Inhaltsverzeichnis
Einf ührung 3
1. e-Learning und Nachhilfeunterricht 3
2. Aktuelle Beispiele der Umsetzung von Onlinenachhilfe 6
3. Die Rolle des Nachhilfelehrers als Online-Coach 10
4. Besonderheiten des Online-Lernens 12
5. Kriterien für einen sinnvollen Nachhilfeunterricht 13
6. Resümee 15
Literatur 16
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Einführung
Für Nachhilfe wird jährlich etwa eine Milliarde Euro in Deutschland ausgegeben (Marktforschungsinstitut Innofact, 2001). Warum sollten Schüler nicht außer klassischer Nachhilfe auch Onlinenachhilfe bzw. Nachhilfeunterricht via Internet in Anspruch nehmen? Lernen per Internet ist eine ernstzunehmende Alternative zu traditionellem Nachhilfeunterricht. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts Innofact aus dem Jahre 2000, in der 600 Eltern und Schüler deutschlandweit befragt wurden.
Es gibt bisher noch wenige Anbieter von Onlinenachhilfe. Dennoch boomt der Markt für e-Learning - dem Lernen mit elektronischen Medien - seit mehreren Jahren.
1. e-Learning und Nachhilfeunterricht
In den USA hat e-Learning bereits sämtliche Bildungsbereiche erfasst. Der Einsatz neuer Technologien nimmt rasant zu. Im deutschen Markt sind Ansätze einer ähnlichen Entwicklung zu erkennen. Dies zeigt sich in einer Flut von Publikationen, regelmäßigen Kongressen und nicht zuletzt einer Reihe neuer Firmen, die sich dem Thema annehmen. Das junge Wort e- Learning gehört der Familie der e-Begriffe (engl. e-terms) an und hat sich inzwischen im Sprachgebrauch etabliert. e-Learning wird verstanden als Lernen, das mit Informations- und Kommunikationstechnologien unterstützt bzw. ermöglicht wird. Es kann näher über verschiedene Polarisierungen bestimmt werden:
• e-Learning ist personal oder organisational, kann sich also sowohl auf elektronisch unterstütztes Lernen von Nachhilfeschülern als auch von Nachhilfeinstituten beziehen.
• Es ist lokal oder verteilt, d.h. es kann auf lokal vorhandene Lernressourcen, etwa eine CD-ROM (z.B. für Lernprogramme in Mathematik usw.), oder auf entfernte Ressourcen (z.B. Online-Datenbank für Mathe-Aufgaben) zugegriffen werden.
• Es ist synchron oder asynchron; als Kommunikationsmedien zur zeitgleichen Interaktion können bspw. Live-Chat und Videokonferenzen genutzt werden, als asynchrone Medien Diskussionsforen und E-Mail.
• e-Learning ist individuell oder kollaborativ, wird also von einzelnen Nachhilfeschülern oder Nachhilfeinstituten wahrgenommen oder von mehreren Personen oder Organisationen in einem gemeinschaftlichen Prozess ausgeübt.
• Nicht zuletzt ist e-Learning statisch ode r interaktiv; Lerneinheiten können entweder wie in einem Buch gelesen oder aber über Interaktionen mit dem Lehrenden (Online-Coach) und den anderen Lernenden vermittelt werden. Grundsätzlich wird e-Learning unterschieden in:
• Lernformen ohne Einsatz von Kommunikationsmedien
• Lernformen mit Nutzung von Kommunikationsmedien.
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Computergestützte Lernformen ohne Einsatz von Kommunikationsmedien werden Computer based training (CBT) genannt. Gelernt wird allein mit Hilfe multimedialer Anwendungen auf einer CD-ROM (z.B. Lernprogramm für Rechtschreibung/Deutsch, Physik, Latein usw.) oder einem ähnlichen Speichermedium. Das Lernen findet offline statt und ist nicht an den Austausch mit Lehrenden oder anderen betreuenden Personen gebunden. In dem CBT werden Inhalte und Aufgaben präsentiert, die vom Lernenden eigenständig bearbeitet werden. Die Wissensabfrage findet über automatisierte Tests statt. Ein Feedback erhält der Lernende vom System. Der Lernkontext ist räumlich und zeitlich unabhängig gestaltbar. Das CBT wird häufig zur Vermittlung von Faktenwissen eingesetzt.
Lernformen, die die vielfältigen Kommunikations- und Distributionsmöglichkeiten des Internets nutzen, werden unter dem Begriff Online-Lernen zusammengefasst. Der Nachhilfeschüler erhält über das Internet Zugang zum Lernstoff. Das bedeutet, dass er von jedem beliebigen Ort aus, an dem er einen internetfähigen PC zur Verfügung hat, lernen kann. Beim Online-Lernen besteht die Möglichkeit, sich mit anderen Nachhilfeschülern auszutauschen und mit dem Online-Coach Kontakt aufzunehmen. Lernen findet somit nicht isoliert sondern in sozialer Interaktion statt. Online-Lernen lässt sich in synchrone (zeitgleiche) und asynchrone (zeitversetzte) Formen unterscheiden. Eine synchrone Form des Online-Lernens is t bspw. der Einsatz von Videokonferenzen oder Schüler-Chats. Hierbei findet das Lehren und Lernen zeitgleich aber räumlich verteilt statt. D.h. Dozent und Nachhilfeschüler befinden sich zwar an unterschiedlichen Orten, müssen aber zur gleichen Zeit online sein, um miteinander kommunizieren zu können. Bei den asynchronen Formen des Online-Lernens findet Austausch und Wissensvermittlung zeitlich und räumlich verteilt statt (z.B. bei Diskussionsforen oder E-Mail für Nachhilfeschüler). Für diese Art des Lehrens und Lernens werden häufig die Begriffe Web based training (WBT) oder Online-Kurse synonym verwendet.
Zusammenfassend hat e-Learning die folgenden Vorteile moderner Informationstechnologien:
• e-Learning ist zeitunabhängig. Der Nachhilfeschüler erhält innerhalb der festgelegten Zeiten des Onlinenachhilfeanbieters jederzeit Unterstützung.
• e-Learning ist ortsunabhängig. Der Schüler kann von jedem internetfähigen PC aus seine Nachhilfeanfragen starten.
• e-Learning ist kommunikativ. Ein persönlicher Online-Coach übernimmt die Betreuung. Er steht für Fragen zur Verfügung, hilft weiter, korrigiert Übungen und Lernfortschritte. In Forum und Chat tauschen sich die Nachhilfeschüler untereinander aus.
• e-Learning ist individuell anpassbar. Es erfolgt eine Anpassung an das Lerntempo und die Vorkenntnisse des Nachhilfeschülers.
• e-Learning ist multimedial und interaktiv. Ein Onlinenachhilfe-Kurs ist nicht nur Lesestoff, er kann auch aus Animationen und Videos bestehen und zu Übungen und Tests auffordern.
Über folgende Diskussionspunkte für die Zukunft von e-Learning - insbesondere auch Onlinenachhilfe - wird vor allem nachgedacht:
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a) Die Art der verwendeten Lernplattform
b) Die erzielbaren wirtschaftlichen Effekte
c) Die Zielgruppe der Schüler und Nachhilfeschüler
d) Die Rolle der Betreuung von Lernenden.
a) Die Art der verwendeten Lernplattform
Über die Form der Software-Unterstützung - d.h. die Art der verwendeten Lernplattform -, mit der Online-Lernen am besten realisiert werden kann, wird gerade in jüngster Zeit viel diskutiert. Auf der einen Seite wird der Bedarf nach umfassenden Lern-Netzwerken gesehen. Solche Gesamtlösungen machen nicht nur Bildung im Netz möglich, sondern decken gleichzeitig auch ein systematisches Wissensmanagement ab. Die Hersteller entsprechen diesem Wunsch dadurch, dass die Großen der Branche sich als Komplettanbieter präsentieren und sowohl die technischen Grundlagen liefern als auch didaktische Kursinhalte (z.B. für Onlinenachhilfe) erstellen sowie die organisatorische Beratung des Kunden leisten. Auf der anderen Seite wird jedoch an Komplettangeboten auch die Überfrachtung mit ungenutzten Funktionen und die mangelnde Flexibilität bemängelt. Außerdem werden zu hohe Kosten kritisiert.
b) Die erzielbaren wirtschaftlichen Effekte
Die Unsicherheit darin, wie aufwändig eine gute Lernplattform denn nun auszusehen hat, mag denn auch ein Grund dafür sein, dass inzwischen über das Thema e-Learning zwar intensiv diskutiert wird, gegenwärtig aber noch nicht das große Marktpotential erreicht, das man ihm nachsagt. Über das Marktvolumen selbst gibt es natürlich nur Schätzungen, die sich in Millionen- und Milliardenhöhe bewegen.
Zur Zeit ist von einer Bereinigung auf dem Markt der Plattformanbieter die Rede. Einige Unternehmen können die Investitionen nicht auf Dauer finanzieren, die insbesondere zur Entwicklung von breit angelegten Lernplattformen notwendig sind. Mehrere verunsicherte Kunden, die in dieser Situation ein Projekt auf Eis legen, können dann schnell eine Firma in die Insolvenz treiben. Glaubt man einigen Prognosen, so sollten Anbieter zumindest noch 1-2 Jahre durchhalten, bis das Thema e-Learning eine tragende Säule im Bildungsbereich darstellt.
c) Die Zielgruppe der Schüler und Nachhilfeschüler Elektronisches Lernen war von Anfang an ein Thema, mit dem sich vor allem Großunternehmen beschäftigten. Daran hat sich lange Zeit kaum etwas geändert. Erst mit dem Projekt „Schulen ans Netz“ sind als Zielgruppe Schüler und mit der Einführung von Onlinenachhilfe auch Nachhilfeschüler erkannt worden. So wenden sich Anbieter von Bildungslösungen in jüngster Zeit zunehmend an kleine Unternehmen, Schulen und Onlinenachhilfeanbieter, wohl wissend, dass es bei dieser Klientel auf Kostenbewusstsein und Flexibilität ankommt. Es findet immer mehr Aufmerksamkeit, dass gerade die flexible Arbeitsweise sich sehr gut mit dem selbst gesteuerten und vor allem bedarfsgerechten Wissenserwerb verträgt, den elektronische Lernangebote leisten können.
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Handelslehrer Stefan Dassler, 2004, Nachhilfeunterricht via Internet - eine sinnvolle Variante oder nur kostensparend?, München, GRIN Verlag GmbH
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