Inhalt:
Inhaltsverzeichnis Seite 1
1. Kurze Beschreibung der Praktikumsschule Seite 3
2. Tätigkeitsnachweis Seite 5
2.1. Mein Praktikums-Tagebuch Seite 5
2.1.1. Verlaufsprotokoll 1 Seite 5
2.1.2. Verlaufsprotokoll 2 Seite 10
2.1.3. Beobachtungsschwerpunkt: Thema der Stunde Seite 15
2.1.4. Beobachtungsschwerpunkt: Stundenaufbau Seite 16
2.1.5. Beobachtungsschwerpunkt: Lehrerverhalten von Frau R. Seite 18
2.1.6. Beobachtungsschwerpunkt: Schülerverhalten der 8G Seite 20
2.1.7. Beobachtungsschwerpunkt: Unterrichtsmethodik von Herrn M. Seite 22
2.1.8. Beobachtungsschwerpunkt: Umgang mit Unterrichtsstörungen Seite 24
2.1.9. Beobachtungsschwerpunkt: Tafelbild von Frau K. Seite 26
2.1.10. Beobachtungsschwerpunkt: Lernziel der Unterrichtseinheit Seite 28
2.2. Kritische Protokolle der selbst gehaltenen Stunden Seite 30
2.2.1. Donnerstag, 04.03.2004 Seite 30
2.2.2. Montag, 08.03.2004 Seite 32
2.2.3. Dienstag, 09.03.2004 Seite 33
2.2.4. Mittwoch, 10.03.2004 Seite 35
2.2.5. Donnerstag, 11.03.2004 Seite 38
2.2.6. Montag, 15.03.2004 Seite 42
2.2.7. Dienstag, 16.03.2004 Seite 45
2.2.8. Mittwoch, 17.03.2004 Seite 46
2.2.9. Donnerstag, 18.03.2004 Seite 48
2.2.10. Montag, 22.03.2004 Seite 50
2.2.11. Dienstag, 23.03.2004 Seite 51
2.2.12. Mittwoch, 24.03.2004 Seite 53
2.2.13. Donnerstag, 25.03.2004 Seite 54
3. Darstellung meiner selbst gehaltenen Unterrichtseinheit zum Thema Seite 56
„Berechnungen an geometrischen Körpern“
3.1. Vorstellung der Lerngruppe Seite 56
3.2. Sachanalyse Seite 57
3.3. Didaktische und methodische Vorüberlegungen Seite 58
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3.4. Verlaufspläne zu den Unterrichtsstunden Seite 61
3.5. Kritische Nachbesinnungen zur gehaltenen Unterrichtseinheit Seite 84
4. Schwerpunktthema: Leistungsbeurteilung und Bewertung von Schülern Seite 85
Seite 86
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1. Kurze Beschreibung der Praktikumsschule
Die XYZ-Schule ist eine kooperative Gesamtschule mit den Jahrgangsstufen 5 bis 10 und wurde am 01.08.1974 durch den Erlass des Hessischen Kultusministeriums errichtet. Ihren Namen erhielt die Schule jedoch erst im Jahre 1994, welcher dem 1882 in Friedberg geborenen Albert Heinrich Rausch gewidmet ist. Die XYZ-Schule besuchen zur Zeit 1226 Kinder aus 18 Nationen (Stand: Herbst 2002), darunter 597 Mädchen und 629 Jungen, welche von insgesamt 88 Lehrerinnen Lehrern unterrichtet werden. Zur Zeit gibt es 9 Hauptschulklassen, 22 Realschulklassen und 13 Gymnasialklassen. Schulformübergreifender Unterricht findet in Projektwochen, welche alle zwei Jahre angeboten werden, statt. Auch im Wahlpflichtunterricht und in freiwilligen Unterrichtsangeboten, insbesondere im musischkünstlerischen Bereich und beim Sport, werden die Möglichkeiten genutzt, Schüler aller drei Schulformen gemeinsam lernen zu lassen.
Das zentrale zweistöckige Schulgebäude hat insgesamt 71 Räume, darunter Klassenräume, Funktionsräume und Fachräume für Kunst, Musik, Arbeitslehre, Polytechnik und Informatik, sowie Hörsäle und Übungsräume für die Naturwissenschaften und eine Aula. Auch eine Sporthalle, in der gleichzeitig drei Klasse unterrichtet werden können, gehört zur Schule. Die Mediothek stellt darüber hinaus ein wichtigen Ort zum lernen und recherchieren dar. Außerdem gehört ein „Förderstufentrakt“ zur Schule, welcher dazu errichtet wurde, um eine Verbindung mit der benachbarten Grundschule zu schaffen. Somit soll der Übergang von der Grundschule zur Gesamtschule erleichtert werden.
Die XYZ-Schule befindet sich am Westrand der Stadt in unmittelbarer Nähe zu wichtigen öffentlichen Einrichtungen wie weiteren Schulen und der Stadthalle und ist somit eng an die Stadt angebunden. Trotzdem bietet das Gelände vielfältige Bewegungsmöglichkeiten im Freien und auf Sport- und Spielflächen. Auch ein naturnah gestalteter Garten mit Tümpel gehören zu dem weiträumigen Gelände der Schule. Zur Stärkung nach anstrengenden Unterrichtsstunden steht den Schülern ein kleiner Kiosk zur Verfügung.
An der XYZ-Schule können sowohl die Abschlüsse der Mittelstufe, als auch die Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe erworben werden. Für die weiterführenden Bildungsgänge finden regelmäßig Informationsabende für die Abschlussklassen statt, bei denen sich die verschiedenen Schulen vorstellen. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit besteht hier mit einem Oberstufengymnasium. Auch Eltern-
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sprechtage finden in regelmäßigen Abständen statt. Zur frühzeitigen Berufsorientierung werden in allen drei Schulzweigen Betriebspraktika durchgeführt und es besteht die Möglichkeit einer individuellen Einzelberatung durch die Bundesanstalt für Arbeit. Die XYZ-Schule ist in Bezug auf den Mathematikunterricht sehr gut ausgestattet. In den Schränken im Lehrerzimmer befinden sich eine Reihe von Lernspielen zu Geometrie und Körper. Zum Beispiel gibt es verschiedene Körperformen, deren Oberfläche sich abnehmen und an die Tafel heften lässt. Weiterhin gibt es eine Reihe von großen Körperformen zur Veranschaulichung für die Schüler und mehrere Kästen mit kleinen Körpern, mit denen die Schüler mit Wasser experimentieren können. Desweiteren gibt es vier verschiedene Formen (gleichseitiges Dreieck, gleichschenkliges Dreieck, Reckteck, Quadrat) in bunten Farben, welche man zusammen basteln und verschiedene Körper daraus herstellen kann.
Die Schule hat bei mir im Allgemeinen einen sehr guten Eidruck hinterlassen. Ich finde es eine tolle Idee, den Unterrichtsbereichen Farben zuzuteilen und die Türen der Räume in den jeweils betreffenden Farben anzustreichen. Auch unten im großen Flur und alles ist gut ausgeschildert, so dass man relativ schnell einen Überblick bekommt und sich gut orientieren kann. Den Kindern stehen große Pausenräume zur Verfügung, was ich besonders für Regentage sehr wichtig finde und die Klassenräume sind ebenfalls alle sehr freundlich und hell gestaltet und schaffen nahezu heimische Atmosphäre.
Ich fühlte mich sofort sehr wohl und wurde herzlich aufgenommen. Auch mit meinem Mentor, den Lehrern bei denen ich hospitieren durfte, meiner Kontaktlehrerin und dem restlichen Kollegium bin ich sehr zufrieden.
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2. Tätigkeitsnachweis
2.1. Mein Praktikums-Tagebuch
2.1.1. Verlaufsprotokoll 1 Fach: Mathematik Klasse: 5H
Zeit: 7:55 - 8:40 Uhr
Lernziel: Die Schüler sollen parallele und senkrechte Geraden zeichnen und erkennen können
Vertiefung: Die Schüler sollen die Eigenschaften von Quadrat und Rechteck kennen lernen
Reflexion: Als ich das erste Mal in dieser Klasse in Religion hospitierte, hatte ich ei-
nen wesentlich negativeren Eindruck von den Schülern, als ich ihn im Mathematikunterricht bekommen habe. Ich habe mir da nicht vorstellen können, dass diese doch konzentriert an einer Aufgabe arbeiten können. Durch die Disziplin des Lehrers ist dies jedoch möglich. Er kontrolliert die Hausaufgaben und sorgt streng dafür, dass diese ordentlich erledigt werden. Das finde ich sehr positiv, denn nur so kann den Schülern wirklich geholfen werden; auch wenn es ihnen selbst sicher nicht recht ist einen Brief mit nach Hause nehmen zu müssen, wenn sie öfter hintereinander die Hausaufgaben nicht gemacht haben, oder deshalb Strafarbeiten aufbekommen. Ich empfand den Einstieg in die Stunde als sehr gut gelungen. Erst trugen die Schüler ihre Hausaufgaben vor, so dass jeder seine Ergebnisse nachprüfen konnte, was ich für sehr wichtig erachte und schließlich wurde noch einmal wiederholt, wie man parallele und senkrechte Geraden zeichnet. Hier wurde jeder Schritt vom Lehrer genau kommentiert und gezeigt, wie man das Geodreieck anlegen muss. So konnte auch hier jeder Schüler noch einmal alles genau nachvollziehen, denn diese Fähigkeiten sind für die nachfolgenden Aufgaben von großer Bedeutung gewesen. Die Aufgabe mit der optische Täuschung fand ich ebenfalls sehr gut ausgewählt, besonders weil die „optische Täuschung“ etwas war, was die Schüler sehr fasziniert hat, als sie nachgemessen haben. Auch ich hatte anfangs die Vermutung, dass manche Geraden „einen Bogen machen“. Als der Lehrer dann feststellen musste, dass ein Schüler immer noch nicht die richtige Anwendungsweise des Geodreiecks verstanden hat, hat er meiner Meinung nach sehr gelassen reagiert und es ihm noch mal persönlich erklärt. Auch das finde ich sehr positiv, denn wenn man dem Schüler schon so oft etwas gezeigt hat und er es immer noch nicht kann, kann es sicher leicht passieren, dass man dann als Lehrer nicht mehr weiß, was man dazu noch sagen soll und evtl. sogar ignoriert. Diese Reaktion fand ich deshalb besonders positiv und natürlich auch sehr wichtig und werde versuchen, mir daran ein Beispiel zu nehmen, wenn mir ähnliches widerfährt. Eine ähnliche Situation war schon vorher einmal aufgetreten,
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als ein Schüler mitten in der Hausaufgabenbesprechung fragte, wann er seinen Zirkel mitbringen muss. Auch hier hat der Lehrer sehr positiv reagiert und die Frage einfach kurz beantwortet. Ebenfalls sehr wichtig finde ich es, dass der Lehrer bei Besprechungen von Aufgaben immer darauf geachtet hat, dass wirklich jeder Schüler ver-standen hat, warum jenes die richtige Lösung ist. Auch gerade das zeigen lassen von bestimmten Sachverhalten im Raum (rechter Winkel, Gegenseiten,...) von den Schülern fand ich eine sehr gelungene Methode. Einerseits sehen die Schüler dadurch ein, dass es diese Begriffe auch im realen Leben gibt (Schrank, Tisch,...). Somit ist sofort und durch eine wirklich sehr leichte Methode der Realitätsbezug hergestellt, der den Schülern sicher auch zu mehr Motivation verhilft. Darüberhinaus konnten alle Schüler immer sehen was gemeint ist und es lies sich alles innerhalb weniger Sekunden zeigen und erklären. Es war zum Beispiel nicht extra notwendig, etwas an die Tafel zu zeichnen um daran zu erklären. So wurde wertvolle Zeit eingespart. Durch die letzte Aufgabe wurde noch einmal das genaue Messen und Zeichnen geschult, womit die Schüler noch große Schwierigkeiten haben. Trotz einiger Disziplinschwierigkeiten der Schüler empfand ich den Stundenverlauf für eine Hauptschulklasse als sehr positiv. Der Lehrer meisterte schwierige Situationen mit viel Geduld und ging auf die Schülerbedürfnisse genauestes ein.
2.1.2. Verlaufsprotokoll 2 Fach: Musik Klasse: 6H
Zeit: 12:20 -13:05 Uhr
Lernziel: Die Schüler sollen ein Gefühl für den Rhythmus bekommen
Reflexion: Ich denke, mit diesem Spiel hat Herr M. für diese Klasse eine gute Wahl getroffen. Gerade weil die Kinder in ihrer Art noch sehr unruhig sind und viel Bewegungsdrang haben ist es sehr wichtig, dass sie nicht 45 Minuten lang auf dem Stuhl
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sitzen und zuhören müssen. Das werden sie wahrscheinlich in anderen Unterrichts-stunden schon oft genug müssen. Gerade der Musikunterricht eignet sich besonders gut dafür, um den Schülern Abwechslung vom anderen Unterricht zu bringen. So waren alle die ganze Zeit über mit etwas beschäftigt (Klatschen, schnipsen) und mussten vor allem volle Konzentration aufbringen. Sie mussten stets ihre Nummer wissen und aufpassen, wann sie gerufen werden. Wer nicht aufgepasst hat musste auf den Kuhschwanz-Platz und das wollte wohl jeder wenn möglich vermeiden. Außerdem ist dieses Spiel sicher eine gute Übung zur Schulung des Rhythmusgefühls. Immer mussten alle im Takt mitmachen und versuchen, immer auf die dritte und vierte Zählzeit zu sprechen; nicht etwa schon auf die zweite oder sonst irgendwann dazwischen. Auch das Reaktionsvermögen wird durch diese Übung sicher geschult, denn man musste sofort reagieren, wenn man seine Nummer gehört hat und auch schon gleich weitersprechen. Dies ist natürlich nur mit voller Konzentration möglich, welche hierdurch ebenfalls trainiert wird. Wichtig ist hier vor allem die Konzentration über einen längeren Zeitraum hinweg, denn gerade den jüngeren Schülern fällt es oft noch besonders schwer, über einen längeren Zeitraum hinweg aufzupassen. Im finde es im Allgemeinen sehr gut gelungen, wie Herr M. die doch recht lebhafte Klasse in den Griff bekommen hat und es geschafft hat, dass alle mit Freude mitgemacht haben. Diese Stunde war sicher eine sehr schöne Erfahrung für die Kinder, denn gerade in einer sechsten Unterrichtsstunde ist die Lernbereitschaft einer solchen Klasse auf einem erheblichen Tiefpunkt. Vielleicht hätte das Spiel aus Konzentrationsgründen in einer früheren Stunde auch besser funktioniert und es wären nicht so viele Fehler passiert. Aber es sollte ja gerade deshalb eher in einer späteren Stunde durchgeführt werden um wenigstens noch etwas in dieser Stunde zu erreichen, denn ich denke 45 Minuten Frontalunterricht wäre hier nahezu undenkbar gewesen.
Die spontane Rhythmusübung am Anfang der Stunde war hingegen nicht ganz so gut gelungen, weil diese einfach viel zu schwer war. Der Lehrer hat jedoch den Versuch gewagt und den Schüler einfach einmal vormachen lassen, weil dieser ja so gerne wollte. Auch das finde ich nicht schlecht. Wenn ein Schüler sich hinstellt und etwas vormacht was alle mitmachen sollen ist es sicher effektiver, als wenn der Lehrer es macht. Ich denke die Schüler nehmen so etwas von einem Mitschüler eher an, wie vom Lehrer. In diesem Fall ist dies nun einmal nicht so gut gelungen, weil der Rhythmus zwar sehr gut, jedoch vom Niveau her zu anspruchsvoll war. Aber im
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Grunde fand ich es eine schöne Geste von Herrn M., dass er darauf eingegangen ist. Dies ist aber auch selbstverständlich nicht in jeder Stunde möglich. Ansonsten hat der Lehrer die aufgetretenen Störungen ebenfalls recht gut behoben; ich hätte anfangs nicht gedacht, dass in dieser Klasse überhaupt ein konzentriertes Arbeiten möglich ist. Das Drücken der Tasten am Klavier beim Vorbeigehen hätte sich wohl einfacher lösen lassen, indem vorher einfach der Deckel geschlossen und falls möglich sogar abgeschlossen worden wäre. Das Schließen hätte die Störung zumindest eingeschränkt. Die 6H ist eine sehr lebhafte Klasse und da sind gelegentliche Störungen wohl einfach an der Tagesordnung. Die Art und Weise, wie Herr Metzger diese in den Griff bekommen hat, fand ich sehr vorbildlich. 2.1.3. Beobachtungsschwerpunkt: Thema der Unterrichtsstunde Ich beziehe mich auf meine Hospitation in einer Mathematik-Stunde der fünften Hauptschulklasse von Herrn J.
Die heutige Stunde gehört zu der Unterrichtseinheit „Geometrische Figuren und Beziehungen“. Vorangegangen ist das Zeichnen von Rechtecken, sowie die Einführung des Gitternetzes in den letzten drei Stunden. Zu Beginn nennt der Lehrer das Thema der heutigen Unterrichtsstunde: „Es geht noch immer um das Gitternetz“. Somit weiß jeder Schüler, was heute behandelt wird und erinnert sich sofort an die letzten Stunden. Diese Stunde stellt also eine Fortsetzung der letzten dar. Da die Schüler teilweise noch Probleme mit dem richtigen einzeichnen und ablesen von Punkten haben, wiederholt der Lehrer zunächst das bereits Gelernte, indem er Schüler bestimmte Punkte an der Tafel in ein Gitternetz zeichnen lässt. Man merkt, dass sich die Schüler schnell wieder an das vorangegangene erinnern und das Thema größtenteils gut verstanden haben. Da sie jedoch noch oft zu ungenau arbeiten und die beiden Achsen leicht vertauschen, ist eine wiederholte Übung sehr wichtig für diese Schüler. Im weiteren Verlauf wird das Gitternetz mit dem vorherigen Thema, nämlich dem Zeichnen von Rechtecken, verknüpft. Der Lehrer lässt die Schüler hierzu eine Aufgabe aus dem Buch in stiller Einzelarbeit erledigen, bei der gewisse „L-förmige“ Figuren aus dem Buch ins Heft in ein Gitternetz übertragen werden und schließlich zu Rechtecken ergänzt werden sollen. Auch diese Aufgabe halte ich für eine gute Übung für die Schüler, sich noch einmal an das vorige Thema zu erinnern und Rechtecke mit dem Geodreieck zu zeichnen. Während ich den Schülern bei ihrer Arbeit über die Schulter schaue, stelle ich fest, dass es gerade in einer Hauptschulklasse äußerst
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wichtig ist Themen zu wiederholen und mit dem Neuen zu verknüpfen. Die Schüler hatten hier teilweise schon wieder vergessen, dass Rechtecke unbedingt mit dem Geodreieck gezeichnet werden müssen, damit die Gegenseiten parallel werden. Im Großen und Ganzen finde ich die Vorgehensweise von Herrn J. sehr gut; das Thema der Stunde war für die Schüler leicht erkennbar. Dadurch, dass er die Arbeitsaufträge sehr klar formuliert hat („Zeichne den Punkt (3/1) in das Gitternetz“), konnten sich die Schüler schnell in die Aufgabenstellung „reindenken“. Jeder wusste sofort, was zu tun war und wie er vorgehen musste. Besonders in dieser Klasse finde ich es sehr wichtig, dass die Schüler sofort wissen worum es in der Stunde geht, denn wie man beim Zeichnen der Rechtecke gesehen hat, sie sind sehr vergesslich und müssen immer an alles erinnert werden. Mit dieser Methode bleiben immerhin Verständnisschwierigkeiten und Verzögerungen aus, die evtl. auftreten würden, wenn die Schüler nicht auf den ersten Blick sehen würden, was sie zu tun haben.
2.1.4. Beobachtungsschwerpunkt: Stundenaufbau
Vier Unterrichtsstunden lang beobachtete ich im Mathematikunterricht von Herrn M., wie dieser die Unterrichtsstunden aufbaut. Wie es sich für den Mathematikunterricht immer anbietet, beginnt er stets mit der Besprechung der Hausaufgaben. Er nennt Seitenzahl und Aufgabennummer und lässt einen Schüler sein Ergebnis vortragen. Entweder, es melden sich nun sofort weitere Schüler, die noch Fragen zur Aufgabe haben oder evtl. auch eine andere Lösung erhalten haben, oder der Lehrer fragt nach, ob jeder weiß, wie die Aufgabe zu rechnen war. Merkt er nun, dass die Schüler noch Schwierigkeiten hatten, so wird die Aufgabe noch einmal an der Tafel vorgerechnet.
In der zweiten Phase der Stunde wird meistens etwas Neues eingeführt, was im Frontalunterricht schrittweise erarbeitet wird. In Stunden vor einer Klassenarbeit werden an dieser Stelle alte Inhalte wiederholt und vertieft.
In der dritten Phase der Stunde lässt er die Schüler meist selbst tätig werden. In stiller Einzelarbeit wird das zuvor neu eingeführte vertieft und Übungen dazu gemacht. Während dieser Phase geht der Lehrer in der Klasse herum und schaut den Schülern über die Schulter, um herauszufinden, wo noch Probleme auftreten. Diese löst er dann entweder direkt oder gibt Tipps für alle an der Tafel. Je nach Aufgabe werden die Ergebnisse dann verglichen oder an der Tafel gerechnet und die Schüler können evtl. schon mit den Hausaufgaben beginnen. Je nach eingeführtem Thema der zwei-
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ten Phase, kann es auch vorkommen, dass sich die zweite Phase so lange hinzieht, dass die Schüler erst zuhause selbst tätig werden können. Ich finde den Stundenaufbau von Herrn M. sehr logisch. Die Besprechung der Hausaufgaben würde ich ebenfalls an den Stundenanfang setzten. So kann der vorherige Unterrichtsinhalt noch einmal wiederholt und damit vorerst abgeschlossen werden und die Schüler sind offen für etwas Neues. In den Stunden, in denen ich bisher bei Herrn M. hospitiert habe, hat er die neuen Inhalte stets im Frontalunterricht erarbeitet. Die Schüler haben hierbei mit dem Lehrer zusammen schrittweise die Lösung bzw. den Rechenweg ermittelt. Auf die Dauer gesehen halte ich diese Methode für die Schüler als etwas langweilig und eintönig, gerade weil sie schon immer sehr unmotiviert und oft mit anderen Dingen beschäftigt sind. Man sollte überlegen, ob an manchen Stellen nicht auch einmal andere Sozialformen eingesetzt werden könnten, beispielsweise dass die Schüler in Gruppenarbeit auch mal ganz alleine die Vorgehensweise ermitteln müssen. Hierbei müsste natürlich auf das Niveau und die Zusammensetzung der Gruppen geachtet werden, da die Leistungen der Schüler sehr weit auseinandergehen. Wenn man wie Herr M. die neuen Inhalte frontal unterrichtet, finde ich die beschriebene dritte Phase der Stunde besonders wichtig, denn Schüler müssen unbedingt auch einmal selbst tätig und gefordert werden. Hier erhalten sie die Möglichkeit sich selbst zu testen, ob sie das erarbeitete auch richtig verstanden haben und anwenden können. Wenn die Schüler wissen, dass sie gleich selbst etwas lösen müssen, stellt dies wiederum einen Anreiz dar, in der Erarbeitungsphase aufzupassen. Auch der Lehrer bekommt bei dieser Sozialform eher mit, wo noch Schwierigkeiten auftreten. Ich halte es in dieser Phase ebenfalls für sehr wichtig, das Erarbeitete zu besprechen. So können die Schüler noch einmal ihr Ergebnis vergleichen und erhalten persönliche Rückmeldung, ob alles richtig verstanden wurde. An dieser Stelle ist es mir aufgefallen, dass das Ende der Unterrichtsstunde oft sehr plötzlich kommt, obwohl die Aufgabe noch gar nicht fertig besprochen ist. Die Schüler werden nach dem Gong sehr unruhig, keiner kann mehr richtig aufpassen und die Lösung geht in der Aufbruchstimmung der Schüler unter. Hier sollte man sich als Lehrer vielleicht überlegen, wie man die Stunde zeitlich besser planen könnte, damit dies nicht passiert. Man könnte zum Beispiel eine Phase etwas verkürzen, damit alles fertig besprochen werden kann und die Schüler dann schon mit den Hausaufgaben anfangen lassen, wenn noch Zeit ist. Denn ein solches Ende, wo vom Lehrer noch schnell alles an die Tafel geschrieben wird, Hauptsache dass die Aufgabe erle-
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Marlis-Sabine Richardt, 2004, Wahlfachpraktikum Mathematik - mit Unterrichtsplanung, München, GRIN Verlag GmbH
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