3
5.2 Internet: 21
6 Anhang 22
6.1 Management-Regelkreis 22
6.2 Tabellarische Übersicht der Ersten, Zweiten und Dritten Generation 23
6.3 Tabellarische Übersicht der vierten Generation 24
4
1 Einleitung
Ging man vor Jahren noch davon aus, dass Stress typisch für Manager ist, so ist es heute eine Volkskrankheit. Ich habe manchmal den Eindruck, es ist schon fast ein Klischee. Viele spüren gerade im Berufsleben einen immer zunehmenden Zeitdruck. So wird „Zeitnot als Statussymbol“ gesehen. Termine häufen sich und man bekommt das Gefühl wichtig zu sein. Wer einen stressigen Tag hat, muss sehr wichtig sein. Damit verbindet sich die Vorstellung von der Höhe des monatlichen Einkommens dieser Person. Und wer ein hohes Einkommen hat, ist erfolgreich. Wer erfolgreich ist, ist auch glücklich. Genau betrachtet würde das bedeuten, dass derjenige, welcher keine Zeit hat, auch glücklich ist. Wenn dem so wäre, hätten wir in Industrieländern, wie Deutschland, viele glückliche Menschen und in dritten Welt Ländern viele unglückliche Menschen. So einfach ist es nicht. Gerade in den Wohlfahrtsstaaten entstehen zunehmend Seminare, die zu mehr Zufriedenhe it führen sollen, wie auch Seminare zum Selbst- und Zeitmanagement. „Durch Zeitmanagement zu mehr Zeit“, so oder ähnlich lauten die Slogans vieler Anbieter von Seminaren. Man könnte zu der Ansicht gelangen, dass das Zeitmanagement eine ,,Zeitproduktionsmaschine" sei.
Leider ist es aber so, das man mit Zeitmanagement keine Zeit produzieren kann. Zeitmanagement kann jedoch helfen seine Zeit besser einzuteilen und sie gezielter einzusetzen.
In meiner Seminararbeit zeige ich das Zeitmanagement von Stephen R. Covey. Er ist mit seinem Konzept vor allem in Amerika sehr erfolgreich. Sein Erfolg rührt wohl daher, da er das Streben einer Wohlstandsgesellschaft nach Erfolg und Zufriedenheit verspricht zu vereinen.
Im Alltag erleben die meisten Menschen, sogar täglich, dass sich ihre Pflichten mit ihren Wünschen nicht decken. Nach Covey entsteht hierbei eine Kluft zwischen der tatsächlichen Lebensführung und den eigentlichen Lebensinhalten. Diese Kluft versucht Covey zu schließen, indem er sich auf Paradigmen und Prinzipien, die das menschliche Leben fundamental beeinflussen und steuern, beruft.
Das Spezielle an dem Konzept Coveys ist, dass hinter der praktischen Auslegung eine Philosophie steht. Dadurch steht in dieser Arbeit hingegen den meisten anderen Schriften über Zeitmanagement, seine Denkweise im Vordergrund und keine praktischen Anwendungen. Einleitend werde ich den Zusammenhang von Selbst- und Zeitmanagement verdeutlichen und eine allgemeine Notwendigkeit derselben nach dem bekannten Pareto-
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Prinzip vorstellen. Danach zeige ich Coveys Sicht auf vorangegangene Zeitmanagementkonzepte, seine Kritik an diesen und sein Konzept des Zeitmanagement, das darauf aufbaut. Sein Zeitmanagements der vierten Generation beginne ich mit den Grundbedürfnissen des Menschen, erläutere die Kraft und Energie die aus dem Einklang dieser resultiert und komme zu den Prinzipien des Lebens. Danach zeige ich den wichtigen Unterschied zwischen Uhr und Kompass sowie zwischen dringenden und wichtigen Dingen zur Prioritätenfindung und Zeiteinteilung. Abschließend fasse ich Coveys vierte Generation, den „Weg zum Wesentlichen“, zusammen und ziehe ein Resümee.
1.1 Vom Selbst- Management zum Zeit- Management Lothar J. Seiwert versteht unter Selbstmanagement
„Selbstmanagement ist eine Arbeits- und Lebenstechnik, sich so zu führen und organisieren (= zu managen), dass man Erfolg hat.“ 1
Selbstmanagement verfolgt somit bei Seiwert, das Ziel mehr aus sich zu machen, selbst- statt fremdgesteuert zu agieren und somit erfolgreicher zu werden. Der berufliche Erfolg steht bei Seiwert im Mittelpunkt, wobei durch Selbstmanagement Erfolge durch ein verbessertes Arbeitsverhalten und effizient selbstgesteuerte Arbeitsabläufe zu erzielen sind. In seinem Buch orientiert Seiwert sich an einem Management-Regelkreis mit den Komponenten: Zielsetzung, Planung, Entscheidung durch Prioritätensetzung, Realisation und Kontrolle, bei dem die Komponente Information und Kommunikation in jedem Schritt miteinfließt. 2 Dabei stehen bei ihm die Darstellung der operativen Umsetzung in der Praxis im Vordergrund.
Bei der Komponente Planung wird die Vorbereitung der zuvor gesteckten Ziele getroffen. Unter dem Motto: „Zeitplanung bedeutet Zeitgewinn“ 3
erläutert Seiwert die Möglichkeiten der optimalen Einteilung und Ausnützung der zur Verfügung stehenden Ressource Zeit.
Die eigene Zeit zu organisieren ist somit bei dem Selbstmanagement unerlässlich; oder sogar, nach dem Herausgeber der Bücher von Seiwert, Prof. Dr. Hardy Wagner:
1 Seiwert, L. J.: Selbstmanagement. Persönlicher Erfolg, Zielbewusstsein, Zukunftsgestaltung. 5. Aufl.GABAL, Offenbach 1995. S. 9.
2 Vgl.: Seiwert, L. J.: Selbstmanagement. A.a.O. S. 14. sowie Anhang 1
3 Seiwert, L. J.: Selbstmanagement. S. 25.
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„Zeitmanagement ist das Kernstück jeglicher Arbeitsmethodik und eines erfolgreichen Selbstmanagements“ 4
2 Zeit und Zeitmanagement
2.1 Notwendigkeit eines Zeitmanagements
Seiwert bezeichnet die Zeit als ein wertvolles Kapital, das unumgänglich ist zu organisieren und somit richtig und effizient genutzt werden soll. Für ihn ist Zeit gleich Leben und somit ein Zeit-Konzept ein Lebens-Konzept und wiederum Zeitmanagement auch Lebensmanagement. 6
2.2 Pareto-Prinzip
Vilfredo Parteo, ein italienischer Ökonom, entdeckte im 19. Jhdt. einen Zusammenhang zwischen der Bevölkerungszahl und dem Volksvermögen. Dieser Zusammenhang zeigt sich in einem Verhältnis von 80% zu 20%. Dabei besaßen 80% der Bevölkerung gerade einmal 20% des Volksvermögens, wohingegen die restlichen 20% der Bevölkerung 80% des Volksvermögens gehörte.
Dieses Verhältnis, auch als 80:20 - Regel bekannt, ist in mehreren wirtschaftlichen Bereichen vorzufinden, wie z.Bsp.:
80% des Umsatzes erbringen 20% der Kunden (oder Waren), sowie 80% der Kunden (oder Waren) erbringen lediglich 20% des Umsatzes. 7
4 Seiwert, L. J.: Das neue 1x1 des Zeitmanagements. Zeit im Griff, Ziele in Balance, Erfolg mit Methode. 16. Aufl. GABAL, Bremen 1995.
5 Seiwert, L. J.: Das neue 1x1 des Zeitmanagements. S. 8.
6 Vgl.: Seiwert, L. J.: Das neue 1x1 des Zeitmanagements. A.a.O. S. 16.
7 Vgl.: Seiwert, L. J.: Das neue 1x1 des Zeitmanagements. A.a.O. S. 36.
Quelle: Seiwert, Lothar J.: Selbstmanagement. A.a.O. S. 33.
Das Pareto-Prinzip veranschaulicht, dass bereits 20% der strategisch richtig eingesetzten Zeit und Energie 80% der Ergebnisse liefe rn. In dieser effizientesten Zeit werden die Tätigkeiten mit geringem Aufwand erledigt. Das Wissen über diesen Zusammenhang zeigt, dass die restlichen 80% der Zeit, in denen lediglich 20% des Ertrags erwirtschaftet wird, noch effizienter genutzt werden können, um den Erfolg zu steigern.
3 Zeitmanagement bei Stephen R. Covey
3.1 Zur Person: Stephen. R. Covey
Dr. Stephen R. Covey ist Mitbegründer der Franklin Covey Company, einem führenden Dienstleistungsunternehmen. Dieses Unternehmen bietet Vorträge zur S teigerung der Effektivität und Produktivität in Führungspositionen, Kommunikation und Verkauf an. Covey wurde bekannt durch sein Buch „The 7 Habits of Highly Effektive People“, bzw. im deutschen, „Die 7 Wege zur Effektivität“, was an Nummer 1 vieler Bestsellerlisten stand. Covey ist inzwischen eine international angesehene Persönlichkeit als Autorität, Familienexperte und Lehrer.
„Der Weg zum Wesentlichen“ aus der Übersetzung von „First Things First“ entstand aus einer Zusammenarbeit mit A. Roger und Rebecca R. Merrill, und wurde ebenso erfolgreich, wie die „7 Wege zur Effektivität“.
8
Stephen R. Covey studierte an der Universität von Utha, Harvard und promovierte an der Brigham Young Universität. Dort hatte er einen Lehrstuhl für „business management and orga nizational behavior“. 8
3.2 Traditionelles Zeitmanagement
Stephen R. Covey setzt sein prinzipienorientiertes Konzept des Zeitmanagements von anderen Konzepten, die er als die traditionellen bezeichnet, ab. Diese traditionellen Konzepte untergliedert er in drei aufeinander aufbauende Generationen, die jeweils nach größerer Effizienz und Kontrolle streben. Coveys Konzept entspricht der neuen, vierten Generation.
Vorab werde ich in Anlehnung an Covey kurz die drei traditionellen Generationen des Zeitmanagements erläutern, und dabei auf ihre Konzeptionen und Mängel eingehen. Darauf aufbauend sollen nötigen Anforderungen an ein neues Konzept und die daraus resultierende vierte Generation des Zeitmanagements von Covey aufgezeigt werden.
3.2.1 Traditionelle Konzepte des Zeitmanagements Erste Generation:
Hier stehen Gedächtnishilfen im Mittelpunkt. Dabei wird durch Notizen und Checklisten eine „to-do-liste“ erstellt, die bis zum Ende des Tages abgearbeitet werden sollte. Unerledigte Dinge werden auf die Liste für den nächsten Tag gesetzt. 9 Zweite Generation:
Hierbei stehen die Planung und Vorbereitung im Vordergrund. Keine Checklisten, sondern Terminkalender verhelfen bei der Organisation zur Effizienz, Verantwortung, realistischer Zielsetzung und Terminplanung. 10 Dritte Generation:
Hier kommt zu der Planung die Prioritätensetzung und Kontrolle hinzu. Anhänger dieser Generation formulieren ihre Werte und Prioritäten und gelangen in Verbindung mit einer Zielsetzung zu einer hierarchischen Gliederung ihrer Werte. Als Instrument hilft ein detaillierter Tagesplaner, der die Werte mit ihrer Tageseinteilung verknüpft. 11
8 Vgl.: Internet :http://www.franklincovey.com/cgibin/speakers/biography.cgi?speaker=StephenR.Covey
9 Vgl.: Covey, Stephen R., Merrill A. Roger und Merrill Rebecca R., Covey Leadership Center: Der Weg zum Wesentlichen. Zeitmanagement der vierten Generation. Campus-Verlag. Frankfurt am Main/ New York 1997. S.18.
10 Vgl.: Covey, Stephen R., u. a.: Der Weg zum Wesentlichen. A.a.O.
11 Vgl.: Covey, Stephen R., u. a.: Der Weg zum Wesentlichen. A.a.O.S. 256.
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Silke Reichert, 2004, Zeitmanagement von Stephen R. Covey " Der Weg zum Wesentlichen", Munich, GRIN Publishing GmbH
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