2
Inhalt
1 Einleitung 3
1.1 Schilderung der Ausgangssituation/-Projektumfeld 3
1.2 Ausbildung Helfer im Gastgewerbe in der Bildungseinrichtung 4
1.3 Aufgabenstellung im Projekt 5
2 Analysen des betrieblichen Qualifikations- und Kompetenzbedarfs 7
2.1 Analysen der betrieblichen Bedingungen für die Durchführung der Ausbildung 8
2.1.1 Bedarfe bzgl. Ausbildungsmöglichkeiten und Bedingungen des Betriebes 9
2.1.2 Bedarfe bzgl. der Anforderungen der Ausbildungsordnung 10
2.3 Gesellschaftliche und individuelle Anforderungen 11
2.3.1 Defizitbewertung und Priorisierung 12
2.3.2 Rechtliche Grundlagen 12
3. Neues Kernkonzept 13
3.1 Beschreibungen des neuen Konzeptes 15
3.2 Erarbeitungen des betrieblichen Ausbildungsplanes 16
3.3 Weitere Ausbildungsaufgaben 19
gezeigt. Diese sind in den Ordnungsmitteln festgelegt. 19
4 Ausschnitt alter und neuer betrieblicher Ausbildungsplan 20
4.1 Der Ausbildungspass 22
4.2 Schlussfolgerungen 24
Anhang 27
1 Qualifizierungsbild des Qualifizierungsbausteins 27
2 Vermittlungsüberprüfung 28
3 Ausbildungsnachweis 29
4 Qualifizierungsbausteinbaustein 30
5 Praktikaeinsätze für die Helfer im Gastgewerbe 31
6 Ausbildungsinhalte für das Praktikum 34
7 Verfahrensanweisung für die Ausbildungsteams 35
Tabellenverzeichnis 36
Abbildungsverzeichnis : 36
3
1 Einleitung
In der Einrichtung für berufliche Rehabilitation …. sind zurzeit ca. 500 Jugendliche in Ausbildung und 170 Mitarbeiter beschäftigt. Dort erfolgt die berufliche Vorbereitung und Ausbildung junger Menschen, die den Status eines Rehabilitanden haben oder benachteiligte Jugendliche, die eine besondere Förderung und Hilfe benötigen. Im Auftrag der zuständigen Agentur für Arbeit werden individuelle Berufswege erarbeitet und handlungs- und projektorientiertes Lernen in die Praxis umgesetzt. Es wird in folgenden Berufszweigen ausgebildet: Garten- und Landschaftsbau,
Holzbearbeiter und Fachwerker,
Bau- und Metallmaler, Hochbaufachwerker, Landwirte,
Hauswirtschafter/in und Helfer,
Beiköche und Fachgehilfen im Gastgewerbe.
Die Bildungseinrichtung …. ist Träger einer anerkannten Ersatzschule, einer Berufsschule mit sonderpädagogischer Förderung. Während der
Berufsvorbereitungs- und Ausbildungszeit lebt ein großer Teil der Jugendlichen in Wohnheimen, Internaten und im betreuten Wohnen.
1.1 Schilderung der Ausgangssituation/-Projektumfeld
Unsere Auszubildenden sind junge Menschen, die für ihren Weg ins Arbeits- und Berufsleben Orientierungshilfen und Unterstützung benötigen. Wesentlich ist dabei die Anpassung an aktuelle arbeitsweltliche Anforderungen. Besonders dieser genannten Gruppe von Auszubildenden müssen daher neben den fachlichen auch verstärkt persönliche und soziale Kompetenzen vermittelt werden. Die vorliegenden Behinderungen und Mehrfachbenachteiligungen der Jugendlichen sind vielfältig. Sie reichen von leichten Körperbehinderungen über Teilleistungsschwächen Legasthenie und Dyskalkulie (Lese- Rechtschreibschwäche und Mathematikschwäche) bis hin zu psychischen Beeinträchtigungen oder Verhaltensstörungen. Laut Berufsbildungsgesetz (BBiG) heißt es hierzu:
„Für behinderte Menschen, für die wegen Art und Schwere ihrer Behinderung eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf nicht in Betracht kommt, treffen
4
die zuständigen Stellen auf Antrag der behinderten Menschen oder ihrer gesetzlichen Vertreter oder Vertreterinnen Ausbildungsregelungen entsprechend den Empfehlungen des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung. (Quelle www.gesetze-im-internet.de/bbig_2005/ - 28k) Aus diesem Grund wurden besondere Berufsbilder, wie bspw. „Helfer im Gastgewerbe“ entwickelt, innerhalb derer es möglich ist, im Ausbildungsablauf und in der Prüfungsgestaltung flexibler auf die individuellen Problemlagen einzugehen. Die Ausbildungsinhalte wurden unter Berücksichtigung von Lage und Entwicklung des allgemeinen Arbeitsmarktes aus den Inhalten anerkannter Ausbildungsberufe entwickelt. Die Ausbildungsordnung ist Grundstein für diese Ausbildung. Danach wird die sachlich-zeitliche Gliederung von der Ausbildungseinrichtung ausgearbeitet und der IHK zur Bestätigung vorgelegt.
Das Berufsbild „Helfer im Gastgewerbe“ wird nach § 66 des BBiG (Ausbildungsregelungen) der zuständigen Stelle in der Bildungseinrichtung .…. ausgebildet. Der § 66 BBiG regelt die Ausbildung für behinderte Menschen. Ziel des hier dokumentierten Projektes ist die Erarbeitung eines betrieblichen Ausbildungsplans zu diesem Berufsfeld, der unter Beibehaltung sämtlicher Lerninhalte individuell auf die Zielgruppe abgestimmt ist und die jungen Auszubildenden zum Lernen motiviert. Dieser betriebliche Ausbildungsplan ist Bestandteil des Ausbildungspasses dessen Bedeutung noch näher beschrieben wird. Die Ausbildung soll kreativ, abwechslungsreich und handlungsorientiert sein. Außerdem soll eine standörtliche Veränderung bezüglich der einzelnen Lehrjahre stattfinden. Das bedeutet, dass die Lehrjahre nicht in den drei Ausbildungsjahren an einem Standort mit einem festen Ausbilder/in ausgebildet werden müssen.
1.2 Ausbildung Helfer im Gastgewerbe in der Bildungseinrichtung …..
Wichtig ist dabei, dass der betriebliche Ausbildungsplan ständig den gegenwärtigen neugeordneten Kernpunkten angepasst ist und soviel Kompetenzen wie möglich vermittelt werden.
Für die Lehrjahre 1 bis 3 stehen drei Ausbilder zur Verfügung. Jeder Ausbilder führt seine Ausbildungsgruppe vom 1. bis zum 3. Ausbildungsjahr.
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Die Helfer im Gastgewerbe des 1. und 2. Lehrjahres arbeiten am Standort ….. an dem sie die ganzen 3 Lehrjahre verbleiben. Sie arbeiten mit einem Versetzungsplan in der Betriebskantine oder in der Cafeteria, die beide auch der Öffentlichkeit zugänglich sind, aber in der Hauptsache von den Mitarbeitern oder Auszubildenden besucht werden.
Das jetzige 3. Lehrjahr arbeitet im Waldhäuschen, einer Kleingaststätte (ca. 50 Plätze) in …, in der die Auszubildenden ebenfalls die gesamten drei Jahre verbleiben. Dort wird ab 08.00 Uhr geöffnet mit einem Büfett, Mittagsangebot, was von den Beiköchen mit dem dazu gehörigen Ausbilder zubereitet wird. Ab 14.30 Uhr gibt es Kuchen, Kaffee und ein kleines Eisangebot. Bis 18.30 Uhr gibt es dann ein kleines Imbissangebot. Die Azubis arbeiten dort in Schichten. Diese Gaststätte wird gern und oft für Familienfeiern genutzt und vorwiegend am Wochenende gebucht. Das Waldhäuschen wird täglich von vielen fremden Gästen frequentiert und hat somit den Vorteil für die Ausbildung, dass sich die Azubis ständig neuen Herausforderungen gegenüber zu stellen haben. Jeder Gast hat andere Wünsche und Bedürfnisse, so dass eine Alltagsroutine im Tagesablauf nicht abzusehen ist. Schwieriger gestaltet es sich in der Cafeteria und in der Kantine von …. Die Jugendlichen sind teilweise im gleichen Ausbildungsjahr, kennen sich untereinander und pflegen keinen guten Umgang untereinander. In der Gaststätte „Waldhäuschen“ können sich die Auszubildenden nicht so oft und intensiv im Küchenbereich entfalten. Es wird sich dort nur auf die exakte Vorgabe des betrieblichen Ausbildungsplanes konzentriert. Im Standort ….erhalten die Auszubildenden mehr Unterweisungen im Küchenbereich, weil die Gegebenheiten besser planbar sind.
1.3 Aufgabenstellung im Projekt
Den sich ändernden Ansprüchen in der Arbeitswelt muss die Gestaltung der Ausbildung angepasst werden. Damit erweitern sich auch die Aufgaben der Ausbilder (individuelles Eingehen und Herangehen an Probleme und Aufgaben sowie Flexibilität). Dies erfordert von jedem Ausbilder heute die Entwicklung von Kompetenzen wie Selbstständigkeit und Problemlösungsfähigkeit, um berufliche Handlungskompetenz zu erreichen.
6
Der Beruf Helfer/in im Gastgewerbe ist ein sehr vielseitiger Beruf. Die Azubis können später in verschiedenen Bereichen wie z.B. Service, Küche, Zimmerservice (Reinigung) usw. eingesetzt werden.
Mit Beginn der Berufsausbildung haben unsere Jugendlichen teilweise erste Erfolgserlebnisse, entwickeln Selbstbewusstsein und sind stolz auf erbrachte Leistungen. Doch diese Motivation lässt zu schnell nach. Sie resignieren zu schnell bei Misserfolgen. Motivation am Lernen kann nur schwer aufgebracht werden. Förderpläne können sie nur langsam als individuelle persönliche Hilfe annehmen. Um den Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt gerecht zu werden, müssen wir diese Hemmnisse im Verlaufe der Ausbildung abbauen und überwinden. Die ständig wachsenden Anforderungen, die von der Praxis von uns gefordert werden, erfordern neue Ideen, neue Wege und Lösungen. Ein neuer Weg wird sein, unsere betriebseigene Gaststätte „Waldhäuschen“ intensiver in das neue
Ausbildungsprogramm mit einzubeziehen.
In dem neuen Ausbildungsplan wird eine Zusammenarbeit mit der Ausbildungsstätte Waldhäuschen (unsere betriebseigene Tagesgaststätte) angestrebt in Form eines Versetzungsplanes. Dies erfolgt in Absprache mit den Ausbildern (aller 3 Lehrjahre) für die Helfer im Gastgewerbe.
In dem neuen Ausbildungsplan werden moderne Methoden integriert wie z.B. Lerninseln, Erkundungsaufträge, mehr Projektarbeit und auftragsbezogene Ausbildung mit dem Gedanken, den Auszubildenden mehr Verantwortung zu übertragen. Ein weiterer Plan ist es, Fachpersonal aus anderen Bereichen der Einrichtung für unsere Ausbildung zu gewinnen, die spezielle Teile des Ausbildungsberufsbildes vermitteln könnten. So könnte (z.B. die Hygienebeauftragte die Hygienevorschriften etc., nähere Erläuterungen folgen unter 2.1.1) Neben dem neuen Ausbildungsplan sollen Jugendliche zudem die Möglichkeit bekommen, Zusatzqualifizierungen zu erwerben. Hierzu wird angestrebt, weitere
Qualifizierungsbausteine zu entwickeln und diese dann der IHK zur Bestätigung vorzulegen.
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2 Analysen des betrieblichen Qualifikations- und Kompetenzbedarfs
Die Ausbildung zum staatlich anerkannten Ausbildungsberuf Helfer/in im Gastgewerbe in der Bildungseinrichtung ….. erfolgt mit dem Ziel sozial benachteiligten Jugendlichen die Chance zu geben, trotz Lernbeeinträchtigungen und körperlichen Einschränkungen eine Erstausbildung und damit den Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen. Zum Erreichen einer bestmöglichen beruflichen Eingliederung der Azubis mit Behinderung bedarf es der vertrauensvollen Zusammenarbeit der beruflichen Schulen, den Reha Einrichtungen, der IHK, den Eltern und dem Ausbildungsbetrieb.
Die Ausbildungsgruppen werden an verschiedenen Standorten in der Praxis ausgebildet. Dadurch liegen unterschiedliche Voraussetzungen in den Bereichen vor. Das hat den Vorteil, vielfältig auszubilden. Es können Schwierigkeitsstufen beachtet werden (z. B. Schichtarbeit, Serviceeinsatz, u. ä.). Ein Nachteil sind die damit verbundenen größeren Entfernungen, die einen Informationsaustausch erschweren. Auch sind Vertretungen schwer zu organisieren. Im Bereich Gastgewerbe gibt es ständig Neuerungen wie zum Beispiel die verschiedenen Kassensysteme, die nicht in jedem Fall praktisch in der Ausbildung eingesetzt werden können, da die finanziellen Voraussetzungen dies nicht zulassen. Die jahrelange gute Zusammenarbeit mit den Praktikumsbetrieben ermöglicht es den Azubis, die verschiedenen Kassensysteme dort im Praktikum kennen zu lernen. Die Auszubildenden im Ausbildungsberuf Helfer/in im Gastgewerbe haben große Schwierigkeiten, den Anforderungen im Berufsleben gerecht zu werden. Kognitive Kompetenzen müssen ebenso erweitert werden wie die personalen und sozialen. Die Auszubildenden kommen mit sehr großen Defiziten von der Schule, sie können meist nicht oder nur mangelhaft die Grundrechenarten, haben Lese- und Rechtschreibschwächen. Die Auszubildenden sind meist nicht teamorientiert und müssen lernen, verantwortungsbewusst miteinander umzugehen und zu arbeiten. Bisher sind die Auszubildenden es gewohnt, immer „an die Hand“ genommen zu werden. Andere haben für sie gedacht und entschieden. Bei Schwierigkeiten haben sie sich zurückgezogen. Sie sind kaum in der Lage, Wünsche sachlich zu äußern. Es wird spürbar, dass die Ausbildung nicht ihr Berufswunsch war. In den meisten Fällen zielte der Wunsch eher in Richtung Betreuung ältere Menschen, Kinder oder Tiere.
Arbeit zitieren:
Sabine Conrad, 2008, Organisation und Planung beruflicher Bildungsprozesse, München, GRIN Verlag GmbH
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