Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Theoretische Grundlagen 2
2.1. Allgemeine Ziele des Politikunterrichts 2
2.2. Politikdidaktische Konzeptionen 3
2.3. Basiskonzepte und Fachkonzepte des politischen Unterrichts 4
2.4. Das Fachkonzept Demokratie 6
3. Didaktische Perspektiven: Was bedeuten die lebensweltlichen Schülervorstellungen
(in Bezug auf „Demokratie“) für die Planung von Unterricht? 7
4. Das Modell der Didaktischen Rekonstruktion zur Erfassung und Verarbeitung von
Schülervorstellungen 9
5. Anwendungsbeispiel: Wie Schülervorstellungen für den Unterricht erfasst werden
und verwendet werden können für das Fachkonzept Demokratie 12
6. Fazit 15
7. Literaturverzeichnis 16
I
1. Einleitung
Der aktuelle Politikunterricht zielt auf soziales und politisches Lernen ab. Es gehört zum Prozess der Sozialisation und „[...] der Einführung von Kindern in die kulturellen Selbstverständlichkeiten einer Gesellschaft [...]“ 1 Werthaltungen, Einstellungen und Überzeugungen zu betrachten, die für eine politische Sozialisation nötig sind. 2 Die Grundintension ist, dass ein Verständnis von Demokratie entsteht und die Lernenden zu mündigen Bürgern erzogen werden. Es ist entscheidend, dass im Unterricht demokratische Grundlagen geschaffen werden, die die Schüler und Schülerinnen in ihrem gesellschaftlichen Alltag gebrauchen können.
Lernende bringen eine Reihe von Konzepten und Vorstellungen mit in den Unterricht. Die Berücksichtigung der Lebens- und Verständniswelten der Schüler und Schülerinnen können in den Politikunterricht integriert werden und sollen dabei helfen, das Verständnis von Politik und Demokratie zu fördern.
Hauptziel dieser Hausarbeit ist, zu analysieren, wie Schülervorstellungen erfasst werden können und welche Rolle sie für den langfristigen Lernerfolg spielen. Zunächst werden allgemeine Ziele des Politikunterrichts und politikdidaktische Konzeptionen erläutert, um die Aufgaben und das Verständnis vom politischen Lernen zusammenzufassen. Danach wird es einen Überblick über die Inhalte von Basiskonzepten und Fachkonzepten geben, um danach auf das Fachkonzept Demokratie einzugehen, das im späteren Verlauf der Arbeit auf das Anwendungsbeispiel zur Erfassung von Schülervorstellungen bezogen wird. Im Hauptteil dieser Arbeit wird es zunächst darum gehen, welche Bedeutung Schülervorstellungen (in Bezug auf das Fachkonzept Demokratie) für den Lernerfolg im Unterricht haben und welche Rolle sie für die Planung von Unterricht darstellen. Als Anwendungsbeispiel wird das Modell der Didaktischen Rekonstruktion auszughaft vorgestellt, um eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie die Vorstellungen und Konzepte von Lernenden mit den Curricula des Politikunterrichts verknüpft werden können.
1 Sander, Wolfgang (Hrsg.) 2005: Handbuch politische Bildung. Schwalbach. S. 13.
2 Vgl.: Ebd.: S. 13.
1
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Allgemeine Ziele des Politikunterrichts
Im Politikunterricht wird eine Vielzahl von Lernzielen verfolgt. Dabei gibt es in der Politikwissenschaft einen gewissen Konsens über die Ziele von Unterricht. Es soll ein grundlegendes Verständnis für Politik geschaffen werden, indem die politische Urteilsfähigkeit, politische Handlungsfähigkeit und methodische Fähigkeiten gefördert werden. 3 Es ist daher ein besonderes Ziel des Politikunterrichts, die Mündigkeit der Schüler zu fördern. Die Schüler sollen dazu in der Lage sein, Entscheidungen selbständig zu treffen und aktuelle Geschehnisse der Politik kritisch beurteilen können. „Es obliegt den Politikdidaktikern / -innen [...], für den Unterricht kompetenzorientierte Lernaufgaben zu entwickeln.“ 4 Dabei sollte es sich um einen fachlich gehaltvollen Unterricht handeln, der den Schülern vielseitige Gelegenheiten zu kompetenzbezogenen Tätigkeiten bietet und eine kognitive Aktivierung bei den Schülern fördert. 5 Durch offene Aufgabenstellungen wird selbstständiges Lernen und Arbeiten angeregt. „Unerlässlich sind des Weiteren realitätsbezogene Fragestellungen.“ 6 Es ist unerlässlich für den Unterricht, Themen in der aktuellen politischen Realität zu behandeln, „[...] damit keine fiktiven oder hypothetischen Inhalte behandelt werden und so anwendungsorientiert gelernt wird.“ 7 Diese Themen müssen sich auf die Wissensstruktur von Basis- und Fachkonzepten, die unabhängig von den gewählten Kontexten sind, beziehen. 8 Guter Politikunterricht kann die Politikkompetenz fördern, aber der Lernprozess muss von den Schülern und Schülerinnen selbst aktiv gestaltet werden.
Neben diesen Zielen des politischen Unterrichts sollen die Lernenden im Rahmen des politischen Unterrichts auch Kompetenzen und Fertigkeiten im sozialen Bereich erlernen. Dazu gehören Verhaltensregeln in der Gruppe und die Förderung der Empathiefähigkeit für bestimmte soziale Rollen. Sie sollen dazu befähigt werden, ihre eigenen Vorstellungen und Werte zu konkretisieren, ihre Meinung gegenüber anderen darstellen zu können und ihre Ansichtsweisen eventuell zu ändern. „Der Erwerb von
3 Vgl.: Weißeno, Georg (Hrsg.) 2008: Politikkompetenz. Was Unterricht zu leisten hat. Bonn. S. 13.
4 Vgl.: Ebd.: S. 18.
5 Vgl.: Ebd.: S. 18f.
6 Vgl.: Ebd.: S. 19.
7 Ebd.: S. 19.
8 Vgl.: Ebd.: S. 19.
2
Kompetenzen soll den Einzelnen zur Bewältigung von Handlungsproblemen in eine durch Pluralität und ständigen Wandel geprägten Gesellschaft befähigen.“ 9 Im Politikunterricht sollen die Lebenswelten, beziehungsweise die Vorerfahrungen der Schüler und Schülerinnen, die aus ihrer unmittelbaren Umwelt stammen, genutzt werden, um diese zu erweitern. Eigenschaften wie Toleranz, gewaltfreie Konfliktlösung, Kommunikationsfähigkeit und die Stellungnahme innerhalb von Gruppen sollen durch den sozialen und politischen Unterricht gefördert werden. Die Vielzahl der Ziele des Politikunterrichts können nicht alle in jeder Unterrichtseinheit umgesetzt werden, aber sie sollten bei jeder Planung von Unterricht eine große Rolle spielen. Dabei sollten die Themen, Methoden und Medien, die für den Unterricht eingesetzt werden, auf die Zielvorgaben hinarbeitend genutzt werden.
Im nächsten Abschnitt sollen die Politikdidaktischen Konzeptionen behandelt werden, um herauszuarbeiten, wie sinnvolle Inhalte im Politikunterricht gestaltet werden können und wonach sie sich richten.
2.2. Politikdidaktische Konzeptionen
Es gibt viele Kontroversen darüber, was unter Politikdidaktik zu verstehen ist. Die Politikdidaktik verfolgt verschiedene Fragestellungen und Ansichten hinsichtlich der Methoden und Intentionen. Auf der formalen Ebene lässt sich die Übereinstimmung finden, „[...] dass Politikdidaktik eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin ist, die sich mit dem politischen Lehren und Lernen in der Schule und im Unterricht beschäftigt.“ 10 Dabei gibt es drei entscheidende Ebenen: Die „Ziel- und Inhaltsklärung“ sucht nach dem Lerninhalt und mit welchen Methoden gelehrt und gelernt werden soll. Die Ebene der „Lehr-Lern-Forschung“ fragt nach den Subjekten, die im Lernprozess in Beziehung treten und dem Bedingungsumfeld, in dem Schüler und Lehrer lernen und lehren. Die dritte Ebene der „Organisation des Lernprozesses“ bedient sich der Auswahl von Methoden und Medien, der Arbeits- und Interaktionsformen und deren Konsequenzen für den Unterricht. Dabei stehen die Ebenen mit anderen Wissenschaften wie zum Beispiel der Erziehungswissenschaft in
9 Weißeno, Georg/ Detjen, Joachim/ Juchler, Ingo/ Massing, Peter/ Richter, Dagmar 2010: Konzepte der
Politik - ein Kompetenzmodell. Bonn. S. 9.
10 Ebd.: S. 36.
3
Arbeit zitieren:
Jennifer Reimer, 2011, Die Bedeutung von Schülervorstellungen im Politikunterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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