Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung
2. Fallbeispiel „ Der Wunsch(?) getötet zu werden
3. Die Überlegungen des Mitarbeiters
3.1 Argumente, die für aktive Sterbehilfe sprechen können
3.1.1 Das Recht des Patienten auf Autonomie
3.1.2 Unerträgliche und ungelinderte Schmerzen und
andere physische und psychische Probleme
3.1.3 Die Aufgabe der Ärzte ist es, das „Beste für ihre
Patienten zu tun
3.1.4 Die Ärzte haben längst angefangen, Leben und
Tod zu manipulieren
3.2 Argumente, die gegen aktive Sterbehilfe sprechen
3.2.1 Aktive Sterbehilfe ist verboten und strafbar
3.2.2 Berufsethische Aspekte
3.2.3 Menschen werden vorzeitig sterben
3.2.4 Menschen können es als ihre Pflicht ansehen, aus dem
Leben zu scheiden
3.2.5 Schmerzen, andere Symptome, Angst und Not können
durch gute Palliativmedizin gelindert werden
3.2.6 Wir zeigen durch Euthanasie diesen Patienten, daß
sie für uns nichts mehr wert sind
4. Die Verbindung zwischen aktiver Sterbehilfe und dem Utilitarismus
5. Die Verbindung zwischen aktiver Sterbehilfe und der Verantwortungsethik
6. Schluß
Literaturverzeichnis
Anhang
Anhang 1
Erklärung
1. Einleitung
Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit einer Beauftragten für Hospizarbeit in meiner Praxisstelle habe ich beschlossen, mich mit dem Thema des Sterbens und vor allem dem Thema der aktiven Sterbehilfe/ Euthanasie vor ethischem Hintergrund, näher zu beschäftigen. Hierzu nun ein paar einleitende Gedanken:
Der Begriff Euthanasie ist aus dem griechischen hergeleitet und bedeutet soviel wie: „einen leichten, schönen Tod haben”. Euthanasie ist das aktive, bewußte ärztliche Eingreifen zur Beendigung des Lebens auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten. Ziel der Handlung ist es, den schnellen Tod des Patienten herbeizuführen - zu töten. Geht man in der Geschichte zurück, so stellt man fest, das der Begriff Euthanasie eine andere Bedeutung hat als aktive Sterbehilfe. Der Begriff Euthanasie könnte ein Synonym sein für das Anliegen der Hospizbewegung. Hierbei wird von den Mitgliedern dieser Bewegung immer wieder betont, daß sie Sterbehilfe grundsätzlich ablehnen und in ihrer eigenen Aktivität eine Alternative zur aktiven Sterbehilfe sehen. In Deutschland wird besonders heftig über das Thema aktive Sterbehilfe diskutiert. Vielmals liegt es daran, daß viele Menschen vor und während des letzten Krieges von deutschen Ärzten umgebracht wurden - ihrer Rasse, ihrer Hautfarbe, einer Diagnose wegen oder weil sie physisch oder psychisch behindert waren.
Obwohl die Niederlande als sehr humanitär gelten, haben sie die Sterbehilfe in den letzten Jahren zunehmend legalisiert. Sie gilt zwar immer noch als verboten, wird aber von der Justiz unter bestimmten Voraussetzungen geduldet.
In der Auseinandersetzung um Sterbehilfe und Euthanasie wird von den Befürwortern dieser Maßnahmen mit dem Mitleid argumentiert, das man gegenüber todkranken und schwer leidenden Menschen haben müsse. Das Schicksal solcher Menschen, die auch selbst diese Hilfe zum Sterben begehrten, weil Sie ihre Schmerzen und ihre Abhängigkeit von anderen nicht mehr ertragen könnten, müsse so erleichtert werden. Eine Variante dieser Haltung stellt beispielsweise die Forderung nach der Tötung von schwerstbehinderten Neugeborenen nach der Geburt dar. Beide Haltungen werden damit begründet, daß Sterbende, Todkranke und Behinderte den Kriterien für ein würdiges, gesundes und selbstbestimmendes Leben nicht genügen. Es ist jedoch eine strikte Trennung vorzunehmen zwischen der verständlichen und nachvollziehbaren individuellen Angst vor Krankheit sowie Behinderung und der Macht, die „Gesunde“, „Normale“, Nichtbehinderte und Experten haben, festzulegen welches Leben gesund, selbstbestimmt und würdig ist.
2. Fallbeispiel „Der Wunsch(?), getötet zu werden”
„Eine Patientin ist 34 Jahre alt, ihr Sohn ist 15 Jahre alt. Zum Vater des Sohnes hat keiner von beiden seit der Geburt des Jungen Kontakt gehabt. Sie ist ausgebildete Sozialarbeiterin. Im Alter von 2 Jahren wurde sie von ihren Eltern adoptiert. Angeblich wurde sie nie darüber informiert. Seit 2 Jahren hat sie einen Hirntumor. Der Tumor wurde sofort operiert und bestrahlt. Jetzt hat
1 . Weitere tumorspezifische Maßnahmen sind nicht möglich. sie ein inoperables Rezidiv
[...] Sie hat in den letzten Monaten zunehmend Beschwerden gehabt: Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Appetitverlust, Kopfschmerzen etc. Um diese Symptome des erhöhten Hirndrucks
2 unter Kontrolle zu halten, bekommt sie Morphin, hochdosierte Steroide und Haloperidol . Der
betreuende Arzt steht laufend in Verbindung mit sehr kompetenten Ärzten in der Uniklinik, um eine optimale Symptomkontrolle zu sichern.
Die Patientin will unter keinen Umständen ins Krankenhaus. Der Hausbetreuungsdienst versorgt sie gut zu Hause, unterstützt von einem befreundeten Ehepaar und ihrem Sohn. Zu ihren Eltern hat sie seit 2 Monaten jeden Kontakt abgebrochen.
Zweimal in der Woche bekommt sie Hausbesuche vom Hausarzt. Die Patientin hat kein Vertrauen zu anderen Ärzten. Er hat ihr versprochen, daß er ihr in der verbleibenden Zeit beisteht. Sie hat mehrfach gesagt, daß sie nur ihres Sohnes wegen noch am Leben ist. Sie sagt, daß sie Suizid begehen werde, falls sich ihr Zustand dramatisch verschlechtern sollte. Dann kommt der Sohn in die Praxis. Er erzählt, daß die Mutter in den letzten Tagen wiederholt hingefallen sei; sie krieche mehr oder weniger auf dem Boden herum und leide schwer unter Überlkeit, Erbrechen, Schwindel und Schmerzen. Seine Mutter habe ihn gebeten, den Arzt zu holen. Er und seine Mutter seien beide fest entschlossen, daß die Mutter nicht mehr länger leiden solle. Beide bitten um Hilfe, das Leben der Mutter zu beenden. Als Alternative bleibe ihm nur, der Mutter beim Selbstmord behilflich zu sein.
Der Arzt hat am Abend nach dem Besuch des Sohnes einen Krankenbesuch bei der Patientin gemacht. Zuvor war er alle 2-3 Tage gekommen. Nachdem er sich einen Überblick über die aktuelle Lage verschafft hatte, schlug er der Patientin trotz ihres Wunsches zu Hause zu bleiben, eine sofortige Krankenhauseinweisung vor. Dabei gab er an, daß es für ihn darum gehe, ihr die letzten Tage und Stunden so erträglich wie möglich zu machen und alles zu tun, um ihren Sohn auf diese und die dann folgende Zeit so gut wie möglich vorzubereiten. Die Patientin willigte ohne große Widerrede ein. Dem Sohn fiel es schwer einzusehen, daß seine Mutter die letzten Tage
1 1 Rückfall
Arbeit zitieren:
Mandy Beyer, 2001, Euthanasie - aktive Sterbehilfe, München, GRIN Verlag GmbH
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