Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Gründung der Petersburger Akademie der Wissenschaften sowie der der Universität in Moskau. Die zentrale Frage soll sein, welche Zielsetzungen seitens der russischen Herrscher dabei im Vordergrund standen: War es die "Liebe zum Volk", der Wille, das Volk kulturell zu bilden? Oder war es die "Liebe zum Staat", die Peter I. und Elisabeth dazu bewegten, eine Bildungsinstitution zu gründen, wie sie es bis zum jeweiligen Zeitpunkt in Russland noch nicht gab?
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Hauptteil
1. Die Aufklärung kommt nach Russland und die Idee einer Akademiegründung reift
2. Die Gründung der Petersburger Akademie der Wissenschaften
3. Die Gründung der Universität in Moskau
4. Peter der Aufklärer oder Bildung als staatsdienstliche Einrichtung?
5. Elisabeth Petrovna und die Gründung der Moskauer Universität
III. Schluss
IV. Bibliografie
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Zielsetzungen der russischen Herrscher Peter I. und Elisabeth I. bei der Gründung bedeutender Bildungsinstitutionen. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, ob diese Gründungen durch den Willen zur kulturellen Bildung des Volkes („Liebe zum Volk“) oder durch ein rein staatspolitisches Kalkül („Liebe zum Staat“) motiviert waren.
- Analyse des Einflusses der europäischen Aufklärung auf Russland
- Untersuchung der Gründungsgeschichte der Petersburger Akademie der Wissenschaften unter Peter I.
- Darstellung der Entstehung der Moskauer Universität unter Elisabeth I.
- Bewertung der Rolle des Staates und der Wissenschaft bei der Reform von Bildung und Gesellschaft
- Vergleich der persönlichen Motivationen der Initiatoren hinter den Bildungsvorhaben
Auszug aus dem Buch
4. Peter der Aufklärer oder Bildung als staatsdienstliche Einrichtung?
Dass der Einsatz von Verstand und Vernunft die Voraussetzung für die Verbreitung der Wissenschaften und der Künste, für die Ausbildung und Erziehung und für das Lernen und Lehren und den Unterricht und die Schule ist, hatte Peter schon früh erkannt. Schon in den ersten Jahren seiner Regentschaft begann er mit der Abordnung junger Adliger ins Ausland. Dort sollte sie Sprachen, Naturwissenschaften, Technik und Medizin studieren.
Von Beginn an hatte der Zar eine hohe Meinung von den Wissenschaften und war sich dem Werte dieser durchaus bewusst. Die zahlreichen Bildungsreisen, die Peter unternahm, belegen dies. So trat er bereits in den Jahren 1697/98 in Holland und England in den Kontakt mit mehreren Mathematikern. Den angesprochenen Wert der Wissenschaften aus Peters Sicht gilt es jedoch näher zu betrachten: Der Eindruck eines väterlichen Charakters, der Nahe liegt, wenn man bedenkt, dass Peter durch seine Auslandsaufenthalte im Westen Europas dazu inspiriert wurde, seinen russischen Landsleuten ein Studium im Ausland zu ermöglichen (in Russland gab es noch keine Universitäten), gerät in ein anderes Licht, wenn man bedenkt, dass diese Studium in engster Verbindung stand mit den Verpflichtungen, die für den Adel vorgeschrieben waren. Diese Verpflichtungen bezogen sich auf staatliche Dienste in der Verwaltung, im Heer und in der Flotte.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Arbeit führt in die zentrale Problemstellung ein, welche Motive die russischen Herrscher bei der Gründung neuer Bildungsinstitutionen leiteten.
II. Hauptteil: Dieser Abschnitt erläutert den Einzug der Aufklärung in Russland und detailliert die Entstehungsgeschichten der Petersburger Akademie der Wissenschaften sowie der Moskauer Universität unter Berücksichtigung staatspolitischer Zwänge und persönlicher Initiativen.
III. Schluss: Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass bei beiden Herrschern nicht das Wohl des Volkes, sondern staatlicher Nutzen bzw. politische Passivität die entscheidenden Faktoren für die Gründungen waren.
IV. Bibliografie: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Nachschlagewerke zur russischen Geschichte auf.
Schlüsselwörter
Russland, Peter der Große, Elisabeth Petrovna, Akademie der Wissenschaften, Moskauer Universität, Aufklärung, Bildungsgeschichte, Staatsdienst, Wissenschaft, Reformen, Lomonossov, Christian Wolff, Säkularisierung, Ziffernschulen, Adel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Gründungsgeschichte der Petersburger Akademie der Wissenschaften und der Universität in Moskau im 18. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die russische Bildungspolitik, der Einfluss der europäischen Aufklärung auf Russland sowie die Rolle von Zar Peter I. und Zarin Elisabeth I. bei der Modernisierung staatlicher Institutionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob die Gründung von Bildungseinrichtungen aus einer altruistischen Bildungsabsicht heraus oder aus staatspolitischem Eigeninteresse erfolgte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur und zeitgenössischen Quellen zur russischen Bildungsgeschichte basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Einflüsse auf Russland, die konkrete Genese der Akademie der Wissenschaften und der Universität Moskau sowie die Untersuchung der Rolle der Herrscher.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem mit den Begriffen Aufklärung, Reformen, Staatsdienst, Wissenschaft und Bildungsgeschichte beschreiben.
Welche Rolle spielte Michail Lomonossov bei der Universitätsgründung in Moskau?
Lomonossov war der maßgebliche Initiator, der sich als Gelehrter und Hofdichter aktiv für die Einrichtung der Universität einsetzte, unterstützt durch den Minister Suvalov.
Was verstand man unter dem „Projekt Ziffernschulen“?
Es handelte sich um ein unter Peter I. initiiertes Vorhaben zur elementaren Ausbildung von Beamten- und Adligensöhnen, welches jedoch primär aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten scheiterte.
Warum war Christian Wolff wichtig für das russische Bildungswesen?
Der deutsche Mathematiker und Philosoph Christian Wolff fungierte als entscheidender Vermittler der Aufklärung und unterstützte den Aufbau der wissenschaftlichen Strukturen in Russland.
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- Katrin Eichhorn (Author), 2001, Die Gründung der Petersburger Akademie der Wissenschaften und die der Universität Moskau mit Blick auf die Zielsetzungen ihrer Gründer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2739