VORWORT 1
EINLEITUNG 2
ZUM AUFBAU DER ARBEIT: 4
1 THEORETISCHE ANSÄTZE ZUR PROFESSIONALISIERUNG 5
1.1 Begriffliche Klärungen 5
1.1.1 Definition von Arbeit und Beruf 5
1.1.2 Definition von Professionalisierung 5
1.1.3 Definition von Profession 7
1.2 Klassische Professionalisierungsansätze 8
1.2.1 Professionalisierung auf der Makroebene 8
1.2.1.1 Merkmalsorientierte Ansätze der Professionalisierung 8
1.2.1.2 Prozessuale Ansätze der Professionalisierung 9
1.2.1.3 Machttheoretische Ansätze 10
1.2.1.4 Systemtheoretische Ansätze 12
1.2.2 Professionalisierungsansätze auf der Mikroebene 12
1.2.2.1 Kompetenzorientierte Ansätze zur Professionalisierung 13
1.2.2.2 Subjektorientierte Ansätze zu Professionalisierung 13
1.3 Neuere Ansätze zur Professionalisierung der Pflege 14
1.3.1 Feministische Ansätze 14
1.3.2 Professionalisierung unter der Perspektive von Akademisierung 15
2 EXKURS: DIE BEDEUTUNG DER PFLEGE 16
2.1 Was ist Pflege 16
2.1.1 Ein kurzer geschichtlicher Überblick 16
2.1.2 Nationale und internationale Definitionen des Begriffs Pflege 18
2.1.3 Zwei Pflege und Handlungsmaxime innerhalb der Krankenpflege 21
2.1.3.1 Die traditionelle, kirchliche Maxime der Krankenpflege (Mutterhaus Stil) 21
2.1.3.2 Die professionelle, dienstleistungsmäßige Maxime der Krankenpflege 22
3 DIE ENTSTEHUNG DES PROFESSIONALISIERUNGSPROZESSES 23
3.1 Die Veränderung der Frauenrolle in unserer Gesellschaft 23
3.2 Die Veränderung durch den medizinisch technischen Fortschritt 24
3.3 Die Veränderungen im Berufsbild der Krankenpflege 25
3.4 Die Veränderungen im Verhältnis zur Medizin 26
3.5 Zusammenfassung 26
4 DIE FÖRDERUNG DES PROFESSIONALISIERUNGSPROZESSES 27
5 SCHLUSSWORT 29
LITERATURVERZEICHNIS 33
LITERATURVERZEICHNIS 33
LITERATURVERZEICHNIS 33
LITERATURVERZEICHNIS 33
Vorwort
Die Motivation mich in meiner Hausarbeit, im Rahmen der Weiterbildung zur Pflegedienstleitung, mit der Thematik Professionalisierung der Pflege auseinander zu setzen, beruht auf meiner langjährigen Tätigkeit als Kranken-und Gesundheitspfleger. In vielen Gesprächen und Beobachtungen, während meiner beruflichen Tätigkeit, habe ich mich mit Berufskollegen über die verschiedenen Aspekte der Veränderungen des Berufsfeldes der Kranken-und Gesundheitspflege und deren Auswirkungen auf die tägliche pflegerische Arbeit diskutiert. Seitdem gilt mein Interesse den Professionalisierungstendenzen im Beruf und im speziellen der Frage, wie ist der aktuelle Stand der Professionalisierung in der Pflege, besteht eine Dynamik in diesem Prozess.
Als ich begann mich mit der Thematik intensiver zu beschäftigen, waren meine Vorstellungen diffus. Im Verlauf der weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema wurden meine Vorstellungen und mein Wissen konkreter und mich beschäftigte auch speziell die Frage: Warum ist ein großer Teil unserer Nachbarstaaten schon deutlich weiter im Prozess der Professionalisierung der Pflege ?
Ein besonderer Dank gilt auch Frau Prof. Erika Sirsch für ihren Vortrag am 18.05.2011 in der FHH Hannover (Fakultät V, Abteilung Pflege und Gesundheit), welchen sie mir freundlicherweise zur Verfügung stellte.
1
Einleitung
Der Pflegeberuf befindet sich seit ca. zwei Jahrzehnten in einer Phase der Neuorientierung. Die traditionelle Auffassung, dass Pflege nur ein mitwirkender Heilhilfsberuf sei, wird von der heutigen Auffassung verdrängt, das Pflege ein eigenständiger professioneller Dienstleistungsberuf ist, der auf der Basis selbst entwickelter wissenschaftlicher Konzepte (Theorien) und Instrumente handelt.
Fast alle Entwicklungen des letzten Jahrzehnts im Berufsfeld der Pflege werden unter dem Stichwort Professionalisierung der Pflege diskutiert. Unter Professionalisierung der Pflege werden auch die Prozesse verstanden, welche diesem Berufsbild die gesellschaftliche Anerkennung als Profession bringen sollen. Eine zunehmende Verwissenschaftlichung (EBN) und das Streben nach Autonomie für die eigenen beruflichen Tätigkeiten sind kennzeichnend für diesen Prozess, der aber auch von den in der Pflege arbeitenden und von ihren Berufsverbänden noch dynamischer vorangetrieben werden muss. Letztlich sind auch fehlende politische Rahmenbedingungen zu bemängeln, es fehlt derzeit vor allem an strategischen, prospektivischen Entscheidungen unserer Politiker. Das mit einer effektiven Lobbyarbeit sehr viel zu erreichen ist, zeigen uns die Mediziner jeden Tag. Im internationalen Vergleich lässt sich für die Bundesrepublik Deutsch-land ein Nachholbedarf in Sachen Professionalisierung der Pflege nicht übersehen. Die Anfänge wurden vor ca. 100 Jahren in den USA und vor ca. 50 Jahren in Großbritannien gelegt. Deutschland kann dagegen erst auf ca. 20 Jahre Professionalisierung zurückschauen. Als Gründe der späten und langsamen Entwicklung der Professionalisierung der Pflege in Deutschland werden der mangelnde Wille zu Solidarisierung, Divergenzen zwischen den verschiedenen Gruppen innerhalb der Pflege, ein Verhaftetsein am klassischen Bild der „mütterlichen Pflege“, ein unterentwickeltes Berufsbewusstsein und das energische widerstreben der Medizin, einer Neuverteilung der Aufgaben im Gesundheits- und Sozialwesen zwischen Ärzten und Pflegefachkräften zu konsentieren. Ein Blick z.B. in die Schweiz, die Beneluxstaaten, Großbritannien, Österreich, USA und die Skandinavischen Länder usw. lohnt sich, um das mögliche Ziel, trotz aktiver und passiver Widerstände an-
2
derer Berufsgruppen, nicht aus den Augen zu verlieren. Die Bemühungen die Pflege als Wissenschaft zu institutionalisieren, und dadurch eine theoretische Fundierung der Pflegepraxis zu ermöglichen, lassen sich jedoch nicht mehr zurückschrauben und führen zu einem Wandel der Anforderungen an die Pflege und zu einem sich ändernden Berufsbild. Im Jahr 2011 existieren bereits über 50 pflegebezogene Studiengänge an Fachhochschulen und Universitäten in Deutschland 1 .
Mit der Aufwertung der Pflege zur Profession kommt es längerfristig auch zu einem höheren Prestige, zu höherem Einfluss und zu einer gestiegenen Selbstbestimmung über das eigene Berufsfeld. Die Entwicklung könnte sogar so weit gehen, dass die Pflege sich von der Profession Medizin emanzipiert und eine Position „in Augenhöhe“ als gleichwertige Profession innerhalb des Gesundheitswesens einnimmt.
Negative Folgen einer Professionalisierung 2 werden häufig nicht erwähnt, doch sie können mehr oder weniger auftreten. Es kann zu einer Dominanz der Profession über andere Berufsgruppen kommen, dies kann auch ein interdisziplinäres Teamwork erschweren oder behindern. Diese Machtdifferenz zu den Klienten und anderen Berufsgruppen erschwert die Kommunikation und Kooperation. In der Folge kommt es weiter zu einer interessengeleiteten Einflussnahme auf Gestaltung des gesamten Dienstleistungsbereiches und dadurch zu einer Unterentwicklung von alternativen Ansätzen zur Problemlösung.
Auch kann es im Zuge der Professionalisierung zu einem Entfernen vom ursprünglichen Kern der Pflege kommen. Sei es, das die Pflege sich unter der Prämisse ökonomischer Rationalisierung von den Kernbedürfnissen pflegebedürftiger Menschen weg, und hin zu bislang Pflegedisziplin fremden Tätigkeiten transformiert. Dies führt zu einer Deprofessionalisierung der ursprünglichen Pflege und dazu, dass dieses Aufgabengebiet in Zukunft mit weniger gut ausgebildeten Hilfskräften besetzt wird. Oder aber dazu, dass dieser gesamtgesellschaftliche Modernisierungsprozess der Weiterentwicklung der Pflege, von der Politik oder anderen im Gesundheits- und Sozialwe-
1 Sirsch 18.05.2011, Vortrag an der FHH Hannover: Professionalisierung der Pflege, Seite 9
2 vgl. Blane, D. 1991, in: Forster, R. 2000 S. 64
3
sen tätigen Berufsgruppen in Bahnen gelenkt wird, welche nicht im Sinne der Pflege sind.
Zum Aufbau der Arbeit:
Die Hausarbeit beginnt mit den theoretischen Ansätzen zur Professionalisierung. Im 1. Kapitel werden Anfangs die Begriffe von Arbeit und Beruf, Professionalisierung und Profession erläutert (1.1.) und anschließend die klassischen Professionalisierungsansätze auf der Makro- und Mikroebene dargelegt (1.2.). Das 1. Kapitel schließt mit den neueren Ansätzen zur Professionalisierung (1.3.).
Hieran schließt im 2. Kapitel ein Exkurs über die Pflege an. Ein kurzer geschichtlicher Überblick (2.1.1.), Definitionen der Pflege (2.1.2.) und zwei Pflege- und Handlungsmaxime (2.1.3.) sind Inhalt dieses Exkurses. Im 3. Kapitel folgt ein Überblick über die verschiedenen Theorien zur Entstehung des Professionalisierungsprozesses. Er beginnt mit der Veränderung der Frauenrolle in unserer Gesellschaft (3.1.), daran folgen die Veränderungen durch den medizinisch-technischen Fortschritt (3.2.), die Veränderungen im Berufsbild der Krankenpflege (3.3.), die Veränderungen im Verhältnis zur Medizin (3.4.) und letztlich eine Zusammenfassung dieses Kapitels (3.5.).
Das 4. Kapitel widmet sich der Förderung des Professionalisierungsprozesses und mit dem darauf folgenden Schlusswort im 5. Kapitel endet die Hausarbeit.
4
1 Theoretische Ansätze zur Professionalisierung
1.1 Begriffliche Klärungen
1.1.1 Definition von Arbeit und Beruf
Unter „Arbeit“ ist allgemein die Auseinandersetzung von Menschen mit ihrer natürlichen und sozialen Umgebung zur Sicherung ihrer Lebensbedürfnisse zu verstehen. Arbeit ist nicht die Sache des Einzelnen, sondern sie hängt in vielfältiger Weise mit der Arbeit anderer zusammen. Durch diese weite Begriffsfassung hat Arbeit auch immer einen gesellschaftlichen Aspekt 3 . Arbeit umfasst nicht nur die materielle Herstellung von Gütern, sondern dient auch der Erfüllung gesellschaftlicher Funktionen und Dienstleistungen und der Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Ordnungen bzw. der Bewältigung gesellschaftlicher Prozesse ganz allgemein. 4
Wenn Arbeit sich als Organisationsform mit ausdifferenzierter Rollenstruktur konstituiert, d. h. wenn sich Formen der gesellschaftlichen Arbeitsteilung herausbilden und langfristige, spezialisierte Tätigkeiten entstehen, dann wird von Beruf gesprochen 5 .
In dem Prozess der Verberuflichung kann aus Arbeit ein Beruf werden, wenn sich das Wissen und die Fähigkeiten systematisch einordnen lassen und eine gesellschaftliche Bedeutung vorliegt. Geht in diesem Prozess der Verberuflichung die Kontinuität weiter (Professionalisierung), dann kann es zu einer Profession kommen.
1.1.2 Definition von Professionalisierung
Eine der zentralen Fragestellungen war, wie und auf welche Art sich ein Beruf zu einer Profession weiter entwickelt. Professionalisierung wurde als der Prozess gesehen, welcher auf diese Weiterentwicklung abzielt. Neuere Professionalisierungsdefinitionen machen deutlich, dass Professionalisierung auch auf der Ebene der individuellen Berufstätigen thematisiert werden kann, und die klassischen Ansätze damit ergänzt werden kön-
3 vgl. Beck, U. et al. 1980, S. 22
4 ebd., Seite 23
5 vgl. Sprondel W. M., in Pinding, M. 1972, S. 13
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Arbeit zitieren:
Reiner Göbel, 2011, Professionalisierung der Pflege, München, GRIN Verlag GmbH
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