen einer Qualitätsauszeichnung aussieht und was im eigenen Bereich noch getan werden muss um diesen Weg mit Erfolg zu gehen. Die Arbeit ist so aufgebaut, dass sie auch in Zukunft für weitere Unternehmen im internationalen Bereich als Leitfaden eingesetzt werden kann.
Der Autor dankt an dieser Stelle all denjenigen Personen, die ihm mit Ihrem Fachwissen und Ihren Ratschlägen zur Seite standen. Einen besonderen Dank gilt für den Direktor Jakub Bureš, der dem Verfasser alle nötigen Informationen vermittelte. Ebenfalls danken wir den auch Mitarbeitern des Hotels für ihre offene Stellungnahme zu unseren Fragen und ihre andere Äußerungen.
9
1 Einleitung
Die Qualität eines Produktes oder einer Dienstleistung wird, wie bereits im Abstrakt erwähnt, mit steigender Konkurrenz und immer kritischerer Betrachtung durch die Konsumenten zu einem grundlegenden Thema. Gerade in kleinen Betrieben wird dies jedoch oft vernachlässigt. Eine Qualitätsauszeichnung stellt nicht nur ein Marketingargument dar, es zwingt das Unternehmen auch, seine Prozesse effizient und somit ressourcen- und kapitalschonend zu gestalten. Dieser Aspekt ist in kleinen Betrieben entscheidend. Daher ist auch hier ein Qualitätsmanagement unumgänglich. Im Hotel- und Gastronomiebereich werden meist lokale oder nationale Systeme zur Qualitätsbeurteilung herangezogen. Dadurch wird der internationale Vergleich, der in der Tourismusbranche von zunehmender Bedeutung ist, erheblich erschwert oder verunmöglicht.
Anfangs der vorliegenden Diplomarbeit werden der Bergriff der Qualität und danach die einzigen Methoden der Qualitäts-bewertung bzw.messung mit den Vorteilen und Nachteilen theoretisch erläutert. Die ausgewählten Methoden und zwar Bewertung durch EFQM-Modell und Mystery Guesting werden am praktischen Beispiel von Hotel Globus in Prag eingesetzt. Schließlich werden die Resultate der Bewertung präsentiert und eventuelle Maßnahmen vorgeschlagen.
10
1.1 Qualität als Begriff
„Qualität ist die Erfüllung von (vereinbarten) Anforderungen zur dauerhaften Kundenzufriedenheit.“ 1
Grundsätzlich lässt sich Qualität zwischen Dienstleistungs- und Produktqualität unterscheiden. Das Ziel der Dienstleistungsqualität ist nicht nur die Erhöhung von der Kundenzufriedenheit sondern auch von der Kundentreue. Dienstleistungsqualität ist eng mit Marketing und Kundenbetreuung verknüpft und wird vor allem von Marketingexperten beobachtet. Im Gegensatz dazu orientiert sich die Produktqualität stärker an den Prozessabläufen der Produktion. 2
Nach Herrn Professor Zink aus der Universität in Kaiserlautern wird Qualität im Sinne eines Qualitätsmanagements folgend festgelegt:
♦ Qualität des Produktes oder der Dienstleistung, wie schon erwähnt (Input- bzw. Outputorientierung);
♦ Qualität der Arbeitsläufe und -methoden (Prozessorientierung);
♦ Qualität der Arbeit und Arbeitsbedingungen (Tätigkeitsorientierung);
♦ Qualität der Außenbeziehungen (Umweltorientierung). 3
1.2 Bedeutung der Qualität und des Qualitätsmanagements im Hotelgewerbe
Wegen der momentanen starken Konkurrenz, dem steigenden Kostendruck und multifunktional einsetzbaren Mitarbeitern nimmt das Qualitätsmanagement im Hotelgewerbe an der strategischen Bedeutung zu. Der Gast wird die Marktfähigkeit der Dienstleistung „Hotel“ künftighin
1 Zink, Klaus J. (Hrsg), 1994, S. 18
2 vgl. Eduard, Ralph U., 1999, S. 66
3 vgl. Zink, Klaus J. (Hrsg.) (1994):1994, S. 58-59
11
noch klarer definieren. Ungenügende Qualität wird sich in der Wirtschaft der einzelnen Häuser noch schneller und klarer ausdrücken lassen. 4
Die Einführung eines formalen Qualitätsmanagements in einem Hotel dient dazu, dass die Qualität als Grundbestandteil der
Unternehmenskultur zu verankern ist und die Anstrengungen zur Qualitätsverbesserung auf eine formale Basis innerhalb des Unternehmens zu stellen sind. Häufig wird mit QM die Verwaltung der Qualitätsidee verbunden, die in den Händen eines Qualitätsmanagers liegt, der den Qualitätsprozess weitgehend ohne Beteiligung der Unternehmensführung vorantreiben soll. Darum sollte man anstatt vom QM besser von der „Qualität des Managements“ sprechen, welche auf allen Ebenen des Unternehmens verankert und nachvollziehbar gestaltet werden muss. 5
4 vgl. Pompl, Wilhelm/Lieb, Manfred G. (Hrsg.), 1997, S. 261
5 vgl. Eduard, Ralph U., 1999, S. 113
12
2 Bewertung bzw. Messung der Dienstleistungsqualität
aus verschiedenen Perspektiven
Eines von den Zielen des Qualitätsmanagements ist es, die Unternehmensleistungen entsprechend den Kundenanforderungen zu erstellen. Basis eines systematischen Qualitätsmanagements ist dadurch die Messung der Dienstleistungsqualität, in deren Rahmen die Anforderungen der Kunden an die Dienstleistungsqualität festgelegt werden. 6
Es gibt eine große Menge von Methoden, die in der Unternehmenspraxis unterschiedlichen Stellenwert einnehmen. Generell sind zwei Perspektiven zur Messung der Anforderungen an die Dienstleistungsqualität zu unterscheiden. Es geht um kundenorientierte Messansätze, die eine Messung aus Sicht der Kunden vornehmen und um
unternehmensorientierte Messansätze, die eine Messung aus Sicht von Unternehmensmitgliedern, entweder aus Sicht des Managements oder der Mitarbeiter, vornehmen. 7
6 vgl. Bruhn, Manfred, 2008, S. 129
7 vgl. Bruhn, Manfred, 1997, S. 60
Abb. 1: Systematisierung der Ansätze zur Messung der Dienstleistungsqualität „Quelle: Bruhn, Manfred, (2008, S. 130)
Abbildung 1 stellt eine hierauf aufbauende Systematisierung der verschiedenen Messansätze dar. Die Bedeutung der Kundenperspektive spiegelt sich hauptsächlich auch in der Zahl und dem Differenzierungsgrad der kundenorientierten Messkonzepte wider. Alle Gruppen von Messansätzen lassen sich weiterhin nach der Breite des betrachten Messobjektes unterscheiden. 8 In folgenden Absätzen werden die abgebildeten Messansätzen näher erläutert.
8 vgl. Bruhn, Manfred, 1997, S. 60-61
14
2.1 Kundenorientierte Ansätze
Die kundenorientierten Ansätze zur Messung der Anforderungen an die Dienstleistungsqualität lassen sich in differenzierte und undifferenzierte Ansätze trennen. Im Bereich der undifferenzierten Methoden werden mithilfe von Befragungen globale Qualitäts- bzw. Zufriedenheitsurteile hinsichtlich der betrachteten Dienstleistungen eingeholt. 9 So eine Methode hat allerdings den Vorteil einer einfachen Datenerhebung. Von Nachteil bleibt der niedrige Erkenntnisgewinn im Falle einer Beschränkung auf global gefasste Aussagen. Im Gegensatz zu undifferenzierten Ansätzen lassen die differenzierten Ansätze detaillierte Aussagen über die jeweiligen Teilqualitäten von Dienstleistungen zu. Dabei ist der Objektivitätsgrad der Messung sehr wichtig, nach dem man objektive und subjektive Messansätze unterscheiden kann. 10
2.1.1 Objektive Messungsmethoden
Unter Verwendung von objektiven kundenorientierten Messansätzen wird die Leistungsqualität eines Unternehmens nämlich aus Kundensicht bewertet. Dabei wird die subjektive Einschätzung einzelner Kunden nicht berücksichtigt. Respektive wird eine „objektivierte“, d. h. eine intersubjektiv nachprüfbare Messung durchgeführt. Es gibt drei Methoden, die zur Beurteilung des Dienstleistungsprozesses anhand zumindest teilweise intersubjektiv nachprüfbarer Kriterien aus Kundensicht dienen. 11
Bei der ersten Methode „ Beobachtung durch geschulte Experten“ wird der Leistungserstellungsprozess erfasst und analysiert um die Erkenntnisse über offensichtliche Mängel und das daraus resultierende
Kundenverhalten zu erzielen. Zur objektiven Qualitätsbewertung im
9 vgl. Hentschel, B.,1997, S. 347-348
10 vgl. Bruhn, Manfred, 2008, S. 131
11 vgl. Bruhn, Manfred, 1997, S. 62
15
Hotelgewerbe wird am meisten die zweite Methode „Mystery Guesting“ bzw. „Silent Shopper“ genutzt, deswegen wird sie in den nächsten Kapiteln näher charakterisiert. Objektive Ergebnisse bringen auch Warentest-Untersuchungen von Dienstleistungsprodukten durch die Stiftung Warentest, die eine neutrale Übersicht der Dienstleistungsqualität im Konkurrenzvergleich vermitteln. 12
2.1.1.1 Mystery Guesting (Silent Shopper)
„Mystery Guesting“ ist eine objektive Methode, die auf der teilnehmenden Beobachtung basiert. Eine möglichst fachlich erfahrene Person „Mystery Guest“ verbringt eine bestimmte Zeit im Hotel oder im Restaurant und anhand einer Checkliste bewertet diese vor allem die Servicestandards und Detailqualitäten (wie Sorgfalt, Sauberkeit, Pünktlichkeit, vollständige Leistungserbringung etc.). 13
Bei so einer Hoteluntersuchung können verschiedene
Kundenkontaktsituationen in den Bewertungsprozess in Betracht gezogen werden. Z.B.: Nutzung der Gastronomie, Zimmerservicequalität, Kinderangebot und genauso andere vom Hotel angebotene Dienstleistungen. Als Resultat wird eine ausführliche Analyse des Besuchs geliefert. Basierend auf den erhobenen Daten werden Handlungsoptionen aufgezeigt. Demzufolge können ebenfalls
Maßnahmen formuliert werden. Weiter können die Werte für interne (z.B. bei Hotelketten) und externe Leistungsvergleiche (z.B.
Konkurrenzvergleich) benutzt werden. Betriebe aus dem Gastgewerbe, die „Mystery Guesting“ einsetzen, gewinnen so nützliche Informationen über die Qualität ihrer Leistungen in allen Stufen des
12 vgl. Bruhn, 2008, S. 132-136
13 vgl. Pompl, Wilhelm/Lieb, Mafred G. (Hrsg.), 1997, S. 333
16
Dienstleistungsprozesses. 14 Aus diesen Gründen wurde diese Methode auch für den praktischen Teil dieser Diplomarbeit zur Bewertung des Hotels Globus*** in Prag gewählt.
2.1.2 Subjektive Messungsmethoden
Im Gegensatz zu objektiven Methoden basieren die subjektiven kundenorientierten Messmethoden auf die Qualitätswahrnehmung einer Leistung aus Sicht einzelner Kunden. Diese Methodengruppe kann in merkmalsorientierte Ansätze, ereignisorientierte Ansätze und
problemorientierte Ansätze gegliedert werden. 15
Grundsätzlich lassen sich die Methodengruppen gemäß ihrem Einsatzzweck unterscheiden. Die merkmalsorientierten Messansätze werden vor allem für die Quantifizierung von Qualitätsurteilen und deren Wichtigkeit angewendet. Es geht letztlich um Bewertungen einzelner Leistungselementen aus Kundensicht, die am meisten dank den Kundenbefragungen erhoben werden. Merkmalsorientierte Methoden wie z.B. Multiattributive Methode SERVQUAL oder Penalty-Reward-Faktoren-Ansatz werden demgemäß öfter eingesetzt, wenn ein Dienstleistungsanbieter den Erfolg von Maßnahmen zur
Qualitätsverbesserung überprüfen will. In diesem Falle muss der Anbieter die Qualitätsmerkmale der Dienstleistungen (die Eigenschaften einer Dienstleistung, die ihre Qualität kennzeichnet) gut kennen, die für seine Kunden relevant sind. 16
Falls er die Qualitätsmerkmale nicht kennt, bieten sich noch die ereignisorientierten Methoden an, deren Aufgabe die Ermittlung von fehlenden Qualitätsmerkmalen ist. Aufgrund der (erstmaligen)
14 vgl. Hamburger Marktforschungsinstitut Dr. Grieger & Cie, URL, (Stand: 02.01.2010)
15 vgl. Bruhn, Manfred, 2008, S. 136
16 vgl. Bruhn, Manfred, 2008, S. 136 -137
17
merkmalsorientierten Messung der Dienstleistungsqualität werden deswegen oft vorher ereignisorientierte Methoden eingesetzt. Die Verfahren wie z.B. „sequentielle Ereignismethode“ oder „Critical Incident-Technik“ beruhen auf dem so genannten „Story Telling“, bei dem Dienstleistungskunden ihre Erlebnisse mit einem Dienstleistungsanbieter ohne Fragestellungen beschreiben. 17
Die problemorientierten Ansätze analysieren die kritischen Negativfälle aus Kundensicht. Daneben werden häufig Methoden wie z.B. „FRAP“ oder „Beschwerdeanalyse“ zur Quantifizierung von Problemen und deren Relevanz als auch zur Suche und Identifikation von Problemen gebraucht. Von den Zielen des Qualitätsmanagements aus können die in den Methodengruppen enthaltenen Messansätze sowohl isoliert als auch kombiniert in Anspruch genommen werden. 18
2.2 Unternehmensorientierte Ansätze
Im Gegenteil zu kundenorientierten Ansätzen bewerten
unternehmensorientierte Messansätze die Qualität nicht aus Kundensicht, sondern aus der Ansicht des Unternehmens. Dies kann entweder mithilfe des Managements oder durch die Mitarbeiter erfolgen. 19
2.2.1 Managementorientierte Messung
Das Ziel von managementorientierten Ansätzen ist die, für den Kunden qualitätsrelevanten, Aspekte der Dienstleistung zu beleuchten, natürlich aus der Sicht des Managements. 20
17 vgl. Bruhn, Manfred, 2008, S. 137,166
18 vgl. Bruhn, Manfred, 2008, S. 137,182
19 vgl. Bruhn, Manfred, 1997, S. 63
20 vgl. Bruhn, Manfred, 1997, S. 93
18
Eine von bekannten managementorientierten Methoden stellt das „Benchmarking“ dar, das bestimmte Vergleichsgrößen zur relativen Evaluierung der Unternehmens-prozesse und -ergebnisse ausnutzt. 21 Die Vergleichungsobjekte sind dabei entweder unternehmensinterne Dienstleister mit gleicher Leistung (Internal Benchmarking) oder unternehmensexterne Dienstleister, die in der gleichen (Competive Benchmarking) oder in einer fremden Branche (Best-in-class Benchmarking) dieselbe Leistung erstellen. 22 Z.B. „Internal Benchmarking“ kann durch die Hotelkette durchgeführt werden, wobei ein Prozess oder eine Funktion aus einem Hotel mit einem Prozess oder einer Funktion aus einem anderen der Kette angehörigen Hotel zum Vergleich steht. 23
Als eine weitere managementorientierte Methode wird die
Fehlermöglichkeits- und einflussanalyse (FMEA) kurz präsentiert, die zur Ermittlung möglichen Schwachstellen im Leistungsprozess und zur Feststellung von daraus folgenden Konsequenzen dient. Ziel des Qualitätsmanagements ist dabei die vollkommene Fehlervermeidung. Vor allem die Parallelität von Produktion und Ausnutzung der Leistung macht eine Nachbesserung in den meisten Fällen unmöglich. 24
2.2.2 Mitarbeiterorientierte Messung
Mittels mitarbeiterorientierter Messansätze wird die externe und interne Qualitätswahrnehmung einzelner Mitarbeiter erhoben. Zu diesen Methoden gehört z.B. „Externe Qualitätsmessung durch
Mitarbeiterbefragungen“ oder „Interne Qualitätsmessungen“. Externe Qualitätsbeurteilung kann aus Mitarbeitersicht durchgeführt werden, und dient zur Ermittlung der Anhaltspunkte über die Anforderungen an die
21 vgl. Madu, C.N./Kuei, C.-h. (1995) In: Bruhn, M./Stauss, B. (Hrsg.),1997, S. 101
22 vgl. Bruhn, Manfred, 1997, S. 101
23 vgl. Gewald, Stefan, 2001, S. 136
24 vgl. Zäschke, J. (1988) In: Bruhn, M./Stauss, B. (Hrsg.), 1997, S. 103
19
Dienstleistungsqualität z.B. durch qualitätsgerichtete
Mitarbeiterbefragungen aus Sicht des Kundenkontaktpersonals und von Führungskräften. Damit können im Bezug auf die Kunden-Mitarbeiter-Interaktionen wichtige Informationen gesammelt werden, die für die Qualitätsplanung zukünftiger Dienstleistungen über Relevanz verfügen. 25
Wegen dem Einfluss der unternehmensinternen Leistungen auf die externe Qualität gegenüber den Kunden, ist es nötig, in Dienstleistungsunternehmen dauernd bei den Mitarbeitern, d. h. bei den unternehmensinternen Kunden und Lieferanten „interne
Qualitätsmessungen“ z. B. mittels Befragungen durchzuführen. 26 Dank dieser internen Kundenbefragungen erfasst man die
Mitarbeiterzufriedenheit mit den Vorleistungen interner Lieferanten (direkter Kollegen) in der eigenen Abteilung oder der eigenen Geschäftsstelle, aber auch von Mitarbeitern anderer Geschäftsstellen oder Partnerfirmen. 27
2.3 Vorteile und Nachteile der ausgewählten bekannten
Messungsmethoden der Dienstleistungsqualität
In folgender Tabelle werden die Vorteile und Nachteile von unterschiedlichen bekannten Verfahren zur Messung bzw. Bewertung der Dienstleistungsqualität dargestellt.
25 vgl. Haist, F./Fromm H. (1991) In: Bruhn, M./Stauss, B. (Hrsg), 1997, S. 108
26 vgl. Haist, F./Fromm H. (1991) In: Bruhn, M./Stauss, B. (Hrsg), 1997, S. 109
27 vgl. Bruhn, Manfred, 1997, S. 109
Arbeit zitieren:
Martin Trunda, 2010, Methoden der Qualitätsbewertung im Hotelgewerbe, München, GRIN Verlag GmbH
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