Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis 3
1. Einleitung 4
2. Methodenwahl 6
3. Family (Systems) Nursing: Definition, Ebenen und Unterschiede 7
3.1. Der gemeinsame konzeptionelle Rahmen von Family (Systems) Nursing 9
3.1.1. Allgemeine Systemtheorie 9
3.1.2. Kybernetik 10
3.1.3. Kommunikationswissenschaft 11
3.1.4. Veränderungstheorie 12
3.1.5. Biologische Erkenntnistheorie 13
3.1.6. Postmoderne 13
3.2. Family Nursing - Calgary Modelle als Instrumente der generalistischen Praxis 14
3.2.1. Das Calgary Familien-Assessment-Modell (CFAM) 14
3.2.1.1. Die strukturale Einschätzung 15
3.2.1.2. Die Einschätzung der Entwicklung 16
3.2.1.3. Die funktionale Einschätzung 17
3.2.1.4. Indikatoren und Kontraindikatoren zur Nutzung des Modells 17
3.2.2. Das Calgary Familien-Interventions-Modell (CFIM) 18
3.2.2.1. Interventionsorientierte Fragen 19
3.2.2.2. Interventionen zur Veränderung im kognitiven Bereich 19
3.2.2.3. Interventionen zur Veränderung im affektiven Bereich 20
3.2.2.4. Interventionen zur Veränderung im verhaltensbezogenen Bereich 21
3.2.3. Anwendungsbereiche von Family Nursing (FN) 21
3.3. Family Systems Nursing als Advanced Nursing Practice 22
3.3.1. Das Illness Beliefs Modell (IBM) 23
3.3.2. Das Trinity Modell (TM) ................................................................................... 25
3.3.3. Anwendungsbereiche von Family Systems Nursing (FSN) ............................... 26
4. Ergebnis ............................................................................................................................... 30 5. Diskussion ........................................................................................................................... 33 6. Literaturverzeichnis………………………………………………………………………35 7. Eidesstattliche Erklärung.………………………………………………………………..42
Abkürzungsverzeichnis
AIDS Acquired Immune Deficiency Syndrome
APN Advanced Practice Nursing bspw. beispielsweise
bzw. beziehungsweise
CFAM Calgary Family Assessment Model CFIM Calgary Family Intervention Model ebd. ebenda
FN Family Nursing FNU Family Nursing Unit
FSN Family Systems Nursing
ggf. gegebenenfalls HIV Human Immunodeficiency Virus
IBM Illness Beliefs Model
TBI Traumatic Brain Injury TM Trinity Model
1. Einleitung
Familien als Zielgruppe von Pflege zu erkennen und diese auf systemischem und relationalem Wege in die Gesundheitsversorgung mit einzubeziehen, findet sich im angloamerikanischen Raum in der Literatur seit den 70er Jahren und werden dort, je nach Kontext der Pflegepraxis, unter den Synonymen Family Nursing, Family Systems Nursing, Family Health Care Nursing, Family focused practice, Family centered practice und Family Health Nursing verwandt (Bell 2009, S. 124, vgl. dazu auch Kean 2001a, S. 52).
Der Begriff Family (Systems) Nursing 1 wurde maßgeblich durch die beiden kanadischen Pflegewissenschaftlerinnen Lorraine Wright und Maureen Leahey (1990) geprägt. Deren theoretisches Gerüst von Family (Systems) Nursing, welches zum Zweck der Unterstützung von Familien mit Gesundheitsproblemen entwickelt wurde und von Wright, Watson und Bell (1996), Wright (2005) und Wright & Bell (2009) durch das Illness Beliefs Modell (IBM) und das Trinity Modell (TM) erweitert wurde, betrachtet die Familieneinheit und nicht das Individuum als Bezugspunkt von Pflege und basiert auf Ansätzen der Familienforschung und Familientherapie (vgl. dazu auch McCormack 2001, S. 69).
In verschiedensten Studien, die meist an der Family Nursing Unit (FNU) an der Calgary Universität (Bell 2008, S. 275) durchgeführt wurden (Wright et al., 1996, Hougher Limacher & Wright 2003, Bohn et al., 2003, Duhamel & Talbot 2004, Wright 2005, Moules et al., 2004, 2006, 2007; Wright & Bell 2009), zeigt sich der Nutzen in der Anwendung dieser Modelle.
Eine Vielzahl von Fakultäten und Pflegeschulen in Canada, Nordamerika, Australien, Schweden, Dänemark, Finnland, Island, England, Schottland, Neuseeland, der Schweiz, Spanien, Portugal, Japan, Korea, Thailand, China, Taiwan, Nigeria, Brasilien und Chile haben diese systemischen Modelle aufgrund ihrer Bewährtheit in der Praxis übernommen und implementiert (Bell 2008, S. 277).
Diese Literaturarbeit stellt die Entwicklung von Family (Systems) Nursing dar. Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung von Family (Systems) Nursing und dessen mögliche Anwendungsbereiche in der pflegerischen Praxis.
Folgende Frage leitet die Bearbeitung der Arbeit: Welcher Nutzen zeigt sich in der Anwendung von Family (Systems) Nursing in der pflegerischen Praxis? &&& ^ E & E &E &
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Der erste Teil der Arbeit befasst sich mit der Methodenwahl. Im darauffolgenden Teil werden die unterschiedlichen Ebenen von Family (Systems) Nursing erklärt. Der gemeinsame konzeptionelle Rahmen wird erläutert. Im Anschluss daran erfolgt die Beschreibung und Darstellung von Family Nursing mit den Calgary Modellen als Instrumente der generalisierten Pflegepraxis sowie deren Anwendungsbereiche. Darauf folgen die spezialisierte Pflegepraxis und ebenfalls deren Anwendungsbereiche. Ergebnisse und Diskussion bilden den Abschluss.
2. Methodenwahl
Der Literaturrecherche dienten die Datenbanken CINAHL, MEDLINE, Science Direct und Google Scholar (1990-2011).
Suchbegriffe waren Family Systems Nursing, Family Nursing, nursing, Advanced Nursing Practice, Calgary Model, Calgary Family Assessment Model, Calgary Family Intervention Model, familienzentrierte Pflege, Calgary Familien-Assessment-Modell und Calgary Familien-Interventions-Modell. Diese Begriffe wurden miteinander kombiniert verwandt. Zusätzlich erfolgte eine Handsuche in der Pflegezeitschrift „Family Nursing“. In einem weiteren Schritt wurden die Literaturverzeichnisse der relevanten Literatur auf weitere Quellen untersucht.
3. Family (Systems) Nursing: Definitionen, Ebenen und Unterschiede
Wright & Leahey (1990) benennen erstmals im Journal of Advanced Nursing den Unterschied zwischen Family Nursing (FN) und Family Systems Nursing (FSN) (vgl. dazu Bell 2009, S. 123).
Family Nursing wird von den beiden Pflegewissenschaftlern wie folgt beschrieben: Family nusing can be conzeptualized in two ways. It is the focus on the individual in context of the family, where the individual is the figure and the family is the ground. An alternative conceptualization is the focus on the family with the individual as context, the family is the figure and the individual is the ground (Wright & Leahey 1990, S.148). Family Systems Nursing hingegen: (Family systems nursing) can be conzeptualized as focusing on the whole family as the unit of care. Concentration is both the individual and the family simultaneously. The focus is always on the interaction and the reciprocity. It is not „either/or“but rather „both/and“. Family systems nursing is the integration of nursing, systems, cybernetics and family therapy theories (Wright & Leahey 1990, S. 149). Wright & Leahey (1990) definieren damit die Pflege der Familie auf zwei unterschiedlichen Ebenen: Ebene 1: Family Nursing
• Fokus liegt auf dem Individuum - mit der Familie als Kontext
• Fokus liegt auf der Familie - mit dem Individuum als Kontext Ebene 2: Family Systems Nursing
• Fokus liegt auf der Familie als Einheit
Während sich auf Ebene 1 der Schwerpunkt vom Individuum auf die Familie verschiebt, steht auf Ebene 2 die Familie im Kontext von Pflege. Wenn das Individuum im Vordergrund der Pflege steht, interessieren sich demzufolge die Pflegenden für dessen Krankheitserfahrungen im Kontext der Familie. In diesem Fall würden Pflegende den Betroffenen nach dessen Erfahrungen mit seiner Erkrankung und ggf. dessen Familienmitglieder nach deren Verständnis für dessen Erkrankung befragen (vgl. dazu Kean 2001a, S.49). Steht hingegen die Familie im Vordergrund der Pflege, verschiebt sich das Spektrum der Pflegenden auf die Familienmitglieder und deren Erfahrungen hinsichtlich einer bestimmten Erkrankung. Der eigentliche Schwerpunkt der Pflege liegt hier auf den Bewältigungsstrategien, den
Kommunikationsprozessen, Rollendefinitionen und Entscheidungen einer Familie hinsichtlich einer bestimmten Erfahrung (Friedemann 1995, zitiert nach Kean 2001a, S. 49/50; vgl. dazu auch Wright & Leahey 1990, S. 149).
Die zweite Ebene legt ihren Schwerpunkt als Bezug der Pflege auf die Familieneinheit. Diese zweite Ebene weist im Gegensatz zur ersten Ebene eine höhere Komplexität auf, da Familie und Individuum auf dieser gleichzeitig Berücksichtigung finden müssen. Der Fokus dabei liegt auf Interaktion und Gegenseitigkeit im Familiensystem (Kean 2001a, S. 50, vgl. dazu auch Wright & Leahey 1990, S. 149).
Der wesentliche Unterschied dieser beider Ebenen zeigt sich für Kean (2000) in den anzustrebenden Interventionen: Auf der ersten Ebene werden Veränderungen innerhalb eines Systems angestrebt. Im Gegensatz dazu ist eine Veränderung des gesamten Systems Ziel der Interpretation auf der zweiten Ebene, indem die Intervention an familiären Interaktionsprozessen und Strukturen ansetzt (Kean 2000, zitiert nach Kean 2001a, S. 50, vgl. dazu auch Bell 2009, S. 123).
Sowohl die kritische Diskussion um Family (Systems) Nursing (Gilliss & Davis 1992, Ranson 1994, zitiert nach Kean 2001a, S. 54, Robinson 1995a, 1995b) - die fehlende Differenzierung von Individuum als Familienmitglied und Familieneinheit (Gillis & Davis 1992), die daraus entstehende Dichotomie im Bereich von Family (Systems) Nursing (Robinson 1995a, 1995b) als auch die daraus resultierende Erkenntnis, dass die beiden Begriffe Family Nursing und Family Systems Nursing weder in Praxis, Lehre und Forschung austauschbar sind (Kean 2001a, S. 53) sowie die Erkenntnis einer bisherigen Einengung der Systemtheorie (Ranson 1984, zitiert nach Kean 2001a, S. 54), die keine gleichzeitige sich bedingende Entwicklung des Individuums und der Familie außerhalb des Familiensystems zulässt (Kean 2001a, S. 55) - haben zu einer Weiterentwicklung und Differenzierung von Family (Systems) Nursing geführt. Wright und Bell unterschieden zwischen einer generalisierten und spezialisierten Pflegepraxis. Zu Family Nursing als Form der generalisierten Pflegepraxis zählen das Calgary Familien-Assessment-Modell (CFAM) und das Calgary Familien-Interventions-Modell (CFIM), zu Family Systems Nursing und somit zur spezialisierten Pflegepraxis gehören zudem das Illness Beliefs Modell (IBM) und das Trinity Modell (TM) (Wright 2011, S. 6, vgl. auch Bell 2008, S. 275).
Arbeit zitieren:
BA Management und Expertise für Pflege- und Gesundheitsberufe Gabriele Weydert-Bales, 2011, Family (Systems) Nursing: Anwendungsbereiche und dessen Nutzen in der Pflegepraxis, München, GRIN Verlag GmbH
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