Inhaltsverzeichnis
1 Wissenschaft 2
2 Zur Person: Thomas Samuel Kuhn. 3
3 Das Buch „Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“ 4
3.1 Der Inhalt in Kürze 4
3.2 Historische Hintergründe 4
4 Paradigma 5
4.1 Paradigma als Sammelbegriff 5
4.2 Der Paradigmenbegriff auf wissenschaftstheoretischer Ebene 6
4.3 Der Paradigmenbegriff auf philosophisch- historischer Ebene 6
4.4 Paradigma auf soziologischer Ebene 6
4.5 Die disziplinäre Matrix. 8
4.6 Das Paradigma als Musterbeispiel 8
4.7 Paradigmen in der Erziehungswissenschaft 8
4.8 Die vorparadigmatische und die paradigmatische Zeit 10
5 Die Normalwissenschaft. 10
5.1 Normalwissenschaft und wissenschaftliche Revolutionen 10
5.2 Die drei Aufgabenfelder der Normalwissenschaft nach Kuhn. 11
5.3 Das Ziel der Normalwissenschaft 12
5.4 Die Normalwissenschaft als ein Lösen von Rätseln 13
5.5 Die durch ein Paradigma vorgegebenen Regeln 14
6 Literaturverzeichnis 16
7 Register. 17
1
1 Wissenschaft
„Wissenschaft (engl. Science). 1) Die Summe des geordneten,
begründeten, für gesichert erachteten Wissens einer Zeit. 2) Als Prozess
die Sammlung, Vertiefung, Ordnung und laufende Verbesserung des
Wissens über einen bestimmten Gegenstandsbereich, dessen Phänomene
und Zusammenhänge begrifflich erfasst, zueinander in Beziehung gesetzt
und unter Einsatz der jeweils angemessene n Forschungsmethoden
untersucht werden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen prinzipiell
auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfbar sein und nach Möglichkeit zu
Theorien zusammengefasst werden, aus denen sich dann wiederum neue
Probleme verstehen bzw. erklären lassen. 3) Die Einteilung der W. ist
nach verschiedenen Kriterien möglich: a) von den Gegenstandsbereichen
her (Kultur, Soziales, Erziehung, Natur usw.), b) nach den grundlegenden
Erkenntnisinteressen, Fragestellungen und Methoden (erklärende und
verstehende W.) und schließlich c) im Hinblick auf ihren Bezug zur
gesellschaftlichen Praxis als reine oder angewandte W.“ (Schaub & Zenke,
1999: 370)
Der Wissenschaft wurde jahrelang Objektivität unterstellt und im alltäglichen Umgang geht noch immer eine Vielzahl der Menschen von einer solchen Objektivität aus.
Allerdings wurde mit diesem Mythos der Objektivität in der wissenschaftlichen Diskussion im 20. Jahrhundert gründlich aufgeräumt. Es wurde herausgestellt, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft weder ohne eine weltanschauliche Grundlage noch ohne Elemente des Glaubens auskommt. Einer der wichtigsten Köpfe ist in diesem Kontext ist Thomas S. Kuhn. Der Wissenschaftstheoretiker Thomas S. Kuhn hat u.a. das Bild eines linearen Verlaufs der Wissenschaftsgeschichte, das oft angenommen wird, kritisch unter die Lupe genommen.
In seinem Buch „Die S truktur wissenschaftlicher Revolutionen“ hat er die Entwicklung der Wissenschaft aus seiner Sicht beschrieben. Seine These ist, dass sich wissenschaftliche Entwicklungen nicht durch kontinuierliche Erweiterungen des Wissens ergeben, sondern aus so genannten wissenschaftlichen Revolutionen.
In diesen Revolutionen wird ein anerkanntes Erklärungsmodell der Wissenschaft, Kuhn nennt dies Paradigma, verworfen und durch ein neues ersetzt. Bekannt geworden ist der von Kuhn geprägte Begriff „Paradigmenwechsel“.
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2 Zur Person: Thomas Samuel Kuhn
Thomas Samuel Kuhn wurde am 18. Juli in Cincinnati, Ohio, in den Vereinigten Staaten von Amerika geboren.
Im Jahr 1949 schloss er an der Harvard Universität ein Studium in Physik mit einer Promotion ab. Vor diesem Abschluss besuchte er einen Collegekurs über Physik für Nichtnaturwissenschaftler, was ihn hinsichtlich seiner Auffassung der Geschichte der Wissenschaft stark beeinflusste.
So schreibt er in seinem Buch „Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“: „zu meiner völligen Überraschung unterminierte jene Begegnung mit veralteter wissenschaftlicher Theorie und Praxis radikal einige meiner grundlegenden Auffassungen vom Wesen der Wissenschaft und von den Gründen f ür ihren besonderen Erfolg“ (Kuhn, 1976: 7).
Daraufhin wechselte Kuhn von der Physik zur Geschichte der Wissenschaft. Bis 1951 war er Junior Fellow, was ihn sehr prägte, denn «o hne jene Periode der Freiheit wäre der Übergang auf ein neues Studiengebiet weitaus schwieriger, vielleicht gar nicht möglich gewesen.» (Kuhn, 1976: 7) Daraufhin war er bis 1956 Assistenzprofessor für „Geschichte der Wissenschaft “ an der Harvard Universität.
1956 wechselte Thomas S. Kuhn an die Berkeley Universität in Kalifornien, wo er dann 1961 Professor für „Geschichte der Wissenschaft“. Diese Professur führte er zwischen 1964 und 1979 an der Universität Princeton weiter. Danach wurde er Professor der Wissenschaftstheorie und
Wissenschaftsgeschichte am Massachusetts Institute of Technology, wo er von 1983 bis 1991 die Laurence S. Rockefeller Professur für Philosophie innehatte. 1982 wurde Thomas S. Kuhn mit der George Sarton Medaille in Wissenschaftsgeschichte geehrt und erhielt des Weiteren Ehrenauszeichnungen von verschiedenen Institutionen. Diese waren u. a. die Universitäten von Columbia, Notre Dame, Chicago, Padua und Athen.
Am 17. Juni 1996 starb Thomas S. Kuhn in Cambridge, Massachusetts, an einem Krebsleiden.
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3 Das Buch „Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“
3.1 Der Inhalt in Kürze
Thomas S. Kuhn geht von der Feststellung aus, dass die Klassiker der Wissenschaft wie die „Physik“ von Aristoteles, der „Almagest“ von Ptolemäus oder Newtons „Principia“ und „Opticks“ eine zeitlang dazu dienten, den nachfolgenden Generationen von Fachleuten die anerkannten Probleme und Methoden eines Forschungsgebiets zu bestimmen. Dafür verwendet Kuhn den Begriff des Paradigmas.
Es gibt gemäß Kuhn eine vorparadigmatische und eine paradigmatische Wissenschaft.
Die vorparadigmatische Forschung ist dadurch gekennzeichnet, dass sich keine Schule oder Lehre auf einem bestimmten Gebiet durchsetzen kann, sondern dass auf gleichem Gebiet viele verschiedene Forschungsrichtungen existieren. Durch den Erwerb eines Paradigmas g eht ein Fachgebiet zur paradigmatischen Forschung über. Die Arbeit, die bei dieser Forschung gemacht wird, nennt Kuhn normale Wissenschaft.
Normale Wissenschaft ist für Kuhn nicht das zufällige Sammeln von Daten und Fakten, wie noch in der vorparadigmatischen Zeit, sondern das gezielte Lösen von Problemen, die sich innerhalb eines Paradigmas stellen. Kuhn vergleicht daher die normalwissenschaftliche Arbeit mit dem Lösen von Rätseln.
3.2 Historische Hintergründe
Als Thomas Kuhn gebeten wurde, einen Artikel für die Encyclopedia of Unified Science zu verfassen, entwickelte er aus diesem Artikel das Buch „Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“, welches 1962 auf Englisch erschien und welches er mehr als ein Essay denn als ein Buch sah. Thomas S. Kuhn war davon überzeugt, dass traditionelle Zugangsweisen zur Wissenschaft, wie der Induktivismus und der Falsifikationismus, den historischen Gegebenheiten nicht entsprechen.
Auf der Basis historischer Studien zur Entstehungsgeschichte der neuzeitlichen Wissenschaft erarbeitete er eine neue Konzeption der Wissenschaftsgeschichte, und er entwickelte eine neue Sicht der Wissenschaftstheorie.
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Arbeit zitieren:
Eva Busch, 2003, Paradigmen und Normalwissenschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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