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Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einleitung 3
2. Begrifflichkeit und Transformationsmodell 3
3. Ursprung und Entwicklung des NC bis 1990 6
3.1 Historischer Kontext 7
3.2 Beginn der Parteiformation 8
3.3 Die Rolle des NC in der demokratischen Bewegung ab 1950 10
3.4 Führungsstil 11
3.5 Organisation, System und Expansion 13
3.6 Dynamik und Harmonie 14
4. Der Nepali Congress nach Jana Andolan 1 15
4.1 Organisation und System 16
4.2 Harmonie 17
4.3 Parteiführung 18
4.4 Ideologie und Dynamik 19
4.5 Expansion und Klientelwirtschaft 20
5. Fazit 21
6. Literaturverzeichnis 22
6. 22
6. 22
6. 22
6. 22
6. 22
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1. Einleitung
Der Nepali Congress (NC) gründete sich nach dem Volksaufstand 1950 und war die erste Partei, die im von Unruhen geplagten Nepal ihr Zuhause fand. Bedingt durch ständig wechselnde politische Bedingungen war und ist das Überleben der Partei von der Fähigkeit einer adäquaten Transformationsqualität abhängig. Viele dieser Übergänge hat der NC erfolgreich gemeistert, nahm aktiv an Versuchen zur Besserung der politischen Landschaft teil. Jedoch gab es im Vergleich zu den Anforderungen 1950 und 1990 signifikante Unterschiede im Anforderungsspektrum, welches die Partei zu bewältigen hatte. Nach der erfolgreichen demokratischen Konsolidierung 1950 konnte die Partei vom Image des jahrzehntelangen Untergrundkampfes für Demokratie zehren, der Status der Partei war praktisch unangefochten. Die erfolgreiche demokratische Bewegung Jana Andolan belebte nicht nur die Parteienlandschaft wieder sondern restrukturierte die Politik Nepals als ein parlamentarisches System in einer konstitutionellen Monarchie. Der Nepali Congress musste nach der Einführung des Mehrparteiensystems ihr Profil schärfen, vor allem im Hinblick auf die ernstzunehmende Konkurrenz der kommunistischen Partei (CPN-UML). Sie war nun nicht mehr nur ideologisch determiniert sondern war vom Machtaufbau abhängig. Zusätzlich wurde sie mit ernsthaften innerparteilichen Konflikten konfrontiert. Die Entwicklung des NC kann mit drei Entwicklungsstadien erklärt werden: Parteiformation, Überlebenskampf und Parteiaufbau. Im Folgenden wird die Parteiformation im historischen Kontext ihrer Entstehung, ihr Kampfes während des Panchayat Systems und ihre Rolle im parlamentarischen System ab 1990 mithilfe des Transformationsmodells von Krishna Hachhethu untersucht. Die Arbeit will weniger einen detaillierten Einblick in spezifische historische Ereignisse geben als vielmehr einen Überblick der Parteientwicklung bis in die Zeit der zweiten demokratischen Konsolidierung.
2. Begrifflichkeit und Transformationsmodell
La Palombara und Weiner benennen drei Anforderungen als Charakteristika für eine wahlfähige Partei:
„ 1. Continuity in organization-that is, an organization whose expected life span is not dependent on the life span of current leaders;
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2. Manifest and presumably permanent organization at the local level, with regularized communications and other relationships between local and national units;
3. Self-conscious determination of leaders at both national and local levels to capture and to hold decision-making power alone or in coalition with others, not simply to influence the exercise of power;
4. A concern on the part of the organization for seeking followers at the polls or in some manner striving for popular support.” 1
Eine Parteienkonsolidierung ist ein facettenreicher Prozess, der die Geltung folgender Eigenschaften nach sich zieht: öffentliche Zustimmung, organisatorische Effizienz und funktionelle Leistungsfähigkeit: Während dieser Phase des Aufbaus befindet sich die Partei in einem permanenten Prozess der Suche nach öffentlicher Akzeptanz und Befürwortung in unterschiedlichen sozialen Schichten. Diese hängt hauptsächlich davon ab, inwieweit die Partei in der Lage ist, interne Einigkeit und Kohäsion bei innerparteilichen Konflikten zu wahren. Die Konsolidierung und Expansion einer Parteienbasis benötigt wiederrum funktionelle Leistungsfähigkeit um öffentliche Mittel zu mobilisieren um sich der breiten Gesellschaft zuzuwenden. 2
Das Leitmotiv der Ansätze in der Transformationsforschung liegt in einem Wechsel der parteilichen Handlungen und Ziele als das Ergebnis periodischer Transformationsprozesse. Ideologische Leitbilder der Partei werden in der Richtschnur parteilicher Aktivitäten weniger wichtig. Stattdessen konzentriert sich die Partei mehr auf Machtgewinnung und organisatorische Stabilität. Dies hat ungünstige Auswirkungen auf die Autorität des Parteienführers als Mittelpunkt, da geschlossene ideologische Systeme als Paradigma gelockert werden und andere Tendenzen an Einhalt gewinnen können. Vertikale und horizontale Parteienstrukturen benötigen nun ein neues System zur Regulierung des Inneren und Bewahrung von parteiinternem Gleichgewicht. 3
Da die Transformation der politischen Parteien Nepals ihren eigenen spezifischen Kontext aufweist, der in den bisher genannten Ansätzen nicht beachtet
1 LaPalombara und Weiner, 1966; S.6.
2 Vgl. Hachhethu, 2002; S.13.
3 Vgl. ebenda; S.14.
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wird, werden im Folgenden vier miteinander verknüpfte Komponenten als Indikator der Parteienkonsolidierung Nepals dargestellt: 4
Expansion:
Der Prozess des Eindringens der Partei in unterschiedliche soziale Schichten der Gesellschaft zur Erweiterung und Festigung ihrer Macht ist überlebensnotwendig. Je mehr Unterstützung die Partei bekommt, desto mehr Aussicht hat sie auf Macht. Der NC wurde die größte Partei Nepals, nicht zuletzt durch intensive Bemühungen um Unterstützung in allen sozialen Schichten. Die Partei entwickelte ihre organisatorischen Stärken intensiv und extensiv, getragen von einer breiten Masse unterschiedlichster Menschen.
System:
Die Expansion der Partei hat Auswirkungen auf interne Dynamiken der Parteienorganisation. Durch die zunehmende Komplexität ist eine organisatorische Umstrukturierung auf Grundlage struktureller Veränderungen und funktionaler Spezialisierung angebracht. Die Regeln und Konventionen die der NC in vordemokratischer Zeit entworfen hat waren nicht ausreichend zur Bewältigung neuer Probleme oder Fragestellungen in postdemokratischer Zeit. Das parteiinterne System, also eine Ordnung die interpersonelle und organisatorische Beziehungen innerhalb der Partei betrifft, muss neu ausgerichtet werden. So kann die Partei durch Stärkung und Verdichtung vor einem Verfall bewahrt werden.
Harmonie:
Eintracht innerhalb der Partei ist eng mit der Erweiterung der Parteibasis verknüpft. Durch die Gegebenheit unterschiedlicher Schichten in der Anhängerschaft entstanden im Nepali Congress heterogene Strukturen, die aus unterschiedlichen sozialen, ökonomischen, geographischen und ideologischen Gruppierungen herrührten. Diesen Gruppen ist eine gemeinsame politische Überzeugung zu eigen, die jedoch zur Bevorteilung des eigenen Interessensgebietes tendieren kann. Einigkeit und Harmonie im Nepali Congress wurden durch Uneinigkeiten übertrumpft. Wachstum und
4 Vgl. im Folgenden: Hachhethu, 2002; S.21,22.
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Unterstützung der Partei hängen hauptsächlich von der Fähigkeit ab, die Interessen der unterschiedlichen Lager in den Rahmen eines Generalzieles der Partei zu involvieren.
Dynamik
Bei Eintritt in den konkurrierenden Parteienwettbewerb muss die Partei dynamisch bleiben bzw. werden, da durch eine starre und doktrinäre Auffassung das Wachstum der Partei behindert werden kann. Dies bedeutet nicht, dass die Partei ihre Werte und Ziele über Bord werfen muss um erfolgreich zu sein. Dynamik lässt die parteiinterne Fähigkeit erkennen, internen und externen Druck standzuhalten, wenn nötig durch Reformen in Programm und Strategie.
In der folgenden Darstellung des NC wird auf diese 4 Komponenten im Rahmen des Transformationsprozesses besonders geachtet werden.
3. Ursprung und Entwicklung des Nepali Congress bis 1990
Eine Parteiengenese lässt sich oft in Kontext von bestimmten historisch-situativen Bedingungen beobachten. Joseph LaPalombara und Myron Weiner benennen drei Krisentypen, die in diesem Rahmen bei der Entstehung von Parteien in Entwicklungsländern relevant sein können: Integration, Partizipation und Legitimation. 5 Im Kontext der nepalesischen Historie wird ersichtlich werden, dass fehlende Partizipationsmöglichkeiten und die daraus hervorgehende Krise der Legitimation der despotischen Rana Herrschaft maßgeblich zur Parteienentwicklung beitrugen. Zunächst wird jedoch kurz auf die Begriffe der Partizipations- und Legitimationskrise einzugehen sein.
Die Partizipationskrise ist von einem Wechsel der Beziehung zwischen Individuen und Autorität charakterisiert. Sie tritt vor der Parteienetablierung in einem Umfeld in Erscheinung, in dem die Partizipationsmöglichkeiten auf eine kleine Elite beschränkt sind. Wenn eine Anzahl von Individuen die Herrschaftsautorität nicht mehr akzeptieren, werden die geschlossenen politischen Systeme unter Stress gesetzt und können den Zustand ihres Systems nicht mehr aufrechterhalten. Die Ablehnung des aktuellen politischen Gefüges resultiert in einem Zusammenschluss der Einzelnen, der
5 Vgl. LaPalombara und Weiner, 1966; S.14.
Arbeit zitieren:
Nadine Gerber, 2011, Die Transformation des Nepali Congress bis 1994, München, GRIN Verlag GmbH
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