Diplomarbeit
Zur Erlangung des akademischen Grades
Diplom-Sozioökonom (Thomas Förster)
Diplom-Kauffrau (Silke Pfaff)
der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät
der Universität Augsburg
Die Auswirkungen der Terroranschläge des 11. Septembers auf die
subjektive Arbeits- und Freizeit - Definition der amerikanischen Bevölkerung -
eine empirische qualitative Studie
(Gemeinschaftsarbeit)
Lehrstuhl für Soziologie und empirische Sozialforschung
Mit dem Schwerpunkt Werbepsychologie (Thomas Förster)
Mit dem Schwerpunkt Werbepsychologie (Silke Pfaff)
Vorgelegt von:
Silke Pfaff - Thomas Förster
Abgegeben am: 04. August 2003
Inhaltsverzeichnis
Formblatt I
Deckblatt II
Abstrakt III
Inhaltsverzeichnis IV
Anhang V
1 Prolog: Begründung des Themas:
Hat der 11. September 2001 die Einstellung der Amerikaner verändert? ... 7
2. Einführung in die Welt der Kultur, der USA und des Terrorismus ... 13
2.1. Kultursteckbrief ... 13
2.1.1 Geschichtlicher Aspekt ... 14
2.1.2 Herkunft und Definitionsversuch des Begriffs Kultur ... 15
2.1.3 Aufbau einer Kultur ... 18
2.1.4 Basisdimensionen von Kultur ... 19
2.1.5 Ablehnung kultureller Anleihen ... 22
2.2. Kulturelles Vorverständnis der amerikanischen Gesellschaft ... 23
2.2.1 Daten, Fakten, Zahlen ... 23
2.2.2 Die „Culture Theory“ von Hofstede ... 24
2.2.3 Die USA – ein Land der Kontraste. Versuch einer kulturellen Charakterisierung ... 29
2.2.4 Die USA und ihre Klischees: Wahr oder Falsch? ... 34
2.3 Die Betrachtungsweise US-feindlich gesinnter Kulturen ... 40
2.3.1 Chronologie der Attentate ... 42
2.3.2 Das Psychogramm der Suizidtäter: Ihr Hass war größer als ihre Angst ... 47
2.3.3 Der Terrorismus: Ziele, Gründe, Motive und Interessen – Der Angriff auf die „freie Welt“ ... 53
3 Methodenwahl der qualitativen Studie ... 59
3.1 Methodologie ... 61
3.2 Forschungsdesign: Einzelfall-, Dokumenten-, Videoanalyse ... 68
4 Theoretische Überlegungen zu Arbeit und Freizeit ... 72
4.1 Historischer Abriss ... 73
4.2 Abgrenzungsversuche: Arbeit – Freizeit – Muße ... 82
4.3 Eine theoretische Darstellung der Zeit ... 86
4.4 Begriffsbestimmung ... 89
4.4.1 Arbeit ... 90
4.4.2 Freizeit ... 92
4.4.3 Muße ... 94
4.5 Definitionsversuche – analytische und integrative Ansätze ... 96
4.5.1 Arbeitspolare Definitionsversuche der Freizeit ... 99
4.5.2 Positive Definitionsversuche der Freizeit ... 102
4.5.3 Die Überwindung des ´Arbeits-Freizeit-Dualismus`: Freizeit als eigener Strukturraum ... 103
4.5.4 Neue integrative Definitionsansätze ... 105
4.6 Funktionen von Arbeit, Freizeit und Muße
4.6.1 Funktionen der Arbeit ... 109
4.6.2 Funktionen der Freizeit und Muße ... 111
4.6.2.1 Das Verhältnis von Arbeit und Freizeit ... 113
4.6.2.2 Die soziale Funktion der Freizeit ... 118
4.7 Freizeit- und Arbeitsverhalten ... 119
4.7.1 Das Freizeitverhalten ... 120
4.7.1.1 Der Umfang der Freizeit ... 121
4.7.1.2 Kategorien der Freizeit ... 124
4.7.1.3 Freizeitbeschäftigungen ... 125
4.7.1.4 Lebens-, Konsum- und Freizeitstile ... 127
4.7.2 Das Arbeitsverhalten ... 130
4.8 Problemfelder Arbeit und Freizeit ... 132
4.8.1 Probleme im Freizeitbereich ... 133
4.8.1.1 Die ältere Generation und das Problem der Freizeit ... 134
4.8.1.2 Der Urlaub als Problembereich der Freizeit ... 136
4.8.1.3 Die negativen Folgen eines „freizeitkulturellen Lebensstils“ ... 138
4.8.1.4 Alleinsein in der Freizeit ... 140
4.8.2 Problembereich Arbeit ... 143
4.8.2.1 Stress als Problembereich der Arbeit ... 143
4.8.2.2 Burnout oder die Theorie der inneren Erschöpfung ... 146
4.8.2.3 Der Workaholic und Arbeit als Droge ... 146
4.8.2.4 Arbeit als Flucht ... 148
5 Forschungsprozess ... 150
5.1 Ablaufschilderung ... 150
5.2 Einteilung sowie kurze Vorstellung unserer Befragten ... 158
5.3 Methodologie: Verfahren qualitativer Analyse ... 158
5.3.1 Erhebungsverfahren: Problemzentriertes Interview ... 158
5.3.2 Aufbereitungsverfahren ... 173
5.3.3 Auswertungsverfahren: Qualitative Inhaltsanalyse ... 175
6 Analyse der Interviews ... 180
6.1 Individuelle Betrachtung ... 187
6.1.1 Todd Perlmann, ledig, 29 – direkt Betroffener ... 188
6.1.2 Elsie Mc Gomery, verheiratet, 63 - direkt Betroffene ... 198
6.1.3 Toni Grey, ledig, 32 - indirekt Betroffener ... 207
6.1.4 John Williamsen, ledig, 29 - direkt Betroffener ... 216
6.1.5 Sally Bentson, ledig, 27 - direkt Betroffene ... 222
6.1.6 Helga Sommer, verheiratet, 62 - direkt Betroffene ... 230
6.1.7 Robert Thompson, verheiratet, 37 - indirekt Betroffener ... 235
6.1.8 Sohé Becks, ledig, 31 - indirekt Betroffener ... 242
6.1.9 Exkurs: Zwei interessante Fälle ... 248
6.2 Zusammenfassende Analyse der Einzelinterviews ... 249
6.3 Maximale Kontrastierung: Ein Beispiel – Elsie und Todd ... 254
7. Resumé: Konsequenzen für die USA und globale Auswirkungen ... 259
Anhang ... 272
Abbildungsverzeichnis ... 272
Abkürzungsverzeichnis ... 274
Literaturverzeichnis ... 275
1 Prolog: Begründung des Themas: Hat der 11. September 2001 die Einstellung der Amerikaner verändert?
Am 11. September 20011 brachten global operierende, religiös motivierte Terroristen das World Trade Center (WTC) und das Verteidigungsministerium (Pentagon) zum Einsturz und töteten Tausende Menschen. Das vierte der in den Anschlag involvierten Flugzeuge stürzte bei Pittsburgh in Pennsylvania ab und sollte offenbar den Präsidentensitz Camp Davis treffen.2 In New York starben 2801 Menschen, in Washington 184 und in Pennsylvania 40, die insgesamt neunzehn Terroristen nicht mit eingerechnet.3 Das Ereignis gilt traurigerweise als bisher „perfektester“ Terrorakt der Geschichte.
Der Mythos World Trade Center, dessen Zwillingstürme das Bild der New Yorker Skyline ein Vierteljahrhundert lang prägten, ist nun ein Relikt der Vergangenheit. Der japanische WTC-Architekt Minoru Yamasaki beschrieb ihn als ein Symbol für weltweiten Frieden, Glaube an die Menschlichkeit und die Repräsentanz des Bedürfnisses nach individueller Würde.4
Terroristen verbreiten Schrecken und zwingen uns, mit Gewalt über Dinge nachzudenken, denen wir vorher nicht genug Beachtung schenkten, wie in unserem Fall: Islam und Terror. Durch die Zerstörung der Herzstücke der „Über-Macht“ Amerika bewiesen sie dessen Verwundbarkeit und schockierten nicht nur die USAselbst, sondern auch die vom American Way of Life faszinierte Welt, die sich nach 9/11 am Abgrund von Tod und Vernichtung sah.5
Niemals zuvor konnten Millionen Menschen ´live` im Fernsehen miterleben, wie ein Kontinent, ein Land, eine Stadt, ein Way of Life angegriffen wurde und Tausende Menschen vor den erstarrten Augen der vereinten Fernsehwelt jämmerlich in den Tod getrieben wurden. Diese globale Wahrnehmung in einer von Medien bestimmten Weltgesellschaft lässt uns die Attentate als unvergesslichen und zutiefst verinnerlichten Film in Erinnerung behalten (und nicht nur lediglich als ein Datum in der Geschichte etwa so wie Pearl Harbor)6.7 Viele fühlten sich an das Schreckensszenario von Pearl Harbor zurückerinnert oder auch an den, durch ein Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand ausgelösten, Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 28. Juni 1914 in Sarajevo.
Diese beispiellose Terrorwelle forderte nicht „nur“ zahlreiche Menschenleben und berühmte, kulturell einzigartige Gebäude, sondern erschütterte das Sicherheitsgefühl der Welt. Sie rief eine globale, neue, bis Dato in unseren Breitengraden des westlichen Kulturkreises nie gekannte Angst vor Terrorismus hervor, gefährdete die Stabilität der Weltwirtschaft, stellte politische Strategien in Frage und machte deutlich auf den fundamentalistischen Islam aufmerksam. Dieser Terror ist noch irrationaler und skrupelloser als der sozialrevolutionär motivierte Terror des 20. Jahrhunderts und verlangt neue Antworten der Weltpolitik.8 Die Anschläge waren nicht nur eine Kriegserklärung an die USA, sondern an all diejenigen, die von einer friedlichen Welt ohne Grenzen träumen und an die universelle Gültigkeit der Menschenrechte glauben; der 11. September 2001 war eine Kampfansage an die gesamte zivilisierte Welt.9 Nicht einmal der kalte Krieg lässt sich hier als Vergleich heranziehen, da er ein immerhin wägbares Machtgefüge zwischen westlicher Demokratie und östlichem Kommunismus war und die Nato-Strategien bisher bestimmte. Heute haben wir es jedoch nicht mehr mit dem Zweikampf polarisierender Ideologien zu tun, sondern mit religiös motivierten, radikal und emotional aufgeladenen Fanatikern, die ohne zu Zögern bereit sind, im „heiligen Krieg“ ihr Leben zu opfern und nur ´einen Funken` Verstand zeigen, wenn sie eiskalt planen können. Diese Irrationalität wird man wohl kaum mit Vernunft bezwingen können. Huntington10-Anhänger wollen hierin sogar, irrigerweise wie wir meinen, einen beginnenden „Kampf der Kulturen“ sehen.
Terroristen, Manager, Sekretärinnen, Fensterputzer, Polizisten, Feuerwehrmänner, Touristen, Computerexperten, illegal Beschäftigte, Menschen aus über 62 verschiedenen Ländern befanden sich an diesem Tag im WTC. Über 3000 Menschen starben, mehr als 9000 überlebten. In den Tagen nach 9/11 hieß es, dass nichts so bleibt, wie es ist, doch ist vieles wieder so, wie es vor 9/11 war. Dennoch bleibt dieser Terrorakt ein Angriff auf unser Denken.11 Wie wir in der politischen Entwicklung erlebten, sind diese Tendenzen als eine Art schwankender zyklischer Prozess zu interpretieren, die abwechselnd Panik, Normalität und wiederum Panik und Normalität in veränderter Form auf niedrigerem Niveau implizieren: kurz nach dem Anschlag war die Verzweiflung groß, die Bedrohung akut; im Laufe der Zeit normalisierte sich tendenziell und grobkernig betrachtet vieles wieder; vor und während des Irak Krieges kroch die Angst wieder aus dem kollektiv verdrängten psychischen Bewusstsein hervor. Da Menschen die Fähigkeit besitzen sich an fast jede äußere und innere Situation anzupassen, und zudem die psychischen Abwehrmechanismen zum unbewussten ´Einsatz` kommen, sind sie in der Lage, auch nach einem traumatischen Ereignis wie dem 11. September 2001 wieder zur Normalität zu finden und ihr Leben bestmöglich zu meistern. Allerdings ist diese Normalität eine andere als zuvor, und gegenwärtige und zukünftige Ereignisse, die dem Terrorakt ähneln oder sich auf diesen beziehen, können einen „Déja-vue-Effekt“ auslösen, der die Menschen dazu bringt, all jene unaufgearbeiteten Gefühle des Terrortages nochmals zu durchleben.
[....]
1 Im Folgenden mit „9/11“ abgekürzt.
2 Vgl. SZ (Nr.210 / 12.09.01), S.1.
3 Vgl. SZ (Nr.36 / 12.02.02), S.1.
4 Vgl. Heidemann, Britta (2001), S. 109.
5 Vgl. Stern Extra (Nr.38 ), S. 2.
6 07.12.41 Überraschungsangriff eines japanischen Flugzeugträgerverbandes auf die Basis der US-Pazifikflotte in Pearl Harbor, Hawaii; 2400 Tote und ca. 1100 Verletzte.
7 Günther, Markus (2001), S. 24.
8 Aust, Stefan (2002), S.9.
9 Vgl. Zeit( Nr.38 / 13.09.01), S.1.
10 Huntington, Samuel P., Harvard Politologe.
11 Aust, Stefan (2002), S.9.
Quote paper:
Thomas Förster, Silke Pfaff, 2003, Die Auswirkungen der Terroranschläge des 11. Septembers auf die subjektive Arbeits und Freizeitdefinition der amerikanischen Bevölkerung - Eine empirische qualitative Studie, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 25 Pages
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 35 Pages
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 15 Pages
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 25 Pages
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 20 Pages
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Termpaper, 14 Pages
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Script, 46 Pages
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 39 Pages
Thomas Förster has published the text Die Auswirkungen der Terroranschläge des 11. Septembers auf die subjektive Arbeits und Freizeitdefinition der amerikanischen Bevölkerung - Eine empirische qualitative Studie
Thomas Förster has uploaded a new text
Ein Leitfaden zur Vorbereitung...
Marcus Deininger, Horst Lichter, Jochen Ludewig, Kurt Schneider
Studieren, Arbeiten und Leben in Großbritannien
Fachmännische Hilfe bei der Su...
Andrea Dümpelmann, Kurt Händlmayer
Basiswissen Soziale Arbeit. Lebensalter und Soziale Arbeit. 6 Bände
Bd.1:Eine Einführung. 2:Kindhe...
Hans Günther Homfeld, Jörgen Schulze-Krüdener, Thomas Swiderek, Michael Galuske, Sven Stiehler, Ute Karl
Studieren, aber richtig - Empirisch Forschen
Über die Planung und Umsetzung...
Theo Hug, Gerald Poscheschnik
0 comments