Inhaltsverzeichnis
Einleitung 1
1. Pragmatische Axiome 2
1.1 Erstes Axiom 2
1.2 Zweites Axiom 3
1.3 Drittes Axiom 5
1.4 Viertes Axiom 7
1.5 Fünftes Axiom 9
2. Gestörte Kommunikation 10
2.1 Die Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren 10
2.1.1 Schizophrenie 10
2.1.1.1 Was ist überhaupt Schizophrenie 10
2.1.1.2 Das Dilemma der Schizophrenen hinsichtlich
des ersten pragmatischen Axioms 10
2.1.2 Der Versuch einer Kommunikation auszuweichen 11
2.2 Störungen auf dem Gebiet der Inhalts- und Beziehungsaspekte 14
2.2.1 Der Konflikt zwischen Inhalts- und Beziehungsebene 14
2.2.2 Meinungsverschiedenheiten 15
2.2.3 Ich- und Du-Definitionen 16
2.3 Störungen auf dem Gebiet der Interpunktion der Ereignisfolgen 17
2.4 Fehler in der Übersetzung zwischen digitaler und analoger 19
Kommunikation
2.5 Störungen in symmetrischen und komplementären Interaktionen 20
3. Persönliche Stellungnahme 21
Anhang - Literaturverzeichnis 22
1.1 Erstes Axiom: „Man kann nicht nicht kommunizieren“ 1 Definitions- und Herleitungsversuch:
Zuerst muss man zwischen einer einzelnen Kommunikation (= Mitteilung, z.B. die einfache Aussage „Das Wetter ist schön!“) und einem wechselseitigen Ablauf von Mitteilungen zwischen einer weiteren oder mehreren Personen (= Interaktion, z.B. nach obiger Mitteilung erfolgt von einer weiteren Person die Antwort „Ja, das Wetter ist wirklich schön!“) unterscheiden.
Dabei ist zu beachten, dass wir nicht nur mit unseren Worten kommunizieren können, sondern auch durch z.B. den Tonfall und Geschwindigkeit unserer Sprache, durch Pausen, Lachen und Seufzen (= die so genannten paralinguistischen Phänomene) oder / und die Körperhaltung, Ausdrucksbewegung (= Körpersprache) - zum besseren Verstehen sei hier auf Beispiel 1 hingewiesen. Die Quintessenz daraus ist also, dass schon Verhalten an sich Kommunikation ist. Wobei Verhalten eine wichtige Eigenschaft besitzt, es gibt kein Gegenteil von Verhalten - „Man kann sich nicht nicht verhalten“. Beispiel 1:
„Ein Mann steht an einer Haltestelle und will mit niemanden sprechen. Deswegen starrt er auf dem Boden oder schließt seine Augen. Dies signalisiert den anderen Wartenden meist das Richtige - man möchte in Ruhe gelassen werden“
3
Jedes Verhalten hat also einen Einfluss auf andere, und ist dieser auch noch so schwach. Auch wenn der andere auf Schweigen gleichfalls mit Schweigen reagiert, hat das schon als Verhalten / Kommunikation zu zählen.
Kommunikation findet letztendlich auch statt, wenn sie unbeabsichtigt ist oder unbewusst geschieht.
Akzeptieren wir einmal, dass jegliches menschliche Verhalten Mitteilungscharakter besitzt (also auch als Kommunikation zu deuten ist), so kann man doch auch davon ausgehen, dass Kommunikation nie auszuschließen ist. Daraus folgt schließlich das erste Axiom „man kann nicht nicht kommunizieren“.
Schizophrene befinden sich hierbei in einem großen Dilemma, da man nicht nicht kommunizieren kann, denn diese Menschen versuchen eine Kommunikation auszuschließen. Da jedoch Schweigsamkeit, Absonderung, Regungslosigkeit und dergleichen selbst als Kommunikation zu bewerten ist, stehen sie vor einer unmöglichen Aufgabe. 1.2 Zweites Axiom:
„Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist“ 2 Definitions- und Herleitungsversuch: Wir haben unter Punkt 1.1 festgestellt:
Bei genauerer Untersuchung einer Mitteilung kann man davon ausgehen, dass es sich bei deren Inhalt vor allem um eine reine Information handelt. „Dabei ist es gleichgültig, ob diese Information wahr oder falsch, gültig oder ungültig oder unentscheidbar ist.“ 3
4
Parallel gilt bei einer Mitteilung ein weiterer Aspekt, der einem nicht sofort auffällt, aber deshalb nicht weniger wichtig ist. Dies wäre der Hinweis darauf, wie der Sender seine Mitteilung vom Empfänger verstanden haben möchte. Somit wird also die Beziehung zwischen dem Sender und dem Empfänger definiert. So kann man in der menschlichen Kommunikation einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt finden. Ein Beispiel hierfür:
„A deutet auf die Uhr von B und sagt: Ist das eine echte Rolex Uhr? Diese Frage wäre ein Versuch, Informationen über ein bestimmtes Objekt zu erhalten, aber es wird gleichzeitig die Beziehung zwischen A und B durch A`s Art der Fragestellung (Bsp.: Tonfall, Gesichtsausdruck etc.) definiert. Darauf hin wird sich zeigen wie B auf A`s Frage reagiert und es ist klar, dass er nicht nicht reagieren bzw. kommunizieren kann. In dieser Interaktion geht es also nur oberflächlich um die Uhr (Inhaltsaspekt), eigentlich wird hiermit die Beziehung zwischen den Kommunizierenden zu einander definiert (Beziehungsaspekt).“
Eine wichtige Anmerkung sei hier gestattet: Bei „gesunden“ Beziehungen wird der Beziehungsaspekt niemals so im Vordergrund stehen, wie bei „kranken“ Beziehungen, bei denen ein ständiges Ringen um eine Beziehungsdefinition zu bemerken ist. Die Relation des Inhalts- und Beziehungsaspektes in der menschlichen Kommunikation nennt man auch Metainformation. Der Inhaltsaspekt vermittelt die Information (Daten), der Beziehungsaspekt legt fest wie diese „Daten“ aufzufassen sind.
Arbeit zitieren:
Dipl. Sozialpädagoge (FH) Dirk Lieske, 2003, Pragmatische Axiome und Störungen menschlicher Kommunikation, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Zu: Paul Watzlawick, Menschliche Kommunikation - Formen und Störungen
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