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Sinnhaftigkeit der Aufhebung von Pauschalierungen der Regelsätze

Titel: Sinnhaftigkeit der Aufhebung von Pauschalierungen der Regelsätze

Seminararbeit , 2003 , 21 Seiten , Note: 11 Punkte (2-)

Autor:in: Jean-Philippe Franke (Autor:in)

Jura - Öffentliches Recht / Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ich habe mich für das Thema „Sinnhaftigkeit der Aufhebung von Pauschalierungen der Regelsätze“ entschieden, um herauszustellen, warum die Sozialhilfe bzw. die Hilfe zum Lebensunterhalt in der Form von pauschalierten Regelsätzen gezahlt wird.
Die Diskussion über Reformen der sozialen Sicherungssysteme macht dieses Thema zudem aktuell. Man kann gespannt sein, ob die Rürup- oder auch die Herzog-Kommission unter anderem auch neue Vorschläge zu dem sozialen Sicherungssystem der Sozialhilfe machen wird, da die Sozialhilfe aufgrund der allgemeinen schlechten wirtschaftlichen Lage in der Bundesrepublik mittlerweile bei den Gemeinden und Kreisen die zweitgrößte Ausgabe nach der Daseinsvorsorge bildet1.

Auf den ersten Blick scheint es nicht gerecht, dass jeder Mensch, der in einer Notlage auf die Sozialhilfe angewiesen ist, die gleiche Zuwendung erhält, obwohl er vorher einen anderen Lebensstandard hatte, als ihn andere Sozialhilfeempfänger vorher hatten. Man kann ja nicht „den Sozialhilfeempfänger“ verallgemeinern, da der Eine mehr und der Andere weniger zum Leben braucht. Zudem variieren die Lebenshaltungskosten von Ort zu Ort.
Es wäre für den einzelnen Menschen gerechter, wenn seine Sozialhilfe anhand seiner Lebensführungskosten, bevor er in die Notlage geriet, berechnet würde, wie es zum Beispiel beim Arbeitslosengeld der Fall ist.
Auf den zweiten Blick fällt jedoch auf, dass dieses mit einem enormen bürokratischen und finanziellen Aufwand verbunden wäre. Auf den folgenden Seiten gebe ich einen Überblick über die Sozialhilfe, die Regelsätze, deren Sinn und Zweck, und die Vor- und Nachteile der Pauschalierung der Regelsätze in der Sozialhilfe. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Allgemeines zur Sozialhilfe

2.1 Die Entwicklung der Rechtsprechung

2.2 Zuständigkeit für die Sozialhilfe

3. Allgemeines über die Regelsätze

3.1 Haushaltsvorstand

3.2 Mischregelsatz

3.3 Erhöhung der Regelsätze

3.4 Kürzung der Regelsätze

3.5 Festsetzung der Regelsätze

4. Sinn und Zweck der Regelsätze

4.1 Welcher Bedarf durch die Regelsätze abgedeckt werden soll

4.2 Die geschichtliche Entwicklung der Regelsätze

4.3 Die Zusammensetzung der Regelsätze

4.4 Anpassung der Regelsätze

5. Probleme der Pauschalierung der Regelsätze

6. Vorteile der Pauschalierung der Regelsätze

7. Schlusswort

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Sinnhaftigkeit der Pauschalierung von Leistungen der Sozialhilfe und analysiert, inwiefern eine Aufhebung dieser Pauschalierung zugunsten einer individuellen Bedarfsberechnung gerechtfertigt oder verwaltungspraktisch umsetzbar wäre.

  • Grundlagen der Sozialhilfe und verfassungsrechtliche Einordnung
  • Struktur, Bemessung und Anpassungsmechanismen der Regelsätze
  • Sozialpolitische Probleme der pauschalierten Leistungsbewilligung
  • Verwaltungstechnische und ökonomische Vorteile der Pauschalierung
  • Ausblick auf zukünftige Entwicklungen in der Sozialverwaltung

Auszug aus dem Buch

6. Vorteile der Pauschalierung der Regelsätze

Als gravierendsten Vorteil der Pauschalierung muss man wohl den finanziellen Aspekt sehen. Ein prozentualer Anteil nach dem letzten Einkommen berechnet, wäre durch den Staat kaum zu zahlen.

Im Jahr 1991 betrugen die Ausgaben für die Sozial- und Jugendhilfe im Haushalt der Bundesrepublik Deutschland 56.725.000.000 DM. Aufgrund der immer schlechter werdenden wirtschaftlichen Lage und der dadurch bedingten Zunahme an Langzeitarbeitslosigkeit betrugen die Ausgaben der Sozial- und Jugendhilfe in der Bundesrepublik Deutschland 2001 schon 84.943.000.000 DM. In diesen zehn Jahren nahmen die Ausgaben also um ca. 49,7 % zu. Insgesamt betrug der Anteil der Sozial- und Jugendhilfe an dem gesamten Sozialbudget ca. 6 %. Das ist auf den ersten Blick zwar nicht ganz so viel, man muss aber bedenken, dass diese Leistungen von den Kreisen und den kreisfreien Städten gezahlt werden, deren Einnahmen in den letzten Jahren dramatisch gesunken sind. In deren Haushalte sind die Sozialausgaben der zweitgrößte Ausgabenpunkt.

Bei einem Wegfall der Pauschalierung würde das Personal in der Sozialverwaltung zudem massiv überlastet. Eine individuelle Berechnung der Leistungen würde den Verwaltungsaufwand vervielfachen. Da die Staatsquote allerdings vermindert werden soll, wäre die Aufhebung der Pauschalierung undenkbar. Die Pauschalierung der Regelsätze gewährt einen sehr leichten Zugang zu den berechtigten Leistungen, da verwirrende Bürokratie, negative Stigmata und eine entwürdigende Offenlegung jeglicher Intimitäten, vor allem in familiärer Hinsicht, vermieden wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Beweggründe für das Thema der Pauschalierung und stellt die zentrale Problemstellung zwischen individueller Gerechtigkeit und bürokratischem Aufwand dar.

2. Allgemeines zur Sozialhilfe: Hier werden der Rechtsanspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt sowie die grundlegenden rechtlichen Anforderungen an eine menschenwürdige Existenzsicherung dargelegt.

3. Allgemeines über die Regelsätze: Dieses Kapitel definiert die verschiedenen Arten der Regelsätze, deren Zuordnung zu Haushaltsformen und die geltenden Verfahren zur Erhöhung oder Kürzung.

4. Sinn und Zweck der Regelsätze: Es wird die geschichtliche Entwicklung vom Warenkorb-Prinzip bis zum Statistikmodell nachgezeichnet und die Zusammensetzung der Leistungen detailliert aufgeschlüsselt.

5. Probleme der Pauschalierung der Regelsätze: Die Arbeit diskutiert die Kritik an der unzureichenden Bemessungsgrundlage und die soziale Problematik der Stigmatisierung und Ausgrenzung.

6. Vorteile der Pauschalierung der Regelsätze: Die fiskalischen Argumente sowie die Notwendigkeit der Verwaltungsvereinfachung stehen hier im Vordergrund der Untersuchung.

7. Schlusswort: Das Fazit bewertet die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Reformen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Pauschalierung aufgrund ökonomischer Zwänge voraussichtlich bestehen bleiben wird.

Schlüsselwörter

Sozialhilfe, Regelsätze, Pauschalierung, Existenzminimum, Menschenwürde, Bundessozialhilfegesetz, BSHG, Bedarfsbemessung, Statistikmodell, Warenkorb, Sozialverwaltung, Grundsicherung, Haushaltsvorstand, Lebensunterhalt, Staatsquote.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Sinnhaftigkeit der pauschalierten Auszahlung von Sozialhilfeleistungen im Vergleich zu einer möglichen individuellen, am Einkommen orientierten Bedarfsberechnung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die verfassungsrechtliche Grundlage der Existenzsicherung, die historische Entwicklung der Regelsatzbemessung sowie die Abwägung zwischen Verwaltungsökonomie und sozialer Gerechtigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum das System der Pauschalierung trotz seiner Unzulänglichkeiten in der sozialen Sicherungspraxis existiert und welche Hürden einer Aufhebung im Wege stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse der Rechtslage (BSHG), der Rechtsprechung (BVerfG/BVerwG) sowie statistische Daten der Regelsatzentwicklung und der öffentlichen Haushaltsbelastung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der rechtlichen und geschichtlichen Rahmenbedingungen, die detaillierte Aufschlüsselung der Regelsatzkomponenten sowie eine kritische Gegenüberstellung von Problemen und Vorteilen der Pauschalierung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind das Bundessozialhilfegesetz, die Menschenwürde, das Existenzminimum, das Statistikmodell der Bedarfsmessung und die Verwaltungsvereinfachung.

Warum ist eine individuelle Berechnung der Sozialhilfe laut Autor problematisch?

Der Autor führt an, dass eine individuelle Berechnung den Verwaltungsaufwand massiv vervielfachen würde, was angesichts des politischen Ziels zur Senkung der Staatsquote als unrealistisch gilt.

Welche Rolle spielt die Inflationsrate bei der Festsetzung der Regelsätze?

Der Autor zeigt auf, dass Regelsatzerhöhungen historisch oft unterhalb der tatsächlichen Inflationsrate lagen, was zu einer realen Entwertung der Leistungen und einer schleichenden Kürzung führte.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sinnhaftigkeit der Aufhebung von Pauschalierungen der Regelsätze
Hochschule
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen; Hagen
Note
11 Punkte (2-)
Autor
Jean-Philippe Franke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
21
Katalognummer
V18492
ISBN (eBook)
9783638228275
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sinnhaftigkeit Aufhebung Pauschalierungen Regelsätze
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jean-Philippe Franke (Autor:in), 2003, Sinnhaftigkeit der Aufhebung von Pauschalierungen der Regelsätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18492
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Leseprobe aus  21  Seiten
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