Philipps-Universität Marburg HS Phraseologie im Französischen
Valerie Schmidt
Thema der Arbeit : Farbphraseologismen am Beispiel des Farbworts „rouge“
Inhaltsverzeichnis
1. Die Etymologie des französischen Wortes rouge. 4
2. Eine Einführung in die Phraseologie (nach Christine Palm) 4
2. 1 Idiomatizität. 5
2. 2 Stabilität/Fixiertheit/Festigkeit 7
2. 3 Lexikalisierung und Reproduzierbarkeit 7
3. Semantische, kulturelle und kognitive Aspekte von Farbkonzeptualisierungen (nach
Anna Wierzbicka) 8
3. 1 Zur Semantik des Farbwortes rot 8
3. 2 Makro-rot. 9
4. Zur Kulturgeschichte der Farbe Rot (nach Eva Heller) 10
4. 1 Die traditionelle Wirkung von Rot 10
4. 2 Die psychologische und symbolische Wirkung von Rot 11
5. Farbphraseologische Verbindungen mit der Farbe Rot (nach Christiane Wanzeck) 12
5. 1 Teilweise idiomatisierte Farbphraseologismen 12
5. 2 Vollständig idiomatisierte adnominale Farbphraseologismen. 13
5. 3 Nicht-adnominale Farbphraseologismen 14
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1. Die Etymologie des französischen Wortes rouge
Das Latein verfügte über eine große Fülle an Ausdrücken, um die Farbe rot zu beschreiben: Wörter für jede Art von Farbtönen, Wörter, die in Bezug auf bestimmte Produkte, technische und andere Gegenstände gebraucht wurden, sowie Wörter, die zugleich den Herkunftsort einer Farbe bestimmten. Das lateinische ruber tritt seit dem 2. Jahrhundert nach Christi auf. Bis auf die roten Farbtöne, die zum rosa hintendieren, deckt es alle Nuancen von rot ab. Robus bezeichnet einen Farbton von rot, der eher zum braun hintendiert. Im Latein war ruber das geläufige Farbwort, um die Farbe rot in all ihren Nuancen zu bezeichnen. Die modernen Farbwörter, die rot bestimmen, stammen jedoch nicht direkt vom lateinischen ruber ab.
In der Entwicklung der lateinischen Sprache wurde der Begriff ruber phonetisch und semantisch von dem Begriff robus/robeus beeinflusst. Robus war ursprünglich ein Wort einen ländlichen Dialekts. Es bezeichnete das Fell von Haustieren und vor allem ein Zelt, das aus Rinderhäuten gemacht wurde. Seit dem Spätlatein ist die zusammengezogene Form rubeus bekannt, die die Bedeutung von ruber übernahm. Bis auf Griechenland tritt die Wurzel rubeus in allen romanischen Sprachen auf.
Im Altfranzösischen existierten zwei Wörter, um die Farbe rot zu beschreiben. Vermeil tritt seit dem Beginn des 12. Jhd’s auf und bezeichnet ein lebendiges rot. Roge ist ungefähr seit dem Jahr 1140 verzeichnet. Die Bedeutung von vermeil war positiv konnotiert, während roge negativ konnotiert war. Vermeil wurde beispielsweise verwendet, um die Farbe von Blumen zu beschreiben, roge hingegen wurde zur Beschreibung von geröteten Augen verwendet.
Literatur: Kristol 1978, S. 148 - 153, Schäfer 1987
2. Eine Einführung in die Phraseologie (nach Christine Palm)
Christiane Palm (Palm 1998) versucht die Annäherung an die sprachliche Sonderform Phraseologismus über die semantische Seite des Gegenstandes.
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In einem ersten Analyseschritt grenzt Palm die Phraseologismen mit Hilfe der Substitutionsprobe von den freien Wortgefügen ab. Im Gegensatz zu den freien Wortgefügen bilden die Elemente eines Satzes in einem festen Wortgefüge gemeinsam die Bedeutung. Phraseologismen, im Gegensatz zu freien Wortgefügen, sind dadurch gekennzeichnet, dass die Komponenten des Syntagmas unveränderlich sind. Eine Veränderung der grammatischen Kategorien der Komponenten führt ebenso wie der Austausch von Lexemen zum Bedeutungsverlust des Phraseologismus. Palm folgert daraus, dass sich die gebundene oder Gesamtbedeutung nicht additiv aus der Summe der Bedeutungen der Elemente erschließen lässt, sondern dass die Gesamtbedeutung des Phraseologismus mehr und etwas anderes bedeutet.
Palm unterscheidet drei Kriterien des Phraseologisierungsprozesses: Idiomatizität, Stabilität/Fixiertheit/Festigkeit, sowie Lexikalisierung und Reproduzierbarkeit.
2. 1 Idiomatizität
Phraseologismen sind Idiome, feste Wortverbindungen und Redensarten, die zum usuellen inhaltlich-begrifflichen Bestandteil der Sprache gehören. Mit Idiomatizität bezeichnet Palm die Umdeutung, die semantische Transformation, die die Komponenten im Phrasem erfahren. Phraseologismen lassen sich auf zwei verschiedene Arten lesen, in ihrer wörtlichen und in ihrer idiomatischen Bedeutung. In vielen Fällen ist es dem Rezipienten nicht möglich von der wörtlichen Bedeutung eines Phraseologismus, auf dessen idiomatische Bedeutung zu schließen. Ein Beispiel für einen Phraseologismus, der in seiner wörtlichen und idiomatischen Bedeutung sinnvoll und wohlgeformt lesbar ist, ist le chapeau rouge. Wörtlich gelesen bezeichnet der Phraseologismus lediglich einen roten Hut, während die idiomatische Bedeutung die Mitra des Kardinals oder den Kardinal selbst bezeichnet. Die Vergleichsrelation zwischen der wörtlichen Bedeutung des Phraseologismus und der zuletzt genannten idiomatischen Bedeutung ist die Metonymie.
Als weitere Vergleichrelation zwischen zwei sprachlichen Zeichen nennt Palm die Metapher, die sie als Form der indirekten Benennung von etwas Neuem durch den Vergleich mit etwas
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Arbeit zitieren:
Valerie Schmidt, 2003, Phraseologismen mit dem Farbwort rot, München, GRIN Verlag GmbH
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