Mangelernährung im Alter
von: Tobias Petzold
Einleitung
1. Definition Mangelernährung
1.1. Bedeutung der Ernährung
1.2. Möglichkeiten zur Ermittlung der Ernährungszustand des alten Menschen
1.2.1. Berechnung des Normalgewichts nach Broca
1.2.2. Body Mass Index
1.3. Wieviel Kalorien braucht ein alter Mensch?
1.4. Mangelernährung aufgrund eines Kalorienmangels "Protein-/Kalorien-Mangelernährung“
1.5. Mangelernährung durch einseitige Ernährung
1.6. Unterernährung und ihre Folgen (im Alter)
2. Situation zu Hause
2.a. Die gesunden, rüstigen Senioren
2.b. Die hilfsbedürftigen, hochbetagten Senioren
2.1. Fallbeispiel Herr Kolle
2.2. Pflegeplanung
3. Die Situation im Seniorenheim
3.1. Fallbeispiel Frau Milku
3.2. Pflegeplanung
4. Fazit und Bemerkungen
Einleitung
Noch immer ist Deutschland eines der reichsten Länder der Erde. Nach Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat in Deutschland jedes fünfte Kind Übergewicht und jedes dritte bei den Jugendlichen. So kann man fast der Meinung sein, dass in Deutschland nur Übergewicht ein Problem ist. Aber so ist es nicht, denn im Alter essen viele Menschen zu wenig und sind untergewichtig oder krankhaft mangelernährt. Das deutsche Institut für Diätetik (DIET) hat dazu herausgefunden, dass 83% der älteren Menschen in Institutionen und 31% zu Hause mindestens zum Teil mangelernährt sind. Über die Ursachen und Folgen der Mangelernährung möchte ich mich in der folgenden Hausarbeit beschäftigen. Dabei werde ich versuchen, Vorschläge und Lösungsansätze zu finden und diese anhand eines Fallbeispiels in einer Pflegeplanung zusammen fassen.
1. Definition Mangelernährung
Malnutrition (lat.: malus, schlecht; nutrire, ernähren) Mangelernährung kann auch Malnutrition genannt werden. Damit wird ein physischer Zustand beschrieben, der durch einen erheblichen Verlust an Körpermasse charakterisiert ist. Obwohl Mangelernährung sehr häufig vorkommt, gibt es keine allgemein gültige Definition.
„Mangelernährung kann entstehen, wenn die Aufnahmemenge an Nährstoffen nicht den Nährstoffbedürfnissen einer Person entspricht. Die negativen Auswirkungen am menschlichen Körper (Größe, Form und Zusammensetzung) und der Körperfunktionen (physisch, psychisch, Verhalten) können häufig mit einer adäquaten Ernährung rückgängig gemacht werden. Bei langandauernder Mangelernährung können jedoch bleibende Schäden auftreten.“ Quelle: Pfrimmer-Nutricia
1.1 Bedeutung der Ernährung
Für die körperliche und geistige Entwicklung des Menschen ist die Ernährung eine wichtige Voraussetzung. Sie liefert zur Aufrechterhaltung aller Körperfunktionen die nötige Energie und sorgt für „Baumaterial“ in den Zellen. Die Nahrung setzt sich hauptsächlich aus folgenden Bestandteilen zusammen:
Eiweiße = Proteine - bestehen aus Aminosäuren (100 AS = 1 Protein)
- es gibt 22 verschiedene AS, 9 davon, sind essentiell (Körper kann sie nicht selbst bilden) und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden
- sind hauptsächlich Baumaterial für Muskeln, Blut, Haare, Haut, Nägel und innere Organe
- sind Voraussetzung für die Bildung von Hormonen (Stoffwechselregulation), Enzymen und Antikörpern (ZB. Verdauungsenzyme)
- es werden tierische und pflanzliche Proteine unterschieden
Kohlenhydrate - sind Verbindungen wie Saccharide, Stärke, Zellulose und Glykogen
- sind Hauptenergiequelle für alle Körperfunktionen
- KH können aus einigen AS und dem Glycerolanteil im Fett hergestellt werden (also als Resultat wird bei KH Mangel Eiweiß zu KH umgebaut und steht damit dem Körper nicht mehr zur Verfügung)
Fette = Lipide - bestehen aus der Verbindung aus einem Teil Glycerin und drei Teilen Fettsäuren (Triglyceride)
- Fette liefern Energie und dienen als Bausubstanz für
Körperzellen
- sind Träger der fettlöslichen Vitamine A,D,E,H
Vitamine - Sind essentielle (unentbehrliche) Substanzen, die vom Körper nicht oder nur unzureichend gebildet werden können
- müssen deshalb regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden
- sie werden zur Aufrechterhaltung bestimmter Körperfunktionen benötigt
- werden in fettlösliche (A,D,E,K) und wasserlösliche (B,C) Vitamine eingeteilt
- Mangel kann zu Krankheiten führen oder an deren Entstehung beteiligt sein z.B. Vitamin-B12-Mangel kann zu Blutarmut mit charakteristisch übergroßen roten Blutkörperchen führen
Mineralstoffe
(Elektrolyte, Mineralsalze Spurenelemente) - Müssen über die Nahrung aufgenommen werden und sind für viele Körperfunktionen von Bedeutung
- Einteilung in Mengenelemente und Spurenelemente
- Mengenelemente sind Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Chlorid, Phosphat und Schwefel
- Spurenelemente sind Eisen, Jod und Selen
Die Quantität und Qualität der Nahrung ist wichtig für das Leistungsfähigkeit, die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen. Richtige Ernährung ist zur Vermeidung von Krankheiten elementar von Bedeutung. Richtige Ernährung ist also wichtig für:
- Erhaltung der Muskelmasse
- Erhaltung von Nerven- und Gedächtnisfunktionen
- Schutz vor Infektionen (z.B. Erkältung)
- Augen und Sehen ( ß – Karotin)
- Herz und Durchblutung
- Nierenfunktion
1.2. Möglichkeiten zur Ermittlung der Ernährungszustand des alten Menschen
Die einfachste Möglichkeit, den Ernährungszustand eines alten Menschen festzustellen, ist ihn regelmäßig zu wiegen. Anhand des Körpergewichts, der Körpergröße des Alters sowie des Geschlechts lässt sich mit festgelegten Formeln das richtige Gewicht ermitteln. Dafür gibt es verschiedene Methoden:
1.2.1. Berechnung des Normalgewichts nach Broca
Normalgewicht in Kilogramm = Körpergröße in cm minus 100 cm
Idealgewicht bei Frauen = Normalgewicht minus 15 %
Idealgewicht bei Männern = Normalgewicht minus 10 %
Eine erhebliche Unterschreitung (unter 20%) des Normalgewichts kann man dann schon als Untergewicht bzw. Auszehrung (Kachexie) Bezeichnen.
1.2.2. Body Mass Index
[...]
Arbeit zitieren:
Tobias Petzold, 2004, Mangelernährung im Alter, München, GRIN Verlag GmbH
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