- 2 -
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis. 3
Abbildungsverzeichnis 4
Tabellenverzeichnis 5
1. Einleitung - 6 -
2. Ziele einer Tobin-Steuer. - 7 -
3. Ausgestaltung einer Tobin-Steuer aus heutiger Sicht - 8 -
3.1 Das unverzinsliches Bardepot - 9 -
3.2 Die flexible Transaktionssteuer. - 10 -
3.3 Die doppelstöckige Devisentransaktionssteuer - 11 -
4. Auswirkungen einer Tobin-Steuer auf die Devisen- und Kapi-. - 12 -
talm ärkte - 12 -
4.1 Verlagerung von Transaktionen. - 12 -
4.2 Substitution von Transaktionen durch Finanzinnovationen. - 15 -
4.3 Beeinträchtigung des Liquiditätshandels - 17 -
4.4 Verstärkung von Marktineffizienzen - 19 -
4.5 Überwälzbarkeit einer Tobin-Steuer. 21
5. Zusammenfassung. 23
Literaturverzeichnis 26
Internetverzeichnis 27
Anhang I - Tabellen. 28
Anhang II - Abbildungen 32
Ehrenw örtliche Erklärung 35
- 3 - Abkürzungsverzeichnis
ERND Exchange-Rate Normalization Duty
EU Europäische Union
EWS Europäisches Währungssystem
ISDA International Swaps and Derivates Association
OTC Over The Counter
- 4 -
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Wirkungsweise der ERND. - 32 -
Abbildung 2: Aufteilung der Devisenmarkttransaktionen nach Handelsplätzen 1 - 32 -
Abbildung 3: Amerikanischer Derivatemarkt für Währungsswaps auf OTC-Märkten. - 33 -
1987-1997............................................................................................................................ - 33 -
Abbildung 4: Weltweiter Derivatemarkt für OTC-Geschäfte Juni 1998 - Dezember 2002- 33 -
Abbildung 5: Nettogewinne und Handelsvolumina der Großhändler................................. - 34 -
- 5 -
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Weltweiter Umsatz an den Devisenmärkten und am Markt für. - 28 -
ausserb örsliche Derivate (OT)C 1995 - 2001 1 - 28 -
Tabelle 2: Weltweiter Umsatz an den Devisenmärkten 1989 - 2001 1 - 28 -
Wirkungsabsch ätzung einer Tobin-Steuer auf die Devisen- und Kapitalmärkte - 1 -
Inhaltsverzeichnis - 2 -
Tabelle 1: Weltweiter Umsatz an den Devisenmärkten und am Markt für. - 28 -
ausserb örsliche Derivate (OT)C 1995 - 2001 1 - 28 -
Tabelle 2: Weltweiter Umsatz an den Devisenmärkten 1989 - 2001 1 - 28 -
Tabelle 3: Für ein Arbitragegleichgewicht erforderliche Auslandszinssätze bei unter- - 29 -
schiedlichen Steuersätzen einer Tobin-Steuer. - 29 -
Tabelle 4: Währungsanteile am gemeldeten Umsatz an den weltweiten Devisenmärk- - 29 -
ten 1 - 29 -
Tabelle 5: Amerikanischer Derivatemarkt für Währungsswaps auf OTC-Märkten. - 30 -
1987 - 1997 1 - 30 -
Tabelle 6: Weltweiter Derivatemarkt für OTC-Geschäfte Juni 1998 - Dezember 2002 1 - 30 -
Tabelle 7: Gemeldeter Devisenmarktumsatz nach Währungspaaren 1 - 31 -
Tabelle 8: Margen im Liquiditätshandel für ausgewählte Währungspaare 1 - 31 -
Tabelle 9: Gemeldeter Devisenmarktumsatz nach Kontrahenten 1 ...................................... - 31 -
- 6 - 1.Einleitung
An den internationalen Devisenmärkten haben im letzten Jahrzehnt weitreichende Veränderungen sowohl bezüglich des Volumens als auch der Ausgestaltung der Transaktionen statt gefunden (siehe Tabelle 1 und 2 sowie Erläuterungen). Wurden 1989 noch tägliche Devisen-handelsumsätze von 590 Mrd. US Dollar realisiert, waren es 2001 bereits 1.210 Mrd. US-Dollar. 1 Von diesen Transaktionen sind mehr als 80 Prozent kurzfristige mit einem Anlagehorizont von bis zu einer Woche. Um den weltweiten Handel finanzieren zu können, würden allerdings 3 Prozent bis 5 Prozent der vorhandenen Liquidität ausreiche n. 2 Aus diesem Erkenntnisstand heraus wird durch zahlreiche Autoren die Hypothese abgeleitet, dass sich die Finanzmärkte von der Realwirtschaft abgekoppelt hätten und dass der überwiegende Teil der am Devisenmarkt tätigen Akteure spekulative finanzwirtschaftliche Interessen verfolgen und die Finanzierung realwirtschaftlicher Transaktionen, die ursprüngliche Aufgabe der Devisenmärkte, in den Hintergrund gedrängt würde. 3
James Tobin äußerte 1984 in seinem Werk „On the Efficiency of the financial System“ Gedanken, die sich mit der beschrieben Hypothese auseinandersetzen. Er kommt zu der Erkenntnis, dass es an den Devisenmärkten an langfristig fundamental orientierten Investoren fehle. Stattdessen meint er: „professional portfolio managers seek safety from criticism in short run performance that match their competitors and market indices“. 4 Die Bewegung von immer größeren Transaktionen aus rein finanzwirtschaftlichen Motiven bezeichnet er als „casino aspects of our financial markets“ 5 , und kritisiert, dass kurzfristige Spekulanten die Preise stark beeinflussen und somit negative externe Effekte verursachen.
Daher fordert Tobin die Einführung einer Devisentransaktionssteuer, 6 deren Ziel es sein soll, kurzfristige Spekulationen zu unterbinden und somit einen Beitrag für die Stabilisierung der Finanzmärkte zu leisten. Befürworter einer Tobin Steuer sehen nämlich in der Spekulation als solche die Hauptursache für die immer häufiger auftretenden Finanz- und Währungskrisen (z.B. Mexiko 1994/95, Asien 1997/98, Russland 1998, Lateinamerika 1998/99), die dann globale Wohlfahrtsverluste u.a. durch steigende Arbeitslosigkeit, geringeres Wirtschaftswachstum oder sinkende Aktienkurse bewirken können.
1 BIZ (2001), S.44 (s. Internetverzeichnis)
2 Vg l. Seith, J. (2003), S. 15 (s. Internetverzeichnis)
3 Vgl. Menkhoff, L.; Tolksdorf, N. (1999), S. 11ff.
4 Tobin, J. (1984), S. 7
5 Tobin, J. (1984), S. 15
6 Tobin formulierte diesen Vorschlag bereits 1972 in der Janeway Lecture an der Princeton Universität und er- neuerte diesen u.a. in Tobin (1978, 1984, 1996).
- 7 -Ziel dieser Arbeit ist es, mögliche Auswirkungen auf die Devisen- und Kapitalmärkte im Rahmen der Umsetzung einer Tobin-Steuer zu diskutieren. Es soll weiterhin erörtert wer-den, in wieweit diese Auswirkungen zu einer Stabilisierung der Finanzmärkte, wie es Tobin beabsichtigte, beitragen könnten bzw. entgegengesetzte Wirkungen entfalten würden. Um diesen Sachverhalt beurteilen zu können, sollen zunächst die Ziele einer solchen Devisen-transaktionssteuer 7 sowie unterschiedliche Ausgestaltungen erörtert werden, bevor dann im Hauptteil näher auf einzelne zentrale Auswirkungen eingegangen wird
2. Ziele einer Tobin-Steuer
Als Ziele einer Tobin-Steuer werden hauptsächlich neben der Stabilisierung der Wechselkurse und der Erschließung von Einnahmequellen ferner auch Gerechtigkeits- und Umverteilungsaspekte sowie systemverändernde Zielsetzungen verfolgt. 8
Tobin beabsichtigte durch die Einführung einer Transaktionssteuer „Sand ins Getriebe“ der Devisenmärkte zu streuen, um so die destabilisierenden Tätigkeiten der kurzfristigen Spekulanten zu unterbinden. Erreichen wollte er dies durch die Erhebung einer Steuer, die sich pro-portional zur Größe der Transaktion verhalten sollte. 9 Tobin beabsichtigte ursprünglich eine Besteuerung in Höhe von einem Prozent, reduzierte diese Forderung allerdings auf ca. 0,25 bis 0,1 Prozent. 10 Dadurch sollte das häufige kurzfristige und destabilisierendes Wechseln von Währungspositionen stark verteuert und somit reduziert werden, der internationale Handel sowie langfristige Direktinvestitionen jedoch kaum behindert werden (siehe Tabelle 3 und Erläuterungen).
Zwar stehen fiskalische Aspekte aus Sicht von Tobin nicht im Vordergrund, allerdings würde eine Devisentransaktionssteuer enorme Einkünfte erzielen. Unter Hereinnahme des täglichen Devisenumsatzes von 1.210 Mrd. US-Dollars des Jahres 2001 11 und unter Annahme von 250 Handelstagen und eines Steuersatzes von 0,1 Prozent könnten Einnahmen von ca. 300 Mrd. US-Dollars pro Jahr erzielt werden. In der Literatur wird sich vor allem für eine Verwendung dieser Mittel im Rahmen globaler Aufgaben wie z.B. der Armutsbekämpfung, Eindämmung von AIDS oder Maßnahmen zum Klimaschutz ausgesprochen. 12
7 Die Begriffe Tobin-Steuer und Devisentransaktionssteuer werden fortan synonym verwendet, auch wenn sie streng genommen zum Teil unterschiedliche Aspekte widerspiegeln. Sie dienen dazu, den Sachverhalt einer Steuer auf internationale Kapitalbewegungen zwischen unterschiedlichen Währungen zu charakterisieren.
8 Spahn, Paul B. (2002), S. 1 (s. Internetverzeichnis)
9 Tobin, J. (1978), S. 490
10 Tobin, J. (1996), S. xvii
11 BIZ (12/2002), S. 43 (s. Internetverzeichnis)
12 Vgl. BMZ (2002), S.1 sowie Spahn, Paul B. (2002), S. 8 (s. Internetverzeichnis)
Arbeit zitieren:
Jean-Philipp Juretschka, 2003, Wirkungsabschätzung einer Tobin-Steuer auf die Devisen- und Kapitalmärkte, München, GRIN Verlag GmbH
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