INHALTSVERZEICHNIS
VORWORT. 5
1. e-Learning und Nachhilfeunterricht. 8
e -Learning - ein Schlagwort im Bildungsbereich. 9
Technische Voraussetzungen. 11
Beispiele für die Umsetzung von Onlinenachhilfe. 13
G ütekriterien für neue Lernarrangements im Nachhilfeunterricht. 17
Diskussionsfragen für die Zukunft. 18
2. Der Nachhilfelehrer als Online-Coach. 20
Die unterschiedlichen Rollen. 21
Das Kompetenzprofil als Online-Coach. 23
Insbesondere: Soziale Kompetenz. 27
Verhaltenstipps. 28
3. Online-Lernmedien und neue Lernmethoden. 30
Vor- und Nachteile von Online-Lernmedien. 31
Videokonferenz 32
Chat 33
Application Sharing. 33
E -Mail. 34
Newsgroup. 34
Website. 35
Datenbanken. 35
Worauf Sie bei Online-Methoden achten sollten. 36
Individualmethoden. 38
Kleingruppenmethoden. 41
Plenummethoden. 46
Intergruppenmethoden. 53
Zusammenfassung der Online-Methoden. 55
4. Der Onlinenachhilfeunterricht. 57
Planung einer Online-Einheit. 58
Wie Sie mit Online-Coaching als Nachhilfelehrer Lernprozesse betreuen. 60
Phasen von Online-Coaching. 60
Kombination von Online- mit Offline-Elementen. 64
Feedback -Elemente online. 67
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5. Besonderheiten beim Online-Lernen. 68
Lernen im Internet. 69
Zum Thema Internet. 69
Erfolgreiches Lernen im Internet. 70
Lerntipps für das Internet. 71
Motivation beim Online-Lernen. 74
Virtuelle Problemfälle: Schwätzer, Schweiger, Streithähne. 77
Online -Ratschläge für einzelne Nachhilfefächer. 82
Mathematik. 82
Deutsch. 83
Englisch und Französisch. 84
Latein. 85
Physik und Chemie. 86
Wirtschaft /Recht und Rechnungswesen. 87
6. Implementierung von Onlinenachhilfe bei Nachhilfeinstituten. 89
Der Einstiegscheck. 91
Die Bestandsaufnahme. 93
Die Marktrecherche. 94
Die Anbieterauswahl. 95
Die Konzeptentwicklung. 97
Pilotprojekt und Feinabstimmung. 99
Realisierung und Umsetzung. 100
7. Ausblick. 102
Der Erfolgsschlüssel selbst gesteuerten Lernens. 103
Grenzen von Onlinenachhilfe. 106
Die Zukunft des e-Learning Bildungsmarktes. 106
LITERATUR. 110
ANHANG. 112
Adressen von Onlinenachhilfeanbietern. 113
Glossar von EDV-
Fachbegriffen. 114
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VORWORT
Für Nachhilfe wird jährlich etwa eine Milliarde Euro in Deutschland ausgegeben (Marktforschungsinstitut Innofact, 2001). Warum sollten Schüler nicht außer klassischer Nachhilfe auch Onlinenachhilfe bzw. Nachhilfeunterricht via Internet in Anspruch nehmen? Lernen per Internet ist eine ernstzunehmende Alternative zu traditionellem Nachhilfeunterricht. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts Innofact aus dem Jahre 2000, in der 600 Eltern und Schüler deutschlandweit befragt wurden.
Es gibt bisher noch wenige Anbieter von Onlinenachhilfe. Dennoch boomt der Markt für e-Learning - dem Lernen mit elektronischen Medien - seit mehreren Jahren. In diesem Zusammenhang erhält der Nachhilfelehrer eine neue Rolle - die des Online-Coaches. Dieses Buch gibt Tipps für Nachhilfelehrkräfte und Nachhilfeinstitute zur Einführung von Onlinenachhilfe.
"Onlinenachhilfe - Nachhilfeunterricht via Internet" versteht sich als Praxisbuch; theoretische Ausführungen werden aufgezeigt soweit sie notwendig sind für das Verständnis, es steht jedoch der praktische Einsatz von Onlinenachhilfe im Vordergrund. Kapitel 1 beschäftigt sich mit der Verbindung von e-Learning und Nachhilfeunterricht. Zunächst wird e-Learning als Schlagwort im Bildungsbereich beschrieben sowie die technischen Voraussetzungen für Onlinenachhilfe. Es folgen ausgewählte Beispiele für die Umsetzung von Onlinenachhilfe und die Darstellung von Gütekriterien für neue Lernarrangements.
In Kapitel 2 geht es um die Rolle des Nachhilfelehrers als Online-Coach. Welches Kompetenzprofil hat man als Online-Coach? Welche Bedeutung hat die soziale Kompetenz für den Coach? Was für Verhaltenstipps kann man dem Nachhilfelehrer im Netz geben? Kapitel 3 setzt sich intensiv mit Online-Lernmedien und neuen Lernmethoden auseinander. Hierzu werden die Vor- und Nachteile wichtiger Online-Lernmedien (wie z.B. E-Mail, Chat, Datenbanken usw.) dargestellt. Es wird zudem die Frage beantwortet, worauf man bei Online-Methoden achten sollte; eine ausführliche Methodensammlung rundet das Kapitel ab. In Kapitel 4 wird der Onlinenachhilfeunterricht beschrieben. Was ist bei der Planung einer Online-Einheit zu berücksichtigen? Wie lassen sich mit Online-Coaching Lernprozesse betreuen?
Kapitel 5 führt in die Besonderheiten beim Online-Lernen ein. Zunächst geht es um das Lernen und die Lernbedingungen im Internet und die spezifische Motivation beim Online-Lernen. Virtuelle Problemfälle (z.B. Schwätzer, Schweiger, Streithähne) beim Lernen werden angesprochen. Am Ende des Kapitels werden noch Online-Ratschläge für das Lernen in einzelnen Nachhilfefächern gegeben.
In Kapitel 6 wird die Implementierung von Onlinenachhilfe bei Nachhilfeinstituten geschildert. Es werden die Projektentwicklungsschritte vom Einstiegscheck bis zur Realisierung und Umsetzung dargestellt. Checklisten erleichtern hierbei die Übersicht.
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Kapitel 7 stellt den Ausblick zum Thema in den Vordergrund. Beschrieben wird der Erfolgsschlüssel des sogenannten selbst gesteuerten Lernens, die Grenzen von Onlinenachhilfe und die Zukunft des e-Learning Bildungsmarktes. Im Anhang finden Sie noch die Adressen von Onlinenachhilfeanbietern und einen Glossar zu den wichtigsten EDV-Fachbegriffen. Den Aufbau des Buches zeigt das folgende Schaubild:
Online-Lernen bzw. e-Learning
Online-Lernen bzw. e-Learning soll den Rahmen für Onlinenachhilfevorhaben bilden. Als Einflussfaktoren auf den Nachhilfeschüler bei Onlinenachhilfe werden zunächst der Nachhilfelehrer als Online-Coach und die Online-Lernmedien mit ihren Vor- und Nachteilen betrachtet. Zudem werden als Faktoren die Vielfalt der neuen Lernmethoden sowie der Onlinenachhilfeunterricht insbesondere mit der Kombination von Online- und Offline-Elementen beschrieben. Als Folge für die Praxis wird eine Implementierung von Onlinenachhilfe bei Nachhilfeinstituten angestrebt und eine entsprechende Projektentwicklung angeregt.
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1. e-Learning und Nachhilfeunterricht
"Die Liebe zum Lernen ist der Weisheit verwandt."
Konfuzius
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1. e-Learning und Nachhilfeunterricht
e-Learning - ein Schlagwort im Bildungsbereich
In den USA hat e-Learning bereits sämtliche Bildungsbereiche erfasst. Der Einsatz neuer Technologien nimmt rasant zu. Im deutschen Markt sind Ansätze einer ähnlichen Entwicklung zu erkennen. Dies zeigt sich in einer Flut von Publikationen, regelmäßigen Kongressen und nicht zuletzt einer Reihe neuer Firmen, die sich dem Thema annehmen. Eine repräsentative Umfrage 1 des Marktforschungsinstitutes Innofact AG gibt Aufschluss über die Akzeptanz von e-Learning-Angeboten in Deutschland. So äußern sich fast dreiviertel der in der Studie befragten Eltern und Schüler spontan positiv zu Nachhilfeangeboten per Internet (74 Prozent). Wer bereits konventionelle Nachhilfe in Anspruch nimmt, ist eher geneigt, auch Onlinenachhilfe zu nutzen.
Das junge Wort e-Learning gehört der Familie der e-Begriffe (engl. e-terms) an und hat sich inzwischen im Sprachgebrauch etabliert. e-Learning 2 wird verstanden als Lernen, das mit Informations- und Kommunikationstechnologien unterstützt bzw. ermöglicht wird. Es kann näher über verschiedene Polarisierungen bestimmt werden:
• e-Learning ist personal oder organisational, kann sich also sowohl auf elektronisch unterstütztes Lernen von Nachhilfeschülern als auch von Nachhilfeinstituten beziehen. • Es ist lokal oder verteilt, d.h. es kann auf lokal vorhandene Lernressourcen, etwa eine CD-ROM (z.B. für Lernprogramme in Mathematik usw.), oder auf entfernte Ressourcen (z.B. Online-Datenbank für Mathe-Aufgaben) zugegriffen werden.
• Es ist synchron oder asynchron; als Kommunikationsmedien zur zeitgleichen Interaktion können bspw. Live-Chat und Videokonferenzen genutzt werden, als asynchrone Medien Diskussionsforen und E-Mail.
• e-Learning ist individuell oder kollaborativ, wird also von einzelnen Nachhilfeschülern oder Nachhilfeinstituten wahrgenommen oder von mehreren Personen oder Organisationen in einem gemeinschaftlichen Prozess ausgeübt.
• Nicht zuletzt ist e-Learning statisch oder interaktiv; Lerneinheiten können entweder wie in einem Buch gelesen oder aber über Interaktionen mit dem Lehrenden (Online-Coach) und den anderen Lernenden vermittelt werden. Grundsätzlich wird e-Learning unterschieden in: • Lernformen ohne Einsatz von Kommunikationsmedien • Lernformen mit Nutzung von Kommunikationsmedien.
1 Vgl. Internet: www.innofact.de
2 Vgl. Seufert, S. u.a. : E-Learning. Weiterbildung im Internet. Kilchberg, 2001. S. 13
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Computergestützte Lernformen ohne Einsatz von Kommunikationsmedien werden Computer based training (CBT) genannt. Gelernt wird allein mit Hilfe multimedialer Anwendungen auf einer CD-ROM (z.B. Lernprogramm für Rechtschreibung/Deutsch, Physik, Latein usw.) oder einem ähnlichen Speichermedium. Das Lernen findet offline statt und ist nicht an den Austausch mit Lehrenden oder anderen betreuenden Personen gebunden. In dem CBT werden Inhalte und Aufgaben präsentiert, die vom Lernenden eigenständig bearbeitet werden. Die Wissensabfrage findet über automatisierte Tests statt. Ein Feedback erhält der Lernende vom System. Der Lernkontext ist räumlich und zeitlich unabhängig gestaltbar. Das CBT wird häufig zur Vermittlung von Faktenwissen eingesetzt.
Lernformen, die die vielfältigen Kommunikations- und Distributionsmöglichkeiten des Internets nutzen, werden unter dem Begriff Online-Lernen zusammengefasst. Der Nachhilfeschüler erhält über das Internet Zugang zum Lernstoff. Das bedeutet, dass er von jedem beliebigen Ort aus, an dem er einen internetfähigen PC zur Verfügung hat, lernen kann. Beim Online-Lernen besteht die Möglichkeit, sich mit anderen Nachhilfeschülern auszutauschen und mit dem Online-Coach Kontakt aufzunehmen. Lernen findet somit nicht isoliert sondern in sozialer Interaktion statt. Online-Lernen lässt sich in synchrone (zeitgleiche) und asynchrone (zeitversetzte) Formen unterscheiden. Eine synchrone Form des Online-Lernens ist bspw. der Einsatz von Videokonferenzen oder Schüler-Chats. Hierbei findet das Lehren und Lernen zeitgleich aber räumlich verteilt statt. D.h. Dozent und Nachhilfeschüler befinden sich zwar an unterschiedlichen Orten, müssen aber zur gleichen Zeit online sein, um miteinander kommunizieren zu können. Bei den asynchronen Formen des Online-Lernens findet Austausch und Wissensvermittlung zeitlich und räumlich verteilt statt (z.B. bei Diskussionsforen oder E-Mail für Nachhilfeschüler). Für diese Art des Lehrens und Lernens werden häufig die Begriffe Web based training (WBT) oder Online-Kurse synonym verwendet.
Zusammenfassend hat e-Learning die folgenden Vorteile moderner Informationstechnologien: • e-Learning ist zeitunabhängig. Der Nachhilfeschüler erhält innerhalb der festgelegten Zeiten des Onlinenachhilfeanbieters jederzeit Unterstützung.
• e-Learning ist ortsunabhängig. Der Schüler kann von jedem internetfähigen PC aus seine Nachhilfeanfragen starten.
• e-Learning ist kommunikativ. Ein persönlicher Online-Coach übernimmt die Betreuung. Er steht für Fragen zur Verfügung, hilft weiter, korrigiert Übungen und Lernfortschritte. In Forum und Chat tauschen sich die Nachhilfeschüler untereinander aus. • e-Learning ist individuell anpassbar. Es erfolgt eine Anpassung an das Lerntempo und die Vorkenntnisse des Nachhilfeschülers.
• e-Learning ist multimedial und interaktiv. Ein Onlinenachhilfe-Kurs ist nicht nur Lesestoff, er kann auch aus Animationen und Videos bestehen und zu Übungen und Tests auffordern.
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Technische Voraussetzungen
Bei e-Learning-Angeboten stellt die Technik einen wesentlichen Aspekt dar. In einer Studie des Marktforschungsinstitutes Innofact AG aus dem Jahre 2000 werden hohe Kosten für Online-Nutzung und Hardware als kritischer Erfolgsfaktor für Onlinenachhilfe erachtet. 21 Prozent der befragten Eltern und Schüler antworteten dementsprechend und wünschten sich einen verhältnismäßig niedrigen Preis.
Im folgenden werden die technischen Voraussetzungen der Nutzer (Nachhilfeschüler) und der Onlinenachhilfeanbieter (Nachhilfeinstitut) unterschieden. Als Nachhilfeschüler kann man mit einem internetfähigen PC und ggf. Headset an der Onlinenachhilfe teilnehmen. Mit jedem Computer, ab dem 486-Prozessor mit 100 MHz Taktfrequenz und 32 MB Arbeitsspeicher (RAM), kommt man ins Internet. Gut geht es erst mit dem Pentium-Prozessor ab 100 MHz. Die höhere Taktfrequenz der heutigen Computer (1 GHz und höher) bringen dagegen keinen Geschwindigkeitsgewinn, wichtiger ist der Arbeitsspeicher. Dieser sollte mindestens 32 MB betragen, besser 64 oder 128 MB. Zudem benötigt man einen Telefonanschluss und ein Modem oder einen ISDN-Zugang. Es gibt völlig schnurlose Headset-Lösungen ohne störendes Kabelgewirr und mit aufladbarem, leistungsstarken Akku. Damit kann man sich bis zu 100 m im Umkreis vom Schreibtisch frei bewegen und bis zu 8 Stunden durchgängig im Internet telefonieren. Vorteilhaft für Nachhilfeschüler ist auch ein Scanner mit entsprechender Software, um z.B. Geometrie-Konstruktionen an eine E-Mail für das Onlinenachhilfeinstitut anhängen zu können.
Für die Teilnahme an einem Online-Nachhilfekurs z.B. für Berufsschüler, Fachschüler oder Studenten benötigt man noch etwas höhere Voraussetzungen - vor allem einen möglichst schnellen Internetzugang und eine gute Soundkarte.
Folgende technische Voraussetzungen müssen meistens auf Nutzerseite erfüllt sein: • Hardware: mindestens Pentium 233 MHz oder vergleichbar (AMD), Arbeitsspeicher 64 MB, Bildschirmauflösung ab 800x600, fullduplex Soundkarte und Headset • Software: Betriebssystem Windows 9x, ME, NT; Netscape Navigator 4x, Internet Explorer oder anderen aktuellen Browser, Javascript und Cookies müssen aktiviert sein; MS-Office-Paket ist vorteilhaft
• Möglichkeit, die Client-Software z.B. für Audiokonferenzen zu installieren • PC-Grundkenntnisse (Installation von Software, Audioeinstellungen, Internet, MS-Office).
Für Onlinenachhilfeanbieter gilt als technische Voraussetzung eine Lernplattform. Dies ist eine Software, die Informations- und/oder Kommunikationsmöglichkeiten für Lernzwecke beinhaltet. Eine Lernplattform kann lediglich aus einer Website mit einigen Textseiten
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bestehen oder ein umfangreiches Programm, das Informationen als Text, Video und Audio sowie Möglichkeiten zu Videokonferenzen und Chats zur Verfügung stellt, sein. Die meisten Lernplattformen integrieren unterschiedliche Möglichkeiten. Lernplattformen gibt es in allen Preislagen von kommerziellen Anbietern als Standard- und Individuallösungen. Nun sollen die Eigenschaften einer guten Lernplattform in einer Checkliste 3 vorgestellt werden. Dies ist eine Entscheidungshilfe für zukünftige Onlinenachhilfeanbieter. Eigenschaften einer guten Lernplattform
3 Vgl. Wuppertaler Kreis e.V. (VBM) (Hrsg.): Wissensmanagement in mittelständischen Unternehmen: ein Leitfaden. Köln, 2000.
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Beispiele für die Umsetzung von Onlinenachhilfe
Unter Onlinenachhilfe wird eine außerschulische Lernbegleitung in Form einer punktuellen Nachhilfe online oder eines Online-Nachhilfekurses (z.B. Vorbereitung auf Qualifizierten Abschluss, Mittlere Reife usw.) verstanden.
Um Aufschluss über die gewünschten Eigenschaften eines Online-Nachhilfeangebots zu bekommen, führte das Marktforschungsinstitut Innofact AG eine Analyse durch. Dabei hat das Attribut „Preis“ mit Abstand das höchste Gewicht bei der Kaufentscheidung (51 Prozent), gefolgt von „Zusatzangeboten“ (14 Prozent), „täglichen Beratungszeiten“ (12 Prozent), „Anzahl der Fächer“ (9,2 Prozent), „Existenz eines Stundenplans“ (6,9 Prozent) und „Beratungstage“ (6,6 Prozent).
Ganz oben auf der Skala der interessanten Fächer für Onlinenachhilfe standen Mathematik (73 Prozent) und Englisch (71 Prozent). Deutsch, Physik, Französisch und Chemie landeten mit 56 bis 52 Prozent im Mittelfeld. Auffällig ist, dass Eltern übrigens bei allen Fächern ein größeres Interesse an Onlinenachhilfe zeigten als Schüler.
Als Beispiele für die Umsetzung von Onlinenachhilfe sind Prof. Mosgöller & Partner in St. Pölten, die learn-in GmbH in Nürnberg und das Mathe-Forum des Studienkreises in Bochum gewählt. Es wird jedes Beispiel in folgende Bereiche gegliedert: a) Konzept b) Ablauf der Onlinenachhilfe c) Preise.
Prof. Mosgöller & Partner in St. Pölten (Österreich)
a) Konzept
Onlinenachhilfe bei Prof. Mosgöller & Partner 4 hat viele Vorteile: • Schüler finden spontan qualifizierte Nachhilfe, wenn sie allein zu Hause sind. • Motivation durch stressfreie Onlinenachhilfe • Individuelle Hilfe von dem persönlichen Online-Coach
• Anerkannte Inhalte der Schulbücher werden am Lehrplan orientiert für das Internet aufbereitet und es werden Übungsangebote zusammengestellt. • Unterrichtseinheiten können aufgezeichnet werden und stehen in einem persönlichen
4 Vgl. Internet: www.onlinenachhilfe.at
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Archiv jederzeit zur Verfügung.
• Eltern können regelmäßig den Status der Aktivitäten ihrer Kinder abrufen.
Ziel der Onlinenachhilfe stellt ein effizientes und flexibles Lernen dar. Das Angebot bezieht sich zunächst auf die Fächer Mathematik und Deutsch für alle Jahrgangsstufen und alle Schulformen.
Die Technologie für die Dienste von www.onlinenachhilfe.at ist von namhaften IT-Anbietern entwickelt unter Verwendung technischer Kommunikationsplattformen. Diese innovative Technik ermöglicht zwischen Schüler und Lehrer einen „One to One“ oder „One to Many“-Unterricht. Dazu wird ein Customer Relationship Management als Kommunikationsplattform verwendet.
Für die weitere Zukunft sind noch folgende Angebote geplant: • Multimediale Online-Kurse in Ton und Bild inklusive Archiv • Interaktive Selbstlernkurse • Individuelle und standardisierte Nachhilfetools • Service für E-Mail-Anfragen • Wissensdatenbanken • Elektronische Bibliothek (E-Library) • Lernspiele • Wissensquiz
• Zahlreiche Community-Services wie chats • Aktuelle News, Berichte und Interviews.
b) Ablauf der Onlinenachhilfe
Der Nachhilfeschüler benötigt nur einen PC mit Internetzugang und Headset. Der Online-Coach bespricht mit seinen Schülern direkt am Bildschirm über eine virtuelle Tafel gemeinsam die Aufgaben.
Zusätzlich zur Sprachübertragung besteht die Möglichkeit, mittels eines eingebauten Chat-Moduls oder via Whiteboard zu kommunizieren. Desktopstreaming und Applicationsharing erlauben zu sehen, was der andere gerade macht. Der Schüler hat die Möglichkeit, Dokumente des Lehrers zu bearbeiten, wenn der Lehrer ihm die Berechtigung dazu erteilt. Der Online-Coach kann auf der verwendeten Kommunikationsplattform verschiedene Arten von Dateien laden, z.B. Powerpoint-Präsentationen, Word- oder Exceldokumente und Audiodateien. So können alle Probleme des Schülers multimedial gestützt gelöst werden. Das Live-Coaching wird durch weitere Angebote bspw. Online-Kurse (virtuelle Klassenräume), E-Mail-Anfragen und moderierte Chats ergänzt. Die bisherigen Erfahrungen von Prof. Mosgöller & Partner haben ergeben, dass vor allem die Live-Kommunikation die Schüler zu einem motivierenden Lernerlebnis führt.
c) Preise
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Die Preise für Onlinenachhilfe erhalten Sie auf Anfrage. Zur Orientierung sind die aktuellen Nachhilfepreise auf www.nachhilfezentrum.com zu finden.
Learn-in GmbH in Nürnberg
a) Konzept
learn-in 5 ist eine multimediale Mathehilfe. Das Online-Angebot hat folgende Vorteile: • Jederzeit Unterstützung bei den Mathematikhausaufgaben • Zeitsparend und bequem rund um die Uhr Fragen stellen • Keine langen Anfahrtswege
• Heute gerade im Nachhilfeinstitut Hilfe bekommen und am nächsten Tag ist keiner da, der bei den Hausaufgaben hilft.
Als Produkte werden das learn-in-Abo, telefonische Soforthilfe, E-Mail-Soforthilfe und größere Anfragen angeboten. Zielgruppe sind Schüler aller Jahrgangsstufen im Fach Mathematik.
Die Online-Coaches setzen sich aus einem jungen, kompetenten Team von Dipl.-Mathematikern und Mathematikstudenten mit viel Nachhilfeerfahrung zusammen.
b) Ablauf der Onlinenachhilfe
Was beinhaltet das Abo?
• Hilfestellungen per Telefon, E-Mail, Fax, Chat und Brief • Online-Mathebuch mit der gesamten Schulmathematik
• Interaktives Mathematik-Labor, Lernmodule zu allen wichtigen Themen. Was bislang noch auf Schultafeln steht, wird durch die Module dieses Lernpaketes zu einem interaktiven visuellen Lernerlebnis für Schüler.
• Zugang zu Deutschlands größter Datenbank mit Übungsaufgaben • Nutzung einer Sammlung mathematischer Online-Tools.
Wann?
• Hilfestellungen telefonisch und per Chat SO-DO von 15-21 Uhr • Alles andere rund um die Uhr.
Wie lange dauert es, bis man Antwort erhält?
• Telefon und Chat: SO-DO 15-21 Uhr sofort • E-Mail und Fax: SO-DO 14-20 Uhr innerhalb von 2 Stunden • Brief: Bearbeitung spätestens ein learn-in-Tag (SO-DO) nach Eingang.
5 Vgl. Internet: www.learn-in.net
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c) Preise
Mathe-Forum des Studienkreises in Bochum
a) Konzept
Das Mathe-Forum des Studienkreises 6 ist eines der größten betreuten Lernforen Deutschlands. Hier bekommen Schülerinnen und Schüler Online-Hilfe bei allen Fragen rund um das Fach Mathematik.
Die Philosophie des Mathe-Forums sieht folgendermaßen aus.
• Es wird auf individuelle Probleme der Foren-Nutzer (Nachhilfeschüler) eingegangen. • Es soll Hilfe zur Selbsthilfe und zur eigenständigen Problemlösung geleistet werden. Die Aufgaben werden nicht gelöst, sondern es wird Unterstützung angeboten, um die richtige Lösung selbstständig zu erarbeiten.
• Bei Schülern mit großen Wissensdefiziten sollte das Mathe-Forum durch eine professionelle konventionelle Nachhilfe ergänzt werden.
• Neben der beständigen Hilfestellung für alle Jahrgangsstufen werden im Mathe-Forum auch regelmäßig so genannte Specials angeboten, z.B. Forum zur Vorbereitung auf das Abitur. Es
werden wöchentlich Original-Abituraufgaben eingestellt, die von den Foren-Nutzern durchgearbeitet werden und im Rahmen des Forums diskutiert werden können. • Die Anonymität des einzelnen Foren-Nutzers bleibt gewahrt.
b) Ablauf der Onlinenachhilfe
Jeder user kann im Mathe-Forum die Beiträge eines anderen users oder der Online-Coaches lesen. Dies hat eine positive Wirkung auf den Lernerfolg des Einzelnen, ganz vergleichbar dem Präsenzunterricht in der Gruppe, in dem die Schüler auch voneinander profitieren. Die Hilfestellungen der Online-Coaches sind 7 Tage in der Woche schnell und qualifiziert verfügbar. Online-Coach sind Lehrkräfte des Studienkreises, die für den Online-Sektor speziell geschult sind. Die Lehrkräfte sind täglich 17-21 Uhr online. Die durchschnittliche Antwortzeit der Online-Coaches auf eine Anfrage beträgt 2 Stunden.
6 Vgl. Internet: www.studienkreis.de
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Als Medien im Mathe-Forum werden verschiedene Diskussionsforen, Taschenrechner, Funktionenplotter für graphische Darstellung von Funktionen, Formelsammlung und ein Online-Lexikon angeboten.
Mit einem Funktionenplotter kann man sich Funktionsgraphen auf dem Bildschirm anzeigen lassen. Er wird vor allen Dingen gebraucht für den Unterricht in der Sekundarstufe I, wenn Funktionen und Graphen besprochen werden, und im Oberstufenunterricht, wenn Analysis auf dem Stoffplan steht. Er hilft einen schnellen Überblick über die Form von Graphen zu erhalten und zeigt interessante Punkte einer Funktion, wie z.B. Nullstellen oder Schnittpunkte exakt an.
c) Preise
Um Zugang zum Mathe-Forum zu erhalten, muss man sich zunächst anmelden. Für Studienkreis-Schülerinnen und -Schüler ist diese Anmeldung kostenlos. Es wird nur die Studienkreis-Mitgliedsnummer gebraucht.
Alle anderen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5-13 sowie Berufsschüler können das Forum gegen eine monatliche Gebühr von 12,34 € nutzen. Es existiert auch ein 14 tägiges kostenloses Probe-Abo vom Studienkreis.
Gütekriterien für neue Lernarrangements im Nachhilfeunterricht
Betrachtet man die bisherige Entwicklung von e-Learning, seine momentanen Einsatzgebiete und die Aussichten für die Zukunft, dann wird deutlich, dass sich Erfolg versprechendes Lernen mit neuen Medien nur durch gleichzeitige Betrachtung von Lernszenario und Lernbetreuung beschreiben lässt. Dies sind die Haupt-Gütekriterien für neue Lernarrangements im Nachhilfeunterricht. Beide Teile müssen zueinander passen. Welche Merkmale haben gute Lernszenarien?
• Gute Szenarien für Onlinenachhilfe zeichnen sich durch eine Kombination von Offline- und Online-Elementen aus. Präsenznachhilfeunterricht - also konventionelle Nachhilfe - wird inhaltlich mit elektronisch vermittelten Einheiten verwoben.
• Das gesamte Lernszenario orientiert sich stark an den konstruktivistischen Lerntheorien. Es erfolgt eine Abkehr von der linearen Wissensvermittlung und eine Hinwendung zum entdeckenden Lernen. Somit werden Elemente der Bedarfserhebung und der Lernberatung bei der Onlinenachhilfe wichtig, um den Lernenden zu helfen, aus dem Lernangebot die für ihn relevanten Aspekte zu vertiefen.
• Vor allem kann die Transferausrichtung (z.B. Übertragung von mathematischen Problemen auf praktische Situationen) durch neue Kommunikationsmedien realisiert werden. • Die Aufgabe des Lehrers war bisher die Steuerung des Lernens von Schülern und diese Aufgabe überträgt sich auch auf den Einsatz von neuen Medien - auf die elektronische Betreuung des Nachhilfeprozesses.
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Welche Eigenschaften hat eine kompetente Lernbetreuung?
• Lernbetreuung sollte möglichst unabhängig von der Technik sein. Es sollte von den Lernansprüchen des Nachhilfeschülers ausgegangen werden und diese mit den Möglichkeiten der Technik gefüllt werden und nicht die technischen Features um jeden Preis eingesetzt werden.
• Es kommt auch auf die fachlichen Kompetenzen an. Ein Online-Coach tut sich bspw. schwer die Ableitung von Funktionen zu erklären, wenn er selbst nur geringe Mathematik-Kenntnisse hat.
• Der wichtigste persönliche Aspekt eines Online-Coaches ist es, über Distanz und oft nur mit Hilfe des geschriebenen Wortes Vertrauen zu schaffen. Dieses Vertrauen ist maßgeblich notwendig, um die Interaktion zwischen Lernenden anregen und steuern zu können. Dazu gehört auch ein gutes Verständnis von Gruppenprozessen, die sich beim Einsatz von elektronischen Medien zeigen.
• Eine elektronisch vermittelte Lernbegleitung sollte vor allem auch dazu dienen, die Anwendbarkeit und das Umsetzen von gelernten Inhalten zu betonen und zu fördern. Dieser Praxisbezug kann z.B. in Physik mit Naturphänomenen und in Chemie mit verschiedenen Herstellungsverfahren von Werkstoffen aufgezeigt werden.
Diskussionsfragen für die Zukunft
Über folgende Diskussionspunkte für die Zukunft von e-Learning - insbesondere auch Onlinenachhilfe - wird vor allem nachgedacht: a) Die Art der verwendeten Lernplattform b) Die erzielbaren wirtschaftlichen Effekte c) Die Zielgruppe der Schüler und Nachhilfeschüler d) Die Rolle der Betreuung von Lernenden.
a) Die Art der verwendeten Lernplattform
Über die Form der Software-Unterstützung - d.h. die Art der verwendeten Lernplattform -, mit der Online-Lernen am besten realisiert werden kann, wird gerade in jüngster Zeit viel diskutiert. Auf der einen Seite wird der Bedarf nach umfassenden Lern-Netzwerken gesehen. Solche Gesamtlösungen machen nicht nur Bildung im Netz möglich, sondern decken gleichzeitig auch ein systematisches Wissensmanagement ab. Die Hersteller entsprechen diesem Wunsch dadurch, dass die Großen der Branche sich als Komplettanbieter präsentieren und sowohl die technischen Grundlagen liefern als auch didaktische Kursinhalte (z.B. für Onlinenachhilfe) erstellen sowie die organisatorische Beratung des Kunden leisten. Auf der anderen Seite wird jedoch an Komplettangeboten auch die Überfrachtung mit ungenutzten Funktionen und die mangelnde Flexibilität bemängelt. Außerdem werden zu hohe Kosten kritisiert.
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b) Die erzielbaren wirtschaftlichen Effekte
Die Unsicherheit darin, wie aufwändig eine gute Lernplattform denn nun auszusehen hat, mag denn auch ein Grund dafür sein, dass inzwischen über das Thema e-Learning zwar intensiv diskutiert wird, gegenwärtig aber noch nicht das große Marktpotential erreicht, das man ihm nachsagt. Über das Marktvolumen selbst gibt es natürlich nur Schätzungen, die sich in Millionen- und Milliardenhöhe bewegen.
Zur Zeit ist von einer Bereinigung auf dem Markt der Plattformanbieter die Rede. Einige Unternehmen können die Investitionen nicht auf Dauer finanzieren, die insbesondere zur Entwicklung von breit angelegten Lernplattformen notwendig sind. Mehrere verunsicherte Kunden, die in dieser Situation ein Projekt auf Eis legen, können dann schnell eine Firma in die Insolvenz treiben. Glaubt man einigen Prognosen, so sollten Anbieter zumindest noch 1-2 Jahre durchhalten, bis das Thema e-Learning eine tragende Säule im Bildungsbereich darstellt.
c) Die Zielgruppe der Schüler und Nachhilfeschüler
Elektronisches Lernen war von Anfang an ein Thema, mit dem sich vor allem Großunternehmen beschäftigten. Daran hat sich lange Zeit kaum etwas geändert. Erst mit dem Projekt „Schulen ans Netz“ sind als Zielgruppe Schüler und mit der Einführung von Onlinenachhilfe auch Nachhilfeschüler erkannt worden. So wenden sich Anbieter von Bildungslösungen in jüngster Zeit zunehmend an kleine Unternehmen, Schulen und Onlinenachhilfeanbieter, wohl wissend, dass es bei dieser Klientel auf Kostenbewusstsein und Flexibilität ankommt. Es findet immer mehr Aufmerksamkeit, dass gerade die flexible Arbeitsweise sich sehr gut mit dem selbst gesteuerten und vor allem bedarfsgerechten Wissenserwerb verträgt, den elektronische Lernangebote leisten können.
d) Die Rolle der Betreuung von Lernenden
Trotz aller kontrovers geführten Diskussionen, über eines sind sich alle einig: Ohne eine professionelle Betreuung von Nachhilfeschülern ist nicht an einen Erfolg von elektronischem Lernen zu denken. Das Lernen muss begleitet werden und zwar von einem menschlichen Ansprechpartner, der durch entsprechende Möglichkeiten für den einzelnen Schüler erreichbar ist.
Die Kommunikationsangebote, die in einem Lernszenario enthalten sind, werden mittlerweile als ein ausschlaggebendes Qualitätskriterium angesehen und nicht mehr nur als angenehmer Zusatz. Es wird zunehmend erkannt, dass Interaktionsmöglichkeiten nicht nur vom einzelnen Schüler zum Betreuenden notwendig sind, sondern dass es wichtig ist, die Kommunikation unter den Schülern durch passende Angebote zu fördern. Dies verbessert nicht nur das Lernen selbst, sondern steigert auch die Akzeptanz, die die Lernenden einem Lernprogramm entgegenbringen, an dem sie teilnehmen.
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2. Der Nachhilfelehrer als Online-Coach
"Der Mensch ist immer noch der beste Computer."
John F. Kennedy
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2. Der Nachhilfelehrer als Online-Coach
Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts Innofact AG halten 20 Prozent der Befragten das unpersönliche Verhältnis zum Lehrer bei Onlinenachhilfe für bedenklich, doch fast genauso viele Eltern und Schüler werten dies als Pluspunkt. Dieses „Unentschieden“ lässt Raum dafür, die neuen Rollen für Online-Lehrkräfte zu definieren, ihr Kompetenzprofil, insbesondere Soziale Kompetenz und Verhaltenstipps für den Online-Coach zu beschreiben.
Die unterschiedlichen Rollen
Je nach Lernumfeld können Online-Lehrkräfte unterschiedliche Rollen einnehmen: • Entwickelnd (z.B. für Englisch in der Oberstufe soll ein Online-Kurs entwickelt werden; mit Lernzielen, Zielgruppe, Aufteilung des Stoffes in Unterrichtseinheiten und Planung von Aufgaben und Beispielen)
• Betreuend (z.B. Lernprozess bei Mathematikhausaufgaben bei Bedarf unterstützen) • Fachlich vermittelnd (z.B. fachliche Hilfe beim Lösen von Mathematikaufgaben) • Administrativ tätig (z.B. verwalten von Nachhilfeschüler-Daten) • Technisch realisierend (z.B. Mithilfe bei der Installation neuer Anwendungssoftware beim Nachhilfeschüler, Unterstützung bei Hardware- oder Software-Fehlern).
Konzentriert man sich auf die Tätigkeiten von Online-Lehrkräften, so lassen sich einige zentrale Tätigkeiten aus den häufigsten Lernszenarien herausfiltern. Diese tauchen in der einen oder anderen Form immer wieder in neuen Kombinationen auf: • Lerninhalte entwickeln und bereitstellen • Lernen planen • Kurse einrichten und administrieren • Lerninhalte vermitteln • Lernende betreuen • Technischen Support leisten.
Neu bei dieser Betrachtung ist lediglich, dass die zwischen den Tätigkeiten bestehenden deutlichen Grenzen verschwimmen und die bestehenden Möglichkeiten um e-Learning erweitert werden.
Im Bildungsbereich entsteht Unsicherheit durch die verwirrende Vielzahl von Tätigkeiten und den sich daraus ergebenden Rollen und Bezeichnungen. Um der Begriffsverwirrung Herr zu werden, bestehen von akademischer und staatlicher Seite Bestrebungen, die Ausbildung von Online-Lehrpersonal zu standardisieren. Höchstwahrscheinlich wird aber auch in Zukunft die Vielzahl von Bezeichnungen bleiben.
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In der folgenden Übersicht werden den Tätigkeiten Rollenbezeichnungen zugeordnet:
Natürlich kann die Zuordnung in der Tabelle diskutiert werden. In Zukunft werden wir nicht mehr darum herumkommen, genau nachzufragen, was unter einer bestimmten Rolle verstanden wird.
Worin besteht bspw. der Unterschied zwischen einem Tele-Tutor, einem e-Trainer und einem Online-Coach? Um mehr Licht in diese unterschiedlichen Qualifikationen zu bringen, sollen an dieser Stelle kurz entsprechende Lehrgänge 7 inhaltlich skizziert werden. Der Tele-Tutor wird bei der Einführung ins Tele-Lernen mit Lernszenarien, Merkmalen, Formen des Tele-Lernens, Lehr- und Lerntheorien und Merkmalen des selbst gesteuerten Lernens konfrontiert. Bei dem Thema Aufgaben des Tele-Tutors und seine Werkzeuge werden Kommunikation und Betreuung via E-Mail, Foren, Chat, Datenkonferenz und Groupware besprochen. Zudem wird bei der Begleitung des Lernprozesses die Motivation von Lernenden, Förderung von Gruppenprozessen, das Meistern von Konfliktsituationen und Lernerfolgskontrollen vermittelt.
Bei der Qualifikation zum e-Trainer steht die Online-Moderation mit Selbststeuerung und kooperativem Lernen, Umgang mit Kommunikationswerkzeugen, Didaktik und Leistungsmessung im Vordergrund. Bei dem Thema Content wird Design und Erstellung von Lernmedien und die Beurteilung von Standard-Lernprogrammen behandelt. Es wird Blended Learning und e-Learning in der Praxis, also Konzeption und Durchführung eines Online-Seminars, besprochen.
Bei dem Online-Coach geht es thematisch um die Organisation von telekommunikativen Lehrgängen. Es wird bei der Konzeption von Online-Lehrgängen und der Erstellung von Medien vermittelt, wie Seminare pädagogisch vorstrukturiert, Lerninhalte erstellt und eingebunden und Medien gestaltet werden. Zudem wird das lelekommunikative Begleiten von Lernen und die Planung von Online-Maßnahmen sowie die Aquisition von Teilnehmern einbezogen.
7 Vgl. Zeitschrift „e-Learning. Lernen mit neuen Medien.“. 03/2003. S. 14 f.
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Handelslehrer Stefan Dassler, 2004, Online-Nachhilfe - Nachhilfeunterricht via Internet, München, GRIN Verlag GmbH
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