Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1
Planung und Organisation der Ausstellung 4
2
Ausstellungsmanagement. 4
2.1
Ausstellungskonzeption. 5
2.2
Ausstellungsort 6
2.3
Ausstellungsobjekte 7
2.4
Ausstellungsarchitektur und -medien. 9
2.5
Museumsp ädagogik. 10
2.6
Öffentlichkeitsarbeit und Begleitprogramm 11
2.7
Res ümee 13
3
Literaturverzeichnis 15
2
Einleitung 1
„Eine der zentralen Aufgaben des Deutschen Historischen Museums ist
es, deutsche Geschichte in ihren internationalen Zusammenhängen zu
zeigen. Kriegerische Auseinandersetzungen haben die europäische
Geschichte über Jahrhunderte geprägt. Die Kriege des 20. Jahrhunderts
waren bei weitem nicht mehr nur auf die militärische Auseinandersetzung
unter den Soldaten ausgerichtet, sondern brachten aufgrund der großen
Zerstörungspotentiale Leid über die Zivilbevölkerung in bis dahin
unbekannten Ausmaßen. Wie aber können Museen diese brutalste Form
der menschlichen Auseinandersetzungen darzustellen (sic!), um durch
Aufklärung und Ursachen, Verlauf und Folgen der Kriege dazu
beizutragen, daß die heutigen Generationen aus der Geschichte für die
Gegenwart lernen?“ 1
Diese von Hans-Martin Hinz in seinem Vorwort zum Sammelband „Der Krieg und seine Museen“ 2 formulierte Fragestellung gibt zugleich Anspruch und Problematik der Ausstellung „Der Weltkrieg 1914-1918. Ereignis und Erinnerung“ wieder, die vom 13.Mai bis zum 16.August dieses Jahres im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums (DHM) zu sehen sein wird.
Als Grundmerkmale einer Sonderausstellung gelten ihre temporäre Begrenzung, ihre örtliche Beweglichkeit, ihre einmalige Auswahl, und ihre Zweckgebundenheit an einen gegebenen Anlass 3 : Im Schatten der weltweiten terroristischen Bedrohungen und der EU-Osterweiterung steht im Jahr 2004 die Erinnerung an den Beginn des Ersten Weltkrieges vor neunzig Jahren, der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, mit der das „lange 19.Jahrhundert“ zu Ende ging. Dieser Jahrestag, der durch eine Vielzahl von Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt, durch eine Artikelserie im „Spiegel“ und durch mehrere Dokumentarfilmsendungen im öffentlichen-rechtlichen Rundfunk in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gerückt wird, ist der „gegebene Anlass“ für die groß angelegte Ausstellung des DHM.
Sie ist weltweit die einzige umfassende Sonderausstellung zum Ersten Weltkrieg in diesem Jahr. Da es in Deutschland keine dem Imperial War Museum oder dem Historial de la Grande Guerre vergleichbare
1 Hinz, S. 9.
2 D er Sammelband gibt die Beiträge eines 1995 im Deutschen Historischen Museum
durchgeführten Symposiums zur „Darstellbarkeit des Krieges im Museum“ wieder, an
dem Vertreter nationaler und internationaler Kriegs- und Militärmuseen teilnahmen.
3 Vgl. Tobler, S.10.
3
Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg gibt 4 , stellt die Ausstellung das erste Mal überhaupt in Deutschland den Versuch an, den Themenkomplex des Ersten Weltkrieges abzubilden. Dabei sollen West- und die oftmals vernachlässigte Ostfront erstmals auf internationaler Ebene
gleichberechtigt nebeneinander präsentiert werden, denn vor dem Hintergrund der politischen Veränderungen in Mittel- und Osteuropa ergaben sich zwangsläufig neue Perspektiven der Betrachtung des Weltkrieges. Zudem konnte die länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Museen nach der politischen Öffnung dieser Länder intensiviert werden.
Ich hatte Gelegenheit vom 16.Februar bis zum 26.März dieses Jahres ein Praktikum im Projektteam „Weltkrieg“ am DHM zu absolvieren. Die vielfältigen Erfahrungen, Einblicke und Erkenntnisse, die ich während meiner Tätigkeit gewinnen konnte, sind in die nachfolgende Darstellung eingeflossen. Sie behandelt zunächst im Hauptteil v erschiedene Planungs- und Organisationsaspekte der DHM-Schau, bevor sie abschließend einen Versuch der Bewertung der Ausstellung unternimmt, an deren Erscheinungsbild zum Zeitpunkt der Niederschrift dieser Arbeit jedoch noch gearbeitet wurde.
Planung und Organisation der Ausstellung 2
Ausstellungsmanagement 2.1
Die Vorbereitung der Ausstellung begann bereits vor drei Jahren mit der Bildung eines Projektteams. Dabei übernahm der Leiter der DHM-Kinemathek, Dr. Rainer Rother, der bereits 1994 die Ausstellung „Die letzten Tage der Menschheit. Bilder des Ersten Weltkrieges“ geleitet hatte, die Rolle des Kurators. 5 Die Themenbearbeitung der Westfront übernahm die Historikerin Dr. Gundula Bavendamm. 6 Den hohen Stellenwert, den die
4 Siehe ausführlich zu den beiden genannten Museen die Aufsätze von Peter Simkins
„Das Imperial War Museum und seine Darstellung des Krieges, 1917-1995“ und von
Huges Hairy „Das Historial de la Grande Guerre in Péronne“ in Hinz, S.27-57 und S. 157-
163.
5 Rainer Rother (Hg.), Die letzten Tage der Menschheit. Bilder des Ersten Weltkrieges,
Berlin 1994.
6 Gundula Bavendamm hat zu einem Thema des Ersten Weltkrieges ihre Promotion
verfasst: „Spionage und Verrat. Konspirative Kriegserzählungen und französische
Innenpolitik, 1914-1917“, Essen 2004.
4
Behandlung der Ostfront in der Ausstellung einnehmen sollte, zeigte die Verpflichtung einer zweiten wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dr. Kristiane Burchardi, die Slawistik studiert hatte und über sehr gute russische Sprachkenntnisse verfügt. Für die Abwicklung des Leihverkehrs mit den rund 100 L eihgebern wurde im vergangenen Jahr zusätzlich eine Museumswissenschaftlerin eingestellt. Das Projektteam wurde
kontinuierlich von Praktikanten unterstützt, die für jeweils sechs Wochen eingestellt wurden.
Wie für alle großen Ausstellungen des DHM, wurde zur wissenschaftlichen Begleitung der Ausstellung ein Beirat gebildet. Dieser tagte zweimal jährlich, wobei er den jeweils aktuellen Stand der Ausstellungs-vorbereitung bewertete und mit Vorschlägen zur weiteren Gestaltung beigetragen hat. Dem international besetzten Gremium gehörten neben namhaften Wissenschaftlern 7 , auch ein Vertreter des Imperial War Museums in London und die Journalistin Franziska Augstein an.
Ausstellungskonzeption 2.2
In der Vorbereitungsphase einer Ausstellung müssen Ideen und Ziele der Ausstellung, ihr Gegenstand und die geplante Umsetzung in einem Konzeptpapier klar definiert werden. 8 Dieses sollte während der gesamten Planungsphase zwangsläufig an den gewonnenen Erkenntnisstand oder an die sich verändernden Ausstellungskonditionen angepasst werden. Die endgültige Konzeption der hier behandelten Ausstellung umfasst 14 Seiten und wurde vom gesamten Projektteam bis zum April 2003 erarbeitet. Hier ist zunächst ganz allgemein das Ziel der Ausstellung formuliert: nämlich „den ersten globalen Konflikt des 20. Jahrhunderts ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und seine historische Bedeutung ebenso wie seine Gegenwartsbezüge herauszustellen.“ 9 Dieses Globalziel wird in drei weitere Teilziele untergliedert. Erstens sollen dem Publikum Kenntnisse über eine grundlegend neue Kriegserfahrung vermittelt
7 Hier sind insbesondere die Herausgeber des kürzlich erschienenen Standardwerkes
„Enzyklopädie Erster Weltkrieg“ (Paderborn, 2.Aufl. 2004) Prof. Dr. Gerhard Hirschfeld
und Prof. Dr. Gerd Krumeich zu nennen.
8 Vgl. Burchardi, S. 56-87.
9 Vgl. auch h ttp://www.dhm.de/ausstellungen/der-erste-weltkrieg/ersterweltkrieg_ziele.htm
(Zugriff 27.03.2004)
5
Arbeit zitieren:
René Schlott, 2004, Der Weltkrieg 1914-1918 - Ereignis und Erinnerung - Eine Ausstellung im Deutschen Historischen Museum Berlin, München, GRIN Verlag GmbH
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