Die Qualität des Wirtschaftsstandortes Deutschland ist durch eine Anzahl von Negativfaktoren belastet. Dazu gehören insbesondere die hohen Lohn- und Lohnnebenkosten, die kurzen Arbeitszeiten, die hohen Unternehmenssteuern sowie die teilweise langen Genehmigungszeiten bei Investitionsvorhaben. Um die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte und Dienstleistungen zu steigern, ist eine Verbesserung des Preis-Leistungs-Verhältnisses unabdingbar. Dabei gewinnt die Qualitätssicherung in der Leistungserstellung von Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Sie wird immer mehr zu einem bedeutenden Wettbewerbsfaktor, mit dem Marktteilnehmer versuchen, sich von Konkurrenten abzuheben. Darüber hinaus muss Qualität auch nach außen für den Kunden anschaulich gemacht, aber vornehmlich muss sie durch geeignete Maßnahmen im Unternehmen laufend optimiert werden. Dabei gelten die betriebliche Bildung und das Qualifikationspotential der Mitarbeiter als strategisches Mittel des Unternehmenserfolges und als zentrales Instrument der Verwirklichung ökonomischer Ziele. Denn bei zunehmender Substituierbarkeit von Produkten und Imitierbarkeit von technischen und methodischen Konzepten erlangt das Humankapital einer Unternehmung als relativ imitationsgeschützter Wettbewerbsfaktor noch größere Bedeutung.
Die Förderung der Kompetenzen und Kenntnisse der Mitarbeiter ist zu einem essentiellen Faktor im Wettbewerb geworden. Weiterbildung wird als Investition erachtet und entsprechend geplant und evaluiert. Die Qualität der Bildung wird dementsprechend an ihrem Beitrag zu strategischen und ökonomischen Ergebnissen gemessen. Darum suchen Unternehmen Möglichkeiten des Bildungscontrollings und der Bildungsevaluation, die bessere Planungs- und Steuerungsmöglichkeiten eröffnen.
Hierbei werden sowohl neue organisatorische als auch wirtschaftliche Steuerungsmodelle wie z. B. die Einrichtung von Profit-Center-Strukturen erörtert. Immer mehr wird in dieser Debatte auch die Frage eines Qualitätsmanagements in der betrieblichen Bildung zum Thema. Dabei fragt man sich, welche Variablen denkbare Parameter eines Qualitätsmanagements in der betrieblichen Bildung sind und inwiefern die Notwendigkeit einer grundlegend neuen strategischen Positionierung von Bildungsarbeit hierbei von Bedeutung ist.
Inhaltsverzeichnis
0 EINLEITUNG
1 VORGEHENSWEISE
2 QUALITÄT
2.1 DEFINITION
2.2 QUALITÄT IN DER BETRI EBLICHEN BILDUNG
2.3 QUALITÄTSGRUNDSÄTZE DER BETRIEBLICHEN BILDUNG
3 QUALITÄTSMANAGEMENT
3.1 DEFINITION
3.2 PROBLEME DES QUALITÄTSMANAGEMENTS
3.3 LÖSUNGSMÖGLICHKEITEN
4 ANSÄTZE ZUR QUALITÄTSSICHERUNG IN DER WEITERBILDUNG
4.1 QUALITÄTSSICHERUNG IM UNTERNEHMEN
4.2 QUALITÄTSSICHERUNG BEI EXTERNEN ANBIETERN
4.3 QUALITÄTSSICHERUNG IN DER WEITERBILDUNGSKOOPERATION ZWISCHEN UNTERNEHMEN UND BILDUNGSTRÄGERN
4.4 QUALITÄTSNORMENSYSTEM DIN EN ISO 9000 FF.
5 STRATEGISCHE FAKTOREN DER WEITERBILDUNGS ENTSCHEIDUNG
5.1 UNTERNEHMENSEXTERNE FAKTOREN
5.1.1 Rechtlicher Rahmen
5.1.2 Technologischer Rahmen
5.1.3 Marktlicher Rahmen
5.1.4 Gesellschaftlicher Rahmen
5.2 UNTERNEHMENSINTERNE FAKTOREN UND GRUNDSATZENTSCHEIDUNGEN
5.2.1 Entscheidungen zur Institutionalisierung
5.2.2 Strategie der betrieblichen Weiterbildung
5.2.3 Organisation der betrieblichen Weiterbildung
6 OPERATIVE MAßNAHMEN IM RAHMEN DER QUALITÄTSSICHERUNG
6.1 BEDARFSERMITTLUNG
6.2 TEILNEHMERGEWINNUNG
6.3 KONZEPTENTWICKLUNG
6.4 MAßNAHMEPLANUNG UND –DURCHFÜHRUNG
6.5 TRANSFERUNTERSTÜTZUNG
6.6 ABSCHLIEßENDE EVALUATION
7 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Seminararbeit analysiert die Bedeutung von Qualitätssicherung in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung. Ziel ist es, Ansätze zu identifizieren, wie eine systematische Qualitätssicherung trotz wachsenden Kostendrucks und komplexer Anforderungen in die Unternehmensstrategie integriert werden kann, um den Unternehmenserfolg nachhaltig zu sichern.
- Grundlagen und Definitionen von Qualität und Qualitätsmanagement im Bildungskontext
- Strategische Faktoren bei Weiterbildungsentscheidungen und deren Einflussfaktoren
- Methoden zur Qualitätssicherung bei internen und externen Bildungsmaßnahmen
- Operative Maßnahmen zur Qualitätssicherung (Bedarfsermittlung, Teilnehmergewinnung, Konzeptentwicklung, Transferunterstützung, Evaluation)
- Rolle der DIN EN ISO 9000 ff. Normen für die betriebliche Bildung
Auszug aus dem Buch
3.2 Probleme des Qualitätsmanagements
Die Anforderungen an die organisatorisch-administrativen Rahmenbedingungen und Voraussetzungen der betrieblichen Bildung lassen sich übertrieben mit überhöhter Ökonomie beschreiben. Hierzu gehört selbstverständlich die Beschleunigung bestehender Arbeitsabläufe, welche zur Deckung von internen Bildungsbedarfen durch Planung, Organisation, Durchführung und Auswertung von Bildungsmaßnahmen notwendig sind. Verbunden hiermit sind die schon seit einigen Jahren steigenden Anforderungen nach effektivem Personal- und Mitteleinsatz. Dies bedeutet in der Praxis nichts anderes als die Schaffung von wenigstens gleichen, wenn nicht sogar höherwertigeren Bildungsleistungen mit weniger Personal, verhältnismäßig geringen Budgets und in noch kürzerer Zeit. Das deutet für die betroffenen Organisationseinheiten insbesondere auf die Verminderung von Fehlleistungskosten und – soweit existent – eine hohe Flexibilität im Einsatz des eigenen Trainingspersonals hin.
Der gerade bei bedarfsorientierter Weiterbildung steigende Vorbereitungsaufwand führt bei Beschleunigung der „Reaktionszeiten“ der Bildungsabteilung oft zur Konzeptionsarbeit auf Vorrat oder zur zeitweiligen Konzentration von Personal und Mittel auf gewisse Themen. Gerade im letzteren Fall nimmt das Risiko der Streuverluste stark zu. Vorratshaltung und Streuverluste sind gerade in der Bildungsarbeit – abgesehen von den Ineffizienzen, die jede Organisation mehr oder weniger hat – Ursachen für Fehlleistungskosten.
Zusammenfassung der Kapitel
0 EINLEITUNG: Beleuchtet die wachsende Bedeutung betrieblicher Bildung als strategisches Instrument zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit angesichts wirtschaftlicher Negativfaktoren.
1 VORGEHENSWEISE: Erläutert den systematischen Aufbau der Arbeit, von der Definition grundlegender Begriffe über strategische Überlegungen bis hin zu operativen Qualitätssicherungsmaßnahmen.
2 QUALITÄT: Definiert Qualität aus verschiedenen Perspektiven und leitet spezifische Qualitätsgrundsätze für die betriebliche Bildung ab.
3 QUALITÄTSMANAGEMENT: Beschreibt das Qualitätsmanagement als Managementsystem, analysiert dessen aktuelle Probleme in der Praxis und skizziert Lösungsmöglichkeiten.
4 ANSÄTZE ZUR QUALITÄTSSICHERUNG IN DER WEITERBILDUNG: Untersucht verschiedene Strategien zur Qualitätssicherung sowohl unternehmensintern als auch durch externe Kooperationen sowie durch den Einsatz der DIN EN ISO Normen.
5 STRATEGISCHE FAKTOREN DER WEITERBILDUNGS ENTSCHEIDUNG: Analysiert externe und interne Faktoren, die das betriebliche Weiterbildungssystem strategisch prägen und die Grundsatzentscheidungen der Bildungsorganisation beeinflussen.
6 OPERATIVE MAßNAHMEN IM RAHMEN DER QUALITÄTSSICHERUNG: Detailliert die praktischen Schritte eines qualitätsorientierten Bildungsprozesses, von der Bedarfsermittlung bis zur abschließenden Evaluation.
7 FAZIT: Fasst zusammen, dass Qualitätsmanagement einen notwendigen Gesamtrahmen für operative Einzelansätze bietet und eine stärkere ertragsorientierte Einbindung der Weiterbildung in die Unternehmensstrategie erfordert.
Schlüsselwörter
Betriebliche Weiterbildung, Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement, Bildungscontrolling, Weiterbildungsstrategie, Transferunterstützung, Bildungsbedarf, Mitarbeiterqualifizierung, DIN EN ISO 9000, Personalführung, Unternehmenserfolg, Bildungsevaluation, Prozessmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie betriebliche Aus- und Weiterbildung durch systematisches Qualitätsmanagement professioneller und effizienter gestaltet werden kann, um einen messbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg zu leisten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen zählen die Definition von Qualität in der Bildung, strategische Faktoren der Weiterbildungsentscheidung, operative Instrumente der Qualitätssicherung sowie die Herausforderungen durch den Kostendruck.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen ihre Bildungsarbeit strategisch neu positionieren können, um den Anforderungen an Flexibilität, Praxisnähe und Wirtschaftlichkeit gerecht zu werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Anwendung des Qualitätsmanagement-Konzepts auf die spezifischen Bedingungen der betrieblichen Weiterbildung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in strategische Analysen (interne/externe Faktoren) und die detaillierte Darstellung operativer Phasen (Bedarfsermittlung, Planung, Durchführung, Transfer, Evaluation).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Qualitätssicherung, Bildungscontrolling, Strategische Weiterbildung und Prozessorientierung charakterisiert.
Warum spielt die DIN EN ISO 9000 ff. Norm in dieser Arbeit eine Rolle?
Die Norm dient als Referenzsystem, um den Professionalisierungsgrad der Qualitätssicherung zu objektivieren, wobei die Arbeit auch die Grenzen und notwendigen Ergänzungen durch pädagogische Kriterien aufzeigt.
Welche Rolle spielt die Transferunterstützung bei der Qualitätssicherung?
Die Transferunterstützung ist entscheidend, um den Praxisnutzen der erlernten Inhalte sicherzustellen; sie wird in der Arbeit als essenzieller Bestandteil des gesamten Bildungsprozesses dargestellt, nicht nur als nachgelagerte Aktivität.
- Arbeit zitieren
- Ralph Bechtel (Autor:in), 2003, Ansätze eines systematischen Qualitätsmanagements, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/24503