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Schulverweigerung. Möglichkeiten und Hintergründe pädagogischer Intervention als Schulsozialarbeiter

Title: Schulverweigerung. Möglichkeiten und Hintergründe pädagogischer Intervention als Schulsozialarbeiter

Diploma Thesis , 2004 , 80 Pages , Grade: 2

Autor:in: Tobias Engel (Author)

Social Work
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Kinder und Jugendliche, die unwillig sind in die Schule zu gehen und den Unterricht einfach schwänzen - dieses Phänomen ist wohl so alt wie die Schule selbst. Doch was sind die Hintergründe für solch ein Verhalten? Liegt es wirklich daran, dass Schüler einfach nur keine Lust haben? Sind die Ursachen in der Gestaltung des Unterrichts und damit in der Schule selbst zu suchen? Oder bringen Schüler ihre Probleme womöglich von zu Hause mit in die Schule? Und: Wie kann auf Ursachen angemessen eingegangen werden? Muss Schule neu reformiert werden oder "reicht" die Installation von
Schulsozialarbeit aus? Dass dieser Bereich längst kein "Aschenputtel im Schulalltag" mehr ist, wie Grossmann seinerzeit titelte, dürfte hinreichend bekannt sein. Neben grundlegenden gesellschaftlichen Betrachtungen im nachfolgenden Kapitel werde ich mich in Kapitel drei und vier mit den beiden Systemen Schule und Jugendhilfe (Schulsozialarbeit) auseinander setzen. Gerade weil
Schulsozialarbeit an der häufig zitierten Schnittstelle von Schule und Jugendhilfe liegt, ist es notwendig, wichtige Grundlagen beider Professionen zu kennen und über Arbeitsweisen, Rechtsfragen und Handlungsstrukturen umfassend informiert zu sein. In Kapitel fünf wende ich mich dann dem
eigentlichen Thema der Schulverweigerung zu, kläre Begriffe und Häufigkeiten ab, begebe mich auf eine Suche nach möglichen Ursachen und überprüfe Entwicklungsrisiken und einen Zusammenhang mit delinquentem Verhalten. Der sechste Abschnitt enthält dann Chancen und Möglichkeiten der Intervention. Darin eingebunden sind die Bestimmung der drei hauptsächlichen Handlungsoptionen und deren Gefahren sowie eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Bedeutung kooperativer Beziehungen zwischen Schule und Jugendhilfe. Das siebte Kapitel befasst sich schließlich mit einer
Reihe von Projekten, Konzeptionen und alternativen Schulformen, die in der Auseinandersetzung mit Schulverweigerung eine wichtige Rolle spielen (können), bevor ich im letzten Abschnitt bedeutende Aussagen dieser Arbeit in kurzer Form zusammen fasse.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Veränderte Lebensbedingungen für Jugendliche heute

2.1 Bildung – mehr als Schule

2.2 Jugendliche in Bildungsprozessen

3 Das System Schule

3.1 Schulpflicht und Schulzwang

3.2 "Wozu ist Schule da?"

3.3 Exkurs: Noten abschaffen?

3.4 Schule aus unterschiedlicher Perspektive

3.5 Unterricht und Disziplinierungsproblematik

3.6 Öffnung der Schule nach außen

4 Schulsozialarbeit

4.1 Zur Geschichte

4.2 Definitionsansatz

4.3 Rechtliche Einordnung

4.4 Organisationsmodelle

4.5 Qualitätsstandards und Qualitätssicherung

5 Schulverweigerung

5.1 Begrifflichkeiten, Phänomen

5.2 Ausprägung im Grund- und Sekundarschulbereich

5.3 Ursachensuche

5.3.1 Innerhalb der Schule

5.3.1.1 Umfeld und Rahmenbedingungen

5.3.1.2 Ängste

5.3.1.3 Lernmotivation: Lust auf Lernen

5.3.2 Außerhalb der Schule

5.3.2.1 In der Familie

5.3.2.2 In der Peer-Group

5.4 Zusammenhang zwischen Schulverweigerung und Delinquenz

5.5 Entwicklungsrisiken von Schulverweigerung

6 Chancen und Möglichkeiten der Intervention

6.1 Handlungsoptionen

6.1.1 Prävention

6.1.2 Intervention

6.1.3 Rehabilitation

6.2 Kooperation von Schule und Schulsozialarbeit

6.2.1 Voraussetzungen/Bedingungen

6.2.1.1 "Voneinander-wissen"

6.2.1.2 Kooperationsbereitschaft

6.2.2 Kooperationsfördernde und -hemmende Faktoren

6.3 Möglichkeiten und Gefahren

7 Praxisbeispiele

7.1 Pädagogische Konzeptionen

7.2 Erfahrungen

7.3 Projekte

7.4 Alternative Schulformen/Schulstationen

8 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Ziel der Arbeit ist es, die Ursachen und Hintergründe von Schulverweigerung bei Jugendlichen zu analysieren und Möglichkeiten für pädagogische Interventionen durch Schulsozialarbeiter aufzuzeigen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie das System Schule, familiale Bedingungen und soziale Einflüsse durch Peers zur Entstehung dieses Phänomens beitragen.

  • Analyse des Schulsystems und seiner Integrations- sowie Selektionsfunktion.
  • Untersuchung der Ursachen von Schulverweigerung (Schule, Familie, Peer-Group).
  • Darstellung von Handlungsoptionen (Prävention, Intervention, Rehabilitation).
  • Evaluation von Organisationsmodellen und Kooperationsformen zwischen Schule und Schulsozialarbeit.
  • Vorstellung von Praxisbeispielen und alternativen Schulformen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Schulpflicht und Schulzwang

Das gesamte Schulwesen in Deutschland untersteht nach Artikel 7 des Grundgesetzes der Aufsicht des Staates. Da die Bundesländer Kulturhoheit besitzen, also für alle Angelegenheiten im Schulwesen zuständig sind, regeln sie in ihren Schulgesetzen die Aufgaben der Schulaufsicht und deren Organisation in den Behörden der Schulverwaltung. Im Einzelnen umfasst die Schulaufsicht die Planung, Leitung, Ordnung und Weiterentwicklung des Schulwesens, das Recht auf Bestimmung der Unterrichtsziele und -inhalte, die Fachaufsicht über die von den Schulen zu erfüllenden pädagogischen Aufgaben, die Dienstaufsicht über die Schulleiter und Lehrer sowie die Aufsicht über die Pflichterfüllung der Schulträger.

Gemäß Artikel 145 der Weimarer Verfassung besteht eine flächendeckende allgemeine Schulpflicht in Deutschland seit 1919. Im Dritten Reich war das Schulgesetz durch einige Führerordnungen ergänzt (z.B. der Pflichtmitgliedschaft in der Hitlerjugend) und sah bei Verletzung der Schulpflicht Geld- bzw. sogar Haftstrafen vor. Die neuen Schulgesetze nach dem Zweiten Weltkrieg enthielten auch weiterhin Sanktionsandrohungen gegenüber Schulpflichtigen. Nach der Strafrechtsreform von 1975 wurde die Schulpflichtverletzung als Ordnungswidrigkeit eingestuft; gegebenenfalls mit entsprechenden Geldbußerhebungen für Schüler und Erziehungsberechtigte. Die Schulpflicht in der DDR sah mit der Verabschiedung des Gesetzes über die sozialistische Entwicklung des Schulwesens den zehnjährigen Besuch der Polytechnischen Oberschule (POS) vor. Das Abitur konnte an der Erweiterten Hochschule (EOS) abgelegt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Hinführung zum Thema Schulverweigerung, Begründung des Erkenntnisinteresses und Erläuterung des Aufbaus der Diplomarbeit.

2 Veränderte Lebensbedingungen für Jugendliche heute: Darstellung der gesellschaftlichen Transformation und deren Auswirkungen auf die Sozialstruktur sowie die Notwendigkeit von Orientierungshilfen für Jugendliche.

3 Das System Schule: Untersuchung der Funktionen der Schule, der Schulpflicht sowie der Perspektiven verschiedener Akteure und der Disziplinierungsproblematik.

4 Schulsozialarbeit: Historischer Abriss, Definitionsversuche und rechtliche Einordnung der Schulsozialarbeit im Spannungsfeld zwischen Schule und Jugendhilfe.

5 Schulverweigerung: Analyse der Erscheinungsformen, Ursachensuche in Schule, Familie und Peer-Group sowie Untersuchung des Zusammenhangs mit Delinquenz.

6 Chancen und Möglichkeiten der Intervention: Erläuterung präventiver, interventiver und rehabilitativer Handlungsoptionen sowie die Bedeutung kooperativer Zusammenarbeit.

7 Praxisbeispiele: Vorstellung konkreter pädagogischer Konzeptionen, Erfahrungen und Projekten wie dem Rather Modell oder der Braunschweiger Netzwerkarbeit.

8 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Schlussfolgerungen zur Bedeutung kooperativer Hilfeleistungen für den schulischen und sozialen Erfolg von Schülern.

Schlüsselwörter

Schulverweigerung, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Schulpflicht, pädagogische Intervention, Prävention, Schulabsentismus, Delinquenz, Schulkultur, Lernmotivation, Kooperation, Schule, Erziehung, Bildungsabschlüsse, Sozialarbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Phänomen der Schulverweigerung und untersucht, welche Hintergründe zu diesem Verhalten führen und wie Schulsozialarbeiter durch pädagogische Interventionen unterstützend wirken können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind das System Schule, die rechtliche und organisatorische Verankerung der Schulsozialarbeit, die vielfältigen Ursachen von Schulverweigerung sowie Interventions- und Kooperationsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Ursachen von Schulverweigerung zu schaffen und aufzuzeigen, wie durch eine gelungene Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe Schüler bei der Bewältigung ihrer Lebensprobleme unterstützt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer theoretischen Auseinandersetzung mit der Problematik, ergänzt durch die Reflexion praktischer Erfahrungen in der eigenen Tätigkeit als Schulsozialarbeiter.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Strukturen von Schule und Schulsozialarbeit, die verschiedenen Begrifflichkeiten und Formen von Schulverweigerung, die Suche nach Ursachen in verschiedenen Lebensbereichen sowie Handlungsoptionen für die Praxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Schulverweigerung, Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, pädagogische Intervention, Prävention, Kooperation und Schulerfolg.

Welche Rolle spielt die Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe?

Sie gilt als essenzielle Voraussetzung für eine erfolgreiche Intervention. Die Arbeit betont, dass durch klare Absprachen und gegenseitige Akzeptanz die Defizite des jeweils anderen Systems ausgeglichen werden können.

Welche Bedeutung kommt der Familie bei Schulverweigerung zu?

Die Familie spielt eine übergeordnete Rolle, da familiäre Probleme, Überforderungen oder eine mangelnde Identifikation mit dem Wert von Bildung das Risiko der Schulverweigerung erhöhen können.

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Details

Title
Schulverweigerung. Möglichkeiten und Hintergründe pädagogischer Intervention als Schulsozialarbeiter
College
University of Applied Sciences Neubrandenburg
Grade
2
Author
Tobias Engel (Author)
Publication Year
2004
Pages
80
Catalog Number
V29468
ISBN (eBook)
9783638309639
ISBN (Book)
9783656459385
Language
German
Tags
Schulverweigerung Möglichkeiten Hintergründe Intervention Schulsozialarbeiter Thema Schulabsentismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Engel (Author), 2004, Schulverweigerung. Möglichkeiten und Hintergründe pädagogischer Intervention als Schulsozialarbeiter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29468
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