Vorwort
In unserer Gesellschaft wird der Zuwachs von alten Menschen stetig ansteigen und die Bedürftigkeit und Pflege ohne geeignete Fachkräfte kaum noch zu bewältigen sein. Umso wichtiger ist es, das Pflegepersonal so zu sensibilisieren und zu schulen, dass es in der Lage ist, aktivierende Pflege anzubieten und somit besser auf die Patienten einzugehen. Biographiearbeit ist Erinnerungsarbeit. Diese kann in unterschiedlichen Bereichen angewendet werden. Durch die Erinnerungsarbeit sollen vergangene und längst vergessen geglaubte Erinnerungen aktiviert und wieder lebendig gemacht werden, um Bezüge zu Verhaltensweisen, möglichen Erkrankungen, Vorlieben der Heimbewohner/innen besser verstehen zu lernen.
Dadurch kann ein ganzheitliches Bild von einem Menschen geformt und teilweise wiederhergestellt werden. Das Pflegepersonal bekommt durch die Erinnerungsarbeit ein tieferes Verständnis zu den zu pflegenden Heimbewohner/innen und kann differenzierter auf die einzelnen Bedürfnisse eingehen.
Ziel der Erinnerungsarbeit ist es, die Individualität des Menschen zu unterstützen und die Arbeit des Pflegepersonals zu erleichtern. Denn sie sind es, die die Menschen auf dem Lebensweg begleiten und ihnen fachkompetent zur Seite stehen.
Das vorliegende Buch zeigt eine Möglichkeit der Erinnerungsarbeit im Umgang mit älteren, pflegebedürftigen Menschen.
Susann Krumpen
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Warum ist Erinnerungsarbeit so wichtig?
Die Pflege alter und dementer Patienten stellt das Pflegepersonal immer wieder vor sehr verantwortungsvollen Aufgaben. Die Bedürfnisse, Wünsche, Gefühle können von vielen Patienten nicht immer genau benannt und geäußert werden. Deshalb kann es von großer Wichtigkeit sein, die Biografie eines Patienten gut zu kennen um auf seine Bedürfnisse besser einzugehen um so dem Autonomieverlust entgegenzusteuern. Das kann helfen, die Identität eines Patienten zu erhalten und so lange wie möglich zu bewahren. Die Wahrnehmung kann sich für den Patienten durch die Erinnerungsarbeit verbessern, hier lernt er möglicherweise besser mit sich, seinem Körper und seiner Seele umzugehen. Wichtig hierbei ist es, ein Vertrauens-Verhältnis durch das Pflegepersonal zum Patienten aufzubauen und herzustellen. Das Pflegepersonal sollte sich durch Empathie und Sorgfalt auszeichnen, da der Patient sehr schnell spürt, ob die Zuwendung, die ihm zuteilwird von ehrlicher und herzlicher Natur ist, oder nur formal ausgeführt wird. Dabei ist es notwendig, ein gutes Feingefühl dem Patienten gegenüber zu entwickeln und selbstverständlich Diskretion zu bewahren. Die Einhaltung der Schweigepflicht ist eine Voraussetzung, um das Vertrauensverhältnis zum Patienten wachsen zu lassen. Information, die durch die Pflegekraft „gesammelt“ werden ist ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer Arbeit. Dies kann auf verschiedenen Wegen geschehen. Zum einen durch das Beobachten des Patienten. Dabei können folgende Punkte wichtig sein:
Was wird beobachtet?
• Der Gesamteindruck des Patienten
• Speziell der Gesichtsausdruck (hängende Mundwinkel/leere Augen etc.)
• Die Sprache / Sprechweise (leise Stimme/Nichtvollendung oder abgehackt etc.)
• Gestik während eines Gespräches (kaum/ gar nicht etc.)
• Die Körperhaltung (hängende Schultern/ langsamer Gang etc.)
• Seufzen
• Tränen
• Stöhnen etc.
4 | S e i t e
Arbeit zitieren:
Susann Krumpen, 2012, Möglichkeiten der Biographiearbeit in der Gesundheits-, Alten- und Krankenpflege, München, GRIN Verlag GmbH
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Ich kann nur sagen"Hut ab!" das Buch ersparte mir die Ausarbeitung meiner Hausarbeit als Altenpflegeschülerin. Ich konnte mir unter "Erinnerungsarbeit" zunächst gar nichts vorstellen. Aber mit der tollen Hilfe sieht man die Arbeit im Pflegeheim völlig anders. Ich kann es nur weiterempfehlen. Hey, ihr Altenpflegeschüler, es lohnt sich! Und danke an die Autorin!Birgit W.
am Tuesday, March 13, 2012-