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Habermas und Rawls im Vergleich: Legitimation und Realität

Title: Habermas und Rawls im Vergleich: Legitimation und Realität

Seminar Paper , 2000 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sebastian Karcher (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Einleitung

Im Sommer 1983 erschien ein Artikel von JÜRGEN HABERMAS, in dem er im Kontext des `heißen Herbstes´ zivilen Ungehorsam rechtfertigte(1) . Habermas bezog sich maßgeblich auf den entsprechenden Abschnitt in JOHN RAWLS Theorie of Justice(2) . Mehr als zehn Jahre später führten Rawls und Habermas in drei Artikeln eine Debatte über Unterschiede in ihren grundlegenden philosophischen Positionen(3) . In dieser Arbeit sollen eben diese Unterschiede am Beispiel des zivilen Ungehorsams aufgezeigt werden. Zuerst wird dargestellt, inwieweit die beiden Philosophen bei diesem Thema übereinstimmen. Da Habermas sich stark an Rawls anlehnt, finden sich weitgehende Parallelen. In einem zweiten Schritt werden die Unterschiede in der Einschätzung des zivilen Ungehorsams aufgezeigt. Diese Unterschiede finden sich vor allem in der Art und im Ausmaß der Rechtfertigung. Als drittes soll dann dargestellt werden, wie die gefundenen Unterschiede in den grundlegenderen Differenzen der verschiedenen Theorien gründen. Zuletzt wird bewiesen werden, dass zwar ein Teil der vermeintlichen Unterschiede aus Missverständnissen herrührt, Habermas` und Rawls` Theorien dennoch an einigen Punkten substantiell verschieden sind. In der Schlussbetrachtung werden die Ergebnisse zusammengefasst und gewertet. Es soll dabei gezeigt werden, dass Habermas Theorie eine stärkere Legitimation, Rawls eine bessere Realisierbarkeit für sich hat.
[...]
_____
Jürgen Habermas, „Ziviler Ungehorsam – Testfall für den demokratischen Rechtsstaat“, in: Ders., Die neue Unübersichtlichkeit. Kleine Politische Schriften V, Frankfurt a.M.1996, S.79-99. Erste Auflage Frankfurt a.M.1983.
John Rawls, A Theory of Justice. Revised Edition, Cambridge 1999. Erste Auflage Cambridge 1971.
Jürgen Habermas, „Versöhnung durch öffentlichen Vernunftgebrauch“, in: Ders., Die Einbeziehung des Anderen, Frankfurt a.M. 1999, S. 65-94. Ders., „`Vernünftig´ versus `wahr´ - oder die Moral der Weltbilder“, in: Ebd., S. 95-127. Sowie John Rawls, „Erwiderung auf Habermas“, in: Philosophische Gesellschaft Bad Homburg/ Wilfried Hinsch (Hrsg.), Zur Idee des politischen Liberalismus. John Rawls in der Diskussion, Frankfurt a.M. 1997, S.196-262.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gemeinsamkeiten

2.1 Die Definition

2.2 Der Umgang mit zivilem Ungehorsam

2.3 Rechtfertigung des zivilen Ungehorsams – Übereinstimmungen

3 .Die Unterschiede

3.1 Weigerung ausGewissensgründen und Ziviler Ungehorsam

3.2 Die Rolle von Stabilität

3.3 Wie festgelegt sind die Grundrechte?

3.4 Die Wertigkeit von Grundrechten

4 Die Unterschiede in den Theorien

4.1 Die Trennung zwischen Politik und Moral

4.2 Original Position vs. Ideale Sprechsituation

5 Schlussbetrachtung: Legitimation und Realität

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden philosophischen Differenzen zwischen Jürgen Habermas und John Rawls anhand der Thematik des zivilen Ungehorsams. Dabei wird analysiert, inwieweit ihre jeweiligen Theorien über politische Legitimation und praktische Realisierbarkeit divergieren.

  • Vergleich der Konzepte zivilen Ungehorsams bei Habermas und Rawls
  • Analyse der Trennung von politischen und moralischen Gründen
  • Untersuchung der Rolle von Stabilität und Grundrechten
  • Kontrastierung von "Original Position" und "Idealer Sprechsituation"
  • Bewertung von Legitimation gegenüber praktischer Anwendbarkeit

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Rolle von Stabilität

Rawls sieht den z.U. als stabilisierenden Faktor, auf einer Stufe mit freien Wahlen und unabhängigen Gerichten. Entscheidend ist hier das Wort „stabilizing devices“. Bei Habermas sucht man vergeblich nach einem entsprechenden Verweis. Noch an einer zweiten Stelle taucht bei Rawls die Idee der Stabilität auf. Sollten mehrere Gruppen gleichzeitig zivilen Ungehorsam ausüben befürchtet er, dass es zu „serious disorder“ kommen kann. Er fordert in einem solchen Fall, dass die Parteien sich absprechen, oder aber Zurückhaltung üben. Auch dieser Fall wird von Habermas nicht diskutiert, obwohl er die Protestierenden zur Zurückhaltung und zur sorgfältigen Prüfung der Legitimation des z.U. verpflichtet (s. 2.2). Es kann also festgehalten werden, dass bei Rawls der Aspekt der Stabilität eine wichtigere Rolle spielt als bei Habermas.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Debatte zwischen Rawls und Habermas ein und definiert den zivilen Ungehorsam als zentralen Testfall für ihre jeweiligen politischen Theorien.

2 Gemeinsamkeiten: Dieses Kapitel arbeitet die Übereinstimmungen beider Philosophen bei der Definition und der moralischen Rechtfertigung des zivilen Ungehorsams heraus.

3 .Die Unterschiede: Hier werden die Differenzen in der Weigerung aus Gewissensgründen, der Bedeutung der Stabilität sowie der Veränderbarkeit und Wertigkeit von Grundrechten beleuchtet.

4 Die Unterschiede in den Theorien: Dieser Abschnitt ordnet die zuvor identifizierten Unterschiede in die theoretischen Gesamtkonzeptionen ein und analysiert die Abgrenzung von Politik und Moral sowie die methodischen Ansätze der Philosophen.

5 Schlussbetrachtung: Legitimation und Realität: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet Habermas' Theorie hinsichtlich ihrer Legitimation gegenüber Rawls' Fokus auf Realisierbarkeit.

Schlüsselwörter

Ziviler Ungehorsam, Jürgen Habermas, John Rawls, Politische Theorie, Legitimation, Realisierbarkeit, Diskursethik, Original Position, Ideale Sprechsituation, Grundrechte, Stabilität, Politischer Liberalismus, Gerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht die politischen Philosophien von Jürgen Habermas und John Rawls anhand ihrer Positionen zum zivilen Ungehorsam.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Legitimation von Protestformen, das Verhältnis zwischen Politik und Moral sowie die Stabilität demokratischer Rechtsstaaten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die tieferliegenden theoretischen Unterschiede zwischen Habermas und Rawls offenzulegen und zu bewerten, welche Ansätze legitimer beziehungsweise realisierbarer sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse der Primärtexte beider Philosophen sowie ergänzender Sekundärliteratur durchgeführt, um die theoretischen Differenzen herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Umgang mit zivilem Ungehorsam und untersucht die theoretischen Grundpfeiber, wie die Diskursethik und die Original Position.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Ziviler Ungehorsam, Politische Philosophie, Legitimation, Stabilität, Gerechtigkeit und das Spannungsfeld zwischen Moral und Politik.

Warum spielt der Aspekt der Stabilität bei Rawls eine größere Rolle?

Für Rawls ist Stabilität ein zentraler Begriff seiner politischen Konzeption, da er den zivilen Ungehorsam als stabilisierenden Faktor innerhalb der demokratischen Ordnung begreift.

Was ist der Kernunterschied zwischen der "Original Position" und der "Idealen Sprechsituation"?

Während Rawls' "Original Position" auf einem hypothetischen Gedankenexperiment zur Ableitung gerechter Prinzipien basiert, setzt Habermas auf den realen, intersubjektiven Dialog unter diskursiven Bedingungen.

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Details

Title
Habermas und Rawls im Vergleich: Legitimation und Realität
College
University of Bonn  (Institut für Politikwissenschaften)
Course
Proseminar: Was kann die Politikwissenschaft von Jürgen Habermas lernen?
Grade
1,0
Author
Sebastian Karcher (Author)
Publication Year
2000
Pages
21
Catalog Number
V3000
ISBN (eBook)
9783638118095
Language
German
Tags
Habermas Rawls Vergleich Legitimation Realität Proseminar Politikwissenschaft Jürgen Habermas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Karcher (Author), 2000, Habermas und Rawls im Vergleich: Legitimation und Realität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3000
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